mini|Die alte Akademie in Düsseldorf, 1831 – Das Gemälde von Andreas Achenbach zeigt das dreiflügelige Galeriegebäude (links) in seiner Nutzung als Kunstakademie Düsseldorf durch eine Ansicht vom Burgplatz.

Die Gemäldegalerie Düsseldorf war eine weltberühmteThomas W. Gaehtgens, Louis Marchesano: Display and Art History: The Düsseldorf Gallery and Its Catalogue. Getty Publications, Los Angeles 2011, ISBN 978-1-60606-092-6, S. 81 () Gemäldesammlung mit Schwerpunkt auf der italienischen, flämischen und niederländischen Malerei der Renaissance und des Barock, bereichert durch niederländisch-deutsche und italienisch-venezianische Werke. Als ()La Galerie électorale de Dusseldorff (…), Prachtkatalog von Nicolas de Pigage, 1778, Titelaufnahme der Universitäts- und Landesbibliothek DüsseldorfEkkehard Mai: Die Düsseldorfer Kunstakademie im 19. Jahrhundert – Cornelius, Schadow und die Folgen. In: Gerhard Kurz (Hrsg.): Düsseldorf in der deutschen Geistesgeschichte. Verlag Schwann-Bagel, Düsseldorf 1984, ISBN 3-590-30244-5, S. 197 wurde unter Bezugnahme auf die Galleria der Uffizien in Florenz zuerst bloß das ab etwa 1705 errichtete dreiflügelige GaleriegebäudeJohann Tobias Köhler: Des Herrn von Blainville ehemaligen Gesandschaftssekretärs der Generalstaaten der vereinigten Niederlande an dem Spanischen Hofe Reisebeschreibung durch Holland, Oberdeutschland und die Schweiz, besonders aber durch Italien. Meyer, Lemgo 1764, S. 66 ff. (Digitalisat)Anton Fahne: Der Düsseldorfer Museumbau. P. Vitter, Düsseldorf 1876, S. 4 ff. (Digitalisat) auf der Südseite des Düsseldorfer Schlosses bezeichnet, einer der frühesten selbständigen Museumsbauten Europas. Beschrieben in Katalogen von Gerhard Joseph Karsch (1719), François-Louis Colins (1756), Nicolas de Pigage (1778) und Valentine Green (1793), galt die darin auf zwei Etagen ausgestellte Gemälde- und Skulpturensammlung als „eine für damalige Verhältnisse an Umfang und Qualität erlesene Kollektion“ und als „grandioser Bilderschatz“,Als Florenz an den Rhein rückte mit einer ausführlichen Beschreibung der Gemäldegalerie als „Kunstschatz von europäischem Rang“,Otto Pöggeler: Untergang und Neuanfang am Rhein. Düsseldorf und die westdeutschen Zentren in der Umbruchszeit um 1800. In: Gerhard Kurz (Hrsg.): Düsseldorf in der deutschen Geistesgeschichte. Verlag Schwann-Bage, Düsseldorf 1984, ISBN 3-590-30244-5, S. 21 als der „deutsche Louvre“.Jutta Hoffritz: Die letzte Medici. In: Die Zeit, Nr. 46/2008 Die Sammlung erfuhr über die Jahre viele Veränderungen. Durch Kriegshandlungen bedroht, wurde sie mehrfach evakuiert. Nach dem Siebenjährigen Krieg veranlasste Galeriedirekter Lambert Krahe eine fortschrittliche Hängung der Bilder, die in dem Galeriewerk La Galerie Électorale de Dusseldorff eindrucksvoll dokumentiert ist. 1805 ließ Kurfürst Maximilian IV. von Pfalz-Bayern den Großteil der transportablen Sammlungsbestände endgültig aus Düsseldorf fortschaffen. Die über 1000 Exponate umfassende Kollektion ist heute in alle Welt zerstreut. Ungefähr 50 Gemälde befinden sich noch oder wieder in Düsseldorf im Museum Kunstpalast. Viele Bilder bildeten einen Grundstock der Münchner Pinakothek. duesseldorf.de; abgerufen am 20. Oktober 2014 Die am Anfang des 18. Jahrhunderts begonnene Sammlung von Abgüssen antiker Plastiken, die älteste eines Fürsten auf deutschem Boden,Ellen Suchezky: Die Abguss-Sammlungen von Düsseldorf und Göttingen im 18. Jahrhundert. Walter de Gruyter, Berlin 2019, ISBN 978-3-11-061620-0, S. 1 (Google Books) bildete die Grundlage des Mannheimer Antikensaals.Charlotte Schreiter: Lambert Krahe und die Gibsabdrücke der Düsseldorfer Akademie. In: Sonja Brink (Hrsg.): Akademie. Sammlung Krahe. Eine Künstlersammlung für Künstler. Düsseldorf 2013, S. 193–205

