Sontra ist eine Kleinstadt im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis.

Der Luftkurort ist als „Berg- und Hänselstadt“ bekannt, wobei „Bergstadt“ auf die Zeit der Stadt mit Kupferschiefer-Bergbau und „Hänselstadt“ auf die ehemalige Zugehörigkeit zur Hanse verweist. In der Stadt, die sich auf 111,29 km² Fläche erstreckt, lebten 7827 Einwohner, Stand 3. Februar 2020, davon 4595 in der Kernstadt.

Geographie mini|Ansicht der Altstadt von Sontra Sontra liegt zwischen Bad Hersfeld (etwa 30 km südwestlich), Kassel (etwa 45 km nordwestlich) und Eisenach (etwa 35 km östlich) östlich des Stölzinger Gebirges, nördlich des Richelsdorfer Gebirges und westlich des Ringgaus. Durchflossen wird es von der Sontra, die bei Wehretal in die Wehre mündet, und der Ulfe, die beim Ortsteil Wichmannshausen in die Sontra mündet. Sontra gehört zum Geo-Naturpark Frau-Holle-Land.

Nachbargemeinden Sontra grenzt im Norden an die Stadt Waldkappel und die Gemeinde Wehretal, im Osten an die Gemeinden Ringgau und Herleshausen (alle im Werra-Meißner-Kreis), im Südosten an die Gemeinde Gerstungen (im thüringischen Wartburgkreis), im Süden an die Gemeinden Wildeck und Nentershausen, sowie im Südwesten an die Gemeinde Cornberg (alle drei im Landkreis Hersfeld-Rotenburg).

Stadtgliederung Neben der Kernstadt besteht Sontra aus den 15 Ortsteilen Berneburg, Blankenbach, Breitau, Diemerode, Heyerode, Hornel, Krauthausen, Lindenau, Mitterode, Stadthosbach, Thurnhosbach, Ulfen, Weißenborn, Wichmannshausen und Wölfterode.

Klima

Geschichte Stadtgeschichte mini|Sontra – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655 mini|Lageplan zum Stadtbrand des Jahres 1821 mit Angabe der zerstörten Gebäude mini|Stadtansicht von Sontra um 1860

Im Jahre 775 wurde der Sontraer Stadtteil Ulfen erstmals erwähnt. Im 8. Jahrhundert wird auch Sontra selbst erstmals erwähnt. Der Ort war damals Mittelpunkt der Gesamtverwaltung und der obersten Gerichtsbarkeit für den fränkischen Ringgau (Burg und Thing im Regnumsundern). Von den landgräflichen Vögten von Sontra nennen die vorhandenen Urkunden 1224 Gottfried von Wartburg und 1225 einen Herrn von Boyneburg aber schon als landgräfliche Ministerialen advocatus de Sunthra. Die ersten Gerichtsherren auf der Burg Sontra stammten mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Boyneburgern ab. Nach dem Aussterben dieses Zweiges in Sontra um 1330 und der Veräußerung der Schutzherrschaft nannte sich der älteste Zweig der Boyneburger bis zu seinem Aussterben im 16. Jahrhundert nur noch von Sontra.Alfred Schulze: Der Ringgau und Sontra. In: Das Werraland. Heft 3, Eschwege 1967, S. 39–41. Im Jahre 1232 wurde eine Kunigunde de Suntraha genannt, die beim Besuch des Grabes der Heiligen Elisabeth in Marburg Heilung erfahren habe.

Die Stadtrechte erhielt Sontra im Jahre 1368. Mindestens seit 1499 gab es in Sontra Kupferschieferbergbau, der bis in die 1950er Jahre betrieben wurde. 1558 vernichtete ein Großbrand den mittelalterlichen Stadtkern, dabei brannte auch die Kirche aus. Bereits vor dem Dreißigjährigen Krieg gab es in Sontra eine Apotheke, die in der späteren „privilegierten Löwenapotheke“ fortlebte.

Am 2. März 1576 bestellte ein Fürstliches Rescript den Pfarrer Johannes Werner zu Sontra zum regionalen Vertreter des Superintendenten zu Allendorf an der Werra, um die benachbarten Pfarrer und Schullehrer zu visitieren – er war der erste überhaupt, dem in der Landgrafschaft Hessen das neue Amt eines Metropolitan anvertraut wurde. Dem landgräflichen Amt Sontra entsprach kirchlicherseits bis ins 20. Jahrhundert die Klasse Sontra.

Der Dreißigjährige Krieg setzte der Stadt hart zu. „Anno 1623 seindt alhier an der Rothen Ruhr. 137 Persohnen gestorben; anno 1626 seindt an der Pestil. 549 Persohnen gestorben, Syr.7 Was du thust o Mensch so bedenke das Ende.“ So steht es auf dem in der Stadtkirche aufgestellten Grabstein des Ulfener Pfarrers Johannes Bormann, 1626 in Sontra verstorben. In der Christnacht 1634 steckten kroatische Reiter die Stadt in Brand; die Hälfte der Häuser wurde vernichtet und auch das landgräfliche Schloss wurde nachhaltig zerstört. Was übrig blieb, plünderten 1639 die Schweden. Im Jahre 1645 siedelten sich wieder Neubürger an und 1647 plünderten noch einmal kaiserliche Soldaten in der Stadt.

In Sontra waren seit dem 18. Jahrhundert sogenannte Schutzjuden ansässig, sie begründeten eine eigene Gemeinde, erwarben ein Grundstück für ihren Friedhof und durften eine eigene Schule betreiben. Am 13. November 1821 fielen erneut große Teile der Stadt einem Stadtbrand zum Opfer. Die brandgeschädigten Bürger wurden durch eine landesweite Sammlung unterstützt, ein kleiner Restbetrag bildete auf Anregung der kurfürstlichen Schadenskommission nach Ausgleich letzter Schäden 1824 einen Grundstock zur Ausstattung der Schule mit Lehrmitteln.

