mini|Olive Moorefield (1970) Olive Moorefield (* 23. August 1929 in Pittsburgh, Pennsylvania, Vereinigte Staaten) ist eine US-amerikanische Musicaldarstellerin, Sängerin und Schauspielerin mit diversen Ausflügen zum bundesdeutschen Film der 1950er Jahre und Auftritten in Fernsehshows der 1960er Jahre.

Leben und Wirken Olive Moorefield hatte sieben Geschwister. Nach dem Besuch des Pennsylvania Colleges nahm sie Gesangs- und Schauspielunterricht. Im Oktober 1952 debütierte sie am Broadway in New York in dem Stück My Darlin' Aida. Daraufhin ging sie auf ausgedehnte Europatournee und ließ sich 1953 in Wien nieder.

Dort erhielt sie – für eine schwarze Künstlerin zu dieser Zeit in Europa sehr ungewöhnlich – ein Engagement von der Volksoper Wien und feierte zunächst einen Erfolg mit dem Cole-Porter-Musical Kiss Me Kate. Zunächst spielte sie die Nebenrolle der Bianca, später auch die Hauptrolle der Kate. Diesem Haus blieb Olive Moorefield auch die kommenden zwei Jahrzehnte für Gastspiele wie auch für Festengagements verbunden. Gelegentlich trat die Künstlerin auch an anderen Häusern Mitteleuropas, etwa an der Frankfurter Oper, auf. Ihre langjährige Tätigkeit in Wien brachte ihr in Österreich große Popularität ein.

Vor allem aber machte sie Karriere als Schallplattenkünstlerin (mit Verträgen bei Polydor, Ariola und Heliodor) und scheute sich auch nicht vor Ausflügen ins Schlagergeschäft (zum Beispiel 'Am Schießeisen beißt keiner an'). Ab 1956 kamen auch Angebote vom deutschen Film hinzu, in dem sie mal als Sängerin, mal als Schauspielerin auftrat. In den 60er Jahren begann das deutsche und österreichische Fernsehen an Bedeutung zu gewinnen, wo sie vor allem in Shows (zum Beispiel Zwischen Bach und Beat, Wien Side Story) zu sehen gewesen war. 1964 trat Olive Moorefield letztmals in einem Kinofilm auf und übernahm die Rolle der Sklavin Cassy in der Verfilmung des berühmten Südstaatenromans Onkel Toms Hütte. 1965 spielte sie mit der Nancy Mannigoe in einem weiteren, diesmal für das deutsche Fernsehen aufbereiteten Südstaatendrama Requiem für eine Nonne nach einer Romanvorlage William Faulkners eine seltene ernste Rolle. Nahezu zeitgleich (Herbst 1965) gelang Olive Moorefield ein großer Erfolg mit der Bess in George Gershwins Musical Porgy und Bess, das erstmals an einem großen Opernhaus, der Volksoper, aufgeführt wurde.

Infolge der Eheschließung mit dem Arzt Kurt Mach Ende 1969 zog sich Olive Moorefield sukzessive aus dem Rampenlicht ins Privatleben zurück. In späteren Jahren tauchte ihr Name (jetzt als Olive Moorefield-Mach) wieder auf, diesmal auf der administrativen Seite bei Musikfestspielen („Verein der Freunde des Salzburger Jazz-Herbstes“) bzw. einer Völker verbindenden Vereinigung. Sie fungiert auch als Kassiererin der Österreich-Barbados-Gesellschaft, einer Untergliederung der Dachverbandes PaN (= Partner aller Nationen). Präsident der 2004 gegründeten Österreich-Barbados-Gesellschaft ist ihr Ehemann.

Filmografie Gesang und Schauspiel 1954: Wenn du noch eine Mutter hast (Das Licht der Liebe) 1956: Liebe, die den Kopf verliert 1956: Das alte Försterhaus 1957: Scherben bringen Glück 1957: Die liebe Familie 1957: Einmal eine große Dame sein 1957: Monpti 1957: Die Beine von Dolores 1957: Scala – total verrückt 1958: Der schwarze Blitz 1958: Skandal um Dodo 1961: Riviera-Story 1962: Straße der Verheißung 1964: Onkel Toms Hütte 1965: Requiem für eine Nonne (Fernsehfilm) 1965: Rosemarie (Fernsehfilm) 1966: Porgy in Wien (Fernsehfilm) 1967: Schlager international (Fernsehshow) 1967: Zwischen Bach und Beat (Fernsehshow) 1969: Unsere kleine Show (Fernsehshow) 1972: Fritz Muliar Schau (Fernsehreihe, Folge Theater)

Auszeichnungen 2025: Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien

Literatur Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 2: Hed–Peis. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, , S. 1156. Aline Mosby: Came On A Visit, Stayed To Conquer. City Singer Hits High Note In Vienna. In: The Pittsburgh Press, Pittsburgh, Pennsylvania, 7. Oktober 1969, S. 21, abgerufen am 27. März 2025. The New York Times Directory of the Theater, Introduction by Clive Barnes. New York 1973. S. 652 Andreas Kloner: An American in Wien. Porträt über die US-amerikanische Sängerin Olive Moorefield. ORF-Radiofeature 2012, 54 Min.

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Einzelnachweise

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