mini|hochkant|Dieter Pfaff, 2010 Dieter Pfaff (* 2. Oktober 1947 in Dortmund; † 5. März 2013 in Hamburg) war ein deutscher Schauspieler und Regisseur. Bekannt wurde er durch Hauptrollen in Fernsehserien wie Der Fahnder, Sperling, Bruder Esel, Bloch und Der Dicke.

Privatleben Dieter Pfaff wurde als Sohn des Polizeibeamten Helmut Pfaff in Dortmund geboren und wuchs zunächst in Dortmund-Hörde auf. Als Kind liebte er die Schlager der 1950er-Jahre und lernte sie auswendig, woraufhin ihn seine Großmutter zum Friseur und zum Krämer mitnahm und ihn dort vor Publikum singen ließ.Heike Gätjen: „Der Dicke“ mit der dünnen Haut In: Hamburger Abendblatt, 20. November 2009. Er besuchte das Aufbau- und Ernst-Barlach-Gymnasium in Unna und machte dort 1968 das Abitur; einer seiner Klassenkameraden war der Schriftsteller Heinrich Peuckmann. In der Schule entdeckte er seine Neigung zum Schauspiel. 1969 heiratete er. Seine Frau Eva kannte er seit der Schulzeit. In: Beckmann, 10. Dezember 2007. Er verließ sein Elternhaus früh und näherte sich seinem Vater erst wieder nach der Geburt seiner Kinder. Pfaff bedauerte den frühen Tod seines strengen Vaters im Alter von 58 Jahren, zu dem er ein intensives und schwieriges Verhältnis hatte.

Sein Schwergewicht führte Pfaff nicht auf seinen Appetit, sondern auf seine Sensibilität zurück. Das Gewicht halte ihn von Höhenflügen ab. „Das Dicksein ist etwas, was mich erdet und mich am Boden festmacht.“Gewicht hält von Höhenflügen ab. In: Bunte 14. Oktober 2009

In seiner Freizeit und auf dem Filmset sang er und begleitete sich dabei auf einer Gitarre. 2009 interpretierte er in Bloch: Tod eines Freundes Johnny Cashs Country-Lied Ring of Fire. In der Late-Night-Show Inas Nacht sang er 2010 ebenfalls dieses Lied sowie Bob Dylans All Along the Watchtower. Zusammen mit Vadim Glowna sang er in Bloch: Der Fremde den Titel You don’t let it show im Duett.

Dieter Pfaff war seit 1969 mit der Produzentin Eva Maria Emminger verheiratet; sie hatten eine Tochter und einen Sohn (Zwillinge, * 1979; Johanna und Maximilian). Ab 1995 lebte Pfaff mit seiner Familie in Hamburg., MDR, 2. Oktober 2007. Seine Tochter, heute Drehbuchautorin und Regisseurin, ist verheiratet mit dem Regisseur Max Zähle. Er engagierte sich mehrere Jahre als UNICEF-Sonderbotschafter gegen den weltweiten Einsatz von Kindersoldaten und übernahm mit seiner Frau die Patenschaft für mehrere Kinder.

Pfaff hatte eine Rot-Grün-Sehschwäche.Kölner Treff, Mai 2009 Am 20. September 2012 gab seine Agentur bekannt, dass er an Lungenkrebs erkrankt sei.Dieter Pfaff an Krebs erkrankt – Dreharbeiten verschoben. In: Hamburger Abendblatt, 20. September 2012. Am 5. März 2013 erlag Pfaff 65-jährig im Kreise seiner Familie den Folgen seines Leidens.

Karriere Ausbildung und Theaterengagements Zunächst begann Pfaff ein Lehramtsstudium in Germanistik und Geschichte. Mit 22 Jahren brach er sein Studium ab und nahm sein erstes Engagement als Regieassistent am Theater Dortmund an.Heike Gätjen: Das ist Dieter Pfaff. In: Hamburger Abendblatt, 20. November 2009. Bis zu seinem 35. Lebensjahr war Pfaff Theaterdramaturg, später auch Autor und Regisseur in den Theatern von Paderborn, Dortmund, am Landestheater Tübingen, Nürnberg, München, am Theater am Turm (TAT) in Frankfurt am Main und in Landshut. Er zählte sich zu den politisch aktiven 68ern, die sich jedoch auf der Suche nach neuen Lebensmodellen gänzlich überforderten. Pfaff hielt die Geschichte seiner 68er-Generation für noch unaufgearbeitet – entgegen den Abrechnungen und Idealisierungen seiner Zeitgenossen.Der Selbsterfinder – Dieter Pfaff. Ein Porträt des Schauspielers. In: WDR, 2005. 1983 erhielt er eine Professur für Schauspiel an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz und übte sie sieben Jahre aus.

Film und Fernsehen 1984 wurde er beim Fernsehspiel Rita, Rita vom Norddeutschen Rundfunk zum ersten Mal als Fernsehregisseur tätig. Mit etwa 35 Jahren erkannte er, dass er lieber Schauspieler als Regisseur war. Durch Nebenrollen in Fernsehfilmen und -serien, insbesondere ab 1984 als Polizist Otto Schatzschneider in der Krimiserie Der Fahnder, wurde er zum Charakterdarsteller. Auch seinen ersten Adolf-Grimme-Preis erhielt er 1996 als Nebendarsteller in der RTL-Serie Balko (zusammen mit Jochen Horst und Ludger Pistor).

