Die Woronja (; auch Kordejok http://lexicon.dobrohot.org/index.php/ВОРОНЬЯ_река) ist ein Fluss auf der Halbinsel Kola in der Oblast Murmansk in Russland.

Der Fluss hat eine Länge von 155 km und ein Einzugsgebiet von 9940 km². Die Woronja hat ihren Ursprung im See Lowosero und fließt in nördlicher Richtung zur Barentssee.

Name Ein samischer Name (nach dem das Dorf Woronje (kildinsamisch Koarrdõgk oder Koardegk) benannt wurde) in den Schreibungen Kardejok oder Kardeiuck ist seit dem Jahr 1593 belegt. Der Sprachwissenschaftler T. I. Itkonen (1891–1968) transkribiert den Namen des Flusses als Kᴖ̀rd-joɢk, ohne einen Wortursprung für den ersten Teil dieser Wortzusammensetzung vorzuschlagen. Der zweite Teil (d. h. joɢk) bedeutet „Fluss“.

Die heutige Benennung des Flusses als Woronja führt der Heimatforscher Alexander Minkin (1924–1995)http://lexicon.dobrohot.org/index.php/МИНКИН_Александр_Алексеевич auf den russischen Namen für den Raben (d. h. Woron) zurück. Minkin etymologisiert den ursprünglich samischen Namen Kordajok als „Fluss des Raben“. Er glaubt, dass dieser Name später zu russisch Woronja lehnübersetzt wurde.

Der Flussname Woronja kommt mehrmals auf der Halbinsel Kola vor. Auch die Woronja in Sibirien (ein Zufluss der Jegoljacha) heißt so, und Woronja ist eine Variante der Woronaja in der Republik Komi (ein Zufluss der Sarjoda).

Wasserkraftnutzung

Es befinden sich zwei Wasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 351 MW und einer Jahresleistung von 1069 GWh entlang der Woronja.

Name Fertig-stellung Leistungin MW Jahres-leistungin GWhSerebrjansk GES-1 1971 204,9 550Serebrjansk HPP-2 1973 150 519

Der Stausee des ersten Kraftwerkes (d. h. Serebrjansk GES-1) flutete unter anderem das ehemalige samische Dorf Woronje. Dessen Bewohner wurden 1963 nach Lowosero umgesiedelt. Diese zum ersten Mal 1608 namentlich erwähnte Siida hörte damit auf zu existieren.

Weblinks

Woronja im Enzyklopädischen Wörterbuch Brockhaus-Efron (russ.) Woronja im Lexikon Kolski Sewer (russ.)

Einzelnachweise

0Woronja Kategorie:Kola