Hans Ulrich von Marchtaler (* 5. Februar 1906 in Berlin; † 4. April 1977 in Löwen, Belgien) war ein deutscher Diplomat.
Leben 1923 machte Hans Ulrich von Marchtaler sein Abitur auf dem Eberhard-Ludwigs-Gymnasium Stuttgart. Er studierte zunächst an der Eberhard Karls Universität Tübingen Rechtswissenschaft. 1924 wurde er im Corps Suevia Tübingen recipiert.Kösener Corpslisten 1960, 129/867. Als Inaktiver wechselte er an die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und die Ludwig-Maximilians-Universität München. 1927 bestand er das Referendarexamen. 1930 legte er die zweite juristische Staatsprüfung ab und wurde er in Tübingen zum Dr. iur. promoviert.Dissertation: Das Recht auf eheliche Lebensgemeinschaft und sein Schutz. Von 1932 bis 1934 war er Referent am Kaiser-Wilhelm-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Berlin. Anschließend leistete er das Referendariat im juristischen Verwaltungsdienst. Marchtaler trat 1934 in den Auswärtigen Dienst ein. Er wurde von 1935 bis 1936 in Budapest, von 1936 bis 1938 im Büro des Reichsaußenministers Konstantin von Neurath, 1938 in Dublin und von 1938 bis 1945 in Tokio verwendet. Am 7. März 1940 hatte er die Aufnahme in die NSDAP beantragt und wurde zum 1. April desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 7.987.488).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/27581537
Er blieb bis April 1948 ohne Arrest in Japan und kehrte daraufhin über die Schweiz nach Deutschland zurück. In einem Spruchkammerverfahren wurde er im August 1948 als „Entlasteter“ eingestuft. Im Oktober 1949 trat er in die „Dienststelle für auswärtige Angelegenheiten“ im Bundeskanzleramt ein. 1950 wurde er als Botschaftsrat 1. Klasse in den auswärtigen Dienst der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen. Ab 1950 war er im Verbindungsbüro bei der interalliierten Hochkommission eingesetzt. Von 1950 bis 1951 war er Generalsekretär der deutschen Delegation bei der Montan-Union in Paris. Ab 1951 war er Botschaftsrat in Rio de Janeiro.Alexander Muschik: Die beiden deutschen Staaten und das neutrale Schweden. ISBN 978-3-82589044-5 Ab Juni 1958 war Marchtaler als deutscher Botschafter in Stockholm tätig. Nachdem dieses Amt im April 1961 an Karl Werkmeister übertragen worden war, bekleidete er später als Nachfolger von Hasso von Etzdorf die Funktion als Leiter der Abteilung West II.Sitzungsprotokoll der 234. Sitzung des 1. Deutschen Bundestags am 22. Oktober 1952, S. 10770 (PDF; 2,9 MB) auf dserver.bundestag.de
Publikation Das Recht auf eheliche Lebensgemeinschaft und sein Schutz, Dissertation Universität Tübingen, 1930.
Literatur Maria Keipert (Red.): Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945. Herausgegeben vom Auswärtigen Amt, Historischer Dienst. Band 3: Gerhard Keiper, Martin Kröger: L–R. Schöningh, Paderborn u. a. 2008, ISBN 978-3-506-71842-6.
Einzelnachweise
Kategorie:Deutscher Botschafter in Schweden Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1906 Kategorie:Gestorben 1977 Kategorie:Mann Kategorie:Absolvent der Eberhard Karls Universität Tübingen