+ Endstand nach der 20. Etappe 20px|link=Gelbes Trikot|Gesamtwertung (SKY) 87:34:47 h(39,827 km/h) 2. (SKY) + 3:21 min 3. (LIQ) + 6:19 min 4. (LTB) + 10:15 min 5. (BMC) + 11:04 min 6. (RNT) + 15:41 min 7. (BMC) + 15:49 min 8. (EUC) + 16:26 min 9. (AST) + 16:33 min 10. (FDJ) + 17:17 min 20px|link=Grünes Trikot (Tour de France)|Punktwertung (LIQ) 421 P. 2. (LTB) 280 P. 3. (OGE) 268 P. 20px|link=Gepunktetes Trikot|Bergwertung (EUC) 135 P. 2. (AST) 123 P. 3. (STB) 77 P. 20px|link=Weißes Trikot|Nachwuchswertung (BMC) 87:45:46 h 2. (FDJ) + 6:13 min 3. (RAB) + 1:05:48 h 20px|link=Mannschaftswertung (Tour de France)|Mannschaftswertung 263:12:01 h 2. + 5:54 min 3. + 36:36 min 20px|link=Rote Rückennummer|Kämpferischster Fahrer (STB)

Die Tour de France 2012 war die 99. Austragung des wichtigsten Etappen-Radrennens der Welt. Sie begann am 30. Juni 2012 – wie schon 2004 – in Lüttich und endete am 22. Juli 2012 traditionsgemäß auf der Avenue des Champs-Élysées in Paris. Es siegte der Brite Bradley Wiggins, der Vorjahres-Sieger Cadel Evans wurde Siebter des Gesamtklassements. Das Grüne Trikot gewann bei seiner ersten Teilnahme überlegen der Slowake Peter Sagan.

Die ersten drei Etappen wurden komplett in Belgien gefahren, erst danach führte die Tour ins Heimatland. Anders als im Jahr zuvor begann die Rundfahrt wieder mit einem kurzen Zeitfahren, einem Prolog.

Nach 24 Jahren Abstinenz von der Tour de France löste Le Coq Sportif nun Nike als Wertungstrikotausrüster ab. Ebenso wird Le Coq Sportif andere Rennen der ASO ausrüsten (Paris–Nizza, Critérium du Dauphiné, Paris–Roubaix usw.).

ARD und ZDF hatten im Februar 2011 angekündigt, die Tour de France 2012 nicht mehr zu übertragen. Die Begründung dazu lautete, dass die langen Liveübertragungen aufgrund der Dopingproblematik nicht mehr die gewünschte Zuschauerakzeptanz fänden. Die Übertragung in Deutschland erfolgte daher ausschließlich über den Sender Eurosport.Meldung auf welt.de vom 27. Juni 2012, abgerufen am 29. Juni 2012 In der Schweiz wurde die Rundfahrt mit deutschem (SF2), französischem (RTS un) und italienischem (RSI LA 2) Kommentar übertragen.

Ausgangslage Teilnehmerfeld An der Tour de France 2012 nahmen wie üblich 22 Teams mit jeweils 9 Fahrern teil. Startberechtigt waren die 18 ProTeams. Zudem vergab der Organisator ASO vier Wildcards an Professional Continental Teams, nämlich an , , und . Die 198 Fahrer stammten aus 31 Nationen, darunter Deutschland mit 13, Österreich mit einem sowie die Schweiz mit drei Startern. Frankreich stellte mit 43 Fahrern – wie seit Jahren – das größte nationale Kontingent, gefolgt von Spanien mit 21 sowie den Niederlanden mit 18 Fahrern.

Mit 40 Jahren war Jens Voigt (RSN) der älteste Starter der Tour de France 2012. Jüngster Teilnehmer war der Franzose Thibaut Pinot (FDJ) mit 22 Jahren. Der US-Amerikaner George Hincapie (BMC) war mit seinem 17. Tour-Start der Fahrer, der die meisten Teilnahmen an der Tour de France in ihrer Geschichte vorweisen kann. Er verdrängte damit den Niederländer Joop Zoetemelk, der auf 16 Teilnahmen kam. In die Nachwuchswertung fielen in diesem Jahr alle Fahrer ab Jahrgang 1987, insgesamt waren es zum Start der Tour 23, was etwa ein Zehntel des Pelotons ausmachte und damit unter dem Wert der letzten Jahre lag.

Eine detaillierte Starterliste mit einem Überblick über die Nationalitäten, Erfolge und Ausstiege der einzelnen Fahrer und Teams während der Tour de France 2012 findet sich auf der separaten Seite → Fahrerfeld 2012.

