mini|Ncuti Gatwa spielte von Dezember 2023 bis Mai 2025 die Rolle des 15. Doktors (2019) Der Doktor ist die zentrale Hauptfigur der britischen Science-Fiction-Fernsehserie Doctor Who. Da der Begriff darin weniger als akademischer Titel, sondern eher als Eigenname verwendet wird, ist in diesem Zusammenhang mitunter auch im Deutschen die Schreibweise Doctor geläufig.
Er ist ein mysteriöser Zeitreisender, dessen wahrer Name nicht bekannt ist, da er sich meist schlicht als „der Doktor“ vorstellt (aus der wiederkehrenden Frage nach seinem Namen „Doctor… who?“ ergab sich der Serientitel). Er reist mit wechselnden Begleitern in der lebendigen Zeit-Raum-Maschine TARDIS, die von außen wie eine alte britische Polizei-Zelle aussieht, und wird dabei in verschiedene Abenteuer verwickelt. Der erste Doktor wurde 1963 von William Hartnell verkörpert, bis Mai 2025 spielte Ncuti Gatwa den fünfzehnten Doktor.
Hintergrund Zur Person Den Doktor umgeben von Anfang an viele Geheimnisse. Man erfährt nur selten persönliche Dinge über ihn. Er besitzt eine Zeit-Raum-Maschine, die TARDIS genannt wird, die von innen wesentlich größer ist und die äußere Erscheinung einer altmodischen englischen Polizei-Notrufzelle hat. Um nicht zu einsam zu sein, reist der Doktor für gewöhnlich mit ausgewählten Begleitern. Die erste Begleiterin war seine 15-jährige Enkelin Susan Foreman. Später sind es unterschiedliche Personen, die dem Doktor meist zufällig begegnen, ein Abenteuer mit ihm durchleben und sich daraufhin seinen Reisen anschließen. Über die Jahre hinweg waren dies vor allem Menschen von der Erde, aber auch der Roboterhund K-9 oder Reisende von fernen Planeten. Der Doktor selbst gehört zu einer Spezies, die Timelords heißt und vom Planeten Gallifrey stammt. In seiner achten Inkarnation behauptet er einmal, er selbst wäre nur ein halber Timelord und würde mütterlicherseits von einem Menschen abstammen. Allerdings kann dies auch eine Aussage aus Verwirrungen auf Grund kürzlichen post-regenerativen Gedächtnisverlusts sein oder auch im übertragenen Sinn zu verstehen sein, da er sich geistig so nah an der irdischen Kultur wie an der untergegangenen der Timelords sieht.Doctor Who – Der Film (1996). Dem entgegen ist eine halb-menschliche Version des zehnten Doktors später schockiert darüber, nur halber Timelord zu sein. Die Implikation, dass er ein Timelord/Mensch-Hybrid sei, verwirft der zwölfte Doktor ebenfalls.Folge 9.12, neue Serie: Hell Bent [dt. Titel: In Teufels Küche] Im Special The End Of Time – dem letzten Abenteuer des zehnten Doktors – tritt ferner eine namenlose Timelady auf, die besagter Doktor zu erkennen scheint. Laut Showrunner Russel T. Davis soll sie die Mutter des Doktors sein, was umso mehr der Aussage einer menschlichen Mutter widerspricht. Unabhängig, ob es sich bei der Aussage des achten Doktors um einen Bluff handelte oder nicht, wuchs der Doktor dennoch auf dem Heimatplaneten der Timelords, Gallifrey, auf.
