Die Florida Panthers (IPA: ) sind ein US-amerikanisches Eishockeyfranchise der National Hockey League aus Sunrise im Bundesstaat Florida. Es wurde am 14. Juni 1993 gegründet und nahm zum Beginn der Saison 1993/94 den Spielbetrieb auf. Die Teamfarben sind Marineblau, Rot, Gold und Weiß.
Die Panthers tragen ihre Heimspiele in der Amerant Bank Arena aus und sind das am südlichsten beheimatete Franchise der Liga. Schneller als alle anderen Teams, die zu Beginn der 1990er Jahre gegründet wurden, erreichten die Panthers bereits in ihrer dritten Saison 1995/96 die Finalserie um den Stanley Cup, in denen sie jedoch unterlagen. Nach diesem furiosen Start blieben jedoch weitere große Erfolge in den folgenden Jahren vorerst aus. In den nächsten zehn Jahren verpassten die Panthers achtmal die Playoffs, ehe sie in den Playoffs 2023 erneut das Stanley-Cup-Finale erreichten, das sie jedoch ebenfalls verloren. Nur ein Jahr später gelang ihnen erneut der Einzug in das Finale der Playoffs 2024, das sie nach zwischenzeitlicher 3:0-Führung und anschließendem Serienausgleich letztlich in Spiel 7 gegen die Edmonton Oilers erstmals gewannen. Den Titel verteidigten die Panthers in der Folge in den Playoffs 2025.
Geschichte Im Jahr 1992 erhielt H. Wayne Huizenga, Vorsitzender von Blockbuster Inc., die NHL-Konzession für ein Team in seiner Heimatstadt Miami. Zur Saison 1993/94 wurde der Spielbetrieb aufgenommen, das neue Franchise trug seine Heimspiele dabei in der Miami Arena aus. Die ersten Stars im Team waren John Vanbiesbrouck, ehemaliger Torhüter der New York Rangers, sowie die beiden Rookies Rob Niedermayer und Scott Mellanby, der in seiner ersten Saison 30 Tore erzielen konnte. Mit dem knappen Verpassen der Play-offs der Eastern Conference starteten die Panthers als eines der erfolgreichsten Expansion Teams in der Geschichte der NHL. Nachdem die Florida Panthers auch in der folgenden Spielzeit die Play-offs nicht erreichen konnten, wurde der damalige Trainer Roger Neilson entlassen und durch Doug MacLean ersetzt. 1995/96 erreichten die Panthers zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte die NHL-Play-offs und verpflichteten noch vor Ende der Transferperiode Ray Sheppard von den San Jose Sharks, die ihrerseits die Finalserie verpasst hatten. In der ersten Play-off-Runde besiegte das Team aus Florida die Boston Bruins in fünf Spielen, nach weiteren Siegen gegen die Philadelphia Flyers im Halbfinale erreichten die Panthers erstmals ein Conference-Finale, das in sieben Spielen gegen die Pittsburgh Penguins gewonnen und somit das Stanley-Cup-Finale erreicht wurde. Dort verlor man allerdings glatt in 0–4 Spielen gegen die Colorado Avalanche.
Während dieser dennoch äußerst erfolgreichen Saison entwickelte sich bei den Fans der Panthers zudem ein außergewöhnlicher Torjubel. An einem Spielabend soll eine Ratte den Weg in die Kabine der Panthers gefunden haben, das Tier soll daraufhin von Scott Mellanby mit einem sogenannten „One Timer“-Schuss getötet worden sein. An diesem Abend erzielte Mellanby zwei Tore, die daraufhin von Goalie Vanbiesbrouck als „Rat-Trick“ bezeichnet wurden, in Anlehnung an einen Hattrick. Seitdem die Meldung die Öffentlichkeit erreichte, wurden Tore der Panthers von den Fans mit dem Werfen von Gummiratten auf die Eisfläche gefeiert.darsys.com/panth,
In die Saison 1996/97 starteten die Panthers mit einer Serie von 17 ungeschlagenen Spielen, aufgrund von Verletzungen und personellen Änderungen wie beispielsweise den Abgängen von Kirk Muller und Stu Barnes, scheiterte man schließlich jedoch in der ersten Play-off-Runde an den New York Rangers.
Nach einem schwachen Start in die Serie 1997/98 entließ das Team seinen Trainer Doug MacLean, der daraufhin durch den General Manager Bryan Murray ersetzt wurde. Auch dies änderte nichts am bis dato schlechtesten Saisonabschneiden, u. a. mit einer Serie von 15 sieglosen Spielen in Folge. Diese Serie hatte auch zur Folge, dass John Vanbiesbrouck nicht mehr im Tor eingesetzt wurde und nach der Saison als Free Agent zu den Philadelphia Flyers wechselte.
