mini|Wappen derer von Steinkeller, pommersche Linie Steinkeller, auch Steynkeller, Stenkelre oder Stenkeller, ist der Name eines alten mecklenburgisch-pommerschen Adelsgeschlechts.

Geschichte Das Geschlecht erscheint urkundlich erstmals am 11. November 1355 mit Wolder von Steinkeller und seinen Söhnen Konrad und Alard und Wolder.Mecklenburgisches Urkundenbuch (MUB) XIII. Band (1351–1355), in Commission der Stiller’schen Hofbuchhandlung, Schwerin 1884, S. 684 f. 1355. Novr. 11. Nr. 8145. Die Familie war in Vor- und Hinterpommern und im schwedischen Pommern, dem späteren Regierungsbezirk Stralsund, sowie in der Mark Brandenburg ansässig. In der Mark waren sie u. a. in Bahrensdorf, Krügersdorf (Kriegersdorf) und Görsdorf b. Storkow begütert. Wolter vom Steinkeller war Einwohner von Parchim im Jahre 1384.Verein für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde: Meklenburgisches Urkundenbuch. Band 17, i. K. K. F. Koehler Leipzig, Schwerin 1897, S. 303. Er hatte Besitz in Stralendorf, welchen er an seine Söhne Alhard und Konrad vererbte.

Die Familie von Langenn-Steinkeller, welche vor allem in der Neumark begütert war, ging aus ihnen hervor.

Pommern mini|hochkant=0.7|Wappen der pommerschen Linie

Wappen Auf einem blauen Schild im Schildesfuß ein rotes Herz, in welchem drei Degen, der eine senkrecht, der andere schräg rechts und der dritte schräg links, mit den Spitzen stecken. Auf dem gekrönten Helm drei doppelte blaue Lilien, so gestellt, wie die Schwerter im Schild. Die Helmdecken sind blau und rot.

Bei Johann Siebmacher ist das pommersche Wappen 1701 ebenso, nur die Lilien blau, silbern und blau, die Helmdecken blau und silbern.

Geschichte Erwähnung des Hans Stenkelre, 1465 zu Pantelitz (Pantlitz), Kreis Franzburg.Heinrich Karl Wilhelm Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen, 3. Teil, Band 1, M.Riethe & Co. Berlin, W. Dietze, Anklam 1867, S. 453. Hans von Steinkeller, seit 1479Die Kirche Pantlitz. Herr auf Pantelitz, befand sich unter den 300 Rittern, welche den Herzog Bogislaw X. von Pommern von 1496 bis zu ihrer Rückkehr 1498Hans Georg Thümmel (Hrsg.): Geschichte der Medizinischen Fakultät von 1456 bis 1713 von Christoph Helwig d. J. und das Dekanatsbuch der Medizinischen Fakultät von 1714 bis 1823, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-515-07908-4, S. 47 f. (= Beiträge zur Geschichte der Universität Greifswald). auf dem Zug in das Heilige Land begleiteten. Thomas Steinkeller, Erbgesessener zu Pantelitz im Jahre 1523. Das Patronat endete 1660 in Pantelitz. In der Mitte des 17. Jahrhunderts teilte sich durch die Brüder Ernst und Philipp von Steinkeller die Familie in zwei Linien. Ernst von Steinkeller, welcher die Güter Krügersdorf in der damaligen Herrschaft Beeskow, Görsdorf b. Storkow in der damaligen Herrschaft Storkow, und Birkholz im damaligen neumärkischen Landkreis Friedeberg Nm. (heute Brzoza, Ortsteil von Strzelce Krajeńskie, Powiat Strzelecko-Drezdenecki, Polen) kaufte und den dort bis dahin belehnten Familienzweigen erblich stiftete (krügersdorf-birkholzsche Linie), und Philipp von Steinkeller auf Wiepkenhagen, Begründer der rötzenhagenschen Linie.Ernst Heinrich Kneschke: Die Wappen der deutschen Freiherrlichen und Adeligen Familien. Band 2. T. O. Weigel, Leipzig 1855, S. 417 ff.

Rötzenhagensche Linie I.) Philipp von Steinkeller auf Wiepkenhagen, fürstlich pommerscher Stallmeister, wurde 1623 mit Rötzenhagen belehnt. Das Rittergut gehörte ursprünglich zu den Lehnsgütern derer von Natzmer, wurde nun jedoch herausgenommen. Philipp ehelichte Ursula von Kleist am 7. Februar 1625.Rep 2 Privata (Akten des Hofgerichts Köslin) Nr. 906. Am 11. Januar 1635 erhielt er für die Mühle in Sommin (Sominy), Landkreis Bütow, das Privileg.Max Bruhn: Pommersche Mühlenmeister, Mühlenbesitzer und ihre Gehilfen. (PDF; 1,0 MB) Familiengeschichtliche Mitteilungen der Pommerschen Vereinigung für Stamm- und Wappenkunde.

