mini|hochkant|Entenschnabel, Erinnerungsstele in Glienicke/Nordbahn, 2011
Der Entenschnabel ist ein Geländeareal der brandenburgischen Gemeinde Glienicke/Nordbahn,Willkommen auf der Internetseite der Gemeinde Glienicke/Nordbahn! das westlich der Oranienburger Chaussee rund 570 Meter nach Berlin hineinragt. In der Bauplanung der Gemeinde Glienicke ist das Gebiet offiziell als „Sandkrug“ bezeichnet.
Lage und Form Zwischen 1952 und 1989 besaß der Grenzverlauf zwischen dem Berliner Bezirk Reinickendorf und Brandenburg (damals: DDR-Bezirk Potsdam) einen komplizierten Verlauf der Stadt- und Landesgrenze zwischen der DDR und dem damals West-Berliner Bezirk Reinickendorf. Ab 1961 wurde mit dem Mauerbau die Situation bizarr.Karte von Berlin 1:5000 (K5 – Farbausgabe): Am Sandkrug zwischen Hermsdorf und Frohnau Der Name „Entenschnabel“ für diesen Gebietszipfel nach der Form der Grenzlinie auf einer geografischen Karte wie ein Entenkopf mit Schnabel entstammt (wohl vorrangig) dieser Zeit. Dieses Gebiet der Gemeinde Glienicke/Nordbahn wurde in den 1930er Jahren geplant und erhielt den Namen Sandkrug.
Zur Gemeinde Glienicke/NordbahnKarte zur Gemeinde Glienicke/Nordbahn im Landkreis Oberhavel des Landes Brandenburg gehört die Straße Am Sandkrug. Die zu ihr adressierten Grundstücke reichen jeweils an die Berliner Stadtgrenze: 1–23 nach Norden bis Frohnau und 27–42 nach Süden an Hermsdorf. Zudem gehören die Grundstücke 43–46 (ab Falkenweg an der Südseite: Am Sandkrug) und 41, 43 (als Oranienburger Chaussee), sowie jene am Falkenweg dazu.Auf dem amtlichen Kartenwerk Stadtplan von Berlin im Maßstab 1:4000, Karte 4446 1938, sind folgende Grundstücke am Entenschnabel bereits bebaut: Oranienburger Chaussee (Westseite) 41, 43, Am Steinberg 2/3, 4/5, 10, 11, 15, 27, 29a, 33, 37, (39), 40, Falkenweg 2, 3, 11, (12). Dabei ist als befestigte (Zugangs)Straße nur vom Silvesterweg nach rechts in Am Steinkrug markiert; entsprechend sind nur die Grundstücke 10, 11; 39, 40 nummeriert. Ein weiterer Hausbau ist auf der Karte 1951 gegenüber 1944 zu erkennen (Am Steinkrug 17–23). Das Doppelhaus 4/5 ist dagegen entfallen. Die Breite dieser Geländeeinziehung liegt auf halber Länge bei 120 Metern. Das Ende des „Glienicker Sporns“ bilden Am Sandkrug 24 und 25 mit gesamt 50 Meter Breite. Die Oranienburger Chaussee setzt die Hermsdorfer Berliner Straße fort. Die ProvinzialstraßeDie Niederstraße wurde 1896 an die Chaussee (B 96) angebaut, die Leipziger Straße folgte 1911. führte am Fuß einer eiszeitlichen BinnendüneSolche bewachsenen Dünen finden sich an mehreren Orten im Berliner Urstromtal, das als Folge der abtauenden Eismassen der Weichselvereisung entstanden ist. Der flache, sandige Talboden stellte das Material, aus denen der Wind am Ende der letzten Eiszeit Sandünenberge aufgeweht hat. durch den Forst, der nördlich vom Flachgelände des Entenschnabels und von Hermsdorf zum Ostrand des Frohnauer Siedlungsgebiets wurde.vergleiche auch den Anstieg am Fürstendamm. Eine Unterbrechung der beiden Höhenzüge nutzt der Fürstendamm zwischen der Höhe am Entenschnabel und der folgenden Zerndorfer Höhe.Geländehöhen am Verlauf der Oranienburger Chaussee zu beiden Seiten des Fürstendamms.
Die Stichstraße Am Sandkrug der brandenburgischen Gemeinde im Landkreis Oberhavel erschließt den schmalen, nach Westen in das Berliner Gebiet hineinragenden und in der Breite abnehmenden Streifen. Er wird durch die zum Berliner Ortsteil Frohnau gehörenden Straßen Am Rosenanger und Am Pfingstberg sowie Burgfrauenstraße in Hermsdorf umgeben.