Doktor Wer? Wie der Doktor mit bürgerlichen Namen heißt, ist bis heute sein größtes Geheimnis. Er stellt sich stets als „the Doctor“ (deutsch: der Doktor) vor, woraufhin oftmals die Frage folgt, welche der Serie ihren Titel gibt: „Doctor who?“ (deutsch: Doktor wer?). Wenn er einmal nicht umhinkommt, mit einem gewöhnlichen Namen aufzutreten, nennt er sich meist „John Smith“ – ein Name, der die Kombination aus dem im Englischen häufigsten (Männer-)Vor- und Nachnamen darstellt.Folge 1.09 neue Serie: The Empty Child [dt. Titel: Das leere Kind]Folge 2.03 neue Serie: School Reunion [dt. Titel: Klassentreffen] Hinsichtlich der Frage, ob bzw. in welchem Fachgebiet er überhaupt einen Doktortitel habe, gibt es im Laufe der Serie verschiedene Angaben. So erklärte er zunächst, kein Doktor der Medizin zu sein, gibt aber später an, bei den bekannten Chirurgen Joseph Lister und Joseph Bell studiert zu haben und spezifiziert schließlich, er habe im 19. Jahrhundert in Glasgow auf einen medizinischen Abschluss hin studiert.Serial 4.23–26 klassische Serie: The MoonbaseFolge 2.02, neue Serie: Tooth and Claw [dt. Titel: Mit Zähnen und Klauen] Es wird zudem mehrfach erwähnt, dass er Doktor vieler Disziplinen sei (englisch: a doctor of many things).Serial 12.17–20 klassische Serie: Revenge of the Cybermen
Der Doktor verbirgt seinen Namen aus unbekannten Gründen. Angedeutet wird lediglich, dass ihm sein echter Name unangenehm sei. Nachdem sie in den Gedanken des Doktors gelesen hat, stellt Mademoiselle de Pompadour fest, es sei mehr als nur ein Geheimnis.Folge 2.04 neue Serie: The Girl in the Fireplace [dt. Titel: Das Mädchen im Kamin] Seine Begleiterin Professor River Song entschuldigt sich dafür, ihm seinen Namen ins Ohr zu flüstern, wonach er sich sichtlich erschüttert zeigt.Folge 4.08 neue Serie: Silence in the Library [dt. Titel: Tödliche Stille] Klar ist, dass hinter der Bezeichnung Doktor eine gewisse Motivation bzw. eine gezielte Symbolik steht: So sagt der Master, dass sie beide ihre Namen bewusst wählten und es bezeichnend sei, dass der Doktor einen Namen führe, der so viel bedeute wie „der Mann, der Menschen hilft“ (englisch: the man who makes people better).Folge 3.12 neue Serie: The Sound of Drums [dt. Titel: Der Klang der Trommeln] River Song behauptet darüber hinaus, die Bezeichnung „Doktor“ wäre überall im Universum in seiner Bedeutung von diesem einen Doktor abgeleitet worden – die Bezeichnung auf der Erde also eben den „Mann, der Menschen hilft“, beschreibt und die Frage nach dem Doktortitel dadurch falsch herum gestellt wäre.Folge 6.07 neue Serie: A good man goes to war [dt. Titel: Demons Run] Im 50-Jahre-Special werden die drei Doktoren von ihrer Begleiterin Clara Oswald daran erinnert, dass der Name „Doktor“ ein Versprechen war. Sie zitieren daraufhin: „Sei niemals feige oder grausam. Gib niemals auf. Gib niemals nach“.Folge 7.15 neue Serie: The Day of the Doctor [dt. Titel: Der Tag des Doktors] Jubiläumsspecial 2013
Regeneration Wie alle Timelords besitzt der Doktor die Fähigkeit, sich zu „regenerieren“, wenn er tödlich verwundet wird. Der Prozess an sich ist meist äußerst unangenehm für den Doktor und oft mit vorübergehenden Störungen wie Gedächtnisverlust oder Verwirrung verbunden. Die genauen Auswirkungen schwanken dabei stark von einer Regeneration zur nächsten. Der zehnte Doktor war zum Beispiel in seinen ersten Stunden weitestgehend bewusstlos, der elfte hingegen spürte lediglich einige schmerzhafte Anfälle und eine komplette Neuausrichtung seiner Geschmacksnerven. Zudem verändern sich dabei sein Aussehen und Charakter mitunter gravierend. Je nach Regeneration kann der Doktor zum Beispiel eher einen ernsten, dunklen oder humorvollen Einschlag bekommen. Der Doktor ist sich dessen bewusst und betont nach mehreren Regenerationen, dass er noch im Begriff ist, seine neue Persönlichkeit herauszufinden. Nicht selten bedauert er Teile seines neuen Aussehens. Er behält alle Erinnerungen und Erfahrungen seiner vorherigen Inkarnationen, betrachtet sie allerdings gelegentlich aus neuer Perspektive.
Die visuelle Gestaltung des Regenerationsprozesses unterscheidet sich stark von Inkarnation zu Inkarnation, was vor allem in der klassischen Serie zum Teil der jeweils verfügbaren Filmtechnik geschuldet ist. In der Neuauflage ist der Regenerationsprozess – für alle Time Lords, nicht nur den Doktor – insofern vereinheitlicht, dass er sich durch leuchtende Partikel ausdrückt, die aus Kopf und Armen austreten. Die Intensität variiert jedoch stark. Die Regeneration zum elften Doktor beschädigt die TARDIS nachhaltig, jene zum zwölften ist gar in der Lage, eine gesamte Flotte an Dalekschiffen zu zerstören – nur um den elften Doktor noch einmal zu verjüngen, ehe er in einem kurzen Stoß (welcher nur indirekt gezeigt wird) zum zwölften Doktor regeneriert.