Leider sind die Urkunden und Berichte zu diesem Familienzweig spärlich, da die Sammlung, begonnen von der Familie Lettow auf Broitz und an den Neffen Friedrich Lebrecht von Steinkeller übergeben, zerstört wurde. Die Erben hatten die Bibliothek nach Gewicht verkauft und somit eine wertvolle Sammlung zur pommerschen und eigenen Geschichte aus der Hand gegeben,Heinrich Ludwig Theodor Giesebrecht, J. C. L. Haken: Neue Pommersche Provinzialblätter, Band 1, Erstes Heft, Friedrich Heinrich Morin, Stettin 1827, S. 49.

Namensträger Hans von Steinkeller, Hauptmann auf dem Schloss Ratzeburg, im Inventar wurden 1595 zwei Harnische vermerkt, welche er seinem Nachfolger Paul von Langenn hinterlassen hatte.Hans-Georg Kaack: Ratzeburg – Geschichte einer Inselstadt. Wachholtz, Neumünster/Kiel 1987, S. 82 ff. ISBN 3-529-02683-2. Sylvia Sophia von Steinkeller († 1778), Ehefrau des Joachim von Glasenapp († 18. Mai 1765) Gutsbesitzer von Steinkeller in Carwitz im Kreis Schlawe: George Franz Friederich von Steinkeller, verehelicht mit Sophia Friederica Justina von Drosedow aus dem Hause Coesterwitz bei Köslin (* 1788). Gemeinsamer Sohn ist Leutnant Bogislav Wendelin Hans Emil Lorenz von Steinkeller (* 24. Oktober 1819 in Carwitz), gefallen vor Belfort 1871 während der Schlacht an der Lisaine, (Todesanzeige 13. Februar 1871)Freiherr Friedrich von der Goltz: Nachrichten über die Familie der Grafen und Freiherrn von der Goltz. Verlag R. Schultz und Comp., Strassburg 1885. Leutnant Otto Bogislaw Ernst von Steinkeller, Nachkomme der Pantelitzer, erwarb 1858 das Rittergut Tessin nahe KolbergHeinrich Karl Wilhelm Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen, 3. Teil, Band 1, W. Dietze Anklam, M.Riethe & Co. Berlin 1867, S. 452/453. Bogislav Franz Ewald von Steinkeller, verehelicht mit Friederica Hedewig Carola von der Osten. Gemeinsamer Sohn ist Friederich Heinrich Adolph von Steinkeller (* 8. November 1805 in Carwitz) Elsbeth-Marie Baronin von Steinkeller (* 16. Februar 1869 in Stadthof zu Friedeberg; † 14. Februar 1945), Schriftstellerin, schrieb in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unter dem Pseudonym Else von Steinkeller Kinder- und Jugendgeschichten.Elsbeth-Marie Baronin Steinkeller auf literaturport.de Sie stand ebenfalls im Briefwechsel mit Gustava von Veith. Hedwig Minna Mathilde von Steinkeller, verehelicht am 20. Dezember 1882 in Brandenburg (Havel) mit Gustav Bernhard Philipp Carl von der Lancken, Regiment 7, Invaliden Kompanie Generalmajor Friedrich-Carl von Steinkeller (* 28. März 1896 in Deutsch Krone; † 19. Oktober 1981). Unter Generalfeldmarschall Erwin RommelSamuel W. Mitcham Jr.: Rommel’s lieutenants, the men who served the Desert Fox, France, 1940. Praeger Security International in Westport CT / London 2007, S. 107 ff. ISBN 0-275-99185-7. war er 1940 Kommandeur des Krad-Schützen-Bataillons 7 der 7. Panzer-Division. Im Jahre 1942 wurde ihm das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. Zum Oberstleutnant befördert wurde er Kommandeur des Krad-Schützen-Bataillons 1 der 7. Panzer-Division, ab 1943 Kommandeur des Panzergrenadier-Regiments 7 der 10. Panzer-Division. Im selben Jahr wurde ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Von April 1944 an Kommandeur der Division Feldherrnhalle, zwei Monate später Beförderung zum Generalmajor. Am 8. Juli 1944 kam er in sowjetische Gefangenschaft, aus welcher er erst elf Jahre später, am 9. Oktober 1955 nach Hannover zurückkehrte. Er gehörte als Unterzeichner zum Aufruf der 17 Generäle und zum Aufruf An Volk und Wehrmacht von 50 deutschen Generälen.Bodo Scheurig: Freies Deutschland – das Nationalkomitee und der Bund Deutscher Offiziere in der Sowjetunion 1943–45. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1984, (S. 254, S. 261. (PDF); PDF; 53 kB) ISBN 3-462-01620-2.

