Die 93. Infanterie-Division (93. ID) war Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.
Geschichte
Aufstellung Die 93. Infanterie-Division wurde am 17. September 1939 auf dem Truppenübungsplatz Jüterbog im Wehrkreis III als Division der 5. Welle aufgestellt und mit tschechischer Ausrüstung versehen. Zunächst bestand die Division nur aus zwei Regimentern, von denen eines (Infanterie-Regiment 271) aus der SA-Standarte Feldherrnhalle hervorgegangen war. Nachträglich wurde das Infanterie-Regiment 270 hinzugefügt.Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 6: Die Landstreitkräfte 71–130. Biblio-Verlag, Osnabrück 1972, ISBN 3-7648-0872-1, S. 126 f.
Westwall Zuerst der 1. Armee in der Saarpfalz zugeteilt, stand die Division während des Polenfeldzug im Westen.
Beurlaubung Die Division wurde ab August 1940 beurlaubt.
Im Februar 1941 erfolgte die Wiedereinberufung.
Westfeldzug Im Frühjahr 1941 nochmals in Frankreich eingesetzt.
Unternehmen Barbarossa Nach Beginn des Angriffs kämpfte sich die 93. Infanterie-Division in der ersten Phase des Unternehmen Barbarossa über Lettland, und Estland nach Nordrussland vor. Danach war sie bis April 1942 an der Leningrader Blockade am Oranienbaumer Kessel beteiligt. Anschließend erfolgte eine Verlegung an die Wolchow-Front.
1943 wurde das Grenadier-Regiment 271 „Feldherrnhalle“ zur Bildung der Panzer-Grenadier-Division Feldherrnhalle herangezogen; die 93. Infanterie-Division blieb bis zur Umgruppierung im September 1943 zweigleisig.
Truppenerprobung MP 43 Im September 1943 verlief die erste großangelegte Truppenerprobung der MP 43, das spätere Sturmgewehr 44 in der Einheit.Welt Online: Warum wollte Hitler das beste Gewehr nicht?, Stand 9. September 2013.
Ab 1944 Rückzugsbewegungen durch Livland, Kurland und dem Samland.
Kapitulation Die Reste der Division begaben sich im April 1945 in der Danziger Bucht auf der Halbinsel Hela in sowjetische Kriegsgefangenschaft.
Gliederung +Veränderungen der Gliederung der 93. ID von 1939 bis 19431939 1943 Infanterie-Regiment 270 aus Wehrkreis XII Grenadier-Regiment 270 (bis September 1943) Infanterie-Regiment 271 aus Wehrkreis X und aus SA-Standarte Feldherrenhalle(erhielt am 9. August 1942 die Bezeichnung „Feldherrnhalle“) Grenadier-Regiment 271 Feldherrnhalle (ab Februar 1943 zur Aufstellung der Panzergrenadier-Division „Feldherrnhalle“) Infanterie-Regiment 272 aus Wehrkreis III Grenadier-Regiment 272 (bis September 1943) --Grenadier-Regiment 273 (ab September 1943) (aus Teilen von GR 270 und GR 272 gebildet) -- Feldersatz-Bataillon 193 -- Divisions-Füsilier-Bataillon 93Artillerie-Regiment 193 Panzerabwehr-Abteilung 193 aus Wehrkreis X und Wehrkreis III Panzerjäger-Abteilung 193Pionier-Bataillon 193Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 193Infanterie-Divisions-Nachschubführer 193
Kommandeure +Divisionskommandeure der 93. IDSamuel W. Mitcham: German Order of Battle: 1st-290th Infantry divisions in World War II. Stackpole, 2007. ISBN 0-8117-3416-1. S. 154. Dienstzeit Dienstgrad Name 1. September 1939 bis 1. Mai 1943 Generalleutnant Otto Tiemann 1.–31. Mai 1943 Oberst Gottfried Weber 31. Mai bis September 1943 Generalleutnant Otto Tiemann September bis 1. Oktober 1943 Oberst Horst von Mellenthin 1. Oktober 1943 bis 20. Juni 1944 Generalleutnant Karl Löwrick 20. Juni bis 27. Juli 1944 Generalleutnant Erich Hofmann 27. Juli bis 1. September 1944 Oberst Hermann 1. September 1944 bis 18. April 1945 Oberst Kurt Domansky
Bekannte Divisionsangehörige Artur Axmann (1913–1996) war Reichsjugendführer Burkhart Müller-Hillebrand (1904–1987) war von 1961 bis 1965, als Generalleutnant des Heeres der Bundeswehr, stellvertretender Chef des Stabes im Supreme Headquarters Allied Powers Europe (SHAPE) der NATO und Buchautor Gottfried Weber (1899–1958), war 1958, als Generalmajor des Heeres der Bundeswehr Inspizient der Infanterie
Quellen NARA (National Archives and Records Administration, USA): NARA microfilm publication T-315, Roll R-1162: Kriegstagebücher der 93.ID
Literatur Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 6: Die Landstreitkräfte 71–130. Biblio-Verlag, Osnabrück 1972, ISBN 3-7648-0872-1, S. 126–130.
Weblinks
93. Infanterie-Division auf EHRI-Portal aus dem Bundesarchiv
Einzelnachweise
Kategorie:Infanteriedivision (Wehrmacht) Kategorie:Division der 5. Aufstellungswelle Kategorie:Gegründet 1939 Kategorie:Aufgelöst 1945 Kategorie:Jüterbog