mini|Porträt als Corpsfuchs der Suevia München (1928)
Rolf Böger (* 9. August 1908 in Strasburg, Westpreußen; † 17. Januar 1995 in Detmold) war ein deutscher Wirtschaftsjurist und Bundestagsabgeordneter in Lippe.
Leben Böge war Sohn eines Amtsrichters. Er besuchte das humanistische Gymnasium in Wiesbaden. Nach dem Abitur in Frankfurt am Main studierte er Rechtswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Innsbruck. Er wurde Mitglied des Corps Suevia München (1928) und des Corps Gothia Innsbruck (1929).Kösener Corpslisten 1996, 159/1809; 44/198 Das Studium schloss er an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main ab, wo er auch den größten Teil des Vorbereitungsdienstes ableistete. Die Assessorprüfung legte er 1934 in Berlin ab. Dort trat er als Justitiar in die Direktion eines bedeutenden Reiseunternehmens.Nachruf von Willert II, Archiv des Corps Suevia München. Von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen wurde er zum Dr. iur. promoviert.Dissertation: Der Mieterstreik und seine zivilrechtlichen Folgen. Zeulenroda, 1934 Er trat kurz nach der Machtübernahme des NS-Regimes zum 1. April 1933 in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 1.810.962).Bundesarchiv R 9361-VIII KARTEI/3010489Helmut Gewalt: (PDF-Datei, abgerufen am 19. November 2011; 63 kB). Er wurde 1939 für den Überfall auf Polen zum Kriegsdienst im Heer einberufen und 1940 vom Reichsverkehrsministerium zum Vorsitzenden des Verwaltungsrates einer Reiseverkehrs-AG in Prag ernannt. Anschließend war er Präsident des Zentralverbands des Verkehrs im Protektorat Böhmen und Mähren. In der Nachkriegszeit in Deutschland beteiligte er sich am Aufbau des Deutschen Reisebüros, dessen Direktion vorübergehend in Detmold saß. 1947 trat er in die Dienste der lippischen Industrie- und Handelskammer zu Detmold, die ihn 1955 zum Hauptgeschäftsführer berief. Er bekleidete diese Position 27 Jahre lang bis 1982, weit über die übliche Pensionsgrenze hinaus.
Er war seit 1953 Mitglied der FDP und saß viele Jahre im Rat der Stadt Detmold. In der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe war er Vorsitzender der FDP-Fraktion. Über die Landesliste der FDP NRW zog er am 25. Januar 1973 als Nachrücker von Rudolf Augstein in den 7. Deutschen Bundestag ein. Er widmete sich der Geschichte des Landes Lippe und war Vorsitzender vom Förderverein des Landestheaters Detmold.
Werke Die Geschichte der lippischen Wirtschaft, in: Erich Kittel (Hrsg.): Heimatchronik des Kreises Lippe. Köln 1972. mit Erich Kittel: Heimatchronik des Kreises Lippe. In: Reihe Heimatchroniken der Städte und Kreise des Bundesgebietes, Bd. 44, Archiv für Deutsche Heimatpflege, Köln 1978
Ehrungen Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (1969) Großes Bundesverdienstkreuz (1979)
Siehe auch Liste von NSDAP-Parteimitgliedsnummern Liste der Mitglieder des Deutschen Bundestages (7. Wahlperiode) Liste der korporierten Bundestagsabgeordneten Lippe (Land)#Geschichte
Literatur Rudolf Vierhaus, Ludolf Herbst (Hrsg.), Bruno Jahn (Mitarb.): Biographisches Handbuch der Mitglieder des Deutschen Bundestages. 1949–2002. Bd. 1: A–M. K. G. Saur, München 2002, ISBN 3-598-23782-0, S. 80.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Bundestagsabgeordneter (Nordrhein-Westfalen) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:FDP-Mitglied Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes Kategorie:Person (Industrie- und Handelskammer) Kategorie:Person (Lippe) Kategorie:Person (Protektorat Böhmen und Mähren) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1908 Kategorie:Gestorben 1995 Kategorie:Mann