Rudolf Perak (* 29. März 1891 in Wien; † 3. Dezember 1972 in München) war ein österreichischer Komponist und Filmkomponist.

Leben Perak erhielt seine künstlerische Ausbildung am Salzburger Mozarteum. Anschließend arbeitete er als Kapellmeister in der k.u.k.-Provinz (z. B. im Südtiroler Meran) aber auch am Hamburger Operettenhaus und dem Berliner Metropol-Theater. Darüber hinaus betätigte sich der Schauspielersohn als freischaffender Komponist und schrieb Operetten wie Frau im Frack, Der Page des Herzogs und Ein Mädel wie Du.

Mit Anbruch des Tonfilmzeitalters wurde Perak auch für dieses Medium aktiv; das Gros seiner musikalischen Beiträge für den abendfüllenden, deutschen Kinospielfilm verfasste er in Zusammenarbeit mit Kollegen wie Robert Stolz, Nikolaus Brodszky und Michael Jary. Bis 1942 entstanden auch zahlreiche seiner Partituren für die Inszenierungen des belgischen Regisseurs Jan Vanderheyden, nach dem Krieg auch diverse Musiken für Vanderheydens Filmeditorin Edith Kiel, die mittlerweile zur Regie gewechselt hatte.

Während seine Arbeit für den Spielfilm nur einen untergeordneten Anteil ausmacht, war die Komposition für Dokumentar- und Kulturfilme (rund 300 Stück) die Hauptbeschäftigung Peraks für das Medium Film. Außerdem schrieb Perak die Noten zu einer Reihe von Fernsehspielen.

Filme (Auswahl) Spielfilme, wenn nicht anders angegeben 1932: Der Prinz von Arkadien 1933: Hochzeit am Wolfgangsee 1934: Früchtchen (Csibi, der Fratz) 1934: Abenteuer im Südexpreß 1934: Der Meisterboxer 1934: Besuch am Abend 1934: Ich sehne mich nach Dir 1935: Hilde Petersen postlagernd 1936: Stjenka Rasin 1936: Stärker als Paragraphen 1936: Unser Kamerun (Dokumentarfilm) 1937: Signal in der Nacht 1938: Drie flinke kerels 1939: Een engel van een man 1939: Danzig. Land an Meer und Strom (Kurz-Dokumentarfilm) 1939: Zwölf Minuten nach Zwölf 1940: Deutsche Waffenschmieden (Kurz-Dokumentarfilm) 1941: Die englische Krankheit (Kurz-Dokumentarfilm) 1941: Schwätzer oder Kerle? (Kurz-Dokumentarfilm) 1942: Antoon, de flierefluiter 1943: Großstadtmelodie 1944: Der Schneemann (Kurz-Zeichentrickfilm) 1950: Abbiamo vinto 1952: Oh, du lieber Fridolin 1952: Beiderseits der Rollbahn (Dokumentarfilm) 1953: Die rote Linie (Dokumentarfilm) 1954: Schönes Alpenland (Dokumentarfilm) 1954–56: Gold aus Gletschern (Dokumentarfilm) 1956: Boevenprinses 1956: Rendez-vous in het paradijs 1957: Afrika ohne Gnade (Dokumentarfilm) 1958: Worüber man nicht spricht 1958: Zwischen Glück und Krone (Dokumentarfilm) 1958: Wieder aufgerollt: Der Nürnberger Prozess (Dokumentarfilm) 1960: Ein Herz braucht Liebe 1960: De duivel te slim 1961: Seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen (Dokumentarfilm) 1961: De stille genieter 1970: Skifreuden in den Dolomiten (Kurz-Dokumentarfilm)

Literatur Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 3: Peit–Zz. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, , S. 1274. Jürgen Wölfer, Roland Löper: Das große Lexikon der Filmkomponisten. Berlin 2003. S. 398 Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-ROM-Lexikon, Kiel 2009, 2. Auflage, S. 5510. online

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