Hamburg-Köln-Express (HKX) war eine Zuggattung, die ab 2012 Hamburg-Altona mit Köln Hauptbahnhof verband. Nach April 2018 verkehrten die Züge unter dem Namen Flixtrain für das Unternehmen Flixmobility.

Geschichte Im Oktober 2009 entstand das Unternehmen Hamburg-Köln-Express GmbH als Joint Venture zwischen der RDC Deutschland (Anteil 75 Prozent), Locomore rail GmbH & Co. KG (17,5 Prozent) und dem britisch-kanadischen Eisenbahninvestor Michael Schabas (7,5 Prozent).Ryanair auf Schienen. In: WirtschaftsWoche. Nr. 46, 9. November 2009.

Die Achse Hamburg–Köln sei nach Unternehmensangaben aus intensiven Marktanalysen hervorgegangen. Dafür hätten das wirtschaftliche und touristische Potential der beiden Regionen gesprochen. Gegen Regionen wie das Rhein-Main-Gebiet oder Berlin hätten dagegen deren Anbindung durch Hochgeschwindigkeitsstrecken gestanden, auf denen die Deutsche Bahn schneller unterwegs sei. Das Unternehmen plante ursprünglich, ab August 2010 Fernverkehrszüge zwischen Köln und Hamburg anzubieten. Im April 2010 kündigte es an, die Strecke erst ab April 2011 mit drei täglichen Zugpaaren zu bedienen. Als Grund für die Verzögerungen gab das Unternehmen die Unsicherheit, ob die bestellten Trassen zugeteilt würden, an. Darüber hinaus sei es bei vier der sechs bestellten Trassen zu Trassenkonflikten mit der ebenfalls auf dieser Relation antretenden SNCF-Tochter Keolis gekommen. Nachdem Keolis im April 2010 ihre Rahmenvertragsanmeldungen zurückgezogen hatte, konnte im Juni 2010 ein Rahmenvertrag mit der DB Netz abgeschlossen werden. Er hat eine Laufzeit bis Dezember 2015.Konkurrenten der Bahn geben auf. In: Süddeutsche Zeitung. München, Nr. 82, 10./11. April 2010.

Im März 2011 gab HKX bekannt, eine Beschwerde gegen das neue Stationspreissystem bei der Bundesnetzagentur eingelegt zu haben, da sich hierbei eine Kostensteigerung für HKX von 135 Prozent beziehungsweise 500.000 Euro jährlich ergeben würde. In: Financial Times Deutschland, 31. März 2011. Ende Mai 2011 hat die Bundesnetzagentur die DB-Tochter Station&Service angewiesen, die Stationspreis-Erhöhung von 135 Prozent zurückzunehmen. Die Stationspreise dürfen, ebenso wie für die Deutsche Bahn, nur um 18 Prozent steigen.Regulierer hilft Bahn-Rivalen. In: Financial Times Deutschland, 24. Mai 2011. Mitte 2011 war die Betriebsaufnahme noch für den 1. September 2011 geplant.Privatanbieter attackiert Bahn mit Billig-Angeboten in Welt Online vom 12. August 2011. Aufgrund von Verzögerungen bei der Aufarbeitung der Wagen und der Zulassung durch das Eisenbahn-Bundesamt kam es zur Verschiebung des Starttermins.Stefan Bergmann: . Ruhrnachrichten.de, 6. Januar 2012. Der erste HKX-Zug startete schließlich am Montag, den 23. Juli 2012 um 6:35 Uhr im Bahnhof Hamburg-Altona Richtung Köln Hbf.

Das Unternehmen hatte nach eigenen Angaben bis Mitte 2012 rund 16 Millionen Euro investiert. 2012 sollten zwei bis drei Millionen Euro Umsatz erzielt werden. Nach Unternehmensangaben sei zunächst mit dem Dreifachen geplant worden, da jedoch die zu Grunde gelegten Fahrzeuge fehlten, würde das Unternehmen zunächst Verluste schreiben. Das Unternehmen beschäftigte zum Start 40 Mitarbeiter.Peter Berger: Ein Billigflieger auf Schienen. In: Kölner Stadt-Anzeiger, 21. Juli 2012 (online). Nach Unternehmensangaben wurden 30 bis 40 Prozent der Erlöse zur Deckung der Infrastrukturgebühren (ohne Traktionsenergie) verwendet. Dazu zählen insbesondere Trassen- und Stationsgebühren. Das Unternehmen beabsichtigte noch Mitte 2013, im gleichen Jahr profitabel zu werden. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, benötige das Unternehmen nach eigenen Angaben eine Auslastung von 70 Prozent. Dies gelang jedoch nicht, da die Bilanz 2013 einen Jahresfehlbetrag von 11,6 Millionen Euro auswies. Im ersten halben Betriebsjahr 2013 hat das Unternehmen nach eigenen Angaben 150.000 Personen in 700 Zügen befördert und damit Erlöse von mehr als drei Millionen Euro erzielt. 80 bis 90 Prozent der Züge hätten ihr Ziel pünktlich erreicht. Im Juni 2014 verließ die Geschäftsführerin Eva Kreienkamp das Unternehmen. Als alleiniger Geschäftsführer verblieb damit Carsten Carstensen.