Der elfte Doktor behauptet erstmals nicht nur, dass er bewusst regenerieren könne (was obendrein in seinem Fall eine Lüge ist, da er die letzte Inkarnation seines ursprünglichen Zyklus ist), er ist auch der erste Doktor, welcher bewusst Regenerationsenergie erzeugen kann, um andere Lebewesen zu heilen. Allerdings wird hierbei impliziert, dass sich seine eigene Regenerationsfähigkeit dadurch schwächt.
Regulär kann ein Timelord diesen Prozess zwölfmal durchleben und damit insgesamt dreizehn Inkarnationen haben. Nachdem der elfte Doktor, abweichend von der Nummerierung, bereits die 13. Inkarnation war, hätte die Existenz des Doktors eigentlich nach ihm enden müssen. Allerdings wurde ihm, aus einem Riss im Universum, der offenbar eine Verbindung zu den Timelords darstellt, ein kompletter, neuer Zyklus gewährt, was ihm weitere zwölf Regenerationen ermöglicht.Folge 7.16, neue Serie: The Time of the Doktor [dt. Titel: Die Zeit des Doktors] Weihnachtsspecial 2013 Dieses Konzept wird durch den dreizehnten Doktor wiederum infrage gestellt, da sich herausstellt, dass sie noch vor den Bewohnern Gallifreys in der Lage war, endlos zu regenerien. Durch genetische Übertragung – allerdings begrenzt auf zwölf Zyklen – entstanden die Timelords als solche und das Gedächtnis des Doktors wurde gelöscht.
Der Vorgang der Regeneration erlaubte es, die Serie ohne merkliche grundlegende Änderungen im Konzept über 50 Jahre frisch zu halten. Diese immer wechselnden Doktoren waren nicht von Anfang an geplant, sondern wurden aus der Not heraus eingeführt, da der erste Doktor William Hartnell mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte.
Alter Wie alt der Doktor genau ist, kann man nicht mit Sicherheit sagen. Seine zweite Inkarnation gab ihr Alter erstmals mit etwa 450 (Erden-)Jahren an,Serial 13.09–12, klassische Serie Pyramids of Mars die siebte dann mit bereits 953 Jahren.Serial 24.01–04, klassische Serie: Time and the Rani [dt. Titel: Terror auf Lakertia] Später sprach der neunte Doktor aber wieder von 900 Jahren. In einer jüngeren Folge formulierte es derselbe allerdings als 900 Jahre des Zeitreisens in der TARDIS (englisch Nine hundred years of phone box travel), anstatt von 900 Jahren als sein Alter zu sprechen.
Im 50-Jahre-Special erwidert der elfte Doktor auf die Frage nach seinem Alter, er käme immer durcheinander und würde manchmal auch lügen, gibt aber später an, 1200 Jahre alt zu sein.Folge 7.03, neue Serie: A Town Called Mercy [dt. Titel: Wilder Westen] Nachdem er gezwungen war, einige Jahrhunderte in einem kleinen Dorf als Beschützer zu verweilen, wird sein hohes Alter zunehmend sichtbar und er ist äußerlich um einiges gealtert. Der zwölfte Doktor gibt dann während seiner ersten Abenteuer sein Alter mehrmals mit über 2000 Jahren an.Folge 8.02, neue Serie: Into the Dalek [dt. Titel: Mission Dalek]Folge 8.08, neue Serie: Mummy on the Orient Express [dt. Titel: Die Mumie]
Familie Susan Foreman mini|hochkant|Carole Ann Ford auf dem Whovent 1986 Enkelin, dargestellt von Carole Ann Ford ab 1963 bis 1964 und erneut 1983.
Der Doktor hat Nachkommen. Als Individuum bekannt ist seine anfangs 15-jährige Enkelin Susan Foreman, die in der ersten und zu Beginn der zweiten Staffel der klassischen Serie die Begleiterin des ersten Doktors ist. Sie verliebt sich in den jungen Freiheitskämpfer David Campbell aus dem 22. Jahrhundert. Am Ende dieses Abenteuers verbleibt sie bei ihm in seiner Zeit.Serial 2.04–09 klassische Serie: The Dalek Invasion of Earth