mini|St. Pankratius (Oberhausen-Osterfeld) Die katholische Kirche St. Pankratius ist dem Hl. Pankratius geweiht. Sie ist die älteste Pfarrkirche im Oberhausener Stadtteil Osterfeld, der bis 1929 in Westfalen lag. Seit 2026 ist sie keine Pfarrkirche mehr, sondern gehört sie wie alle katholischen Kirchen in Oberhausen zur Stadtpfarrei St. Clemens Oberhausen.Lokalklick vom 22.12.2025 Gründung der Stadtpfarrei St. Clemens zum 1. Januar

Geschichte Eine erste Kirche in Osterfeld ist urkundlich bereits für das beginnende 11. Jahrhundert belegt, als Erzbischof Heribert von Köln sie der Abtei Deutz übertrug. Die offizielle Inkorporation wurde am 11. Mai 1161 durch Papst Viktor IV. bestätigt. St. Pankratius ist zugleich Mutterpfarre der St.-Cyriakus-Kirche in Bottrop, die erst 1568 selbständig wurde. Ab 1395 war St. Pankratius eine selbständige Pfarrei, die sich im 16. Jahrhundert zunächst dem Protestantismus anschloss.Ferdinand Küper: Geschichte der Stadt Osterfeld und der St. Pankratius-Kirche. In: Kickenberg, Heft 1, 1967 digitalisat Erst die Visitation durch Erzbischof Salentin von Isenburg von 1569 bewirkte eine Rückkehr zum Katholizismus.Andreas Kamp: Die kirchlichen Verhältnisse in Osterfeld 1569. In: Kickenberg, Heft 42, März 2017, S. 14–16 digitalisat Die wirtschaftliche Entwicklung der Region um die Wende zum 20. Jahrhundert machte den Bau von Kirchen notwendig, neben St. Pankratius entstanden St. Antonius Klosterhardt und St. Josef Heide, weitere Abpfarrungen erfolgten 1954 mit St. Suitbert, 1958 mit St Vinzenz und 1960 mit St. Jakobus Tackenberg. 1962 wurde St. Pankratius von Papst Johannes XXIII. zur Propsteikirche erhoben.Geschichtliche Entwicklung der Pfarrei St. Pankratius.

Architektur Anstelle einer spätgotischen, kreuzrippengewölbten Saalkirche der Zeit um 1500 entstand 1893–1897 nach Plänen des Münsteraner Architekten Hilger Hertel der heutige neugotische Kirchenbau, der am 29. September 1898 durch Bischof Hermann Jakob Dingelstad aus Münster konsekriert wurde. Der in Backstein errichtete Kirchenbau ist eine Küber kantonierten Pfeilern kreuzrippengewölbte Hallenkirche mit polygonaler Apsis und seitlich angefügtem Kapellenoktogon in enger stilistischer Anlehnung an die gleichzeitig von Hertel restaurierte Lambertikirche in Münster. Die Westfassade der Kirche wird durch den seitlich gesetzten Kirchturm bestimmt, dem gegenüber ein weiterer polygonaler Kapellenanbau mit zwischengesetztem Treppenturm gesetzt ist, zwischen beiden ist ein großes Fensterportal mit fünfbahnigem Maßwerk.

1943 und 1945 wurde der Kirchenbau stark beschädigt, 1948–1952 erfolgte die Wiederherstellung der Kriegsschäden.Angaben zur Kirche auf der Website kirchbau.de Von 1970 bis 1974 erhielt die Kirche eine figürliche Neuverglasung durch Egbert Lammers.Website der Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e. V.

Orgeln Die St.-Pankratius-Kirche besitzt zwei Orgeln.

