mini|Petersen-Quartett, 2008. Von links: Ula Ulijona, Henry-David Varema, Conrad Muck, Ulrike Petersen Das Petersen Quartett, benannt nach seiner Gründerin Ulrike Petersen, ist ein deutsches Streichquartett. Es wurde 1979 an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Ost-Berlin gegründet und zählt zu den international bekannten deutschen Kammermusikensembles der späten DDR- und Nachwendezeit. Nach einer mehrjährigen Unterbrechung (seit 2009) ist das Ensemble seit Mitte der 2020er Jahre wieder aktiv.

Geschichte Das Ensemble wurde 1979 in Berlin an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ im damaligen Ost-Berlin gegründet. Mentoren waren u. a. das Amadeus-Quartett, Sándor Végh Rudolf Koeckert und Thomas Brandis.

1992 verließ Ulrike Petersen das Quartett. Seitdem führte Conrad Muck als Primarius das Ensemble, ab 2008 alternierend mit Ulrike Petersen, die bis 2009 wieder in das Quartett zurückkehrte.

Künstlerisches Wirken Das Repertoire des Ensembles umfasste Werke der Wiener Klassik und der Romantik ebenso wie Kompositionen des 20. Jahrhunderts bis hin zur Neuen Musik. Das Quartett trat in zahlreichen europäischen und internationalen Konzerthäusern sowie bei Festivals auf.

Das Petersen Quartett hat zahlreiche, mehrfach preisgekrönte CD-Aufnahmen von den Komponisten Aribert Reimann, Siegfried Matthus, Boris Blacher, Erwin Schulhoff und Ernst Krenek veröffentlicht, die unter anderem mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik, dem Echo-Preis und dem Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet wurden.

Internationale Beachtung fand das Ensemble insbesondere durch Einspielungen von Beethovens späten Streichquartetten. Für die Interpretation der Streichquartette op. 18,1 & op. 131 wurde es 1995 mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Grand Prix Académie Chartes Cros, dem Editor’s Choice des Gramophone und dem Preis Choc – Le Monde de la musique.

Das Quartett pflegte eine u. a. Zusammenarbeit mit Künstlern und Künstlerinnen wie Stephen Kovacevich, Christine Schäfer, Juliane Banse, Christiane Oelze, Shlomo Mintz und Renaud Capuçon, Boris Pergamenschikow und David Geringas.Wolfgang Fuhrmann: Man müsste Quartett spielen können. Rezension. In: Berliner Zeitung, 1. März 2003, abgerufen am 25. Oktober 2011Seltenes Heimspiel für das Berliner Petersen Quartett. Berliner Morgenpost, 30. Mai 2008, abgerufen am 25. Oktober 2011

In der aktuellen Besetzung widmen sich die Musiker der Vollendung der Beethoven-Gesamteinspielung beim Label Capriccio, die einst das internationale Profil des Quartetts prägte und im Herbst 2026 erscheinen wird. Damit spannt die Gesamtedition einen programmatischen Bogen zum 200. Todestag Beethovens im Jahr 2027.Veröffentlichung in Vorbereitung

Mitglieder (ab 1979) Violine I: Ulrike Petersen (1979–1992, 2008–2009), Conrad Muck (1992–2009 & ab 2026) Violine II: Gernot Süßmuth (1979–2000), Daniel Bell (2000–2008 & ab 2026), Conrad Muck (2008–2009) Viola: Friedemann Weigle (1979–2008, † 2015), Ula Ulijona (2008–2009), Sara Kim (ab 2026) Violoncello: Hans-Jakob Eschenburg (1979–2000), Pavel Jonas Krejci (2000–2003), Henry-David Varema (2003–2009 & ab 2026).

Auszeichnungen 2008: Preis der Deutschen Schallplattenkritik für die CD mit den Streichquartetten Nr. 3 und Nr. 5 von Ernst Krenek in der Besetzung Muck, Bell, Weigle, Varema. 2007: Echo-Preis „Klassik“ und Preis der Deutschen Schallplattenkritik für „...oder soll es Tod bedeuten?“ mit Christine Schäfer: Lieder, Fragmente, Streichquartette und Intermezzi von Aribert Reimann, Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann 2003: Preis der Deutschen Schallplattenkritik für die CD mit den Streichquartetten Nr. 1 und Nr. 7 von Ernst Krenek 2002: Echo-Preis für eine Aufnahme mit Juliane Banse und Wolfram Rieger mit Werken von Guillaume Lekeu und Ernest Chausson 1999: Echo-Preis in der Kategorie „Beste Kammermusikeinspielung 20. Jahrhundert“ (für Streichquartette Der Tod und das Mädchen (Franz Schubert) und Das Mädchen und der Tod (Siegfried Matthus)) 1995: Grand Prix Académie Chartes Cros, Editor’s Choice des Gramophone und der Preis Choc 1995 von Le Monde de la Musique für Beethovens Streichquartette op. 18,1 & op. 131 1995: Deutscher Schallplattenpreis für Einspielungen des Komponisten Erwin Schulhoff 1993: Deutscher Schallplattenpreis für Einspielungen des Komponisten Erwin Schulhoff 1987: 2. Preisträger beim ARD Wettbewerb München 1986: 1. Preisträger beim Internationalen Kammermusikwettbewerb in Florenz 1985: 2. Preisträger Streichquartettwettbewerb Evian/Frankreich 1984: 3. Preisträger beim Prager Frühling

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Streichquartett (Ensemble) Kategorie:Musikgruppe (Berlin) Kategorie:Echo-Klassik-Preisträger