Die folgende Liste bietet einen Überblick über führende Persönlichkeiten des nationalsozialistischen Deutschlands, die kurz vor oder bald nach der deutschen Niederlage im Zweiten Weltkrieg Suizid begingen. Als Rahmendaten zur Eingrenzung des Zeitraums der bevorstehenden bzw. gerade erfolgten Niederlage des NS-Staates im Krieg wurden die erste Überschreitung der deutschen Staatsgrenze durch die Alliierten (11. September 1944) und der Beginn der Nürnberger Prozesse (20. November 1945) gewählt.
Aufgenommen wurden Politiker, Diplomaten, Offiziere der Wehrmacht, SS-Führer sowie höhere Parteifunktionäre und Staatsbeamte. Des Weiteren vereinzelt auch Persönlichkeiten aus anderen Bereichen oder mit anderem Sterbedatum.
Liste der nationalsozialistischen Suizidenten
A mini|Die Leiche des ehemaligen Leipziger Bürgermeisters Walter Dönicke nach seinem Suizid im Leipziger Neuen Rathaus am 19. April 1945.
Fritz Adam († 16. April 1945 in Querfurt), nationalsozialistischer Reichstagsabgeordneter. Georg Ahlemann († 1. Mai 1945 in Karbow), nationalsozialistischer Reichstagsabgeordneter, erschoss sich am 1. Mai 1945 auf dem Gut seiner Schwiegertochter Alwin-Broder Albrecht († 1. Mai 1945 in Berlin), Adjutant Hitlers Friedrich Alpers († 3. September 1944), SS-Obergruppenführer Werner Altendorf († 3. Mai 1945 in Bad Kleinen), nationalsozialistischer Reichstagsabgeordneter Georg Altner († 12. April 1945 in Dortmund), nationalsozialistischer Reichstagsabgeordneter Karl d’Angelo († 20. März 1945 in Gernsheim), Lagerführer im KZ Dachau, Polizeidirektor in Cuxhaven und Heilbronn Karl Astel († 4. April 1945 in Jena), SS-Standartenführer, Rektor der Universität Jena, „Rassenforscher“
B Georg Bachmayer († 8. Mai 1945), SS-Hauptsturmführer, 1. Schutzhaftlagerführer des KZ Mauthausen Wilfrid Bade (wahrscheinlich † Anfang Mai 1945 in Berlin), Ministerialdirektor im Reichspropagandaministerium (nicht vollständig geklärt, abweichende Angaben sprechen von einem Tod in sowjetischer Gefangenschaft im Dezember 1945) Konrad Barde († 4. Mai 1945), Generalmajor Erich Bärenfänger († 2. Mai 1945 in Berlin), General Kurt von Behr († 19. April 1945), führend am NS-Kunstraub und an der M-Aktion beteiligt Ernst Bergmann († 16. April 1945), Nationalsoz. Professor für Philosophie Walther Bierkamp († 15. Mai 1945 in Scharbeutz), SS-Brigadeführer und Major der Polizei Max Blancke († 27. April 1945 in Hurlach), KZ-Arzt (zusammen mit seiner Frau) Wilhelm Bock († 1. Mai 1945 in Berlin), SS- und Polizeiführer, Kommandeur eines am Judenmord beteiligten Sonderkommandos Erpo von Bodenhausen († 9. Mai 1945 bei Grobin), Generalleutnant Franz von Bodmann († 25. Mai 1945 in Markt Pongau) KZ-Arzt (in Gefangenschaft) Helmut Böhme († 6. Mai 1945 in Meißen), nationalsozialistischer Politiker und SA-Führer Andreas Bolek († 5. Mai 1945 in Magdeburg), nationalsozialistischer Reichstagsabgeordneter Theodor Heinrich Bongartz († 15. Mai 1945 in Böcklingen), SS-Oberscharführer, Leiter des Krematoriums im KZ Dachau Walter Borlinghaus († 14. April 1945 in Iserlohn), nationalsozialistischer Reichstagsabgeordneter Martin Bormann († 2. Mai 1945 in Berlin), Leiter der Parteikanzlei der NSDAP, Sekretär Hitlers Hans Bothmann († 4. April 1946 in Heide), (in Gefangenschaft), SS-Kommandant des Vernichtungslagers Kulmhof/Chelmno Philipp Bouhler († 19. Mai 1945 bei Dachau), Staatsbeamter, Chef der „Kanzlei des Führers“ (in Gefangenschaft) Fritz Bracht († 9. Mai 1945 in Bad Kudowa), Gauleiter von Oberschlesien (zusammen mit seiner Frau) Erwin Bumke († 20. April 1945 in Leipzig), Reichsgerichtspräsident Hermann Bunjes († 25. Juli 1945 in Trier), Kunsthistoriker, SS-Obersturmführer, Leiter der KHF in Paris Wilhelm Burgdorf († 1. Mai 1945 in Berlin), General, Adjutant von Hitler
