Das Gefecht bei Mormant war eine Schlacht zwischen französischen Truppen unter dem persönlichen Befehl Napoleons und den Truppen der Vorhut des russischen Korps Wittgenstein der Böhmischen Armee am 17. Februar 1814 während des Winterfeldzuges 1814 der Befreiungskriege.

Vorgeschichte Nach der Schlacht bei La Rothière am 1. Februar 1814 hatte Napoleon vom 10. Februar 1814 bis 14. Februar 1814 der Schlesischen Armee unter Feldmarschall Blücher vier erfolgreiche Gefechte an der Marne geliefert. In dieser Zeit war jedoch die Böhmische Armee unter Fürst Schwarzenberg entlang der Seine nahe an Paris herangerückt, so dass Napoleon gezwungen war unverzüglich nach Süden zu marschieren und sich gegen diese Bedrohung der französischen Metropole zu wenden. Dabei gelang ihm eine der brillantesten und erfolgreichsten Truppenbewegungen seiner Feldherrenschaft.vgl. den Kommentar bei Uffindell, S. 71.

Die Bewegungen der napoleonischen Armee am 15. und 16. Februar 1814 Am 15. und 16. Februar 1814 führte Napoleon das Gros seiner Truppen in Tag- und Nachtmärschen von der Marne an die Seine zurück. Dies war eine der schnellsten Truppenbewegungen der napoleonischen Kriege überhaupt, die nur gelang, da wesentliche Truppenteile, nämlich die Division Friant der Alten Garde, über größere Strecken auf Landfuhrwerken bewegt werden konnten, was sie vor völliger Erschöpfung bewahrte. Um die schwer passierbaren Sümpfe des Petit Morin zu umgehen, marschierten die von Napoleon persönlich geführten Truppen am 15. Februar 1814 von nach . Die Alte Garde marschierte an der Spitze und legte die 50 km in der Zeit von 6:00 Uhr morgens bis zum Abend zurück. Ab 8:00 Uhr des nächsten Tages marschierten die Truppen weiter nach Süden. Die Alte Garde erreichte an diesem Tage unter Nutzung von Landfuhrwerken das 40 km entfernte . Auch die Garde-Kavallerie traf dort am Abend ein, nur die Junge Garde unter Marschall Ney, die die ganze Strecke marschieren musste, blieb noch etwas zurück und stand am Abend des 16. Februar 1814 einige Kilometer nördlich von Guignes.

Ebenfalls am 16. Februar 1814 traf bei Guignes eine Kavallerie-Division unter General Trelliard ein, die einen Monat zuvor die französische Süd-Armee unter Marschall Soult in Nordspanien verlassen hatten, um zur Unterstützung Napoleons herbeizueilen.

Am gleichen Tage traf auch auf Napoleons Befehl die Reserve-Artillerie der französischen Armee aus der Gegend von Paris kommend 3 km nordwestlich von Guignes ein. Deren Geschütze waren nicht auf Napoleons Feldzug an die Marne mitgeführt worden, da sie in dem sumpfigen Gelände dort nicht zu bewegen waren.

Vorausschauend hatte Napoleon bereits einige Tage zuvor Marschall MacDonald, dessen Korps nach dem Marsch entlang der Marne noch bei Meaux gestanden hatte, befohlen, nach Süden zu gehen. MacDonald traf mit seinem Korps bereits am 15. Februar 1814 nördlich von Guignes ein und bezog dort Stellung.

Die französischen Marschalle Victor und Oudinot, deren Aufgabe es gewesen war, mit ihren Korps die Böhmische Armee der Koalition aufzuhalten, hatten ihre Truppen ebenfalls herangeführt.

Dagegen standen die Infanterie-Divisionen der Generale Charpentier und Allix und die Kavallerie unter Pajol weiter südlich und westlich an der Seine, um der Böhmischen Armee dort ein Vorrücken zu verwehren. Charpentiers Mannschaft bestand ausschließlich aus Rekruten, die erst in den Tagen zuvor zur Armee eingezogen worden waren.