Nach der Teilung Berlins in die alliierten Sektoren kam das umliegende Gebiet zu West-Berlin (Frohnau im Norden bis zur Westspitze des Entenschnabels, Hermsdorf im Süden), und die Grundstücke zu beiden Seiten der Straße Am Sandkrug wurden durch den Mauerbau auf drei Seiten endgültig vom Berliner Areal abgetrennt.Einen Eindruck von der Lage der Mauer am Nordrand des Entenschnabel vermitteln die Bilder auf der Webseite Station 03 – Entenschnabel auf chronik-der-mauer.de Bemerkenswert war die Lage im Verhältnis zur Frohnauer Straße – Am Rosenanger. Da diese Wohnhäuser höher lagen,Geländehöhen zwischen Am Rosenanger und Burgfrauenstraße konnten zu Zeiten der Teilung deren Bewohner über die Mauer hinweg auf die zur DDR gehörenden Grundstücke in der Straße Am Sandkrug herabblicken. Der Anstieg nach Norden zwischen Am Sandkrug / Silvesterweg () zu Am Rosenanger / Straße 114a () und danach auf die Höhe der Binnendüne ( – hinter Haus 75b) beträgt 25 m.Geländehöhen (Umweltatlas): Am Sandkrug * Am Rosenanger
Straßen mini|Der Sandkrug, 1740Die Pferdewechselstation „Sandkrug“ in Glienicke auf einer Radierung aus dem Jahre 1740. Im Hintergrund die erste Dorfkirche.
Der Name ‚Am Sandkrug‘ geht auf die an der Chaussee zwischen Berlin und Oranienburg (Provinzialstraße) liegenden Pferdewechselstation Sandkrug in Glienicke zurück.
Die Straßen von Glienicke/Nordbahn im Geländestreifen sind Am Sandkrug: an der Oranienburger Chaussee beginnend verläuft diese Straße mit einem Knick längs durch das Areal. Am Westende stehen an einer rechteckigen Erweiterung der Stichstraße zwei neuerbaute Siedlungshäuser. Zu Mauerzeiten war Grundstück 24, 25 noch unbebaut und es war Platz für Mauerbauten.Blick von Am Pfingstberg (34) auf die Mauer und den Entenschnabel, Haus 24 und 25 fehlen Die Zählung der Straße beginnt an der Nordseite Ecke Oranienburger Chaussee mit der Nummer 2. Die fortlaufende Hufeisennummerierung wechselt am westlichen Ende von Am Sandkrug 24 zu 25 und führt an der Südseite bis 46 Oranienburger Chaussee: An der westlichen Straßenseite trägt das um 1937 errichtete Wohnhaus auf dem Eckgrundstück (Am Sandkrug 1) die Hausnummer 43 (wohl Oranienburger Chaussee 43). An der Südecke stand auf dem Eckgrundstücke bereits vor 1935 das Wohnhaus 41 und nach Google-Earth stand dieses Wohnhaus noch im Jahr 2015, jedoch nicht mehr im Juni 2016. Diese Nummerierung kollidiert allerdings mit der auf den Karten verzeichneten Zählung (Oranienburger Chaussee) 9, das zu Glienicke/Nordbahn gehört. Die (brandenburgischen) Grundstücke der Ostseite in Glienicke/Nordbahn sind beginnend ab Orts- und Landesgrenze von Berlin-Hermsdorf mit 1 in fortlaufender Zählung bis 36 an der Landesgrenze nach Berlin-Frohnau nummeriert.Die fortlaufende Zählung aus Frohnau endet von Norden an der Ostseite der Straße an der Landesgrenze (Nordostecke der Leipziger Straße) mit 68a, auf der Westseite beginnt die Frohnauer Bebauung mit Hausnummer 10 nordwärts. Falkenweg: Die Stichstraße von 100 Metern, beginnt am versetzten Knick Am Sandkrug nach Süden, und biegt nach 30 Meter Richtung Osten (als Straße nicht durchführend) zur Oranienburger Chaussee ab – zu der 40 Meter Fußweg führen. Hasensprung: Nord-Süd-Verbindung im Glienicker Zipfel über Am Sandkrug hinweg. Durch den Bau der Mauer war diese Verbindung bedeutungslos. Seit dem Fall der Mauer ist wieder ein Kreuzen zwischen Hermsdorf und Frohnau durch den Entenschnabel möglich. Die anfängliche (Plan-)Bezeichnung war Hasensprung. Diese Angabe stand für den gesamten Straßenzug zwischen Fürstendamm im höhergelegenen Frohnau zum tieferliegenden Glienicke/Nordbahn nach Hermsdorf. In Frohnau heißt dieser nördlich von Am Rosenanger Langohrzeile (seit 9. Januar 1961) und nach Süden liegt Straße 114a mit 40 Metern zur Landesgrenze. Innerhalb Glienicke/Nordbahn führt eine Treppe (nach Karte als „Hasensprung“ bezeichnet, aber ohne Straßenschild) zu Am Sandkrug hinunter. Der einstige Mauerlauf ist als zwölf Meter langer flacher Abschnitt erkennbar. Silvesterweg: 60 Meter von Am Sandkrug heißt der brandenburgische (Quer-)Abschnitt Silvesterweg. Unter gleichem Namen setzt sich die Straße nach Hermsdorf über die Burgfrauenstraße als