Märkische Linie Wappen Im blauen Schilde über drei grünen Hügeln drei mit den Spitzen nach dem mittleren gerichtete, silberne Schwerter mit goldenen Griffen. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem ein vorwärts sehender, mit Laub umgürteter, wilder Mann aufwächst, welcher in jeder Hand eine blaue Lilie nach außen hält. Die Helmdecken sind blau und silbern.

Bistum Lebus Im Jahre 1354 fiel Falkenberg an das Bistum Lebus, vermutlich bereits zu diesem Zeitpunkt war Hans Steynkeller dort belehnt. Kunde enthalten die Urkunden von ihm auch 1364. Im Jahre 1437 werden die (von) Steinkellers zu Zeschdorf wegen eines Streites um die Fischerei auf dem See bei Hohenjesar erwähnt. Am 10. April 1453 finden sich in einer Verkaufsurkunde neben Andreas von Ihlow auch die Brüder Hans und Balthasar (von) Steinkeller zu Alt Zeschdorf.Friedrich Beck, Brandenburgisches Landeshauptarchiv: Urkundeninventar des Brandenburgischen Landeshauptarchivs – Kurmark: Städtische Institutionen und adlige Herrschaften und Güter. Band 2, BWV Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2002, Nr. 6248, S. 173. ISBN 3-8305-0292-3.

In der Urkunde von 1488 wird der Besitzer Falkenbergs ebenfalls genannt: Georg von Steinkeller, der letzte wurde 1496 erwähnt, Joachim von Steinkeller. Später ging das Gut in den Besitz derer von Ihlow über.Leopold von Ledebur: Allgemeines Archiv für die Geschichtskunde des preußischen Staates. Achtzehnter Band, E. S. Mittler & Sohn, Berlin, Posen, Bromberg 1835, S. 211. Hans von Steinkeller († 1532), seit 1473 in Wulkow ansässig, im Jahre 1493 mit dem Vorwerk Wulkow nebst 2 Schock Geldes belehnt, wie zuvor sein VaterSiegmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichte des ehemaligen Bisthums Lebus und des Landes dieses Nahmens. Dritter Theil, Berlin 1832, S. 367. und „zu Conersdorff besessen“ (1493), wurde von Joachim I. (Brandenburg), Kurfürst von Brandenburg, im Jahre 1509 mit Kunersdorf und Wulkow belehnt.Leopold von Ledebur: Allgemeines Archiv für die Geschichtskunde des preußischen Staates. Achtzehnter Band, E.S. Mittler, Berlin, Posen, Bromberg 1835, S. 214. Seine Söhne Hans und Balzer († 1554) wurden 1538 mit ihren gesamten Lehngütern Vasallen der Lebuser Bischöfe und erhielten im Jahre 1571 zum letzten Mal den Lehnsbrief über selbige. Wilhelm von Steinkeller kaufte vom Markgrafen Johann Lehen zu Sachsendorf, da dieser am 13. Januar 1571 starb, Wilhelm jedoch in einem Lehensbrief 1571 erwähnt wurde, muss dies kurz vor dessen Tod geschehen sein. Hans von Steinkeller begleitete den Sarg bei der Beisetzung.Verein für Geschichte der Mark Brandenburg: Märkische Forschungen. 13. und 14. Band, Ernst & Korn, Berlin 1876, S. 431, 432, 474. Balzers Sohn Ernst von Steinkeller († 1570/1571) war mit Agatha Streumen (von Strumen) verheiratet, die Ehe blieb ohne männlichen Erben, so dass die Güter den Söhnen seines Vetters Hans zu Sachsendorf zufielen. Am 15. September 1577 verkauften die Brüder Hans, Jürgen und Kurt von Steinkeller, Kunersdorf und das Vorwerk Wulkow mit zwei Schock Einkünften, dem Kreuzmühlen-Teich, und dem Mühlenteich auf dem Booßener Felde, nebst Wasser, worauf die Mühle lief, dem Hans von Burgsdorf zu Podelzig (1515–1601). Abschnitt 1354–1945 Dieser wurde 1579 mit den Gütern belehnt und bekam 1589 noch die Anteile derer von Steinkeller an Sachsendorf.Verein für Geschichte der Mark Brandenburg: Märkische Forschungen. VIII. Band, Ernst & Korn, Berlin 1876, S. 89 Diese besaßen seit 1525 das halbe Dorf, welches von den Brüdern Albrecht, Jacob und Martin Grosse zu Lichtenberg und Rosengarten an sie verkauft wurde.Sigmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichte des ehemaligen Bisthums Lebus und des Landes dieses Nahmens. Zu finden bey dem Verfasser, Zweyter Theil, Berlin 1829, S. 512 Auf Wüsten-Wulkow, später so genannt nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges, war er bis 1598 ansässig.Siegmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichte des ehemaligen Bisthums Lebus und des Landes dieses Nahmens. Dritter Theil, Berlin 1832, S. 367.