Die Frankenhöhe ist ein bis hoher Bergrücken in Bayern und Baden-Württemberg in Süddeutschland.

Lage und Grenzen Die Frankenhöhe liegt im Westen der Region Franken beiderseits der Grenze von Bayern im Osten (Landkreise Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim und Ansbach) zu Baden-Württemberg im Westen (Schwäbisch Hall, Schnipsel im Ostalbkreis).

Der größere Teil liegt in Bayern, der deutlich kleinere baden-württembergische Anteil im Südwesten. Er umfasst den Südteil der sogenannten Crailsheimer Hardt, der sich in einem ostwärts sich ausbeulenden Bogen um die Stadt Crailsheim vom Traufanstieg der A 6 nordöstlich von Satteldorf im Norden bis zur Jagst bei Stimpfach im Süden legt, wo er in den Virngrund übergeht. Dazu kommt südöstlich davon das kleine Becken der oberen Zwergwörnitz bei Kreßberg.

Die Frankenhöhe, deren Hochfläche teilweise den Charakter eines Hügellands aufweist, liegt südlich des um einiges niedrigeren Steigerwalds, östlich der Hohenloher Ebene und nordöstlich der Ellwanger Berge und nicht ganz auf halber Strecke von Nürnberg nach Stuttgart östlich von Rothenburg.

Der Naturpark Frankenhöhe umfasst den Großteil der Frankenhöhe, jedoch nicht deren Süden; umgekehrt reicht er bei Rothenburg nach Westen und an der Sulzach nördlich Feuchtwangens weit über den Höhenzug hinaus.

Naturräumliche Gliederung Die Frankenhöhe stellt naturräumlich eine Haupteinheit (dreistellig) dar und gliedert sich wie folgt in Untereinheiten (Nachkommastellen); die nachgestellten Buchstaben nebst Namen in Anführungsstrichen bei den eigentlichen Höhenzügen entstammen nicht der naturräumlichen Gliederung und dienen der besseren Orientierung:

(zum Südwestdeutschen Stufenland) (zu 11 Fränkisches Keuper-Lias-Land) 114 Frankenhöhe (653,3 km²) 114.0 Südliche Frankenhöhe 114.00 Crailsheimer Hardt im weiteren Sinne, von Nord(ost) nach Süd(west): 114.00a „Schillingsfürst-Wettringer Hardt“ 114.00b „Schnelldorfer Hardt“ (südlich der Straße Wettringen–Arzbach) 114.00c „Kesselberg-Kreßberg-Rücken“ (südöstlich der Straße Schnelldorf–Ellrichshausen, nach Südosten gerichtet) 114.00d Crailsheimer Hardt im engeren Sinne (wie in Karten eingezeichnet; mit der Ruhe als vom Norden nach Südosten ziehendem Querrücken) 114.01 Zwergwörnitzbecken 114.02 Wörnitzbecken 114.03 Sulzachrandhöhen (westlich und nördlich der Sulzach) 114.03a Nordöstliche Sulzachrandhöhen (links der Sulzach und nordöstlich einer Störung zwischen Schillingsfürst und Kloster Sulz) 114.03b Westliche Sulzachrandhöhen (nord-süd-gerichtet) 114.1 Mittlere Frankenhöhe 114.10 Rothenburger Hardt im weiteren Sinne, von Nord nach Süd: 114.10a „Burgbernheimer Hardt“ (nördlich der Linie Nordenberg–Windelsbach) 114.10b Rothenburger Hardt im engeren Sinne 114.11 Erlbacher Becken (Austritt der Altmühl; Erlbach und Erlacher Bach, Oberlauf des Großen Aurachbachs)Auf Blatt Nürnberg umfasst 114.11 neben dem eigentlichen Becken südwestlich Leutershausens nach Südosten auch einen Altmühltalabschnitt im Fränkischen Becken (113), der landläufig nicht der Frankenhöhe zugerechnet wird. 114.12 Gastenfeld(en)er Beckenauf Blatt Rothenburg mit, auf Blatt Nürnberg ohne geklammerte Buchstaben (am Hagenbach, deutlich oberhalb der Mündung in die Altmühl) 114.13 Colmberger Becken (am obersten Oberlauf der Altmühl) 114.14 Bucher Höhe (beiderseits der Altmühl, unterhalb 114.13, aber oberhalb 114.11) 114.2 Nördliche Frankenhöhe 114.20 Hohenecker Höhen 114.21 Petersberg-Virnsberg-Höhen 114.22 Colmberghöhen 114.22a Nördliche Colmberghöhen (nördlich der Straße Oberhegenau–Gräfenbuch) 114.22b Mittlere Colmberghöhen 114.22c Südliche Colmberghöhen (südlich der Straße Colmberg–Zailach) 114.23 Oberes Zenntal 114.24 Oberes Rezattal 114.25 Lehrberger Tallandschaft (Fränkische Rezat zwischen 114.24 und Ansbach)

Die Kernhöhenzüge des Nordostteils (114.2) sind, von Nord nach Süd, die von etwa Neustadt an der Aisch bis zur Talung der Zenn reichenden Hohenecker Höhen (114.20), die Petersberg-Virnsberg-Höhen (114.21) zwischen Zenn und Fränkischer Rezat und die Colmberghöhen (114.22) an der Wasserscheide zwischen der Rezat oberhalb Ansbachs und der Altmühl oberhalb Leutershausens und somit an der Europäischen Hauptwasserscheide.

