Gianluigi „Gigi“ Buffon [] (* 28. Januar 1978 in Carrara) ist ein ehemaliger italienischer Profifußballer und gilt als einer der besten Torhüter der Fußballgeschichte. Mit 657 Einsätzen ist er Rekordspieler der Serie A sowie mit 176 Länderspielen Rekordnationalspieler der italienischen Nationalmannschaft.

Buffon wurde mehrfach als Welttorhüter des Jahres ausgezeichnet und gewann mit der Nationalmannschaft bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2006 den Weltmeistertitel. Den Großteil seiner Vereinskarriere war er für Juventus Turin aktiv, für den er von 2001 bis 2018 sowie von 2019 bis 2021 spielte und unter anderem zehn italienische Meisterschaften gewann. Seine aktive Karriere beendete er 2023 im Alter von 45 Jahren bei Parma Calcio, wo er auch seine Profikarriere begonnen hatte.

Jugend Gianluigi Buffon wurde in eine sportlich geprägte Familie hineingeboren und ist in der toskanischen Kleinstadt Carrara aufgewachsen. Seine Mutter Maria Stella Masocco war als Leichtathletin aktiv, Vater Adriano Buffon betrieb Gewichtheben.Gianluigi BuffonWas ihr vielleicht von Gianluigi Buffon noch nicht wusstet Auch seine beiden älteren Schwestern, Guendalina (* 1973) und Veronica (* 1975), wurden später in die italienische Damen-Volleyballnationalmannschaft berufen. Der ehemalige Nationaltorwart Lorenzo Buffon war ein Cousin seines Großvaters.

Seine fußballerische Laufbahn begann Buffon als Feldspieler für regionale Amateurvereine. Einen prägenden Einfluss auf seine weitere Entwicklung hatte die WM 1990 in Italien, bei der ihn insbesondere der kamerunische Torhüter Thomas N’Kono beeindruckte. Anschließend wechselte Gigi selbst auf die Torwartposition und machte aufgrund seiner körperlichen Voraussetzungen sowie seines Talents schnell auf sich aufmerksam.Gianluigi Buffon: "Das Schicksal machte aus mir einen Torwart" 1991 wurde er nach einem erfolgreichen Probetraining im Alter von 13 Jahren in die Jugendabteilung der AC Parma aufgenommen. Angebote des FC Bologna und der AC Mailand hatte er wegen der Entfernung abgelehnt, weshalb er seine fußballerische Ausbildung im heimatnäheren Fußballinternat von Parma fortsetzte. Zwei Jahre später (1993) gehörte Buffon zum Kader der italienischen U-16-Nationalmannschaft und belegte mit ihr bei der U-16-EM den zweiten Platz.

Karriere Vereine AC Parma mini|Gianluigi Buffon (1998) Buffon gab am 19. November 1995, im Alter von nur 17 Jahren, gegen die AC Mailand sein Serie-A-Debüt und blieb bei seinem Einstand ohne Gegentor (0:0). Dabei zeigte er spektakuläre Paraden und machte durch starke Reflexe sowie ein gutes Stellungsspiel auf sich aufmerksam, wodurch er das Vertrauen seines Trainers Nevio Scala rechtfertigte.Goal.com: Buffons Serie-A-Debüt Im Verlauf der folgenden Saison 1996/97 entwickelte sich Buffon zum Stammtorhüter und verdrängte Luca Bucci. Die AC Parma wurde mit nur zwei Punkten Rückstand auf Juventus Turin Vizemeister, wobei Buffon in 27 Liga-Einsätzen lediglich 17 Gegentore hinnehmen musste. Nachdem Buffon gegen Inter Mailand einen Elfmeter des brasilianischen Weltfußballers Ronaldo pariert hatte, gaben die Fans ihm den Spitznamen „Superman“ und er galt als eines der größten Torwarttalente Italiens.