C Leonardo Conti († 6. Oktober 1945 in Nürnberg), Reichsgesundheitsführer, Chef der Reichsärztekammer Max de Crinis († 2. Mai 1945 in Stahnsdorf), Psychiater, SS-Standartenführer, beteiligt an Euthanasie-Morden Wilhelm Crohne († 26. April 1945), stellvertretender Vorsitzender des Volksgerichtshofes
D Theodor Dannecker († 10. Dezember 1945 in Bad Tölz), SS-Hauptsturmführer, enger Mitarbeiter von Adolf Eichmann George von der Decken († 17. April 1945 in Spremberg), Adjutant des ehemaligen Kriegsministers von Blomberg (begab sich gezielt in das Schussfeld anrückender sowjetischer Truppen) Karl Decker († 21. April 1945 in Groß Brunsrode bei Braunschweig), General der Panzertruppe Kurt Delitzsch († 1945), Präsident des Oberlandesgerichts Kassel Erwin Ding-Schuler († 11. August 1945 in Freising), KZ-Arzt (in Gefangenschaft) Walter Dönicke († 19. April 1945), Oberbürgermeister von Leipzig Ewald Dost († 13. Mai 1945 in Zwickau), Oberbürgermeister von Zwickau (in Gefangenschaft) Otto-Heinrich Drechsler († 5. Mai 1945), Bürgermeister von Lübeck, Generalkommissar von Lettland
E Heinrich Eddelbüttel († 1945), Rassenideologe Joachim Albrecht Eggeling († 15. April 1945 auf der Moritzburg in Halle), Gauleiter von Halle-Merseburg Heinz Ehaus († 8. Mai 1945 in Johannisbad), Kreishauptmann im besetzten Polen Walter Ernstberger († 1945 in Sagan), SS-Obersturmführer, Schutzhaftlagerführer im KZ Groß-Rosen
F Wilhelm Faupel († 1. Mai 1945), Botschafter des Deutschen Reichs in Spanien Heinrich Fehlis, († 11. Mai 1945 in Porsgrunn), Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD in Norwegen Rudolf Feick († Mai 1945), nationalsozialistischer Reichstagsabgeordneter Walter Frank († 9. Mai 1945), Präsident des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands Fritz Freitag († 10. Mai 1945 bei Graz), Generalmajor der Waffen-SS Alfred Freyberg († 18. April 1945 in Leipzig), Oberbürgermeister von Leipzig (zusammen mit seiner Frau und Tochter) Hans-Georg von Friedeburg († 23. Mai 1945 in Flensburg-Mürwik), Generaladmiral, einziger Mitunterzeichner aller Kapitulationsurkunden des Deutschen Reiches im Mai 1945
G Willy Gierlichs († Juni 1945), NS-Funktionär, Reichsredner für das Oberkommando der Wehrmacht Paul Giesler († 8. Mai 1945 in Bischofswiesen), bayerischer Ministerpräsident und Gauleiter von München-Oberbayern, in Hitlers Testament zum letzten Reichsinnenminister bestimmt Werner von Gilsa († 9. Mai 1945 in Teplitz), General und letzter Kampfkommandant von Dresden Odilo Globocnik († 31. Mai 1945 in Paternion), SS-Obergruppenführer, Gauleiter in Wien und Leiter der Judenvernichtung im Generalgouvernement Richard Glücks († 10. Mai 1945 in Flensburg-Mürwik), SS-Führer und Leiter der Inspektion der Konzentrationslager Joseph Goebbels († 1. Mai 1945 in Berlin), Gauleiter von Berlin, Reichspropagandaminister, in Hitlers Testament zu seinem Nachfolger als Reichskanzler bestimmt (zusammen mit seiner Frau Magda) Hellmuth Gommlich († 3. April 1945 in Meiningen), Landrat in Meiningen, SS-Sturmbannführer Artur Görlitzer († 25. April 1945 in Berlin), stellvertretender Gauleiter von Berlin (zusammen mit seiner Frau) Curt von Gottberg († 31. Mai 1945 bei Flensburg), SS-Obergruppenführer, mitverantwortlich für den Mord an über 3.000 Menschen Claus Göttsche († 12. Mai 1945 in Hamburg), Leiter des Judenreferats der Hamburger Gestapo Günther Gräntz († 30. April 1945 in Berlin), Reichstagsabgeordneter Ernst-Robert Grawitz († 24. April 1945), Reichsarzt SS und Polizei, SS-Obergruppenführer Robert Ritter von Greim († 24. Mai 1945), Generalfeldmarschall, Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe Walter Groß († 25. April 1945 in Berlin), Mitglied des Reichstags, Leiter des Hauptamts Wissenschaft im Amt Rosenberg Max Großkopf († 25. April 1945), Führer im Sicherheitsdienst der SS, Leiter der Gestapo in Graz, Verbindungsführer beim Stab der Russischen Befreiungsarmee Rolf Günther († August 1945 in Ebensee), stellvertretender Leiter des Referates IV B 4 (Auswanderung und Judenangelegenheiten) im Reichssicherheitshauptamt