1998 zogen die Florida Panthers in das neue National Car Rental Center (die heutige FLA Live Arena) um, in einem „Blockbuster-Trade“ wurde zudem während der Saison Pawel Bure von den Vancouver Canucks verpflichtet. Auch 2000 konnten die Play-offs erreicht werden, allerdings scheiterte man bereits in der ersten Runde am späteren Stanley-Cup-Sieger New Jersey Devils.
In den folgenden zwei Jahren verschwanden die Florida Panthers zusehends im Mittelmaß und spielten 2001/02 ihre bisher schlechteste Saison überhaupt. Zudem verließen Größen wie Bure den Verein. Im NHL Entry Draft 2002 wollte man das vielversprechende Defensivtalent Jay Bouwmeester ziehen, allerdings wurde der Erstrunden-Pick in einem umstrittenen Transfer zu den Columbus Blue Jackets geschickt, die ihrerseits Rick Nash drafteten. Nachdem die Atlanta Thrashers Kari Lehtonen in der ersten Runde gezogen hatten, erklärten sie, dass die Panthers ihnen zwei Picks überlassen hatten, damit Bouwmeester nach Florida wechseln konnte. Schließlich zogen die Panthers den Abwehrspieler als Dritten in der ersten Runde. Präsident Mike Keenan erklärte später: " shouldn’t have done that … Jay would have been number-one if we'd kept that pick" (Wir hätten das nicht tun sollen...Jay wäre als an erster Stelle gezogen worden, hätten wir den Draft-Pick behalten).McDonell, Chris. Hockey's Greatest Stars: Legends and Young Lions, Firefly Books, 2005, Seite 135, ISBN 1-55407-038-4.
2003 waren die Florida Panthers Gastgeber des NHL All-Star Games, welches das Team der Western Conference mit einem 6:5 Overtime-Sieg gewinnen konnte.
Am 23. Juni 2006 fand erneut ein „Blockbuster-Trade“ mit den Vancouver Canucks statt, Roberto Luongo, Lukáš Krajíček, und ein Sechstrunden-Draftpick wurden hierbei von den Panthers im Tausch gegen Todd Bertuzzi, Alex Auld und Bryan Allen nach Kanada transferiert. Kritiker nannten den Wechsel dennoch im Nachhinein den „schlechtesten Trade in der NHL-Geschichte“, auch weil Bertuzzi noch während der Saison zu den Detroit Red Wings transferiert wurde.slam.canoe.ca, Dealing for Luongo would have been costly
Der erste spektakuläre Transfer für die Saison 2007/08 von Seiten der Panthers fand am 22. Juni 2007 statt, als das Team aus Sunrise Tomáš Vokoun im Tausch gegen drei Draftpicks von den Nashville Predators verpflichtete.
Spielstätten mini|Die Amerant Bank Arena mini|links|In der Miami Arena spielten die Panthers bis 1998
Die Panthers tragen ihre Heimspiele seit 1998 in der Amerant Bank Arena, einer 19.250 Zuschauer fassenden Mehrzweckhalle, aus. Die als Broward County Civic Arena geplante Halle trug nach Beendigung der Bauphase den Namen National Car Rental Center. Von 2002 bis 2005 war die Arena nach dem Sponsor Office Depot Center benannt. 2005 wurde die BankAtlantic Namenssponsor der Arena und gab ihr den Namen BankAtlantic Center. Die Namensrechte für die Arena hielt das Unternehmen ursprünglich bis 2015 und sollte für die gesamte Dauer von zehn Jahren 22 Millionen US-Dollar dafür bezahlen.andrewsstarpage.com, Die Namensrechte gehörten von 2012 bis 2021 der BB&T, einem US-amerikanischen Kreditinstitut und Investmentgesellschaft. Der Vertrag hatte eine Laufzeit von zehn Jahren.miami.cbslocal.com: Aus dem Bank Atlantic Center wird das BB&T Center Artikel vom 10. September 2012 (englisch) Interimsweise wurde der Name „FLA Live Arena“ genutzt. Am 19. September 2023 gaben die Florida Panthers bekannt, dass man einen Sponsoringvertrag mit der Amerant Bank geschlossen hat. Die Halle trägt den Namen „Amerant Bank Arena“.
Von 1993 bis 1998 spielte der Klub in der 1988 eröffneten Miami Arena, die bei Eishockeyveranstaltungen eine Kapazität von 14.696 Plätzen hat. Die Miami Arena befindet sich im Stadtzentrum von Miami. Schon vor Gründung der Panthers war die Arena die Heimat des Basketballteams der Miami Heat. Von Beginn an waren die Eigentümer der Panthers auf der Suche nach einem eigenen neuen Stadion. Die Entscheidung zum Umzug in die Broward County Civic Arena (die heute FLA Live Arena heißt) fiel im Sommer 1996 und wurde zwei Jahre später vollzogen.
Farmteams Zu den Panthers, wie zu allen anderen NHL-Teams, gehören auch Mannschaften in niederklassigeren Ligen, sogenannte Farmteams. Im Falle der Panthers sind dies seit 2020 die Charlotte Checkers in der American Hockey League sowie die Florida Everblades in der ECHL.
Die Farmteams werden in der NHL oft dazu benutzt, die Nachwuchsspieler und Rookies auf die NHL-Spiele vorzubereiten. Den Nachwuchs beziehen die Panthers dabei, wie die anderen Vereine, vor allem über den NHL Entry Draft, über den alljährlich die vielversprechendsten Nachwuchsspieler in die Liga gelangen.
Die Farmteams der Florida Panthers seit 1993:azhockey.com, Zeitraum Mannschaft Liga 1993–1996 Birmingham Bulls ECHL 1993–1997 Cincinnati Cyclones IHL 1995–1997 Carolina Monarchs AHL 1996–1997 Port Huron Border Cats CoHL 1996–1998 Tallahassee Tiger Sharks ECHL 1997–2001 Port Huron Border Cats UHL 1997–1999 Texas Wildcatters ECHL 1997–1999 Beast of New Haven AHL 1998–1999 Miami Matadors ECHL Zeitraum Mannschaft Liga 1998–1999 Fort Wayne Komets IHL 1999–2001 Laredo Bucks CHL 1999–2001 Louisville Panthers AHL 2002–2005 San Antonio Rampage AHL 2005–2010 Florida Everblades ECHL 2005–2011 Rochester Americans AHL 2010–2015 Cincinnati Cyclones ECHL 2011–2015 San Antonio Rampage AHL 2011–2012 Rio Grande Valley Killer Bees CHL Zeitraum Mannschaft Liga 2015–2016 Portland Pirates AHL 2016–2020 Springfield Thunderbirds AHL seit 2020 Charlotte Checkers AHL 2020–2022 Greenville Swamp Rabbits ECHL seit 2022 Florida Everblades ECHL
Erfolge und Ehrungen Sportliche Erfolge Stanley Cup Saison 2023/24, 2024/25 Presidents’ Trophy Saison 2021/22 Conference Championships Saison Prince of Wales Trophy 1995/96, 2022/23, 2023/24, 2024/25 Division Championships Saison Southeast Division 2011/12 Atlantic Division 2015/16, 2021/22, 2023/24 Den ersten Titelgewinn feierten die Florida Panthers in der Saison 1995/96, als erstmals in der Geschichte des Franchise die Qualifikation für die Playoffs gelang. Als viertplatzierte Mannschaft der Eastern Conference wurden nach den Boston Bruins auch das beste Eastern-Conference-Team der regulären Saison, die Philadelphia Flyers, bezwungen. Gegen die Pittsburgh Penguins setzten sich die Panthers ebenfalls durch und gewannen damit die Prince of Wales Trophy. Dadurch zogen sie in die Finalserie um den Stanley Cup ein. Von den Teams, die Anfang der 1990er Jahre gegründet wurden, waren sie das erste, denen dies gelang. In den Finalspielen unterlagen sie klar gegen die Colorado Avalanche. 2022 gewann die Mannschaft erstmals die Presidents’ Trophy als punktbestes Team der regulären Saison, bevor man 2023 erneut ins Stanley-Cup-Finale einzog, dieses allerdings ebenfalls verlor. In den Playoffs 2024 folgte schließlich der erstmalige Titelgewinn durch einen 4:3-Erfolg im Endspiel über die Edmonton Oilers, ein Erfolg, den man bei der Neuauflage des Finals in den Playoffs 2025 mit einem 4:2-Sieg wiederholen konnte.
NHL Awards und All-Star Team-Nominierungen Seit der Gründung des Franchises gelang es fünf Spielern der Florida Panthers einen der individuellen NHL Awards zu gewinnen. Zudem schaffte es viermal ein Spieler in eines der All-Star-Teams sowie vier weitere ins All-Rookie-Team.