Als 50-Jähriger stieg er mit selbst mitentwickelten Rollen zum Fernseh-Hauptdarsteller auf. In der RTL-Serie Bruder Esel spielte er 1996 einen Mönch, der sich verliebt und das Kloster verlässt. Zusammen mit Rolf Basedow und Dominik Graf schuf er für sich die Figur des Kommissars Hans Sperling in der gleichnamigen Krimireihe. Beide Serien erhielten 1997 den Adolf-Grimme-Preis. In der ARD-Reihe Bloch spielte er ab 2002 in rund 24 Filmen den unkonventionellen Psychotherapeuten Dr. Maximilian Bloch an der Seite von Ulrike Krumbiegel und Jonathan Dümcke. Mit dieser Rolle erfüllte sich Pfaff einen früheren Berufswunsch.Eric Leimann: In: monstersandcritics.de, 22. August 2009 (Interview). In der Fernsehserie Der Dicke verkörperte er seit 2005 einen Rechtsanwalt in Hamburg, der seine Wirtschaftskanzlei verlässt und sich für die Probleme der kleinen Leute einsetzt. 2005 spielte er in Sigi Rothemunds Fernsehkrimi Erinnere dich, wenn du kannst! den erfolgreichen deutschen Schauspieler Max Walde, der als Fernsehkommissar einer Krimiserie bekannt wurde.

Neben seiner Tochter Johanna, seinem Sohn Maximilian und mehreren Familienmitgliedern spielte er in einem 9-minütigen Film.

Filmografie Filme 1981: Mein Freund, der Scheich 1983: Die Schaukel 1983: Martin Luther 1984: Treffer 1985: Gambit 1990: Bei mir liegen Sie richtig 1991: Die Blattlaus 1991: Manta – Der Film 1992: Langer Samstag 1994: Das Phantom – Die Jagd nach Dagobert 1994: Molls Reisen 1995: Verbotene Zone (Fernsehfilm) 1996: Kuppke 1998: Totalschaden 1999: Late Show 1999: Einer geht noch 1999: Ich habe nein gesagt 1999: Kaliber Deluxe 1999: Krieger und Liebhaber 1999: Nie mehr Zweite Liga 1999: Racheengel – Die Stimme aus dem Dunkeln 2000: Der tote Taucher im Wald 2000: Einer geht noch 2000: Eine Hand voll Gras 2000: Verhängnisvolles Glück 2000: Fremde Verwandte 2001: Newenas weite Reise 2001: Zart und schuldig 2001: Ein Vater zum Verlieben 2001: Newenas weite Reise 2001: Die Frau, die an Dr. Fabian zweifelte 2001: Unser Pappa (Zweiteiler) 2002: Goebbels und Geduldig 2002: Die Affäre Semmeling 2002: Im Schatten der Macht 2003: Verrückt ist auch normal 2004: Unser Pappa – Herzenswünsche (3. Folge) 2005: Erinnere dich, wenn du kannst! (Fernsehfilm) 2012: Balthasar Berg – Sylt sehen und sterben

Serien 1977/1978: Die Straße Tatort (Fernsehreihe) 1980: Herzjagd 1982: Kuscheltiere 1986: Schwarzes Wochenende 1987: Zabou 1989: Blutspur 2002: Schatten 1983: Hans im Glück aus Herne 2 1984–1996: Der Fahnder 1986: Auf Achse 1988: Liebling Kreuzberg (Folge: Die Fehler der anderen) 1988: Anwalt Abel 1989–1991: Knastmusik 1991: Die lieben Verwandten 1991: Die Männer vom K3 – Auge um Auge 1992: Unser Lehrer Doktor Specht 1994–1996: Balko (Krimiserie) 1995: Die Straßen von Berlin 1996: Bruder Esel 1999: Heimatgeschichten 2000: Pfeifer 1996–2007: Sperling 2002–2013: Bloch 2005–2013: Der Dicke 2004: Die Cleveren 2006–2007: Kommissar Beck

Dokumentation und Talkshows 2001: Alfredissimo! 2005: Der Selbsterfinder – Dieter Pfaff. Ein Porträt des Schauspielers. 2010: Inas Nacht

Auszeichnungen Jahr Auszeichnung Kategorie Film Ergebnis 1996 Adolf-Grimme-Preis Serien und Mehrteiler Balko 1997 Adolf-Grimme-Preis Serien und Mehrteiler Bruder Esel 1997 Telestar Bester Darsteller in einer Serie Bruder Esel 1997 Goldener Löwe Bester Serien-Schauspieler Bruder Esel 1999 Bayerischer Fernsehpreis Bester Schauspieler – Serien und Reihen Sperling und der brennende Arm 1999 Kulturpreis Friedrich S. vom KulturNetz Mannheim-Ludwigshafen e. V.  vom KulturNetz Mannheim Rhein-Neckar e. V. biografische Kehrtwende 2001 Goldene Kamera Bester Schauspieler TV-Film Verhängnisvolles Glück und Krieger und Liebhaber 2008 Steiger Award Film

Literatur

Weblinks

Interviews Der Menschen-Forscher bei Focus, Nr. 11, 15. März 2010 Wir befinden uns in einer Zeit der Selbstdarsteller bei Planet-Interview.de, 9. März 2007 Selbst Hitchcock musste kämpfen bei stern, Nr. 14, 31. März 2005

Einzelnachweise Günter Fink: „Die Elbphilharmonie – ein Schildbürgerstreich“ In: Die Welt, 2. April 2012 (Interview). Marcus Esser: In: WAZ, 2. Juni 2009. In: WAZ, 5. November 2007. In: WAZ, 26. Mai 2008.

Anmerkungen https://www.happy-mahlzeit.com/koch-shows/alfredissimo/bioleks-lammhaxen-mit-rotwein-geschmort/ https://www.happy-mahlzeit.com/koch-shows/alfredissimo/dieter-pfaff-artischocken-gem%C3%BCse/ (Rezept von Dieter Pfaff und Alfred Biolek)

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