Ende der 1990er Jahre erlebte die AC Parma die erfolgreichste Phase der Vereinsgeschichte und überzeugte durch teilweise spektakulären Offensiv-Fußball. Der durch den Nahrungsmittelkonzern Parmalat finanziell großzügig unterstützte und von Calisto Tanzi geführte Klub zählte mittlerweile zu den Topteams der Serie A. Unter Trainer Alberto Malesani gewann die Mannschaft in der Saison 1998/99 sowohl die Coppa Italia als auch den UEFA-Pokal.SPOX: Parma in den 90er-Jahren Im Finale setzten sie sich mit 3:0 gegen Olympique Marseille durch.SpielinfoAC Parma UEFA-Pokalsieger 1999 Für seine Leistungen erhielt Buffon im Jahr 1999 sowohl die Trofeo Bravo als bester Nachwuchsspieler Europas als auch die Auszeichnung des besten Torwarts der Serie A. Schon als junger Profi zählte der Shootingstar zu den Schlüsselspielern eines hochkarätig besetzten Teams, zu dem unter anderem die Verteidiger Fabio Cannavaro und Lilian Thuram sowie Offensivkräfte wie Enrico Chiesa und Hernán Crespo gehörten. Buffon stand bis zum Saisonende 2000/01 bei der AC Parma unter Vertrag und absolvierte 220 Pflichtspiele für die Gialloblu.

Juventus Turin mini|Gianluigi Buffon Am 3. Juli 2001 wechselte Buffon für 54 Millionen Euro zu Juventus Turin und war zu diesem Zeitpunkt der teuerste Torwart der Fußballgeschichte.Teuerste Torhüter-Transfers aller Zeiten Die Rekordsumme wurde erst 2018 überboten. Buffon unterzeichnete einen Fünfjahresvertrag mit einem Jahresgehalt von umgerechnet fünf Millionen Euro.Buffon, teuerster Torwart der WeltTeuerste Torhüter-Transfers aller Zeiten Bei Juve trat er die Nachfolge des wenig überzeugenden Niederländers Edwin van der Sar an, der den Klub verließ. Mit Buffon wechselte auch Lilian Thuram zur Alten Dame, der bis dahin zusammen mit Fabio Cannavaro das Herzstück der Parma-Defensive gebildet hatte.

Nach seinem Wechsel etablierte sich Buffon rasch als zentrale Stütze der Mannschaft und gewann mit Juventus in seinen ersten beiden Spielzeiten zweimal die italienische Meisterschaft (2001/02, 2002/03). Das von Marcello Lippi trainierte Team zeichnete sich insbesondere durch eine äußerst stabile Defensive, in der Buffon eine Schlüsselrolle einnahm, sowie eine gute Organisation aus. Am 28. Mai 2003 erreichten sie zudem das Champions League-Finale, das im Old Trafford ausgetragen wurde. In dem rein italienischen Duell unterlag die Mannschaft der AC Mailand nach einem torlosen Spiel im Elfmeterschießen.Spielinfo Buffon hatte im Verlauf des Wettbewerbs herausragende Leistungen gezeigt und maßgeblich zum Finaleinzug beigetragen, die ihm die Ehrungen des besten Torwarts und besten Spielers der abgelaufenen Saison einbrachten (UEFA Club Football Awards).Buffon Spieler des Jahres Zudem erhielt er erstmals die Auszeichnung als Welttorhüter des Jahres, wodurch er seine Stellung als einer der komplettesten und führenden Torhüter seiner Generation unterstrich.

2004 stieß mit Fabio Cannavaro ein weiterer italienischer Nationalspieler zu Juventus Turin und das wiedervereinigte Trio Buffon – Thuram – Cannavaro bildete den Kern einer der besten Abwehrformationen Europas.Capellos magisches Dreieck In den Spielzeiten 2004/05 und 2005/06 gewann die mittlerweile von Fabio Capello trainierte Mannschaft zwei weitere Meisterschaften, die dem Verein jedoch infolge des Manipulationsskandals später aberkannt wurden. Buffon verpasste aufgrund einer komplizierten Schulterverletzung die Hinrunde 2005/06 und wurde durch Christian Abbiati vertreten.Buffon fehlt Juventus lange Zeit Im Zuge der Enthüllungen des Manipulationsskandals um den Juve-Manager Luciano Moggi, geriet Buffon im Mai 2006 selbst in das Visier der Staatsanwaltschaft Turin. Gegen ihn und drei weitere Profis wurde wegen des Verdachts ermittelt, an illegalen Wetten beteiligt gewesen zu sein. Buffon bestritt die Vorwürfe und erklärte, nicht auf Fußballspiele gesetzt zu haben. Die Ermittlungen gegen ihn wurden später eingestellt. Die systematischen Spielmanipulationen entwickelten sich zum größten Skandal des italienischen Fußballs („Calciopoli“) und am 14. Juli 2006 fällte der Fußballverband sein Urteil: Juventus wurde zum Zwangsabstieg in die Serie B verurteilt, zudem erkannte man dem Verein die beiden zuvor gewonnenen Meistertitel ab.Juve, Lazio und Florenz steigen abTurins Zwangsabstieg bestätigt Während Trainer Capello und zahlreiche Stars die Alte Dame verließen, hielten die Leistungsträger Alessandro Del Piero, Pavel Nedvěd, Mauro Camoranesi, David Trezeguet und Buffon dem Klub die Treue und gingen mit ihm in die zweite Liga.Ballon-d'Or-Sieger, Weltmeister und Legenden: Diese Stars gingen 2006 mit Juventus in die Serie B