Denis Diderot,Klaus Müller: Unter pfalz-neuburgischer und pfalz-bayerischer Herrschaft. In: Hugo Weidenhaupt (Hrsg.): Düsseldorf. Geschichte von den Ursprüngen bis ins 20. Jahrhundert. Schwann im Patmos Verlag, Düsseldorf 1988, ISBN 3-491-34222-8, S. 253 Aurelio de’ Giorgi Bertola, Jakob Jonas Björnståhl, Georg Forster,Georg Forster: Ansichten vom Niederrhein, von Brabant, Flandern, Holland, England und Frankreich, Erster Teil, Kapitel VI. bis VIII. Düsseldorf. Goethe,Campagne in Frankreich 1792 im Abschnitt Pempelfort, November 1792. (gutenberg.org) Johann Caspar Füssli,Leonard Meister: Helvetiens berühmte Männer, Band 1, Zürich / Winterthur 1782, S. 145 () Montesquieu,Thomas W. Gaehtgens: Auf dem Weg zur Kunstgeschichte. Pigages und Mechels Katalog zur Düsseldorfer Gemäldegalerie. In: Gudrun Swoboda (Hrsg.): Die kaiserliche Gemäldegalerie in Wien und die Anfänge des öffentlichen Kunstmuseums. Band II von Europäische Museumskulturen um 1800. Böhlau Verlag, Wien, Köln, Weimar 2013, S. 479 Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach, Johann Georg Sulzer,Johann Georg Sulzer: Allgemeine Theorie der schönen Künste, M. G. Weidmanns Erben und Reich, Leipzig 1775, Zweiter Teil (K bis Z), S. 294 () Christian Ludwig von Hagedorn, Johann Gottfried Herder, Alexander und Wilhelm von Humboldt,Gustav Prümm: Ein „Gewinn fürs ganze Leben“. Die Düsseldorfer Gemäldegalerie des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz. Books on Demand, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8370-9115-1, S. 144 Thomas Jefferson,Jürgen Overhoff: Ein Kaiser für Amerika. In: Die Zeit, Nr. 45/2012, S. 3: Feindetreffen in Frankfurt am MainGilbert Chinard: Thomas Jefferson: The Apostle of Americanism, Erstveröffentlichung 1929, The Floating Press, 2011, ISBN 978-1-77545-593-6, S. 189 – „… the gallery of paintings is sublime …“. Angelika KauffmannKarl Leopold Strauven: Ueber künstlerisches Leben und Wirken in Düsseldorf bis zur Düsseldorfer Maler-Schule unter Direktor Schadow. Hofbuchdruckerei H. Voß, Düsseldorf 1862, S. 38 und Clemens Brentano,Briefe Clemens Brentanos zwischen dem 15. November 1802 und dem 10. Januar 1803, erschienen in: Beatrix Müller, Marianne Tilch (Hrsg.): Düsseldorf. Texte und Bilder aus vier Jahrhunderten. J. B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1991, ISBN 3-476-00784-7, S. 119 ff. Paul von Russland sowie die späteren französischen Könige Ludwig XVIII. und Karl X.Johann Wolfgang von Goethe: Campagne in Frankreich 1792, 1822. In: Beatrix Müller, Marianne Tilch (Hrsg.): Düsseldorf. Texte und Bilder aus vier Jahrhunderten. J. B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1991, ISBN 3-476-00784-7, S. 107 hatten die Galerie besucht. Thomas Rowlandson beschrieb sie als „eine der besten Gemäldegalerien ganz Europas“. Adel und gehobenem Bürgertum fungierte die Galerie als sozialer Treffpunkt für Geselligkeit und Gespräch.Carmen Götz: „Wir leben in unserem Pempelfort … wie Diogenes in einem Fasse; nur mit dem Unterschied, dass wir reinlicher und geselliger sind“: Friedrich Heinrich Jacobi und die Geselligkeit im „Pempelforter Kreis“. In: Peter Albrecht, Hans Erich Bödeker, Ernst Hinrichs (Hrsg.): Formen der Geselligkeit in Nordwestdeutschland 1750–1820 (= Wolfenbütteler Studien zur Aufklärung, Band 27), ISBN 3-484-17527-3, S. 205 ()

Galeriegebäude mini|La Galerie Électorale de Dusseldorff, 1778 – Schnitt durch die Flügel des Galeriegebäudes mit Ansicht der Hauptfassade des Ehrenhofes und des Jan-Wellem-Denkmals, Christian von Mechel, 1776 mini|Grundriss, 1776

Das zweigeschossige Gebäude befand sich am heutigen Burgplatz in der Düsseldorfer Altstadt, auf der Südseite des Düsseldorfer Schlosses. Ursprünglich bestand eine direkte Verbindung mit den kurfürstlichen Gemächern des Schlosses. Teile der Gebäudesubstanz des Ostflügels der Galerie sind in einem Flügel des Düsseldorfer Rathauses erhalten.