Silvesterweg durch Hermsdorf fort. Der Übergang ist ein Fußweg, wobei die Landesgrenze entsprechend der bis 1989 dauernden Sperrung mit zwei Mauerteilen markiert ist. Grundstück 9: Dieses Grundstück liegt wie der „Entenschnabel“ westlich der Chaussee und gehört zur Gemeinde Glienicke. Bereits auf dem Silva-Plan von 1920Silva-Übersichtsplan von der Stadt Berlin und ihren 20 Verwaltungsbezirken aufgrund des Gesetzes vom 27. April 1920 ist dieses Flurstück außerhalb von Berlin eingetragen. Auf den Karten von Histomapberlin.de ist (seit 1936) ein Wohngebäude als Nummer 9 aufgenommen.Vergleiche dazu auch das Luftbild von 1953 auf Google-Earth: zwischen Fürstendamm / Hauptstraße und Am Sandkrug (52°37'47" N, 13°18'32" O) ist (vor dem Mauerbau) ein Waldstück zu erkennen. Allerdings sind die Berliner Karten nach 1961 möglicherweise nicht authentisch. Stand das vormalige Wohngebäude im südlichen Bereich (wohl) noch zu Mauerzeiten, wäre eine Nutzung durch die Grenztruppen anzunehmen.Begrenzt wird das Grundstück von: Nordwestecke: Nordostecke: Südwestecke: Südostecke: befindet sich ein durch eine Reihe von Betonpfählen eingegrenztes 2070 m² großes Grundstück 50 vom Fürstendamm () für 65 Meter entlang der Chaussee liegt. Es ist noch immer durch Betonpfähle markiert – wie sie auch für die Gitterzäune der Grenzanlagen verwendet wurden. Die Fläche liegt im ebenen Bereich vor dem Dünenanstieg. Wobei der Grenzpunkt die Chaussee berührt. Das Grundstück ist unbebaut und von jungen Bäumen bewachsen, jedoch ist auf den Karten unter histomapberlin ein Gebäude () eingezeichnet.Geländehöhen: Glienicke/Nordbahn, Oranienburger Chaussee 9 Am dessen Nordrand befand sich eine direkte Abbiegung des Fürstendamms (Frohnau) zur Hauptstraße in Glienicke (zeitweise: Leninstraße). Diese Führung wurde (mit der definierten Grenzführung) seit Mitte der 1950er Jahre belanglos und spätestens 2000 wurde dieser Abzweig stillgelegt. Der Fürstendamm kreuzt an der Glienicker Spitze über die Chaussee direkt zur Schönfließer Straße. Das anliegende Grundstück ist mit Oranienburger Chaussee 9 für Glienicke/Nordbahn adressiert.Dem Viereck von Grundstück 9 liegt an der Südecke der Hauptstraße Nummer 8 als Eckgrundstück Hauptstraße 1/2 gegenüber. Schräg dazu liegt zwischen Haupt- und Schönfließer Straße das bebaute Grundstück 10/11, „Green House“. Ein Wohngebäude (Oranienburger Chaussee 9) ist auf der Karte von 1936 bereits aufgenommen.
Geschichte
Aas-Kute Ein waldfreier Geländestreifen westlich von Glienicke ist bereits 1811 und auf dem Schmettauschen Kartenwerk (Urmesstischblatt 3345, Hennigsdorf)Topografische Aufnahme der Bundesländer Brandenburg und Berlin ab dem Jahr 1825. Die Herstellung der Preußischen Urmesstischblätter begann 1822 für das gesamte Staatsgebiet Preußens. aufgenommen. Auf einer historischen KarteHistorische Karten der Gemarkung Glienicke: Historische Karte 03 (PDF). Das genaue Datum der Karten ist nicht vermerkt. Die Niederstraße wurde 1896 an die Provinzialstraße (heutige B 96) angebaut, die Leipziger Straße im Jahr 1911. Der Name ‚Aaskute‘ geht vermutlich darauf zurück, dass dort Tierkadaver den Raben überlassen wurden. Dabei mag die Nähe zum Ausspann des Sandkrugs (mit gelegentlichen Pferdeleichen) eine Rolle gespielt haben. Das Gebiet wurde in den 1930er Jahren geplant und erhielt bereits den Namen Sandkrug. ist nördlich der Gemarkung Hermsdorf und westlich der Chaussee das Flurstück „Aaskute“die Kute. Duden.de; „norddeutsch, besonders berlinisch = Vertiefung; Grube“.Hans Brendicke, Paul Adam: Berliner Wortschatz zu den Zeiten Kaiser Wilhelms I. Verlag des Vereins für die Geschichte Berlins, Berlin 1897; . „Aaskute, die, die Schindergrube“. forst- und siedlungsfrei verzeichnet.Diese Gewanne lag gegenüber von Nieder- und Bismarckstraße (= Koebisstraße), westlich der Chaussee zwischen Gemarkung Hermsdorf und dem Flurstück 3/96 (2050 m²), das mit zwei Gebäuden eingezeichnet ist. Letzteres lag unterhalb der Binnendüne. In der Aaskute, dem „Schindacker“, wurde das (nach Seuchen und Krankheiten) „umgefallene“ Vieh vom Abdecker abgehäutet und vergraben. Dementsprechend breitete sich Aasgeruch aus und es wurden Plätze fernab der Orte gewählt.