mini|Dienstgebäude des Polizeipräsidiums Stuttgart Das Polizeipräsidium Stuttgart ist eine staatliche Dienststelle des Landes Baden-Württemberg und seit der Polizeireform vom 1. Januar 2014 eines der regionalen Polizeipräsidien der Landespolizei.

Das Polizeipräsidium Stuttgart ist zuständig für den Stadtkreis der Landeshauptstadt Stuttgart. Dieser umfasst  Quadratkilometer mit  Einwohnern ().

Organisation Das Polizeipräsidium Stuttgart wird vom Polizeipräsidenten geleitet. Ihm arbeiten direkt die Stabsstellen Öffentlichkeitsarbeit, Strategisches Controlling und Qualitätsmanagement sowie die Verwaltung zu. Das Referat Prävention ist für die kriminal- und verkehrspräventiven Aufgaben zuständig. Der Führungs- und Einsatzstab übernimmt strategische Aufgaben. Er ist unter anderem für die Einsatzplanung in Großlagen zuständig und fungiert darüber hinaus als Schnittstelle sowohl in der Kommunikation nach innen als auch mit anderen Behörden und Stellen. Weiterhin gliedert sich das Polizeipräsidium Stuttgart in die Schutzpolizeidirektion und die Kriminalpolizeidirektion.

Liste der Polizeipräsidenten Polizeipräsidenten waren u. a.

Dietrich Bittinger: von 1911 bis 1914 Paul Hahn: von 1919 bis 1923 Oberpolizeidirektor Rudolf Klaiber: von 1923 bis 1938 Karl Schweinle: von 1938, anfangs kommissarisch, bis 1944

Folgende Personen standen seit 1945 der Stuttgarter Behörde vor: Von bis Name 23.04.1945 30.09.1948 Karl Weber 01.10.1948 31.10.1956 Gustav Supper 01.11.1956 31.07.1980 Paul Rau 01.08.1980 30.04.1987 Eduard Vermander 01.05.1987 Januar 1999 Volker Haas 01.03.1999 30.04.2006 Martin Schairer 01.05.2006 30.04.2011 Siegfried Stumpf 01.06.2011 16.06.2013 Thomas Züfle 15.08.2013 31.07.2022 Franz Lutz01.08.2022Markus Eisenbraun

Schutzpolizeidirektion Zur Schutzpolizeidirektion gehören neben den acht Polizeirevieren und den 13 Polizeiposten auch die Polizeihundeführerstaffel, der Objektschutz, der Polizeigewahrsam, die Einsatzhundertschaft und die Organisationseinheit Gewerbe/Umwelt/Zentrale Ermittlungen. Diese sind unter anderem für die Bekämpfung der leichten bis mittleren Kriminalität sowie Ordnungsstörungen zuständig. Außerdem übernehmen die Beamten der Reviere die Streifentätigkeit im Stadtgebiet und sind zum Teil für die Aufnahme von Verkehrsunfällen sowie andere Verkehrsmaßnahmen zuständig.

Polizeireviere in Stuttgart:

Polizeirevier 1 Theodor-Heuss-Straße Polizeirevier 2 Wolframstraße mit dem Polizeiposten Klett-Passage Polizeirevier 3 Gutenbergstraße mit dem Polizeiposten Süd und dem Polizeiposten Botnang Polizeirevier 4 Balinger Straße mit den Polizeiposten Degerloch, Plieningen, S-Vaihingen und Sillenbuch Polizeirevier 5 Ostendstraße mit dem Polizeiposten Untertürkheim Polizeirevier 6 Martin-Luther Straße mit dem Polizeiposten Hallschlag Polizeirevier 7 Ludwigsburger Straße mit den Polizeiposten Freiberg, Neugereut und Stammheim Polizeirevier 8 Kärntner Straße mit dem Polizeiposten Weilimdorf