ProTeams (ALM) (AST) (BMC) (EUS) (FDJ) (GRS) (OGE) (KAT) (LAM)  (LIQ) (LTB) (MOV) (OPQ) (RAB) (RNT) (SKY) (STB) (VCD)Professional Continental Teams (ARG) (COF)  (EUC) (SAU)

Favoriten mini|links|Vorjahressieger Cadel Evans In der Tour de France 2012 wurden rund 100 Kilometer als Einzelzeitfahren ausgetragen. Folglich wurden den starken Zeitfahrern die größten Chancen auf einen Toursieg eingeräumt. Dazu zählten im Vorfeld der Tour vor allem der Vorjahressieger Cadel Evans sowie der Brite Bradley Wiggins.Zwei Favoriten, vier deutsche Hoffnungen und ein DauerthemaTour-Favoriten über den zweiten Bildungsweg Der scheinbar größte Konkurrent der beiden Fahrer, Vorjahreszweiter und Sieger der Tour de France 2010, Andy Schleck, fiel verletzungsbedingt aus. Des Weiteren werden dessen Bruder Fränk Schleck, Denis Menschow und Andreas Klöden sowie Jurgen Van Den Broeck als mögliche Top-10-Fahrer genannt.Vorschau Tour 2012, Fahrer: Favoriten, Franzosen und Starter aus deutschsprachigen Ländern Auch dem Sieger des Giro d’Italia 2012, Ryder Hesjedal, sowie dem italienischen Altstar Ivan Basso wurde von manchen Experten der Sieg zugetraut. Zum Kreis der erweiterten Favoriten für Topplatzierungen zählten Janez Brajkovič, Pierre Rolland, Samuel Sánchez, Vincenzo Nibali, Michele Scarponi, Rein Taaramäe, Jean-Christophe Péraud, Alejandro Valverde, Robert Gesink und Jelle Vanendert.

Der Topanwärter auf das Grüne Trikot des Punktbesten war Mark Cavendish, der die Sprintentscheidungen in den vorhergehenden Jahren dominiert und im Vorjahr die Wertung gewonnen hatte.Die Favoriten bei der Tour de France: Mark Cavendish Neben ihm wurden vor allem Peter Sagan, André GreipelDie Favoriten bei der Tour de France: André Greipel, Tyler Farrar, Óscar Freire und gerade für anspruchsvolle Sprintankünfte auch Edvald Boasson Hagen genannt. Des Weiteren galten Mark Renshaw, Robert Hunter und Alessandro PetacchiDie Favoriten bei der Tour de France: Alessandro Petacchi als aussichtsreiche Kandidaten auf einen Sprintsieg.SPOX-Ranking zur Tour de France 2012 − Grünes Trikot: Die Sprintwertung

Die Bergwertung schien zu Tourbeginn erneut relativ offen zu sein. Favoriten für das Gepunktete Trikot waren neben einigen der Gesamtklassement-Fahrer, beispielsweise Samuel Sánchez, der das Gepunktete Trikot im Jahr 2011 gewonnen hatte, angriffslustige Rennfahrer wie Johnny Hoogerland, Jérémy Roy, Jelle Vanendert oder Altmeister Sylvain Chavanel. Auch dem Niederländer Robert Gesink wurde des Öfteren der Gewinn des Gepunkteten Trikots zugetraut.SPOX-Ranking zur Tour de France 2012 − Gepunktetes Trikot: Der beste Kletterer

Im Nachwuchsbereich sprach man Tejay van Garderen, Edvald Boasson Hagen und Rein Taaramäe die besten Chancen zu, das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers zu gewinnen. Auch der Slowake Peter Sagan zählte hier zum Anwärterkreis.

Für die drei Einzelzeitfahren galten der Schweizer Fabian Cancellara und der Deutsche Tony Martin als aussichtsreichste Kandidaten, ebenso einige der Tourfavoriten wie Cadel Evans, Bradley Wiggins, Denis Menschow oder Andreas Klöden sowie Edvald Boasson Hagen, David Millar und David Zabriskie.

Tourverlauf Etappen Der Etappenplan wurde am 18. Oktober 2011 offiziell vorgestellt. Aufgrund eines Versehens war er jedoch bereits am 10. Oktober auf der Website der Amaury Sport Organisation für kurze Zeit zu sehen.