Der städtische Richtplatz befand sich vermutlich nicht auf dem heute so genannten Galgenberg, sondern vor der Stadt auf der Thingstätte. Die dorthin führende Straße, heute Bäckergasse, hat ihren Namen von den Beckarden, die den armen Sündern auf dem Weg zur Hinrichtung eine letzte Barmherzigkeit reichten.

In der zu Sontra gehörenden Siedlung Donnershag wurde 1919 bis 1924 die sogenannte Siedlungsgesellschaft „Freiland-Freigeld“ vom Ehepaar Margart und Ernst Hunkel begründet, wo zeitweise 350 Siedler lebten.intaktverein 2011

In den Jahren von 1936 bis 1938 wurde an die alte Kupferschiefer-Tradition angeknüpft: Im Richelsdorfer Gebirge wurden Bergwerke neu aufgefahren und auf dem Brodberg wurden Flotations- und Hüttenanlagen zur Weiterverarbeitung des Kupfererzes gebaut. Durch die vorwiegend aus dem Mansfelder Land, aus Oberschlesien und aus dem Saargebiet angesiedelten Berg- und Hüttenleute wuchs die Einwohnerzahl von etwa 2200 auf 5500. Durch Flüchtlinge und Vertriebene wuchs sie 1945/46 abermals auf knapp 7000. Infolge eines Wassereinbruchs im Reichenberg-Schacht 1953 wurde der Kupferschieferabbau unrentabel, so dass 1955 die Kurhessische Kupferschiefer-AG liquidiert werden musste und zahlreiche Bergleute in Richtung Ruhrgebiet abwanderten.

Sontra gehörte bis zur Gebietsreform in Hessen 1972 dem Landkreis Rotenburg (Fulda) an. Die beiden Gemeinden Cornberg und Nentershausen verblieben im neu gegründeten Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Hessische Gebietsreform und Eingemeindungen Am 1. Februar 1971 wurden im Zuge der hessischen Gebietsreform die bis dahin selbständigen Gemeinden Ulfen und Weißenborn auf freiwilliger Basis in die Stadt Sontra eingegliedert. Am 1. Juli 1971 kamen die Gemeinden Berneburg, Blankenbach, Lindenau und Wölfterode hinzu. Breitau, Diemerode, Heyerode und Krauthausen folgten am 31. Dezember 1971. Die Reihe der Eingemeindungen wurde kraft Landesgesetz mit der Eingliederung von Mitterode, Stadthosbach, Thurnhosbach und Wichmannshausen am 1. August 1972, dem Tag des Wechsels in den Landkreis Eschwege, abgeschlossen. Die beiden Landkreise Eschwege und Witzenhausen wurden am 1. Januar 1974 zum Werra-Meißner-Kreis vereinigt. Für alle bei der Gebietsreform nach Sontra eingegliederten Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Sontra angehört(e):

vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Sontra ab 1567: Heiliges Römisches Reich (bis 1806), Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Sontra 1627–1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Rotenburger Quart, Amt Sontra 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Sontra ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Rotenburger Quart, Amt Sontra ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis RotenburgVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 73.Trennung von Justiz (Fürstlich Rotenburgisches Justizamt Sontra) und Verwaltung ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Rotenburg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011 in Sontra 7795 Einwohner. Darunter waren 196 (2,5 %) Ausländer, von denen 62 aus dem EU-Ausland, 125 aus anderen europäischen Ländern und 9 aus anderen Staaten kamen. Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 10,1 %. Nach dem Lebensalter waren 1269 Einwohner unter 18 Jahren, 2952 zwischen 18 und 49, 1782 zwischen 50 und 64 und 1791 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 3355 Haushalten. Davon waren 1000 Singlehaushalte, 973 Paare ohne Kinder und 1048 Paare mit Kindern, sowie 271 Alleinerziehende und 63 Wohngemeinschaften. In 768 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 2064 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon 1466: 128 Hausgesesse 1585: 231 Hausgesesse 1602: 402 Haushaltungen mit circa 2000 Menschen 1648: nach Ruhr, Pest und Krieg nur noch 200 Menschen 1747: 229 Feuerstätten

Religionszugehörigkeit • 1885: 1811 evangelische (= 83,11 %), 20 katholische (= 1,03 %), 114 jüdische (= 5,86 %) Einwohner • 1961: 4121 evangelische (= 78,54 %), 1002 katholische (= 19,10 %) Einwohner • 1987: 7381 evangelische (= 81,60 %), 1065 katholische (= 11,77 %), 599 sonstige (= 6,62 %) Einwohner • 2011: 5862 evangelische (= 75,2 %), 660 katholische (= 8,4 %), 1273 sonstige (= 16,4 %) Einwohner

Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Sontra erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Sontra 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021

Stadtverordnetenversammlung – Kommunalwahlen 2026

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 45,2 12 59,6 19 58,1 18 50,1 16 45,2 14 54,6 17 30,8 8 26,6 8 28,3 9 34,0 11 35,8 11 29,0 9 12,2 3 – – – – – – – – – – BfS Bürger für SontraBürger für Sontra im Internet 9,1 3 13,8 4 10,4 3 – – – – – – 2,7 1 – – 3,2 1 4,0 1 2,1 1 2,9 1 – – – – – – 7,8 2 10,9 3 8,5 3 – – – – – – 4,0 1 6,0 2 4,9 1 Gesamt 100,0 27 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 Wahlbeteiligung in % 56,7 49,2 53,4 57,0 55,4 58,4

Bürgermeister und Magistrat