Pustary (deutsch Pustar) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Es gehört zu der Gmina Dygowo (Landgemeinde Degow) im Powiat Kołobrzeski (Kreis Kolberg).

Geographische Lage Das Dorf liegt im Norden der polnischen Woiwodschaft Westpommern, etwa 7 km südwestlich von Dygowo (Degow), 10 km südöstlich von Kołobrzeg (Kolberg) und 104 km nordöstlich der Provinzhauptstadt Stettin. Es gehört zur historischen Region Hinterpommern.

Geschichte mini|Gutshaus (Aufnahme von 2010) Pustar war ursprünglich ein einzeiliges Zeilendorf, das sich später zu einem bloßen Rittergut entwickelte.Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 589–590, Nr. 92.Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil III, Band 1, Anklam 1867, S. 410–412. Laut Urkunden waren ältere Ortsnamen Pustarze (1363), Pustars (1565) und Putstars (1572). Pustar bestand im 17. Jahrhundert aus drei Teilen A, B und C, wozu später noch ein vierter Teil D kam. Um 1864 gab es in Pustar mit der Mühle 18 Wohngebäude, darunter das herrschaftliche Wohnhaus, das Schulhaus und ein Ortsvorstandshaus, sowie rund 210 EinwohnerDie Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin (herausgegeben vom Preußischen Finanzministerium). Berlin 1866, S. 42., die in 29 Familien lebten.

Nachfolgend sind, sofern bekannt, die Gutsherren mit dem Jahr der Erwähnung aufgelistet: Magnus Pustars, 1565/72 Franz und Hans Pustars, 1583 Wulf und Peter von Pustar, 1624/28/31 Heinrich d. Ä., Jürgen, Peter und Ewald von Pustar, 1666 Pustar B ist im Besitz von Franz Caspar und Claus Magnus von Pustar, vor 1694 Felix Kundenreich, Käufer von Pustar A und B, 1694 Ders. verkauft Pustar B an Heinrich Wilhelm von Pustar, 1705 Kundenreich kauft Pustar C hinzu, 1707 Bogislav Liebeherr kauft Pustar B von H.W.v.Pustars Erben, Jan. 1730 „Kriegscomnissarius“ Matthäus Hensel kauft Pustar B von Liebeherrs Erben, Nov.–Dez. 1730 Christian Selle ersteht Pustar A und C von Kundenreichs Witwe, 1737 Major Henning Alexander von Kahlden bekommt das gesamte Gut erteilt, 1744 Ders. tritt seine Rechte an die Besitzer der Höfe ab, 1747 Christian Selle kauft den Teil des „Schloßrentmeisters“ Stürmer hinzu, 1747 Anna Sophia Madeweis geb. Hensel, Tochter von Matthäus. H., Ehefrau des Kolberger Bürgermeisters, erbt Pustar B, 1759 Heinrich Kuhze, Selles Schwiegersohn, erbt dessen Teilhöfe, zw. 1747 u. 1765 Ders. verkauft Pustar C und den ehem. Stürmer’schen Teil an Peter Lewezow, 1765 Pustar A gerät an Kuhzes Witwe Lucia geb. Selle, inzw. verh. Brand(t), 1776 Pustar A und B sind im Besitz der Gebrüder Brandt, Teile C und D den Gebrüdern Levezow, 1804 Pustar C und D werden von Heinrich Wartemeyer erworben, irgendwann nach 1804 Premierleutnant Carl Ludwig Damm erwirbt nach und nach alle vier Hofteile, 1823/30/32/37 Alle Teile werden wieder zu einem Rittergut vereint, 1843 Rudolf Damm, Sohn Carl Ludwig Damms, erbt 1855 Carl Damm erbt 1863 Vorübergehend übernimmt eine Erbengemeinschaft das Gut, um 1920 Frau Wally Damm erbt das Gut und bewirtschaftet es bis 1945

Der Großbetrieb Pustar umfasste 1939 insgesamt 555 Hektar.

Bis 1928 bildete Pustar einen eigenen Gutsbezirk im Kreis Kolberg-Körlin. 1928 wurde es im Zuge einer Gebietsreform in die benachbarte Gemeinde Zwilipp eingemeindet.

Um die Jahreswende 1945/1946 vertrieben polnische Milizen die deutsche Bevölkerung des Dorfes, wie auch in allen anderen Dörfern Hinterpommerns so geschehen, siehe Geschichte Pommerns. Nachfolgend wurde es von Polen besiedelt.

Kirchspiel Seit der Einweihung der Zerniner Kirche im Jahre 1281 gehörte das Dorf bis zum Jahre 1911 zu dessen evangelischem Pfarrsprengel, danach zum Kirchspiel Zwilipp.

Gutshaus Die Fassade des Gutshauses ist 10-achsig, in der Mitte einen zweigeschossigen Giebel mit Arkadenbögen vor dem Portal.

Literatur Manfred Vollack: Das Kolberger Land. Seine Städte und Dörfer. Ein pommersches Heimatbuch. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1999, S. 719–720.

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Fußnoten

Kategorie:Ort in Pommern Kategorie:Ort der Woiwodschaft Westpommern Kategorie:Gmina Dygowo