Westside Xtreme Wrestling (wXw) ist eine in Deutschland beheimatete Wrestling-Promotion mit Sitz in Gelsenkirchen. Eigentümerin ist die Firma wXw Europe GmbH. Seit dem 1. Mai 2025 ging der Show-Betrieb auf den Verein Deutscher Wrestlingverband über, derweil die Markenrechte , Showplanungen und die Verpflichtung von Wrestlern weiterhin bei wXw Europe verbleiben. Promotet werden die Events von Westside Xtreme unter dem Banner von westside Xtreme wrestling.

Das auf drei Tage angesetzte 16 Carat Gold Tournament stellt bis heute das kommerziell erfolgreichste Produkt von wXw dar und gilt als größte und bedeutendste Wrestling-Veranstaltung in Europa. 2014 stellte wXw alle Veranstaltungen im Bereich Deathmatch-Wrestling ein und verlagerte ihr Produkt nun ausschließlich auf reines Sports-Entertainment, welches bisweilen mit Hardcore-Elementen durchsetzt ist.

Chronik 2000–2006 Am 24. Dezember 2000 veranstaltete wXw ihr erstes Event, als nach Mitternacht acht Wrestler in der Essener Diskothek „Roxy“ bei wXw Extreme Wrestling Party auftraten. Diese Akteure waren HaTe, SigMasta Rappo, Tyrant, Mark Hammer, Blue Adonis, Barish, Thunder und Claudio Castagnoli. Als Ringansager fungierte kurzfristig der damals 16-jährige Tassilo Jung, welcher allerdings seinen Auftritt krankheitsbedingt abbrechen musste; in dessen Rolle provisorisch Castagnoli trat. Veranstalter und Booker war Peter Wiechers, der in seiner Rolle als HaTe auch aktiver Teil des Events war. Große Unterstützung erhielt die junge Promotion durch Wolfgang Stach und dessen Fan-Magazin Power Wrestling.

Inspiriert wurde wXw von der damaligen US-amerikanischen ECW und infolgedessen wurden frühe Events im damals sehr populären Hardcore-Stil durchgeführt. Als eine der ersten im europäischen Wrestling führte wXw Matches mit Leuchtstoffröhren und Stacheldraht durch.

Rasch etablierte sich wXw in der deutschsprachigen Independent-Szene. Doch geriet sie immer wieder in finanzielle Schwierigkeiten: Die Geschäftsführung bestand zur damaligen Zeit ausschließlich aus der Person Wiechers, welcher realer Besitzer von wXw war. Es fehlten zudem alle Organisationsstrukturen einer Firma sowie ein ordentliches Kassenwesen. Trotz dieser chaotischen Zustände gelang es wXw zu expandieren und ein festes Stammpublikum aufzubauen. So wurde die heute als „Stehplatzkult“ bezeichnete Situation mit der fehlenden Ringabsperrung, die es dem Publikum ermöglichte, nahe am Ring die Matches zu begleiten, aus einer Notlage heraus eingeführt.

Anfänglich nur im Ruhrgebiet (Essen) tätig, weitete wXw ihre Tätigkeiten ab 2001 auch ins südlich gelegene Köln aus, wo sie begann, mit der dortigen GSW zusammenzuarbeiten. Ein Jahr später veranstaltete wXw zudem im niedersächsischen Wittdorf, wo sie ein Fehdenprogramm (wXw vs. NAWA – Harley Nights 2002) zusammen mit der lokalen NAWA durchführte. Zwischen Mai und Juli 2002 veranstaltete wXw Shows in Greven, Mülheim an der Ruhr und in Unna. Als Präsident von wXw agierte zu dieser Zeit Ingo VollenbergIngo Vollenberg, auf cagematch.net, einer der verantwortlichen Booker von GSW. 2004 wurde die Zusammenarbeit von wXw und GSW beendet, da beide Promotionen sich unterschiedlichen Wrestling-Definitionen verschrieben hatten: Während sich wXw dem, von der damaligen WWF betriebenen, Sports-Entertainment annäherte, verblieb GSW weiterhin dem traditionellen Pro-Wrestling, wie es seinerzeit von NWA und WCW praktiziert wurde, verbunden.

2006–2009 Das Jahr 2006 stellte einen Wendepunkt in der Geschichte von wXw dar: Zum einen wurde wXw verkauft, zum anderen stand der sechste Jahrestag der Gründung an. Durch diverse Umstände hatte wXw im Sommer dieses Jahres Essen als dauerhaften Veranstaltungsort verloren. Daher wich sie kurzfristig nach Soest aus, wo auch GSW veranstaltete. Beide Wrestlingveranstalter beschlossen, zum „Jubiläum“ ein Fehdenprogramm (wXw vs. GSW) zu etablieren, bei welchem der wXw-Wrestler Thumbtack Jack auf die Seite der konkurrierenden GSW wechselte und nun gegen verschiedene Gegner aus den Reihen von wXw antrat. Doch ohne einen wirklichen Fehdenabschluss zu vollziehen, wurde das Fehdenprogramm vonseiten wXw beendet und beide Wrestlingveranstalter begannen, in ihren Wrestlingkader (Roster) Akteure der jeweiligen Promotion zu verpflichten und in Events einzubinden.

Im Laufe des Jahres 2006 einigten sich Peter Wiechers mit seinen bisherigen Angestellten Tassilo Jung, Felix Kohlenberg und Christian Michael Jakobi über einen Verkauf von wXw. So ging die inzwischen hoch verschuldete Promotion wXw in den Besitz der neuen wXw Deutschland GbR über. Neben den drei Vorgenannten wurde auch Marc Weingartner Teilhaber der neuen Firma: Weingartner war einer der beiden Kameramänner von wXw, welche begann, ihre Events auf Videotechnik und DVDs zu vermarkten und so eine neue Einnahmequelle zu generieren.

Nach dem Erwerb von wXw begann die neue Trägergesellschaft, ihren Standort von Essen nach Oberhausen zu verlegen. Nachdem Wiechers nicht mehr fürs Booking der Shows verantwortlich war, verlagerte sich der Wrestlingstil der Promotion vom Hardcore-Wrestling auf das technisch basierte Sports-Entertainment, wobei auch Elemente des mexikanischen Lucha Libre und des japanischen Strongstyle übernommen wurden. So wurde bspw. Am 1. August gleichen Jahres die „wXw Hardcore Championship“ ersatzlos eingestellt. Vonseiten wXw begann man zudem, einen internationalen Kader (Roster) aufzubauen: So arbeitete die Promotion dank Doug Williams auch mit Pro Wrestling NOAH (Japan) und mit der NWA zusammen. Paul Tracy und Zack Sabre Jr. wurden dauerhaft verpflichtet, diese waren eng mit NWA verbunden – Tracy war Titelhalter der NWA Ireland und Sabre Jr. Titelhalter in NWA UK Hammerlock. Bedeutende Vertreter des niederländischen und österreichischen Wrestlings sind mit dem Namen Emil Sitoci, Tom Büdgen und Michael Dante (Niederlande) sowie mit Walter Hahn (Österreich) verbunden. Büdgen ist aktuell als Aleister Black unter AEW- und Hahn als Gunther unter WWE-Vertrag stehend. Büdgen (damaliges Gimmick „Tommy End“) und Michael Dante waren erfolgreich in der Tag-Team-Szene von wXw etabliert und hielten als Stable „Sumerian Death Squad“ die „wXw Tag Team Championship“.

Noch Anfang 2006 begann wXw mit der internationalen Wrestlingszene zusammenzuarbeiten. So auch mit der US-amerikanischen IWA Mid-South. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit trat bspw. Mickie Knuckles am 28. und 29. Januar 2006 bei wXw auf und der Besitzer der damaligen IWA-Mid-South, Ian Rotten, gewann am 29. Januar 2006 in Essen die wXw Hardcore Championship, hielt diesen Titel für 82 Tage, um diesen dann am 21. April in Plainfield (Indiana) gegen den Necro Butcher zu verlieren. Derweil knüpfte wXw auch Kontakte mit der europäischen Wrestling-Szene: Tassilo Jung – bekannt in seiner Funktion als Main Referee – trat am 29. April 2006 im schweizerischen Glarus als maskierter Assassin A als aktiver Wrestler an, als er für eine Show der damaligen IWA Switzerland („IWA Switzerland Evolution“) verpflichtet wurde.

Am 10. Dezember 2006 richteten wXw und die im vereinigten Königreich ansässige Promotion X-Sports:Wrestling in Colchester (Essex) ein gemeinsames Deathmatch-Tournament namens „wXw/W-S:W Gorefest – European King Of The Death Matches“ aus, welches von Ian Rotten gewonnen wurde, als er seine Kontrahentin Mickie Knuckels besiegte.

2007 galt wXw sowohl in der nationalen und europäischen als auch in der internationalen Independent-Szene als fest etabliert, und wXw konnte für einige Events Essen als Veranstaltungsort zurückgewinnen. Seit dem Bankrott von ECW (2001) hatte wXw einige Wrestler von der WWF aufgekauften Promotion für einzelne Events unter Vertrag genommen. So bspw. The Sandman („wXw Got Eggs?“ – Tag 2, 19. April 2003) und Raven („wXw Enter The Zone“, 27. März 2004). Aber auch ehemalige WWF-Superstars konnte wXw für ihre Events interessieren und anwerben: Jake „the Snake“ Roberts war einer von ihnen, der am 29. Juni 2002 bei „wXw Broken Rulez 2“ in Essen als Aktiver eingebunden wurde.

