mini|Die Porte St.-Denis mini|Frontispiz seines Cours d’Architecture mini|Analyse der Ionischen Säulenordnung nach Palladio Nicolas-François Blondel (* um 1618Das Geburtsdatum ist bis heute nicht bekannt. Kruft (Hanno-Walter Kruft: Geschichte der Architekturtheorie: Von der Antike bis zur Gegenwart. Verlag C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-34903-X) nennt 1617 und beruft sich auf Henry Lemonnier (Hrsg.): Procès-Verbaux de l’Academie Royale d’Architecture 1671–1793. Paris 1911. in Ribemont; † 21. Januar 1686Die kleine Enzyklopädie. Encyclios-Verlag, Zürich 1950, Band 1, S. 195 in Paris) war ein französischer Baumeister und Ingenieur, der es als Marschall und Diplomat zu höchsten Ehren brachte. Er wird als einer der wichtigsten Theoretiker der rationalistischen Architektur der Zeit Colberts angesehen. Seit 1669 war er Mitglied der Académie des sciences.

Leben Aus einer HofbeamtenfamilieHanno-Walter Kruft: Geschichte der Architekturtheorie: Von der Antike bis zur Gegenwart. Verlag C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-34903-X, S. 146 stammend und „während eines bewegten Lebens im Rahmen des Militärs“ als FestungsbaumeisterChristian Freigang: François Blondel. In: Bernd Evers (Hrsg.): Architekturtheorie: Von der Renaissance bis zur Gegenwart. Taschen Verlag, Köln 2006, ISBN 3-8228-5082-9, S. 156 studierte er die Ingenieurwissenschaften und Mathematik, doch bald wandte er sich den bildenden Künsten zu. Er wurde zum Diplomaten in Missionen in Italien, Griechenland, der Türkei und Ägypten, aber auch zum Erzieher und Reisebegleiter von mehreren adligen Söhnen, darunter auch denen Colberts.

Académie royale Von diesem wurde er 1672 zum ersten Direktor der Académie royale d’architecture in Paris ernannt. Durch staatliche Verordnung gegründet, hatte die Académie, die zusammen mit anderen von Colbert nach dem Vorbild der Académie Française gegründet wurde, die Aufgabe, verbindliche Regeln und Normen der Architekturtheorie zu entwickeln, durchzusetzen und auch im Ausland zu propagieren. Die Académie bestand zunächst aus insgesamt acht Mitgliedern, die zunächst die verfügbare Literatur lesen, sichten und daraus einen Literatur- und Themenkanon bilden sollten. Während die mittelalterliche Architektur schnell als unerträglich verworfen wurde, war die Beurteilung antiker Zeugnisse und Quellen der (italienischen) Renaissance, auch wegen fehlender brauchbarer Bauaufnahmen,Hanno-Walter Kruft: Geschichte der Architekturtheorie: Von der Antike bis zur Gegenwart. Verlag C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-34903-X, S. 147 sehr viel umstrittener. Daraus resultierte die Querelle des anciens et des modernes, ein Richtungsstreit, als dessen konservativer Protagonist Blondel gelten kann.

Architekturtheorie Das Hauptwerk seiner theoretischen Schriften, Cours d’Architecture (1675–1683), ist das Ergebnis Blondels zweimal wöchentlich gehaltener Vorlesungen vor der Académie und ein klarer Ausdruck der rational gebauten französischen Architekturtheorie. Er vertritt hierin konsequent einen Entwicklungsgedanken vom Einfachen zum Verfeinerten, eine Folgerichtigkeit der Architektur von der Urhütte bis zu den ausdifferenzierten Säulenordnungen, die ein geschlossenes System bildet, das gegen Einwände und widersprüchliche Entwicklungen taub ist.

Blondel schuf den Triumphbogen Porte Saint-Denis an Stelle der unter Ludwig XIV. dort gerade abgerissenen Stadtmauer.

Werke Bauwerke Porte St.-Denis, Paris, 1672 Erster Entwurf für das Zeughaus Berlin, 1685

Schriften Cours d’Architecture, Bände 1–5, Paris 1675–1683 Online: Band 1, Band 2/3 Band 4/5 (Uni Heidelberg) L'art de jetter les bombes (...). Paris 1683. (Digitalisat books.google.de) Die Kunst Bomben zu werffen, Das ist: Neu-ausgefundene Art die Weiten und Höhen der Würffe und Bogen-Schüsse, nach allerhand Elevationen der Stücke oder Böller zu finden. Hoffmann, Nürnberg 1686. (Digitalisat der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, abgerufen am 25. September 2026) Neue Manier Vestungen zu bauen (...). Johann Hoffmann, Nürnberg 1686. (Digitalisat der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, abgerufen am 25. September 2026)

Nachdrucke Résolutions des quatre principaux problèmes d’architecture par M. Blondel et Ouvrages de Mathématique de M. Frénicle. Mortier, Amsterdam 1736. ()

Literatur Antoine Picon: Architectes et ingénieurs au siècle des lumières. Parenthèses, Marseilles 1988, ISBN 2-86364-049-6. Hanno-Walter Kruft: Geschichte der Architekturtheorie: Von der Antike bis zur Gegenwart. Verlag C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-34903-X. Christian Freigang: François Blondel. In: Bernd Evers (Hrsg.): Architekturtheorie. Von der Renaissance bis zur Gegenwart. Taschen Verlag, Köln 2006, ISBN 3-8228-5082-9.

Weblinks

Digitalisierte Schriften Blondels der Universitätsbibliothek Heidelberg

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Frankreich) Kategorie:Baumeister Kategorie:Französischer Diplomat Kategorie:Mitglied der Académie des sciences Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren im 17. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1686 Kategorie:Mann