Boldt & Frings war eine Düsseldorfer Architektengemeinschaft in der Epoche des Historismus, zu der sich die beiden Architekten August Boldt und Josef Frings zusammenschlossen.
Wirken mini|Grabstätte der Familien Boldt und Frings mini|Aktie der Düsseldorfer Thon- und Ziegelwerke AG vom 2. Januar 1900, dem Nachfolgeunternehmen von Boldt & Frings Das Büro entwarf Pläne zu Bauten hauptsächlich in Düsseldorf, aber auch in anderen Orten. Der Architekt Hermann vom Endt (1861–1939) war zeitweise bei ihnen tätig.Endt, Hermann vom. In: Walther Killy (Hrsg.): Deutsche biographische Enzyklopädie. 1. Auflage, Band 3, K. G. Saur, München u. a. 1996, ISBN 3-598-23163-6, S. 112. (eingeschränkte Vorschau) Auf dem „Millionenhügel“ des Düsseldorfer Nordfriedhofs erinnert ein aufwändiges Grabmal an die beiden Düsseldorfer Architekten und ihre Familien.
Das Adressbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf erwähnt für die Jahre 1878, 1886, 1892 und 1894 Boldt, August Architekt … Firma: Boldt & Frings, Leopoldstr. 9 bzw. für die Jahre 1888 und 1890 Boldt und Frings.search.ancestry.com Anfang 1893 firmierte Boldt & Frings (August Boldt u. Josef Frings) mit dem Baugeschäft und einer Dampfziegelei, Hofgartenstraße 9, Telefonnummer 88 für das Baugeschäft, Telefonnummer 89 für die Dampfziegelei.Adressbuch der Stadt Düsseldorf 1893, S. 33. (Digitalisat) Boldt & Frings betrieben zwei Ringofen-Ziegeleien, eine unter der Anschrift Mörsenbroich 94 und 94a am Kittelbach gelegen, die zweite im heutigen Unterrath.Plan des Stadtkreises Düsseldorf, siehe Planquadrate N/4 und M/2, in Adressbuch Düsseldorf 1892
Im Dezember 1882 stürzte ein im Bau befindliches Haus an der Ecke Neußer Straße / Lorettostraße wegen nachlässig ausgeführten Mauerwerks teilweise ein (offenbar ohne Personenschaden); im November des Folgejahrs kam es deswegen zu einer Gerichtsverhandlung, in der die strafrechtliche Schuld von Boldt, Frings und Maurermeister Görtz festgestellt wurde. Mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass Frings „bereits zweimal wegen fahrlässiger Bauführung bestraft“ worden sei, verhängte das Gericht Geldstrafen: für Boldt 200 Mark, für Frings 500 Mark und für Görtz 30 Mark.Düsseldorfer Volkszeitung, 17. Jahrgang 1883, Nr. 320 (vom 28. November 1883), S. 2. Eine negative Wirkung für ihr Ansehen und den Fortgang ihrer Geschäfte ist jedoch nicht zu belegen.
Mit der Herstellung von Ton-, Ziegel- und feuerfesten Waren aller Art konnten Boldt & Frings Mietwohnhäuser in Eigenregie bauen, verwalten, vermieten oder veräußern. Ende des 19. Jahrhunderts hatte die Firma Boldt & Frings ihren Sitz im Haus Uhlandstraße 14, so auch die Anschrift des Architekten Otto Frings. Die am 30. September 1899 gegründete Düsseldorfer Thon- und Ziegelwerke AG übernahm die Geschäfte von Boldt & Frings samt aller Immobilien (mit zusammen über 31 Hektar Fläche) und Mobilien zum Kaufpreis von 1.355.871 Mark; Anfang 1900 und noch 1914 hatte die Aktiengesellschaft ihren Sitz im Haus Collenbachstraße 2; 1914 war Otto Frings Vorsitzender des Aufsichtsrats.Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften, 19. Ausgabe 1914, Band 1, S. 1349 f.