Hauptorgel Die große Klais-Orgel der Propsteikirche St. Pankratius besteht aus zwei Vorgängerorgeln. Es handelt sich hierbei um die ehemalige Limburger Domorgel aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und um die Breil-Orgel von 1913 aus St. Pankratius. Das am Sonntag, den 17. Dezember 1978 eingeweihte Instrument ist das größte der Stadt Oberhausen. Es gilt als eine der größten Orgeln im Ruhrgebiet.Disposition auf der Website der Gemeinde (Pfeifenpatenschaften)

I Positiv C–g31.Rohrflöte8′2.Gedacktpommer8′3.Quintade8′4.Praestant4′5.Koppelflöte4′6.Traversflöte4′7.Prinzipal2′8.Blockflöte2′9.Quinte′10.Carillon II-III11.Scharff III-IV12.Rankett16′13.Trompetenregal8′ TremulantII Hauptwerk C–g314.Praestant16′15.Bordun16′16.Principal8′17.Doppelflöte8′18.Fugara8′19.Gemshorn8′20.Quinte′21.Octave4′22.Rohrgedackt4′23.Terz′24.Quinte′25.Superoktave2′26.Cornett III27.Mixtur VI28.Trompete8′III Bombardwerk C–g329.Nachthorngedackt16′30.Flötenprinzipal8′31.Konzertflöte8′32.Gamba8′33.Prinzipal4′34.Rohrflöte4′35.Trichterflöte2′36.Sesquialter II37.Fourniture V–VI38.Trombone16′39.Klarinette8′40.Kopftrompete4′ TremulantIV Schwellwerk C–g341.Salicet16′42.Hornprinzipal8′43.Bordunalflöte8′44.Salizional8′45.Vox coelestis8′46.Geigenprinzipal4′47.Querflöte4′48.Rohrnasard′49.Piccolo2′50.Terz′51.Nachthorn1′52.Acuta IV53.Oboe8′ TremulantPedal C–f154.Principal16′55.Violon16′56.Subbass16′57.Gedackt16′58.Quinte′59.Oktave8′60.Cello8′61.Gedackt8′62.Superoktave4′63.Spitzflöte4′64.Schwegel2′65.Hintersatz IV66.Posaune16′67.Dulcian16′68.Trompete8′69.Schalmey4′ Koppeln: Normalkoppeln: II/I, III/I, IV/I, I/II, III/II, IV/II, IV/III, I/P, II/P, III/P, IV/P Suboktavkoppel: IV/II Superoktavkoppeln: IV/II, IV/IV Spielhilfen: Handregister (HR), Freie Kombination 1 (FC 1), Freie Kombination 2 (FC 2), Piano, Forte, Tutti, Crescendo - Walze (1 - 10), 2 Jalousie - Schweller, Zungen ab, 16′ ab, Walze ab

Disposition: Hans-Gerd Klais, Montageleitung und Aufbau der Orgel: Wilhelm Beier, Intonation: Josef Luthen

Chororgel Die Chororgel der Pankratiuskirche dient als Begleitinstrument der Gottesdienste, insbesondere der Werktagsmessen, die im Hochchor der Kirche gefeiert werden. Der Chorraum wurde 2012 zu einem Gottesdienstraum umgestaltet. Das Instrument wurde Ende des 20. Jahrhunderts zwischen Taufkapelle und Tabernakel abseits des Altarraumes errichtet. Es stammt von der Orgelbauwerkstatt Hofbauer aus Göttingen. Das Register Regal 8′ ist trotz des Registerzuges an der Orgel nie eingebaut worden.

I Hauptwerk C–g31.Gedackt8′2.Prinzipal 4'3.Quinte‘4.Schwiegel2'5.Mixtur IIII Brustwerk C–g36.Quintade 8′7.Blockflöte4′8.Prinzipal2'9.Terz'10.Regal (vakant)8'Pedal C–f111.Pommer16′12.Gedackt8'13.Choralbass 4' Koppeln: II/I, I/P, II/P

Glocken Die Propsteikirche St. Pankratius verfügt über ein vierstimmiges Gussstahlgeläut des Bochumer Vereins für Gusstahlfabrikation aus dem Jahr 1948. Das Geläut wurde in der Versuchsrippe 12 des Bochumer Vereins konstruiert. Das „Idealquartett“ zählt mit einem Gesamtgewicht von fast 10 Tonnen zu den schwersten Geläuten in Oberhausen und Umgebung. +GlockeNameGewicht ≈DurchmesserSchlagton (HT-) 1 St. Pankratius 4.260 kg 2.140 mm b° –4 (–5) 2 St. Marien (Totenglocke) 2.600 kg 1.800 mm des′ –2 3 St. Joseph 1.760 kg 1.605 mm es′ –2 4 St. Anna (Angelusglocke) 1.000 kg 1.350 mm ges′ ±0

