mini|Marc Smith, März 2009 Marc Kelly Smith (* 1949 in Chicago) ist ein US-amerikanischer Dichter und gilt als Gründervater der weltweiten Poetry-Slam-Bewegung.

Leben Marc Smith wurde 1949 geboren und wuchs im Südosten von Chicago auf, einer Industrie- und Arbeitergegend, die historisch stark von europäischen Einwanderern geprägt war. Er arbeitete einen Großteil seines Berufslebens in der Bauwirtschaft, schrieb aber seit seinem 19. Lebensjahr Gedichte.

Uptown Poetry Slam Sein Wirken als Literaturveranstalter und Moderator begann Marc Smith 1984 mit der Open Mic-Veranstaltungsreihe Monday Night Poetry Reading in einem Lokal namens Get Me High-Lounge im Chicagoer Stadtviertel Bucktown. Hier fand 1986 mit gleich gesinnten Autoren, dem sogenannten Chicago Poetry Ensemble, die erste Literaturveranstaltung im Format eines Poetry Slam statt.An Incomplete History of Slam Sie glich zunächst eher einer Varieté-Veranstaltung als einem Wettbewerb. Noch im selben Jahr zog die Veranstaltungsreihe in die Uptown gelegene Green Mill. Die seither dort als Uptown Poetry Slam stattfindende, jeweils dreistündige Veranstaltung besteht aus drei Teilen: zunächst einem Open Mic, dann der Präsentation von features poets bzw. Gastautoren und schließlich dem eigentlichen Poetry Slam.The Spoken Word Revolution, Sourcebooks 2003, darin: Marc Smith: About Poetry Slam, Seite 116ff. Der Uptown Poetry Slam ist die am längsten laufende, wöchentliche Poetry-Show Amerikas. Von Chicago aus verbreitete sich die Slam-Bewegung binnen weniger Monate zunächst nach San Francisco und New York und schließlich durch die ganzen USA. Inzwischen finden Poetry Slams rund um den Globus statt.

Werk Smith hat zwei eigene Gedichtbände und mehrere Bücher über die Slam Bewegung veröffentlicht. Seine Arbeit als Dichter und als Literaturveranstalter ist geprägt von einem linkspolitischen Standpunkt und steht damit in einer sozialkritischen Tradition Chicagoer Autoren wie Theodore Dreiser, Carl Sandburg oder Nelson Algren. Smith unternimmt Poetry-Tourneen in den USA und im Ausland. Zu seinen Programmen gehört eine Show mit dem Titel Sandburg to Smith-Smith to Sandburg, bei der er Gedichte beider Autoren mit Live-Jazz verbindet. Seine Intention wurde in einer literaturgeschichtlichen Darstellung der Slam-Szene folgendermaßen beschrieben:Aptowicz, Cristin O’Keefe, Words in Your Face: A Guided Tour Through Twenty Years of the New York City Poetry Slam, Soft Skull Press 2008, "Chapter Five: Marc Smith (So What!); The Truth about Who Invented the Poetry Slam" Page 35-36. ISBN 1-933368-82-9

Smith vertritt die Position, den Poetry Slam als genuin demokratisches Literaturformat zu schützen und allen gesellschaftlichen Gruppen eine Teilhabemöglichkeit zu ermöglichen.Poetry Slam packs a punch to the heart, Chicago Sun Times, 4. August 1986. Aus dieser Perspektive hat er sich gegen Ausbeutung der Szene durch wirtschaftliche Interessen, Corporate Sponsorings oder Filmangebote ausgesprochen.

Bücher und CDs Quarters in the Jukebox, Publisher EM Press (www.em-press.com), CD, 2006 The Spoken Word Revolution Redux, Publisher Sourcebooks Publishing, 2006 The Complete Idiot's Guide to Slam Poetry, Penguin/Alpha Press, 2004 The Spoken Word Revolution, 2003, Sourcebooks Publishing, 2003 Crowdpleaser, Publisher Jeff Helgeson, 1996 By Someone's Good Grace, Splinter Group Chicago, CD 1993

Filmographie SlamNation – 1998, Regisseur: Paul Devlin Sunday Night Poets – 2002, directed by David Rorie, Pugi Films, Vertrieb: National Film Network

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