Brycon ist eine weitverbreitete Fischgattung der Salmlerartigen (Characiformes) in Südamerika.
Merkmale Die Fische werden zehn Zentimeter bis über einen halben Meter lang. Charakteristisch für die Gattung ist die Bezahnung, die im Unterkiefer aus einem Paar großer, konischer Zähne und sich seitlich daran anschließenden kleineren Zähnen besteht.
Verbreitung mini|Der Rio da Prata in Brasilien (Mato Grosso do Sul) Die Gattung Brycon ist in Mittel- und Südamerika mit Schwerpunkt in Amazonien und dem Paraná-Flusssystem weit verbreitet. Brycon hilarii hat sein Hauptvorkommen im Flussbecken des Rio Paraná und des Río Paraguay, während sich Brycon opalinus vorwiegend in den Flüssen der brasilianischen Ostküste im Mata Atlânticaatlantischer Regenwald findet. Brycon amazonicus stammt aus dem Amazonasbecken. Sehr häufig ist er auch im Rio Tocantins und Rio Araguaia zu finden. Brycon insignis lebt in Fließgewässern des brasilianischen Bundesstaates Rio Grande do Sul.
Ernährung Die meisten Arten der Gattung Brycon sind vegetarisch und ernähren sich von Blättern, Früchten und Pflanzensamen.
Lebensweise mini|Fischschwärme mit Brycon-Arten im Rio Bonito Piraputangas und Matrinxãs halten sich gern in der dicht bewachsenen Uferregion großer Flüsse auf, wo sie überwiegend pflanzliche Nahrung zu sich nehmen. In klaren Gewässern sind häufig große Schwärme und Schulen der beiden Arten in der Uferzone unter überhängenden Bäumen und Büschen zu beobachten. Der Matrinxã entwickelt sich bei zunehmender Größe zum Allesfresser, der auch gerne Anflugnahrung in Form von kleinen Insekten nimmt. Während der Trockenperiode wird sogar überwiegend tierische Nahrung, z. B. Kleinfische, erbeutet.
Arten mini|Brycon cf. amazonicus Bisher wurde 43 der Gattung Brycon beschrieben: Brycon alburnus (Günther, 1860) Brycon amazonicus (Spix & Agassiz, 1829) Brycon argenteus Meek & Hildebrand, 1913 Brycon atrocaudatus (Kner, 1863) Brycon behreae Hildebrand, 1938 Brycon bicolor Pellegrin, 1909 Brycon cephalus (Günther, 1869) Brycon chagrensis (Kner, 1863) Brycon coquenani Steindachner, 1915 Brycon costaricensis Angulo & Gracian-Negrete, 2013 Brycon coxeyi Fowler, 1943 Brycon dentex Günther, 1860 Brycon devillei (Castelnau, 1855) Brycon falcatus Müller & Troschel, 1844, (Typusart) Brycon ferox Steindachner, 1877 Brycon fowleri Dahl, 1955 Brycon guatemalensis Regan, 1908 Brycon henni Eigenmann, 1913 Brycon hilarii (Valenciennes, 1850) Brycon insignis Steindachner, 1877 Brycon labiatus Steindachner, 1879 Brycon medemi Dahl, 1960 Brycon meeki Eigenmann & Hildebrand, 1918 Brycon melanopterus (Cope, 1872) Brycon moorei Steindachner, 1878 Brycon nattereri Günther, 1864 Brycon obscurus Hildebrand, 1938 Brycon oligolepis Regan, 1913 Brycon opalinus (Cuvier, 1819) Brycon orbignyanus (Valenciennes, 1850) Brycon orthotaenia Günther, 1864 Brycon pesu Müller & Troschel, 1845 Brycon petrosus Meek & Hildebrand, 1913 Brycon polylepis Mosco Morales, 1988 Brycon posadae Fowler, 1945 Brycon rubricauda Steindachner, 1879 Brycon sinuensis Dahl, 1955 Brycon stolzmanni Steindachner, 1879 Brycon striatulus (Kner, 1863) Brycon unicolor Mosco Morales, 1988 Brycon vermelha Lima & Castro, 2000 Brycon whitei Myers & Weitzman, 1960
Nutzung Einige Arten der Gattung Brycon wie der Matrinxã sind Hauptfische für die Teichwirtschaft und Aquakultur in Amazonien. Züchter versuchen das genetische Potential von Brycon amazonicus für die menschliche Ernährung auszuschöpfen.Genetic monitoring of the Amazonian fish matrinchã (Brycon cephalus) using RAPD markers: insights into supportive breeding and conservation programmes in http://www.ibb.unesp.br/departamentos/Morfologia/home_depto/Cesar/documentos/20.pdf Dabei sollen Hormonbehandlungen das Wachstum der Jungfische beschleunigen.Larval performance of matrinxã, Brycon amazonicus (Spix & Agassiz 1829), after maternal triiodothyronine injection or egg immersion in http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1365-2109.2008.02002.x/abstract Dabei wird mit Vitamin-C-Gaben ihre Ernährung optimiertscielo.br und durch Massenhaltung bedingte parasitäre Erkrankungenscielo.br bekämpft. Ähnliche Studien werden auch bei Brycon opalinus durchgeführt. Im Naturpark Rio da Prata und Rio Bonito bei Jardim im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul werden Tauchgänge für Touristen in den kalkhaltigen und klaren Flüssen angeboten, in denen Piraputangas und Matrinxãs in natürlicher Umgebung beobachtet werden können.bonitoweb.com.br: (portugiesisch) Die kräftigen Matrinxãs und Piraputangas erreichen Gewichte bis 4,5 Kilogramm und Längen bis 70 Zentimeter und sind daher beliebte Angelfische.
Weblinks
Fotos auf: ilhadopescador.com.br, loucosporpesca.com.br, pescaeturismo.com.br
Literatur Günther Sterba: Süßwasserfische der Welt. Weltbild Verlag, Augsburg 2002, ISBN 3-89350-991-7, S. 63–64. Roberto E. Reis, Sven O. Kullander, Carl J. Ferraris: Check list of the freshwater fishes of South and Central America. Pontifícia Universidade Católica do Rio Grande do Sul, Porto Alegre 2003, ISBN 85-7430-361-5.
Einzelnachweise
Kategorie:Salmlerartige Kategorie:Characiformes