Die Wasserscheide verläuft von hier in Richtung Nordwesten, wo sie den äußersten Norden der Rothenburger Hardt im weiteren Sinne (114.10), Kernhöhenzug des Mittelteils (114.1) trifft. Dieser Höhenzug verläuft nebst Wasserscheide jedoch nur kurz nach Nordwesten und ändert dann seine Richtung in Südsüdost, wo er den namensgebenden Ort Rothenburg ob der Tauber östlich flankiert. Zwischen den Süden der Colmberghöhen und die Rothenburger Hardt schiebt sich, beiderseits der Altmühl, die Bucher Höhe (114.14), die zu den Colmberghöhen hin allmählich abflacht, jedoch im Westen unmittelbar östlich der Rothenburger Hardt an einer steilen Flanke abbricht. Geologisch ist die Grenze zu den Colmberghöhen eine hercynisch, das heißt nach Südosten verlaufende Störung.

Bei Schillingsfürst wird die Rothenburger Hardt an der Hauptwasserscheide von der Crailsheimer Hardt im weiteren Sinne (114.00) abgelöst. Diese ist gegenüber der Rothenburger etwas nach Südosten versetzt und hat im Nordteil in etwa die Struktur eines Kammes, der immer wieder seine Richtung rechtwinkelig von Südwest nach Südost ändert. Einige Nebenkämme zweigen vom der Wasserscheide folgenden Hauptkamm aus nach Südosten ab; deren längstem folgt die Landesgrenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg („Kesselberg-Kreßberg-Rücken“). Im südlicheren Teil (Crailsheimer Hardt im engeren Sinne) wird schließlich die Stadt Crailsheim östlich und südöstlich einrahmt, bis der Rücken schließlich zur Jagst hin abflacht. Östlich fast parallel zur Crailsheimer Hardt, jedoch recht regelmäßig nach Süden gerichtet, verlaufen zwischen der Wörnitz im Westen und der Sulzach im Osten die Sulzachrandhöhen (114.03), die bis südwestlich Feuchtwangens reichen.

Geologie Geologisch gesehen gehört die Frankenhöhe zum Keuperbergland, welches sich sowohl durch das Fränkische Keuper-Lias-Land als auch durch das südwestlich angrenzende Schwäbische Keuper-Lias-Land zieht und von den Liasländern umsäumt wird. Seine nördliche Fortsetzung stellt der bis 499 m hohe Steigerwald dar, der sich jenseits des Mains in den Haßbergen (bis 512 m) fortsetzt. Seine südliche Fortsetzung, die Schwäbisch-Fränkischen Waldberge, ziehen sich von der Nahtstelle ausgehend in der Hauptsache nach Westen und erreichen mit bis zu 586 Metern noch etwas mehr an absoluter Höhe.

An der Westseite weist die Frankenhöhe einen markanten Steilabfall (auch Trauf genannt) auf und läuft nach Osten hin flach aus. Die dominierende Gesteinsart ist (Keuper-)Sandstein, die Böden sind vergleichsweise sandig. Ehemalige Steinbrüche wie der in Obergailnau bei Wettringen zeugen von der früheren Bedeutung dieses Gesteins für den Hausbau in der Region.

Flora Im Westen ist die Frankenhöhe von Mischwäldern mit Eichen, Buchen und Tannen geprägt. Gegen Osten hin nehmen reine Fichten- und Kiefernbestände zu. Daneben finden sich auch noch urtümliche Bewirtschaftungsformen wie z. B. die einst mit Vieh beweideten Hutewälder, Streuobstwiesen und Wacholderheiden. Letztere weisen den aufgrund seiner Artenvielfalt bedeutsamen Magerrasen auf, wie etwa im Naturschutzgebiet Wacholderberg-Geigerswasen östlich von Crailsheim. Am Trauf der nördlichen Frankenhöhe wird Weinbau betrieben.

Berge Folgende Gipfel und Berge gehören zur Haupteinheit Frankenhöhe (Nummern auf 114) oder stehen in Bezug zu ihr (Höhen über NHN):