EtappeDatumStreckeTypkmEtappensieger20px|link=Rote Rückennummer Kämpferischster Fahrer Prolog 30. Juni Lüttich (BEL) – Lüttich Einzelzeitfahren 6,4 Fabian Cancellara nicht vergeben 1 1. Juli Lüttich – Seraing (BEL) Flachetappe 198 Peter Sagan Nicolas Edet 2 2. Juli Visé (BEL) – Tournai (BEL) Flachetappe 207,5 Mark Cavendish Anthony Roux 3 3. Juli Orchies – Boulogne-sur-Mer Bergige Etappe 197 Peter Sagan Michael Mørkøv 4 4. Juli Abbeville – Rouen Flachetappe 214,5 André Greipel Yukiya Arashiro 5 5. Juli Rouen – Saint-Quentin Flachetappe 196,5 André Greipel Matthieu Ladagnous 6 6. Juli Épernay – Metz Flachetappe 205 Peter Sagan David Zabriskie 7 7. Juli Tomblaine – Planche des Belles Filles Bergige Etappe 199 Chris Froome Luis León Sánchez 8 8. Juli Belfort – Porrentruy (SUI) Bergige Etappe 157,5 Thibaut Pinot Fredrik Kessiakoff 9 9. Juli Arc-et-Senans – Besançon Einzelzeitfahren 41,5 Bradley Wiggins nicht vergeben R 10. Juli 1. Ruhetag Ruhetag 10 11. Juli Mâcon – Bellegarde-sur-Valserine Hochgebirgsetappe 194,5 Thomas Voeckler Thomas Voeckler 11 12. Juli Albertville – Fontcouverte-la-Toussuire Hochgebirgsetappe 148 Pierre Rolland Pierre Rolland 12 13. Juli Saint-Jean-de-Maurienne – Annonay-Davézieux Bergige Etappe 226 David Millar Robert Kišerlovski 13 14. Juli Saint-Paul-Trois-Châteaux – Cap d’Agde Flachetappe 217 André Greipel Michael Mørkøv 14 15. Juli Limoux – Foix Hochgebirgsetappe 191 Luis León Sánchez Peter Sagan 15 16. Juli Samatan – Pau Flachetappe 158,5 Pierrick Fédrigo Nicki Sørensen R 17. Juli 2. Ruhetag Ruhetag 16 18. Juli Pau – Bagnères-de-Luchon Hochgebirgsetappe 197 Thomas VoecklerThomas Voeckler 17 19. Juli Bagnères-de-Luchon – Peyragudes Hochgebirgsetappe 143,5 Alejandro Valverde Alejandro Valverde 18 20. Juli Blagnac – Brive-la-Gaillarde Flachetappe 222,5 Mark Cavendish Alexander Winokurow 19 21. Juli Bonneval – Chartres Einzelzeitfahren 53,5 Bradley Wiggins nicht vergeben 20 22. Juli Rambouillet – Paris, Champs-Elysées Flachetappe 120 Mark Cavendish nicht vergeben

Erste Woche mini|Die Ausreißergruppe während der 3. Etappe mini|Eine Fluchtgruppe am Col de Grosse Pierre während der 7. Etappe mini|Das Hauptfeld in Belfort während der 8. Etappe Den Prolog gewann der mehrmalige Einzelzeitfahr-Weltmeister Fabian Cancellara. Er durfte damit als Erster das Gelbe Trikot der Tour de France 2012 tragen. In der Punktewertung lag er ebenfalls vorn, weil es beim Prolog nur für die Zielankunft Sprintpunkte gab und er als Sieger folglich die meisten Punkte erhielt. Da Cancellara damit Träger zweier Trikots war, trug Bradley Wiggins, der in der Punktwertung an zweiter Stelle lag, das Grüne Trikot des besten Sprinters. In das weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers fuhr der US-Amerikaner Tejay van Garderen. Schnellstes Team war am Ende des Prolog das Team Sky. Das Gepunktete Trikot wurde nicht vergeben.

Die folgenden sechs Etappen waren im Profil überwiegend flach und wurden deshalb bei der Zielankunft von den Sprintern im Fahrerfeld dominiert. Die zwischenzeitlich gebildeten Ausreißergruppen wurden jedes Mal durch die Tempoarbeit der Sprinterteams vor dem Ziel wieder eingeholt. Aus solch einer Fluchtgruppe heraus holte der Däne Michael Mørkøv in der ersten Etappe die meisten Bergpunkte und fuhr damit in das Trikot des besten Bergfahrers. Auch in den beiden folgenden Etappen war Mørkøv in Ausreißergruppen vertreten und konnte sich dadurch insgesamt neun Punkte in der Bergwertung sichern.

Der Slowake Peter Sagan schaffte bei seiner ersten Tour-Teilnahme gleich seinen ersten Etappenerfolg. Dadurch rückte er zunächst auf den zweiten Platz der Punktewertung. Ein sechster Platz in der zweiten Etappe genügte ihm, um das Grüne Trikot von Fabian Cancellara zu übernehmen. Die Etappe gewann der fünfmalige Etappensieger der letztjährigen Tour, Mark Cavendish. Sagan gewann auch die dritte und die sechste Tour-Etappe und sicherte damit seine Führung in der Punktewertung. Der deutsche André Greipel konnte zwei Etappen hintereinander für sich entscheiden und rückte auf den dritten Platz der Punktewertung vor.

Nach der dritten Etappe erhielt Fabian Cancellara zum 27. Mal das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. Er war damit der Fahrer, der das maillot jaune am häufigsten getragen hat, ohne dabei die Tour zu gewinnen.

In den anderen Wertungen kam es bis dahin kaum zu Verschiebungen. Während der dritten Etappe mussten Kanstanzin Siuzou und José Joaquín Rojas aufgrund eines Sturzes als erste Fahrer die Tour vorzeitig beenden. Während der sechsten Etappe kam es zu einem Massensturz, der das Peloton in zwei Gruppen teilte. Das führte dazu, dass namhafte Fahrer wie Edvald Boasson Hagen und Ryder Hesjedal in der Gesamtwertung zurückfielen. Letzterer trat in der folgenden siebten Etappe nicht mehr an. Insgesamt beendeten zwölf Fahrer aufgrund des Sturzes während der sechsten Etappe die Tour de France 2012 vorzeitig, darunter der Vorjahres-Achte Tom Danielson.