H Georg Haberkern († 20. Juni 1945), nationalsozialistischer Reichstagsabgeordneter Joachim Hamann († 13. Juli 1945), SS-Sturmbannführer, beteiligt am Mord an 60.000 Juden Paul Heigl († 8. April 1945), Generaldirektor der Österreichischen Nationalbibliothek Reinhold Heller († 7. Mai 1945 in Berlin-Nikolassee) Polizeipräsident von Potsdam, ehemaliger Leiter der Abteilung für die Bekämpfung von Kommunisten bei der Gestapo Konrad Henlein († 10. Mai 1945 in Pilsen), Führer der sudetendeutschen Nationalsozialisten (in Gefangenschaft) Otto Herzog († 6. Mai 1945 in Breslau), nationalsozialistischer Reichstagsabgeordneter Walter Hewel († 2. Mai 1945), SS-Brigadeführer und Staatssekretär im Auswärtigen Amt Heinrich Himmler († 23. Mai 1945 in Lüneburg), Reichsführer der SS, Reichsinnenminister (in Gefangenschaft) Paul Hinkler († wahrscheinlich 13. April 1945), Gauleiter Adolf Hitler († 30. April 1945 in Berlin), Vorsitzender der NSDAP, Reichskanzler und Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches, Oberbefehlshaber der Streitkräfte und Diktator (zusammen mit seiner Ehefrau Eva Hitler, geboren und bekannt als Eva Braun) Ernst Holzlöhner († 14. Juni 1945), KZ-Arzt (in Gefangenschaft)
J Dietrich von Jagow († 26. April 1945 in Meran), SA-Obergruppenführer, deutscher Gesandter in Ungarn Oscar Jaster († 27. April 1945 in Potsdam), SA-Gruppenführer, Führer der SA-Gruppe Oder und Provinzialrat der Provinz Mark Brandenburg Martin Jonas († 14. April 1945 in Leipzig), nationalsozialistischer Senatspräsident beim Reichsgericht Rudolf Jung († 11. Dezember 1945 in Prag), Theoretiker des Nationalsozialismus Hugo Jury († 8. Mai 1945 in Zwettl), Gauleiter von Niederdonau, SS-Obergruppenführer
K Hans Kammler († 9. Mai 1945 durch Gerichtsbeschluss), SS-Obergruppenführer, Leiter des Bauwesens der SS Eberhard Kinzel († 23. Mai 1945 in Idstedt), General der Infanterie Matthias Kleinheisterkamp († 2. Mai 1945 in Halbe), General der Waffen-SS Fritz Knaus († 29. Mai 1945 in Lietzen), nationalsozialistischer Reichstagsabgeordneter Arthur Kobus († April 1945 in Berlin), Generalleutnant Peter Paul Koch († 1. Oktober 1945 in Hamburg), Experimentalphysiker Richard Kolb († 1945 in Bad Reichenhall), Rundfunkintendant, SS-Hauptsturmführer August Korreng († 7. Juni 1945 in Plettenberg), SS-Brigadeführer, Polizeipräsident von Düsseldorf Heinrich Wilhelm Kranz († 5. Mai 1945 in Staßfurt), Professor, Rassenhygieniker, Rektor der Universität Gießen, Rektor der Universität Frankfurt Hans Krebs († 1. Mai 1945 in Berlin), General, Generalstabschef des Heeres Friedrich Wilhelm Krüger († 10. Mai 1945 in Gundernhausen), SS-Obergruppenführer Walter Kubitzky († 26. April 1945 in Berlin), Polizeibeamter, Kriminalrat, Leiter des Dezernats IV E 4 (Abwehr Ost) im Reichssicherheitshauptamt Benedikt Kuner († 14. Mai 1945 bei Altglashütten), NS-Kreisleiter, verantwortlich für den Mord an 5 Kriegsgefangenen
L Rudolf Lange († 23. Februar 1945 in Posen), SS-Standartenführer, als Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD in Riga beteiligt an der Ermordung von über 250.000 Menschen Arthur Lehmann († 19. Juni 1945 in Wernigerode), Reichstagsabgeordneter der NSDAP Robert Ley († 25. Oktober 1945 in Nürnberg), Führer der Deutschen Arbeitsfront (in Gefangenschaft) Willy Liebel († 20. April 1945 in Nürnberg), Oberbürgermeister von Nürnberg Herbert Linden († 27. April 1945 in Berlin), Ministerialdirigent im Reichsministerium des Inneren, Organisator der Anstaltsmorde der Aktion T4 Enno Lolling († 27. Mai 1945 in Flensburg), KZ-Arzt Rudolf Lonauer († 5. Mai 1945 in Neuhofen an der Krems), NS-Euthanasie-Arzt Hans Loritz († 31. Januar 1946), SS-Oberführer
M Ernst Mann († 18. Juli 1945 in Hagenow), Oberfinanzpräsident in Pommern Kurt Mayer († 8. Juni 1945 in Bad Oldesloe), Chef des Reichssippenamtes Georg Meindl († 10. Mai 1945 bei Steyr), Wehrwirtschaftsführer, SS-Brigadeführer