Die Stellungen der französischen Armee am 16. Februar 1814 Die Positionen und Truppenstärken der französischen Truppen lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

+ Die französische Armee am Abend des 16. Februar 1814vgl. Damitz, Petre Truppenteil Truppenstärke – Infanterie Truppenstärke – Kavallerie Position am 16. Februar 1814 abends Division Friant der Alten Garde 4.500 - in und Korps Ney 3.000 - mit den Divisionen Curial und Meunier einige Kilometer nördlich von Guignes bei Korps Gèrard 4.500 - mit den Divisionen Dufour und Jan de La Hamelinaye Korps Victor 5.000 - mit der Division Duhesme und Chateau zwischen Chaumes und Korps Oudinot 7.500 - mit der Division Rothembourg und der Brigade Gauthier de Murman zwischen Guignes und Mormant Korps MacDonald 8.000 - mit der Division Albert, Brayer und Amery nordwestlich von Guignes bei und Garde-Kavallerie unter Exelmans - 3.000 mit den Divisionen Excelmans, Pacz und Laferrière zwischen Chaumes und Kavallerie-Korps Milhaud - 4.400 mit den Divisionen Piré, Briche und L’Héritier beim Korps VictorKavallerie-Korps Kellermann - 4.200 mit den Divisionen Jacquinot, Treilhard und Roussel beim Korps VictorKorps Pajol 5.000 1.400 mit der Infanterie unter Pacthod bei Division Allix 2.000 500 bei Melun Division Charpentier 3.500 - an der Essonne, südlich von Paris Division Boyer de Rebeval 3.300 - noch im Anmarsch von Division Leval 4.500 - noch im Anmarsch Kavallerie-Division Saint-Germain - 500 noch im Anmarsch Summe kampffähiger Truppen 50.800 15.300

Bewegungen der ’’Böhmischen Armee’’ vom 8. bis zum 16. Februar 1814 Nachdem Napoleon am 7. Februar 1814 verlassen und sich nach begeben hatte und die Württemberger noch am selben Tage Troyes besetzten, hielt die Böhmische Armee zwei Tage Ruhe und bewegte sich im Wesentlichen nicht mehr. Ihr Oberbefehlshaber, Fürst Schwarzenberg, verlegte sein Hauptquartier am 8. Februar 1814 nach Troyes, ebenso Zar Alexander und der preußische König Friedrich Wilhelm III.

Das Gefecht an der Ardusson am 10. Februar 1814 Am 10. Februar 1814 kam es zu einem Gefecht zwischen französischen Truppen der Korps Victor und Koalitionstruppen der Korps Wrede und Wittgenstein bei südlich von Nogent-sur-Seine, dem sogenannten Gefecht an der Ardusson.oder auch Gefecht bei La Chapelle; La Chapelle-Godefroy ist heute ein Ortsteil von Saint-Aubin. Der Ardusson ist ein kleiner Bach bei Saint-Aubin In der folgenden Nacht zogen sich die französischen Truppen nach Norden zurück, wobei sie in Nogent-sur-Seine die Seine überschritten.

Die Eroberung von Sens am 11. Februar 1814 mini|305px|Die alte Stadtmauer von Sens Am 10. Februar 1814 erreichte die Vorhut der Württemberger die Stadt an der Yonne. Sens hatte damals etwa 9.000 Einwohner und wurde von 2.400 französischen Soldaten unter dem Befehl von General Allix verteidigt. Die Verteidiger hatten eine starke Position inne, da die Altstadt, die ganz am östlichen Ufer des Flusses liegt, von einer starken Mauer mit fünf befestigten Toren und einem Graben umschlossen war.

Am 10. Februar 1814 und dem Folgetag versuchten die Württemberger die Verteidiger der Stadt durch Artilleriebeschuss zur Übergabe zu zwingen, was nicht gelang. Erst als es österreichischen Pionieren unter Beschuss gelang, eine kaum meterbreite Bresche in eine Mauer zu schlagen, die erst kurz zuvor errichtet worden war, um eine Pforte in der Stadtmauer zu verschließen, konnte ein Sturmtrupp der Württemberger Mann für Mann in die ersten Gebäude an der Stadtmauer eindringen. General Allix meinte nun, seine Männer an dieser Stelle zusammenziehen zu müssen, und vernachlässigte so die Verteidigung der Stadttore, von denen zwei von den Angreifern aufgebrochen wurden. Jetzt drangen die Württemberger in größerer Zahl in die Stadt ein und die Franzosen mussten diese über die Yonne-Brücke verlassen. Die Brücke verteidigten sie noch die ganze folgende Nacht hindurch, während sich General Allix mit dem Gros seiner Männer nach zurückzog. Auch , weiter im Norden am Fluss gelegen, ließ er räumen. Es gelang ihm noch, zwei weitere Brigaden, eine Infanterie-Brigade und eine Kavallerie-Brigade, an sich zu ziehen.

Beide Seiten hatten bei den Gefechten etwa 200 Mann verloren.

Trivia 305px|mini|Relief an der Jubiläumssäule auf dem Schloßplatz in Stuttgart, errichtet zum 25-jährigen Regierungsjubiläum und 60. Geburtstag König Wilhelms I. von Württemberg An der Jubiläumssäule auf dem Schloßplatz in Stuttgart beschreibt eines der Reliefs am Sockel der Säule die Einnahme der Stadt Sens.