Bauten und Entwürfe 1880: Hauptgebäude für die Gewerbe-Ausstellung für Rheinland, Westfalen und benachbarte Bezirke in Düsseldorf (auf dem späteren Zoo-Gelände; nicht erhalten) 1882: Haus der Gesellschaft „Verein“, Steinstraße 10–16 in Düsseldorf (nicht erhalten)Architekten- und Ingenieur-Verein zu Düsseldorf (Hrsg.): Düsseldorf und seine Bauten. L. Schwann, Düsseldorf 1904, S. 298. 1883: Geschäftshaus der Firma Coppel & Goldschmidt, Mittelstraße 18 in DüsseldorfArchitekten- und Ingenieur-Verein zu Düsseldorf (Hrsg.): Düsseldorf und seine Bauten. L. Schwann, Düsseldorf 1904, S. 348. 1883: Wohnhaus Capellstraße 21 (heute Kapellstraße) in Düsseldorf-Pempelfort (seit 1985 unter Denkmalschutz) 1883: Wohnhaus Josephinenstraße 6 in Düsseldorf 1883: Wohnhaus Corneliusstraße 16 in Düsseldorf 1884: Wohnhäuser Elisabethstraße 101, 103 und 105 in Düsseldorf-Unterbilk (nicht erhalten) 1884: Wohnhäuser Sternstraße 32, 32a und 32b in Düsseldorf-Pempelfort (1884 noch unbewohnt) 1884: Wettbewerbsentwurf für das Gebäude der St. Gallischen Kantonalbank in St. Gallen (nicht ausgeführt)Kommentar zu einer Entwurfszeichnung im Bestand beim Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin, abgerufen am 24. November 2010 1884–1885: Gebäude für die Bergisch-Märkische Bank, Königsplatz 15/16 in DüsseldorfArchitekten- und Ingenieur-Verein zu Düsseldorf (Hrsg.): Düsseldorf und seine Bauten. L. Schwann, Düsseldorf 1904, S. 361 f. 1885–1886: Wohnhaus Ernst Cramer, Hofgartenstraße 6/7 in Düsseldorf (nicht erhalten) 1886: Wohnhaus Josef Frings, Hofgartenstraße 9 in Düsseldorf (nicht erhalten) 1888: Wohnhaus Lorettostraße 53 in Düsseldorf-Unterbilk 1888: Geschäftshaus der Firma Louis Alsberg, Schadowstraße 18 in Düsseldorf 1888: Geschäftshaus der Firma A. Ballauf, Schadowstraße 13/15 in DüsseldorfArchitekten- und Ingenieur-Verein zu Düsseldorf (Hrsg.): Düsseldorf und seine Bauten. L. Schwann, Düsseldorf 1904, S. 338. 1888: Wohnhaus Bleichstraße 10a in Düsseldorf 1888: Gebäude Rosenstraße 94a in Düsseldorf-Pempelfort vor 1891: Palais Trinkaus, Hofgartenstraße 14 in Düsseldorf (nicht erhalten) vor 1891: Wohnhaus Grafenberger Chaussee 80 in Düsseldorf vor 1891: Wohnhaus Nordstraße 90 in Düsseldorf-Pempelfort (nicht erhalten) vor 1891: Wohnhaus Roßstraße 94a in Düsseldorf-Pempelfort vor 1892: Wohn- und Geschäftshaus Schadowstraße 26 in Düsseldorf vor 1892: Wohnhaus Bilker Allee 138/140 in Düsseldorf-Unterbilk 1892: „Hotel Royal“, Bismarckstraße 102 in Düsseldorf (eröffnet am 4. Dezember 1892; nicht erhalten) vor 1893: Wohnhäuser Ankerstraße 135 (heute Schwerinstraße 6), Ankerstraße 138 (heute Schwerinstraße 3) und Ankerstraße 140 (heute Eckhaus Schwerinstraße 1 / Nordstraße 72) in Düsseldorf-Pempelfort vor 1893: Wohnhäuser Nordstraße 74, 76 und 78 in Düsseldorf-Pempelfort vor 1901: Wohnhäuser Ankerstraße 125, 127, 129, 131 (heute Schwerinstraße 8–14) in Düsseldorf-Pempelfort (nicht erhalten) vor 1901: Wohnhaus Nordstraße 88 in Düsseldorf-Pempelfort (nicht erhalten) 1903–1904: Wohnhäuser Franklinstraße 42, 42a, 44, 44a, 46, 46a und 48 in Düsseldorf-Pempelfort (Nr. 42, 42a, 44, und 44a seit 1984 unter Denkmalschutz)Bauherr war die Düsseldorfer Thon- und Ziegelwerke AG, als Architekt wird Otto Frings genannt. 1908: Wettbewerbsentwurf für ein neues Logengebäude der Freimaurerloge „Alfred zur Linde“ in Essen (prämiert mit dem 2. Preis) – Nach wessen Entwurf der Neubau schließlich ausgeführt wurde, ist nicht belegt. vor 1910: Wohn- und Geschäftshaus Nordstraße 110 in Düsseldorf-Pempelfort
Literatur
Willy Weyres, Albrecht Mann: Handbuch zur Rheinischen Baukunst des 19. Jahrhunderts 1800–1880. Köln 1968, S. 34.
Weblinks
Grabmal der Familien Boldt & Frings auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof. deutsches-architektur-forum.de
Einzelnachweise
Kategorie:Architektur (Düsseldorf) Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Düsseldorf) Kategorie:Unternehmen (Preußen) Kategorie:Wirtschaft (Rheinprovinz)