Hatte sich in der Vergangenheit die Mehrzahl der wXw-Shows hauptsächlich auf das Ruhrgebiet und auf das Sauerland konzentriert, begann man vonseiten von wXw Deutschland auch den süddeutschen Raum ins Auge zu fassen: So wurden am 27. und 28. Januar 2008 erstmals Events in München abgehalten.

Da wXw aber zu diesem Zeitpunkt durch seinen Produktwandel nicht auf sein etabliertes, Hardcore-geprägtes Stammpublikum verzichten wollte, entschied sich die Promotion bereits im Frühjahr 2008, am 12. April 2008 in Troisdorf das 18+-Event „wXw 18+ – 'lol, i'll pretend u said 18“ abzuhalten. Dieses Event war ausschließlich auf Volljährige ausgerichtet und wurde offiziell nicht beworben. Ferner wurde auf die Etablierung eines in Deutschland stattfindenden internationalen Deathmatch-Tournaments hingearbeitet.

Am 28. Juni 2008 veranstalteten gemeinschaftlich Pro Wrestling Guerrilla und wXw das Event „PGW/wXw European Vaction II: Germany“, welches auch in Essen abgehalten wurde.

Am 9. November 2008 gab es ein gemeinschaftlich organisiertes Event von wXw und Chikara Pro Wrestling („wXw/CHIKARA Tag World Grand Prix 2008“) in Oberhausen.

Thumbtack Jack nahm am 27. November 2008 bei einem von der damaligen IWA East-Coast durchgeführten Show („Masters Of Pain 2008“) teil, wo er überraschend als Sieger gebucht wurde. Dieser nahm auch am 6. und 7. März 2009 an der, von der IWA Mid-South veranstalteten, Show „King Of The Death Matches 2009“ teil, wo er bis ins Finale gelangen konnte. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war wXw in den USA fest als Wrestlingveranstalter etabliert und gilt bis dato dort als Hauptvertreter des deutschsprachigen Wrestlings.

Für die erneute Durchführung eines internationalen Deathmatch-Wrestling-Tournaments („18+ GOREFEST II“) wurde erneut Troisdorf ausgewählt. Zusammen mit dem zuständigen Ordnungsamt begann das wXw Board of Directors, die dafür geltenden Auflagen auszuarbeiten. Man arbeitete vonseiten der Letzteren mit allen Tricks, um dem Zielpublikum eine authentische Veranstaltung darbieten zu können: Man präparierte eigens für das Ordnungsamt Troisdorf Stacheldraht („Gimmick Wire“) und sonstige Gegenstände wie Stühle („Gimmick Chairs“) und erklärte diesem, dass die vorgelegten Sachen ungefährlich und wesentliche Bestandteile dieses Events seien. Um auch den Einsatz von Leuchtstoffröhren zu gewährleisten, stellte der Verantwortliche Booker Tassilo Jung die Behauptung auf, dass auch diese gänzlich ungefährlich seien, wenn sie in einem bestimmten Winkel auf einen menschlichen Körper träfen. Die durch den Einsatz von Leuchtstoffröhren entstandenen blutenden Wunden erklärte dieser schlicht mit „Blading“, der üblichen Selbstverletzung der eingesetzten Wrestling-Akteure. Ein paar Tage vor dem Veranstaltungsbeginn wurde wXw vonseiten des Ordnungsamtes Troisdorf wider Erwarten völlig andere Auflagen vorgegeben, als jene, die einvernehmlich getroffen wurden. So wurde am 4. April 2009 – obgleich Angestellte der Behörde vor Ort waren – alle Matches unter realen Deathmatch-Regeln durchgeführt. Daraufhin untersagte die Stadt Troisdorf wXw jegliche weiteren Veranstaltungen in der Stadt.

2009 wurde zudem die Gesellschaftsform von wXw geändert: Anstelle der aufgelösten wXw Deutschland GbR trat nun die wXw Europe GmbH. Am 11. Juli 2009 wurde erstmals mit dem Event „wXw Souther Expedition“ auch in Mannheim veranstaltet. Am 19. und 26. September gleichen Jahres wurden im nordrhein-westfälischen Bocholt („wXw Full Force VIII“) und im sächsischen Chemnitz („wXw Full Force IX: Eastern Expedition“) weitere Events abgehalten, mit welchen wXw begann, seine Rolle als Marktführer im deutschsprachigen Wrestling zu begründen und auszubauen.