Rogowo ( Rogowo, 1940–1941 Roggenau, 1941–1943 Seebrück, seit 18. Mai 1943 wieder RoggenauAmtsbezirk Roggenau (Territorial.de)) ist ein Dorf im Powiat Żniński (Zniner Kreis) in der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern. Es ist Sitz der gleichnamigen Landgemeinde mit etwa 6900 Einwohnern. mini|Dorotheenkirche mini|Rogowo, nordöstlich der Stadt Posen und südlich der Stadt Znin, auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung)

Geographische Lage Die Stadt liegt in der historischen Region Posen, etwa 15 Kilometer südlich von Żnin (Znin) und 50 Kilometer südwestlich von Bydgoszcz (Bromberg).

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung des heutigen Rogowo stammt aus dem Jahr 1311. 1380 wurde Rogowo als Stadt erwähnt, wann die Vergabe des Stadtrechts erfolgte, ist nicht bekannt, genau 200 Jahre später verlor der Ort sein Stadtrecht. Während des Zweiten Nordischen Krieges wurde das Dorf von den Schweden zerstört. Nachdem der Besitzer Albert Węgierski es wieder aufgebaut hatte, wurde Rogowo am 15. Juni 1672 wieder zur Stadt erhoben.

Um 1910 hatte Rogowo eine katholische Pfarrkirche, eine neue evangelische Pfarrkirche (seit 1894), eine Synagoge, ein Elektrizitätswerk, eine Volksbank, eine Spar- und Darlehnskasse, Pferde- und Viehmärkte, Ölfabrikation, eine Molkerei, eine Spiritusbrennerei, Mühlen und ein Holzsägewerk.Rogowo, Stadt, am Rogowoer See, durch den die Welna fließt, Kreis Znin, Regierungsbezirk Bromberg, Provinz Posen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Rogowo (meyersgaz.org).

Im Jahr 1919 lag die damalige Stadt Rogowo im Kreis Znin im Regierungsbezirk Bromberg der preußischen Provinz Posen im Deutschen Reich.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs musste die Stadt aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags am 10. Januar 1920 an die Zweite Polnische Republik abgetreten werden. 1934 verlor der Ort wieder sein Stadtrecht.

Nach dem Überfall auf Polen 1939 durch die deutsche Wehrmacht wurde die Landgemeinde Rogowo mit der Region völkerrechtswidrig in das Reichsgebiet eingegliedert. Rogowo wurde in Roggenau umbenannt. Die Region mit der Landgemeinde Roggenau wurde im Januar 1945 von der Roten Armee erobert und kurz danach von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen.

Demographie + Bevölkerungsentwicklung bis 1921 Jahr Einwohner Anmerkungen 1800 266 Stadt, mit 34 schlecht gebauten Wohnhäusern, Einwohner sind zur Hälfte Polen, zur Hälfte (138) JudenHeinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 428 (Google Books). 1803 168 Stadt 1816 296 Stadt, davon zwei Evangelische, 120 Katholiken und 174 Juden;Alexander August Mützell, Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: T–Z. Halle 1823, S. 360–367, Ziffer 597 (Google Books). nach anderen Angaben 23 Feuerstellen (Haushaltungen) und 210 Einwohner, darunter 82 Katholiken und 128 Juden 1818 210 StadtAlexander August Mützell, Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Band 4: P–S. Halle 1823, S. 162, Ziffer 2208 (Google Books). 1821 357 Stadt, mit 32 Privatwohnhäusern 1826 385 Regowo, Ackerstädtchen mit einer Kirche und 32 GebäudenLeopold von Zedlitz-Neukirch: Die Staatskräfte der preußischen Monarchie unter Friedrich Wilhelm III. Band 2, Teil 1, Berlin 1828, S. 118, Ziffer 4) (Google Books). 1837 436 Stadt, mit 40 Häusern 1843 471 1852 376 StadtTopographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 517 (Google Books). 1858 419 1861 423 1867 535 am 3. Dezember 1871 633 davon 61 Evangelische, 335 Katholiken und 237 JudenKönigliches Statistisches Büro: Die Gemeinden und Gutsbezirke des preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. Dezember 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Teil IV: Die Provinz Posen. Berlin 1874; VII. Kreis Mogilno, S. 204–205, Ziffer 5 (kpbc.umk.pl). 1885 622 am 1. Dezember, davon 98 Evangelische, 353 Katholiken und 171 Juden;Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen. Band V: Provinz Posen, Berlin 1888. Regierungsbezirk Bromberg, 39. Kreis Znin, S. 246–247, Ziffer 3 (Google Books). nach anderen Angaben 711 Einwohner 1905 841 am 1. Dezember, darunter 133 mit deutscher Muttersprache (119 Evangelische und 14 Katholiken) und 620 mit polnischer Muttersprache (sämtlich Katholiken); außerdem 88 JudenKöniglich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon für die Provinz Posen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1908, 42. Kreis Znin, S. 212–213, Ziffer 3 (Google Books). 1910 885 am 1. Dezember, davon 191 mit deutscher Muttersprache (126 Evangelische, sieben Katholiken und 58 Juden) und 694 mit polnischer Muttersprache (sämtlich Katholiken)Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1912, Heft V: Regierungsbezirk Bromberg, 14. Kreis Znin, S. 70–71, Ziffer 3 (Google Books).

Gemeinde Zur Landgemeinde (gmina wiejska) Rogowo gehören 20 Dörfer mit Schulzenämtern.

Literatur Rogowo, Stadt, am Rogowoer See, durch den die Welna fließt, Kreis Znin, Regierungsbezirk Bromberg, Provinz Posen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Rogowo (meyersgaz.org). Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 428 (Google Books).

Weblinks

Amtsbezirk Roggenau (Territorial.de) Website der Gemeinde (polnisch)

Einzelnachweise Nasza Gmina - Historia Website der Gemeinde, abgerufen am 6. März 2023

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Kujawien-Pommern Kategorie:Gmina Rogowo (Powiat Żniński) Kategorie:Ersterwähnung 1311 Kategorie:Stadtrechtsverleihung im 14. Jahrhundert Kategorie:Stadtrechtsaberkennung 1580 Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1672 Kategorie:Stadtrechtsaberkennung 1934