Die Einnahme von Nogent-sur-Seine am 12. Februar 1814 Am 11. Februar 1814 erreichte die Vorhut des russischen Korps Wittgenstein unter Graf Pahlen von Süden kommend die Stadt , die selbst ganz südlich der Seine liegt. Nogent wurde von 1400 bis 1700 Franzosen unter Brigadegeneral Bourmont verteidigt. Die Befestigungsanlagen der Stadt waren nicht fertiggestellt worden, weshalb die Verteidiger sich in den Häusern verschanzt hatten. Graf Pahlen erhielt an diesem Tage noch Unterstützung durch die österreichische Division Hardegg des bayerisch-österreichischen Korps Wrede. Aber auch gemeinsam konnten sich Russen und Österreicher nicht gegen die entschlossenen Verteidiger durchsetzen.

Am 12. Februar 1814 wurde vor Nogent die Division Hardegg durch Teile der Division Rechberg des Korps Wrede abgelöst. Darüber hinaus marschierte die bayerische Division La Motte des Korps Wrede nach , weiter flussabwärts gelegen, vertrieb die wenigen Verteidiger der Brücke dort, die teilweise zerstört war, und setzte mehrere Bataillone in Kähnen über den Fluss, um Nogent von Nord-Westen zu erreichen. Die russische Division Rüdiger des Korps Wittgenstein setzte zur gleichen Zeit in flussaufwärts über die Seine, um Nogent von Osten einzuschließen. 200px|mini|Mittelalterliches Festungswerk von Provins

Gegen Abend griffen die Bayern Nogent von Süden an und trieben die Verteidiger von Haus zu Haus dem Fluss zu. Als diese endlich die Stadt verlassen mussten, zogen sie nach Norden über die Brücke ab, die sie hinter sich sprengten und deren umherfliegende Trümmer noch einige bayerische Soldaten erschlugen.

Die Franzosen verloren in drei Tagen 400 Mann, die Koalitionstruppen 1.200. Der verwundete General Bourmont wurde von Napoleon zum Divisionsgeneral befördert.

Am gleichen Tage besetzten die Russen unter General Rüdiger noch . Am nächsten Tage, dem 13. Februar 1814, ging das ganze russische Korps Wittgenstein in Pont-sur-Seine auf das nördliche Ufer des Flusses über. Die Russen erreichten an diesem Tage noch und unmittelbar vor , das am gleichen Tage von dem französischen Korps Victor geräumt worden war. Die Franzosen zogen sich entlang der Straße nach zurück.

In Nogent-sur-Seine errichteten die Russen am 13. Februar 1814 eine Schiffsbrücke über die Seine.

Das Gefecht bei Cuterelles am 13. Februar 1814 Bis 5:00 Uhr am Morgen des 13. Februar 1814 hatten die Pioniere des Korps Wrede die Brücke in Bray-sur-Seine wieder passierbar gemacht und wesentliche Teile des Korps gingen in den folgenden Stunden über diese Brücke auf das Nordufer der Seine. Dort trafen sie aber bereits bei dem Dorfe auf französische Truppen des Marschalls Oudinot, der zu keinem schnellen Rückzug bereit war. Wredes Truppen gelang es, die Franzosen aus Saint-Sauveur zu vertreiben und auch zu besetzen. Aber bei konnte die französische Infanterie Marschall Oudinots sich in günstigen Stellungen festsetzen. Graf Wrede versuchte, die französische Stellung umfassen zu lassen, ließ hierzu das Dorf besetzten und sandte starke Kräfte nach Nord-Osten, um auch das Dorf einzunehmen. Marschall Oudinot durchschaute aber diesen Plan und sandte ebenfalls Truppen nach Luisetaines mit der Folge, dass um diesen Ort ein stundenlanger heftiger und verlustreicher Kampf entbrannte, in den beide Seiten immer wieder neue Kräfte sandten.

Um 16:00 Uhr näherten sich von Osten die österreichischen Truppen des Korps Wrede, die in Nogent über die Seine gegangen waren. Diese gerieten alsbald bei in ein Gefecht mit französischen Truppen des Korps Victor, die sich schon auf dem Rückzug nach Nangis befanden.

Die winterlich frühe Dämmerung beendete die Gefechte. Beide Seiten hatten um 600 Mann verloren. In der Nacht zog sich das Korps Oudinot zurück, wurde dabei von der bayerischen Kavallerie bemerkt und durch die Nacht verfolgt. Bereits um 2:00 Uhr am Morgen des 14. Februar 1814 besetzten die Bayern . Die beiden französischen Korps standen an diesem Morgen bei .