Liste der Pfarrer und Pröpste Hier sind die Pfarrer von St. Pankratius soweit bekannt und entsprechend der Gedenktafel in der Kirche aufgeführt:Geschichtliche Entwicklung der Pfarrei St. Pankratius

WirkungszeitTitelNameBemerkungen um 1300 Pfarrer Eberhard um 1385 Pfarrer Friedrich Lugge um 1440 Pfarrer Rötger ter Porten um 1469 Pfarrer Joh. Oestervelt um 1509 Pfarrer Wynand um 1529 Pfarrer Goswin Koch um 1540-1556 Pfarrer Hemming um 1549 Pfarrer Christian auf dem Hofe um 1570-1571 Pfarrer Arnold Poith um 1585-1617 Pfarrer David Brockhoff um 1629 Pfarrer Gerhard Volbert um 1645 Pfarrer Davide um 1655-1656 Pfarrer Johann Roberius um 1657 Pfarrer Johann Schlüter 1663-1680 Pfarrer Johann Rübekamp 1680-1682 Pfarrer Hermann Meyer 1690-1705 Pfarrer Jodocus Cramer 1705-1721 Pfarrer Jodocus Gisbertus Bockelkamp 1723-1728 Pfarrer Jos. Herm. de Weldige gen. Cremer 1730-1737 Pfarrer Augustinus Schmitz 1737-1774 Pfarrer Josef Overbeck 1774-1804 Pfarrer Friedrich Raban Wesener 1805-1826 Pfarrer Johann Heinrich Lammers 1826-1869 Pfarrer Johann Terlunen 1869-1893 Pfarrer Carl Michaelides Nach ihm ist die Michaelidesstraße im Oberhausener Stadtteil Rothebusch benannt 1893-1906 Pfarrer Bernhard Topp 1907-1920 Pfarrer Bernhard Strumann 1921-1938 Pfarrer Heinrich Gunnemann 1939-1947 Pfarrer Josef Metz 1948-1968 Pfarrer und Propst (ab 1962) Hermann Lewe Lewe starb am 21. Februar 1971 1969-1996 Propst Karl Wehling Wehling war zuvor Religionslehrer und von 1988 bis 1996 auch Dechant von Osterfeld. Er starb am 9. Januar 2023 in Oberhausen.Pressemitteilung des Bistums Essen vom 18.01.2023 1996-2015 Propst Hans-Ulrich Neikes Neikes war von 1996 bis 2003 auch Dechant von Osterfeld 2015-2022 Propst Christoph Wichmann Wichmann wechselte in den DominikanerordenPressemitteilung des Bistums Essen vom 17.01.2022 ab 2022 Propst André Müller bis 30.09.2023 zugleich Propst an St. Lamberti (Gladbeck)Pressemitteilung des Bistums Essen vom 08.06.2023, ab 2021 auch Propst von St. Clemens und Stadtdechant von OberhausenWochenanzeiger Oberhausen vom 23.11.2021

Einzelnachweise

Literatur St. Pankratius Osterfeld. Vom Frühen Mittelalter bis zur Neuzeit. Hrsg.: Kirchengemeinde Propstei St. Pankratius Osterfeld, Oberhausen Kath. Kirchengemeinde Propstei St. Pankratius (Hrsg.): Orgelweihe in der Propsteikirche St. Pankratius Oberhausen-Osterfeld Musikdirektor Jakob Schaeben, Gerhard Hoffs: Glocken im Stadtdekanat Oberhausen Ludger Tewes, Mittelalter an Lippe und Ruhr, Essen 1988, St. Pankratius S. 35–40. ISBN 3-920460-40-5.

Weblinks

Pfarrei St. Pankratius Orgelvorstellung Propsteikirche St. Pankratius Oberhausen – Osterfeld: YouTube-Video

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