Peter Bernard Checkland (* 18. Dezember 1930 in Birmingham; † 17. Mai 2026) war ein britischer Managementforscher und Systemdenker. Er war Emeritus Professor of Systems an der Lancaster University und wurde als Begründer der Soft Systems Methodology bekannt.
Leben Checkland studierte Chemie am St John’s College der University of Oxford und erhielt dort 1954 einen M.A. mit First-Class Honours. Nach dem Studium arbeitete er 15 Jahre lang bei Imperial Chemical Industries in Forschung und Entwicklung und leitete zuletzt eine etwa 100-köpfige Gruppe für Prozess- und Produktentwicklung. Im Jahr 1969 wechselte er an die neu gegründete Lancaster University, wo er als zweiter Professor an die Abteilung für Systems Engineering berufen wurde. Dort baute er ein Aktionsforschungsprogramm auf, das über drei Jahrzehnte lief und aus dem die Soft Systems Methodology hervorging. Zu seinen Auszeichnungen zählten die Präsidentschaft der Society for General Systems Research im Jahr 1986, Ehrendoktorwürden der City University London, der Open University, der Erasmus-Universität Rotterdam und der Wirtschaftsuniversität Prag, die Beale Medal, der INCOSE Pioneer Award und die Gold Medal der UK Systems Society. Checkland starb am 17. Mai 2026 im Alter von 95 Jahren.
Wirken Checklands Arbeit zielte darauf, schwer strukturierbare organisatorische Problemsituationen nicht als objektiv gegebene technische Probleme zu behandeln, sondern als Situationen mit mehreren legitimen Deutungen. Die daraus entwickelte Soft Systems Methodology verschob den systemischen Fokus von einem vermeintlichen System in der Welt auf den Prozess der Untersuchung selbst. Die Methode soll Lernen und Verständigung zwischen Beteiligten fördern, statt ein vorab eindeutig definiertes Problem lediglich zu lösen. Zu den bekannten Elementen von SSM gehören rich pictures, root definitions, konzeptionelle Modelle und das Akronym CATWOE für zentrale Perspektiven einer Problemsituation. SSM ist eine der verbreiteteren Systemmethoden, wobei hervorzuheben ist, dass weiche Systemansätze nicht von objektiv vorhandenen Problemen ausgehen. Checklands Unterscheidung zwischen „harten“ und „weichen“ Systemansätzen gilt als wichtiger Beitrag zum Systemdenken in Management- und Informationssystemforschung. Sein Buch Systems Thinking, Systems Practice erschien 1981 und wurde 1999 in einer Ausgabe mit einer dreißigjährigen Retrospektive neu veröffentlicht.
Veröffentlichungen 1981, Systems Thinking, Systems Practice, Wiley [rev 1999 ed] (ISBN 978-0-471-98606-5) 1990, Soft Systems in Action, Wiley (mit Jim Scholes) [rev 1999 ed] (ISBN 978-0-471-98605-8) 1998, Information, Systems and Information Systems, Wiley (mit Sue Holwell) (ISBN 978-0-471-95820-8) 2006, Learning For Action: A Short Definitive Account of Soft Systems Methodology, and its use Practitioners, Teachers and Students, Wiley (mit John Poulter) (ISBN 978-0-470-02554-3)
Literatur Magnus Ramage, Karen Shipp: Systems Thinkers. Springer, Berlin/Heidelberg 2009, S. 149 ff. ISBN 978-1-84882524-6. (bei Google-Books)
Weblinks Webpräsenz von Peter Checkland
Einzelnachweise
Kategorie:Wirtschaftsingenieur Kategorie:Hochschullehrer (Lancaster, Lancashire) Kategorie:Ehrendoktor der City, University of London Kategorie:Ehrendoktor der Open University Kategorie:Ehrendoktor der Erasmus-Universität Rotterdam Kategorie:Ehrendoktor einer Universität in Tschechien Kategorie:Brite Kategorie:Geboren 1930 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann