mini|hochkant=1.5|Kommt, ihr G’spielen bei Melchior Franck (1630) Kommt, ihr G’spielen ist ein Volkslied, das sich im 4-stimmigen Satz bei Melchior Franck (um 1580–1639) findet. Die reigenartige Weise im 6/4-Takt wird auf etwa 1537 datiert.

Geschichte Es wird vermutet, dass das Lied zunächst Bestandteil eines Singspiels war, in dem Jungen und Mädchen sich gegenseitig necken und das ein Teil des Brauchtums zum Winteraustreiben war. Englische Komödianten brachten es in die Niederlande; von dort breitete es sich nach Deutschland aus.Friedrich Haarhaus, Liederbuch für die Seniorenarbeit, München: Urban & Fischer Verlag 2007, S. 5. ISBN 9783437281303 Eine ähnliche Verwendung beim Sommergewinnen wird für Thüringen beschrieben.Vgl. C. F. Becker Die Musik in dramatischen Werken Deutschlands vor Einführung der Oper. Neue Zeitschrift für Musik Bd. 8 (33) 1841, S. 132

Melchior Franck griff auf das Volkslied in einem der acht Zwischenspiele seines Actus oratorius von der Zerstörung Jerusalems (1630) zurück.Albrecht Classen, Lukas Richter, Lied und Liederbuch in der Frühen Neuzeit. Volksliedstudien Bd. 10, Münster 2010; S. 100. ISBN 978-3-8309-2257-5

Aufnahmen 1989 ist das Lied auf dem Album Gesellige Zeit erschienen, auf der es von den Basler Madrigalisten unter Fritz Näf und dem Ensemble Galliarda Basel interpretiert wurde.Gesellige Zeit auf muziekweb.nl Das Lied wurde 2001 von den Augsburger Domsingknaben aufgenommen und 2005 auf dem CD-Album Kommt, ihr G’spielen veröffentlicht. Es wurde ferner vom Windsbacher Knabenchor auf seinem Album Deutsche Volkslieder interpretiert.

Text Kommt, ihr G’spielen, wir woll’n uns kühlen, Bei diesem frischen Taue Werdet ihr singen, wird es erklingen fern in dieser Aue.

Hört, ihr Gsellen, die Hündlein bellen, Was wollen wir beginnen? Lasset uns kriegen, lasset uns siegen, Sommerlust gewinnen.

Hört, ihr Knaben, ihr schwarzen Raben, Wollt ihr mit Mägdlein fechten? Wehret euch rühmlich, wollen wir kühnlich Um den Sommer rechten.

Auf, ihr Brüder, singt hoch und nieder, Den Sommer zu gewinnen. Ist es nicht Schande, weit in dem Lande, Wenn wir uns besinnen.

Kommt ihr alle mit großem Schalle, Wir woll’n den Mai begrüßen, Wenn wir recht singen, wird es erklingen, Uns die Zeit versüßen.

Melodie

Quelle„Kommt, ihr G’spielen“, in Musik im Leben, Bd. I, Moritz Diesterweg, 9. Auflage, 1960, S. 67

Weblinks „Kommt ihr Gspielen“ in der Deutschen Nationalbibliothek „Noten und Text“, franzdorfer.com

Einzelnachweise

Kategorie:Volkslied