Boris Alekin (; * 11. April 1904 in MoskauBundesarchiv, Personalakte R 9361-V/108160, in seinem Fragebogen gibt er den 11. März als Geburtstag an; † 17. März 1942 in Mogiljow) war ein russischer Schauspieler in Deutschland und den USA.
Leben Alekin kam infolge der Oktoberrevolution 1921 nach Berlin, wo er zunächst Theater spielte. Nachweisbar sind mehrere Auftritte 1929 (in den Stücken Die Juden, Josef und Trojaner) der Volksbühne Berlin an der Volksbühne Berlin. Wenig später gab er auch seinen Einstand vor der Kamera.
In den frühen 1930er Jahren ging Alekin mit dem Ensemble des Moskauer Künstlertheater, der sog. Prag-Gruppe, auf Tournee nach Frankreich. 1931 trat man in Paris, im darauffolgenden Jahr im Süden des Landes (unter anderem in Nizza und Cannes) auf. Zu den gegebenen Stücken zählte Der Revisor von Nikolai Gogol. 1932/33 führte ihn eine weitere Gastspielreise nach Riga.
Späterer Gastspiele mit der Prag-Gruppe des Künstlertheaters führten den schmächtigen, schmalen Russen mit dem sanftmütigen Gesicht, den hellblauen Augen und dem gewellten, blonden Haar in den ersten Monaten des Jahres 1935 in die USA. Dort sah man ihn, u. a. auch am Broadway in New York, im Februar/März in den Stücken Der Revisor, Strange Child, The White Guard, Enemies und The Deluge.The New York Times Directory of the Theater, Introduction by Clive Barnes. S. 12. New York 1973.
Zurück in Deutschland, fand Alekin in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre Engagements am Berliner Rose-Theater und am Lustspielhaus unter der Leitung von Ludwig Manfred Lommel. Zeitgleich begann er regelmäßig in Filmen mitzuwirken. Alekin deckte dort das Chargenfach ab, spielte meist untergeordnete Charaktere wie Kellner, Hotelstewards, Kleingauner wie Polizisten und rangniedrige Offiziere. Beim Angriff auf seine alte Heimat im Juni 1941 wurde Alekin sofort eingezogen und als Übersetzer an der Ostfront eingesetzt.
Der viersprachige Alekin (russisch, deutsch, englisch, französisch)Künstler-Almanach für Bühne und Film 1938. Neunte Ausgabe, Berlin-Dahlem 1938, S. A 82 starb an Typhus in einem Lazarett in MohilewBundesarchiv, Personalakte R 9361-V/108160. Die Uraufführung seines letzten Filmes, der antisowjetischen und antibritischen Propaganda Anschlag auf Baku (25. August 1942), hat er nicht mehr erlebt.
Filmografie (komplett) mini|Gedenkstein für Alekin neben dem Familiengrab Puhl, Parkfriedhof Lichterfelde 1930: Troika 1936: Menschen ohne Vaterland 1937: Der Mann, der Sherlock Holmes war 1937: La Habanera 1937: Zu neuen Ufern 1937: Verklungene Melodie 1938: Rätsel um Beate 1938: Es leuchten die Sterne 1939: Zwölf Minuten nach Zwölf 1940: Golowin geht durch die Stadt 1940: Trenck, der Pandur 1941: Friedemann Bach 1942: Anschlag auf Baku
Weblinks
Boris Alekin in dommuseum.ru (russisch)
Einzelnachweise
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