Zur Schutzpolizeidirektion gehört außerdem die Verkehrspolizeiinspektion, deren Mitarbeiter sich in der Verkehrsüberwachung, in der Aufnahme komplexer Unfalllagen sowie in Ermittlungen mit verkehrsrechtlichen Schwerpunkten spezialisiert haben. Zu den Verkehrsüberwachungsaufgaben gehören neben allgemeinen Verkehrskontrollen die Kontrollen des gewerblichen Güter- und Personenverkehrs (Gefahrgut-, Schwerlast- und Reisebusverkehr aus dem In- und Ausland), die Überwachung von Unfallschwerpunkten (Geschwindigkeits- und Rotlichtüberwachungen), Verkehrslenkungsmaßnahmen, insbesondere im Zusammenhang mit Großveranstaltungen und Demonstrationen, sowie die Überwachung der Durchgangsstraßen und Einrichtungen des internationalen Verkehrs zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität. Die Aufgaben der Verkehrsunfallaufnahme beinhalten die Bearbeitung sämtlicher Verkehrsunfälle, bei denen Personen verletzt oder getötet wurden, Unfälle mit komplexer Spurenlage sowie Unfälle mit Beteiligung einer Stadtbahn. In Fällen der Unfallflucht bzw. bei manipulierten Verkehrsunfällen werden Ermittler tätig, denen eine Reihe von Hilfsmitteln zur Spurensicherung bzw. -auswertung sowie unterschiedliche Datenbanken zur Verfügung stehen. In der Führungsgruppe der Schutzpolizeidirektion werden u. a. Handlungskonzepte geplant und koordiniert. Außerdem übernimmt diese in bestimmten Fällen die Organisation von größeren Einsätzen rund um Demonstrationen, Gerichtsverhandlungen, Großveranstaltungen und Brennpunktinterventionen.

Kriminalpolizeidirektion Der Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Stuttgart obliegt die Bekämpfung der schweren und mittleren Kriminalität. Hier werden Straftaten wie Gewaltdelikte, politisch motivierte Straftaten, Raub und Erpressung, Straftaten aus den Bereichen der Wirtschafts- und Computerkriminalität sowie größere Schadenslagen bearbeitet. Die interne Organisation ist darauf ausgelegt, auf Veränderungen im Kriminalitätsgeschehen schnell und spürbar zu reagieren. Zum Polizeipräsidium Stuttgart gehören acht Kriminalinspektionen mit besonderer fachlicher Ausrichtung. Den Kriminalinspektionen sind entsprechend dem Bekämpfungsansatz Dezernate und Arbeitsbereiche nachgeordnet.

Führungsgruppe Kriminalinspektion 1 – Kapitaldelikte, Sexualdelikte Kriminalinspektion 2 – Raubdelikte, jugendspezifische Kriminalität, Eigentumsdelikte Kriminalinspektion 3 – Wirtschaftskriminalität, Amtsdelikte, Korruption, Umweltdelikte Kriminalinspektion 4 – Organisierte Kriminalität, Rauschgiftkriminalität Kriminalinspektion 5 – Cybercrime, Digitale Spuren, Beweissicherung und Dokumentation Kriminalinspektion 6 – Staatsschutz Kriminalinspektion 7 – Einsatz- und Ermittlungsunterstützung, Kriminaldauerdienst, Datenstation, Finanzermittlung, Vertrauenspersonen-Führung Kriminalinspektion 8 – Kriminaltechnik, ErkennungsdienstZiffer 5 der Anlage 2 der Verwaltungsvorschrift über die Organisation des Polizeivollzugsdienstes des Landes Baden-Württemberg vom 18. November 2013