Galerieinspektoren Gerhard Joseph Karsch Joseph Wilhelm Karsch (1715/16–1755) Lambert Krahe Anton Wisselinck Joseph Brulliot Johann Peter von Langer

Geschichte der Sammlung Die Wurzeln des ersten Sammlungsbereiches liegen in der Kurfürstlichen Sammlung von Johann Wilhelm von der Pfalz, der die Kollektion seines Großvaters Wolfgang Wilhelm, die er in Düsseldorf vorfand, mit seiner zweiten Frau, der geborenen Prinzessin Anna Maria Luisa de’ Medici, erweiterte und ein eigenes Ausstellungsgebäude für sie anlegen ließ. Als Initiator der Gemäldegalerie gilt der niederländische Porträtmaler Jan Frans van Douven, der ab 1684 für den Kurfürsten als Kunstagent auf Reisen war und um 1700 zum Oberaufseher der kurfürstlichen Kunstsammlung aufstieg.Bettina Baumgärtel: Niederländische Gemälde und Sammlungen. In: Ekkehard Mai (Hrsg.): Holland nach Rembrandt. Zur niederländischen Kunst zwischen 1670 und 1750. Böhlau Verlag, Köln 2006, ISBN 978-3-412-07006-9, S. 38 Ein erster Aderlass traf die Galerie, als Anna Maria Luisa nach dem Tod ihres Mannes ihren Erbteil an der Sammlung abzog und mit diesem 1717 nach Florenz zurückkehrte. Das 18. Jahrhundert hindurch war die Gemäldegalerie eine vielgerühmte Sehenswürdigkeit, die Menschen von weit her anzog. 1776/1777 feierte der Schriftsteller Wilhelm Heinse seinen literarischen Durchbruch, nachdem er im Teutschen Merkur Über einige Gemälde der Düsseldorfer Galerie geschrieben hatte. An Johann Wilhelm Ludwig Gleim schrieb er:

1795, während des Ersten Koalitionskriegs, wurden die Kunstschätze wegen der herannahenden französischen Revolutionsarmee nach Mannheim, dann nach München gebracht. Dort wurde 1798 der Maler Ferdinand Kobell der Direktor der Gemäldesammlung. Nach dem Friedensschluss von Lunéville veranlassten die Stände des Herzogtums Berg die Rückführung der Gemäldegalerie. Nach dem Vertrag von Brünn, dem Frieden von Pressburg und dem Vertrag von Schönbrunn kam es 1805/1806 zu einem Ländertausch zwischen dem Königreich Preußen, Kurpfalz-Bayern und Frankreich, in dessen Folge Kurpfalz-Bayern die Souveränität über das Herzogtum Berg, das durch den Rheinbund wenige Monate später zum Großherzogtum Berg erhoben werden sollte, Napoléon Bonaparte überließ. Zuvor wies Kurpfalz-Bayern, das durch die Diplomatie Maximilian Josephs zum Königreich Bayern aufstieg, allerdings seine Behörden an, die Sammlung der Düsseldorfer Galerie nach Schloss Kirchheimbolanden zu bringen. Später wurde die Sammlung von dort erneut nach München gebracht, als sei sie ein Privatbesitz der bayerischen Krone. Dagegen stand man in Düsseldorf auf dem Rechtsstandpunkt, dass die Sammlung verfassungsgemäß als ein öffentlicher Besitz des Landes zu gelten hätte, also als Staatseigentum der Herzogtümer Jülich-Berg bzw. des Herzogtums Berg, in Rechtsnachfolge dann des Großherzogtums Berg und des Königreichs Preußens, und dass daher ein Rückgabeanspruch bestehe.J. F. Wilhelmi: Panorama von Düsseldorf und seinen Umgebungen. J. H. C. Schreiner’sche Buchhandlung, Düsseldorf 1828, S. 87 Romeo Maurenbrecher, ein Professor für Staatsrecht der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, begann 1834 mit der Ausarbeitung eines entsprechenden Gutachtens.Anton Viktor Hardung: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes (ein patriotischer Versuch als Actenbeitrag). J. P. Mischel, Düsseldorf 1868, S. 128 f. (Digitalisat) 1846 gründeten Düsseldorf Bürger im Bewusstsein, mit der Fortschaffung der Kunstsammlung der Düsseldorfer Galerie einen schweren Verlust erlitten zu haben, sich zum Verein zur Errichtung einer Gemäldegalerie zu Düsseldorf zusammen, um aus Mitgliedsbeiträgen dieses Vereins eine neue Sammlung zeitgenössischer deutscher Kunst aufzubauen, insbesondere der Malerei der zu Ruhm und Ansehen gelangten Düsseldorfer Schule.

mini|links|Akademie der schönen Künste zu Düsseldorf, 1801