Obwohl Juventus mit 17 Minuspunkten starten musste, gelang ihnen 2006/07 erwartungsgemäß der sofortige Wiederaufstieg. Buffons Verbleib erwies sich dabei als elementar für den sportlichen Erfolg und nach dem gelungenen Aufstieg in die Serie A verlängerte er am 7. Juni 2007 seinen Vertrag bis zum Jahr 2012.Buffon bleibt bei Juve 2007/08 und 2008/09 erreichte Buffon mit Juventus unter Claudio Ranieri in der Serie A die Ränge drei bzw. zwei. Danach folgten zwei weniger erfolgreiche Spielzeiten, die jeweils mit Rang sieben abgeschlossen wurden.

Im Sommer 2011 wurde Ex-Juventus-Kapitän Antonio Conte, der mit Buffon bis 2004 zusammen gespielt hatte, Trainer der Turiner. Unter Conte gewann Buffon drei italienische Meisterschaften in Folge und kassierte dabei als Stammtorhüter die wenigsten Gegentore aller Serie-A-Vereine. Im September 2012 wurde sein Kontrakt bis Ende 2016 verlängert.Juve bindet Buffon bis 2016

mini|Gianluigi Buffon im Trikot von Juventus Turin (2014) Nach drei Meistertiteln in drei Jahren, aber mehreren weniger erfolgreichen Auftritten auf europäischer Ebene legte Conte am Ende der Saison 2013/14 sein Amt als Trainer bei Juventus Turin nieder. Sein Nachfolger wurde Massimiliano Allegri, der den Verein auf Anhieb zum Double aus Meisterschaft und Coppa Italia sowie ins Finale der Champions League führte. Am 6. Juni 2015 bestritt der mittlerweile 37-jährige Buffon im Berliner Olympiastadion gegen den FC Barcelona sein zweites Champions-League-Finale. Juventus verlor mit 1:3.

Im Mai 2016 verlängerte Buffon seine Vertragslaufzeit bei Juventus Turin bis Juni 2018.Italienischer Meister: Juventus setzt weiter auf Routinier Buffon Am 6. November 2016 erreichte er mit dem Spiel gegen Chievo Verona als vierter Spieler die Anzahl von 600 bestrittenen Serie-A-Spielen.Juve-Keeper Gianluigi Buffon erreicht 600 Spiele in der Serie A In der Saison 2016/2017 der Serie A wurde Juventus Turin Meister, im Finale der Champions League verloren die Italiener gegen Real Madrid.

Am 17. Mai 2018 kündigte Buffon an, Juventus Turin mit dem Ende der Saison 2017/18 nach 17 Jahren zu verlassen.Eine Legende tritt ab: Buffon sagt Juve Ciao, kicker.de, 17. Mai 2018, abgerufen am 17. Mai 2018. Für Juventus kam er auf insgesamt 509 Ligaeinsätze.Siehe sein Profil auf der Website von Juventus Turin, abgerufen am 31. Mai 2018.

Paris Saint-Germain Zur Saison 2018/19 wechselte Buffon in die französische Ligue 1 zu Paris Saint-Germain. Er unterschrieb beim amtierenden Meister, Pokal- und Ligapokalsieger einen Einjahresvertrag mit einer Option auf eine weitere Spielzeit., psg.fr, 6. Juli 2018, abgerufen am 6. Juli 2018. (englisch) Unter Thomas Tuchel wechselte sich Buffon mit Alphonse Aréola im Tor ab. Neben 17 Ligaspielen kam Buffon fünfmal in der Champions League zum Einsatz, darunter in beiden Achtelfinalspielen, in denen PSG gegen Manchester United ausschied. Mit PSG gewann er den Supercup und die Meisterschaft.Mein Abenteuer außerhalb Italiens endet : Buffon verlässt PSG, kicker.de, 5. Juni 2019, abgerufen am 9. Juni 2019.

Rückkehr zu Juventus