Geschichte der Stuttgarter Polizei Bis Ende 1972 war die Stuttgarter Polizei kommunal und wurde zum 1. Januar 1973 in den Dienst des Landes Baden-Württemberg übernommen. Der damalige Polizeipräsident Paul Rau verlor damit seine Doppelfunktion: Das Amt für öffentliche Ordnung verblieb als Element der Polizeibehörde bei der Stadt Stuttgart, der Polizeipräsident wurde Chef der Vollzugspolizei. Mit dem Wechsel der Polizei von der Stadt zum Land verloren die kommunalen Polizisten ihre blaue Uniform und tauschten sie gegen das landeseinheitliche grüne Tuch. Rechtlich wirksam wurde der Wechsel des Dienstherrn zum 1. Januar 1973. Die offizielle Übergabe wurde aber erst am 15. Januar 1973 vollzogen. Der damalige Stuttgarter Oberbürgermeister Arnulf Klett übergab im Großen Sitzungssaal des Rathauses „seine Polizei“ an Innenminister Karl Schiess. Eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Verstaatlichung war, dass der Stuttgarter Polizei der unmittelbare Dienstweg zum Innenministerium eröffnet wurde. Begründet wurde dies mit den besonderen polizeilichen Anforderungen in der Landeshauptstadt. Mit der damaligen Landespolizeidirektion Stuttgart II entstand eine der größten staatlichen Behörden in Baden-Württemberg. Sie war den anderen Landespolizeidirektionen Stuttgart I, Freiburg, Karlsruhe und Tübingen gleichgestellt. Der jetzige Dienstsitz im ehemaligen Robert-Bosch-Krankenhaus an der Hahnemannstraße wurde erst einige Jahre nach der Verstaatlichung zwischen September 1977 und April 1978 bezogen. Mit der Umsetzung der Verwaltungsreform wurde die Landespolizeidirektion Stuttgart II am 1. Mai 2005 in Polizeipräsidium Stuttgart umbenannt. Die direkte Anbindung an das Innenministerium blieb unangetastet. Ab dem 18. Oktober 2010 begann auch beim Polizeipräsidium Stuttgart die Ausgabe der neuen blauen Uniformen. Die Umstellung dauerte zirka ein Jahr. Bei der Polizeireform vom 1. Januar 2014 wurde das Polizeipräsidium Stuttgart teilweise umstrukturiert, um den landesweit einheitlichen Aufbau aller regionalen Polizeipräsidien zu gewährleisten. Im Rahmen der Strukturreform 2020 wurde das Polizeipräsidium zum 1. Januar 2020 erneut umgegliedert. Die bislang drei Direktionen (Direktion Polizeireviere, Verkehrspolizeidirektion und Kriminalpolizeidirektion) wurden zu zwei Direktionen umstrukturiert: die Schutzpolizeidirektion, in die die Verkehrsinspektion eingegliedert wurde, und die Kriminalpolizeidirektion.

Soziale Netzwerke Das Polizeipräsidium Stuttgart ist seit Dezember 2011 bzw. Januar 2012 in den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter aktiv und war damit eine der ersten Polizeidienststellen in Deutschland. Seit dem 1. März 2018 ist die Polizei Baden-Württemberg auch auf Instagram vertreten. Die Koordination und Redaktion der Beiträge obliegt dem Social-Media-Team des Polizeipräsidiums Stuttgart.

Gebäude Das Gebäude des Polizeipräsidiums an der Hahnemannstraße war zunächst ein Krankenhaus. Die Klinik wurde am 10. April 1940 als Robert-Bosch-Krankenhaus mit homöopathischem Schwerpunkt eröffnet; Namensgeber der Hahnemannstraße ist Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie. Das Krankenhaus zog 1973 an den neuen Standort auf der Bergheide. Seit 1978 ist das ehemalige Klinikgebäude Dienstsitz der Polizei. Bis zu seiner Renovierung im Jahr 2008 war das Gebäude jahrzehntelang äußerlich fast unverändert geblieben. Im Oktober 2017 erhielt das Polizeipräsidium einen Anbau, der das neue Führungs- und Lagezentrum beherbergt.

Siehe auch Polizei Baden-Württemberg

Weblinks

Webpräsenz des Polizeipräsidiums Stuttgart Polizeipräsidium Stuttgart im Serviceportal Baden-Württemberg

Einzelnachweise

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