Für das Fahrplanjahr 2016 meldete HKX zusätzlich zu den bestehenden Verkehren Trassen auf der linken Rheinstrecke zwischen Köln und Frankfurt (Main) an. Aufgrund von Überholungen und der hohen Auslastung der Strecke mussten täglich sechs Züge (drei je Fahrtrichtung) der trans-regio-Linie MRB 26 mehrere Stationen ohne Halt durchfahren.Zweckverband Nahverkehr Rheinland: Bahn hält seltener in Roisdorf, General-Anzeiger (Bonn), 29. August 2015

Ab dem 1. September 2016 verkehrten alle HKX-Züge wieder nurmehr auf ihrem namensgebenden Abschnitt zwischen Hamburg und Köln, aufgrund der schwachen Nachfrage am Donnerstag aber nur noch von Freitag bis Montag. Mit dem Fahrplanwechsel 2016/17 fiel auch der Montag weg und der Samstag wurde nur im Sommer (Südrichtung) bzw. Frühling, Sommer und Herbst (Nordrichtung) bedient.

Vom 4. Oktober 2017 bis zum 21. Dezember 2017 pausierte der Fernverkehrszug.HKX legt Züge zwei Monate lang still, Nadine Grunewald für die Neue Osnabrücker Zeitung, 23. August 2017: HKX pausiert ab 4. Oktober, abgerufen am 9. Oktober 2017.

Neustart unter der Marke Flixtrain Ab dem 22. Dezember 2017 bis zum 2. Januar 2018 fuhren wieder HKX-Züge in Kooperation für Flixbus, anschließend wurde der Verkehr ab dem 3. Januar 2018 erneut eingestellt. Nach dem 23. März 2018 an verkehrten die Züge einmal täglich außer mittwochs im Design von Flixtrain, die auch den Fahrkartenvertrieb übernahm., Zeit Online, 7. März 2018 Der Betrieb der Züge für Flixmobility wurde durch RDC Deutschland, eine Tochter der Railroad Development Corporation und Schwestergesellschaft der HKX GmbH, sichergestellt.Railjournal: Flixtrain expands Hamburg - Cologne services, 13. Juli 2018 (englisch) Die HKX GmbH stellte nach 9 Verlustjahren den operativen Betrieb ein.

Angebot des ehemaligen HKX mini|Route des HKX (grün, westliche Strecke) mini|Route des HKX vom 13. Dezember 2015 bis zum 31. August 2016

Während HKX das Servicepersonal der Züge stellte, erfolgte die Durchführung des Betriebs bis Dezember 2015 durch Transdev.Vertrag unterzeichnet: Veolia Verkehr wird Carrier für den Hamburg-Köln-Express, werkstattatlas.info. Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 übernahm BahnTouristikExpress diese Aufgabe.BTE BahnTouristikExpress fährt für HKX, Eisenbahn-Kurier, 16. November 2015

Der HKX hielt zwischen Hamburg-Altona und Köln Hauptbahnhof nur in Hamburg Hauptbahnhof, Hamburg-Harburg sowie an den Hauptbahnhöfen von Osnabrück, Münster, Gelsenkirchen, Essen, Duisburg und Düsseldorf. Ein ursprünglich geplanter Halt in Sagehorn nahe Bremen wurde nicht realisiert. Hier wurde die kürzere Güterumgehung Bremen befahren.

Ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 verkehrte der HKX teilweise über Köln hinaus: Nach Halten an den Hauptbahnhöfen von Bonn, Koblenz und Bingen wurde Frankfurt am Main erreicht. Etwa acht Monate später wurde die Verlängerung jedoch mangels Nachfrage eingestellt, ab Anfang September 2016 war Köln wieder Endstation aller Züge.touristik-aktuell.de - HKX streicht weitere Züge 28. Juli 2016

Nachdem HKX zu Beginn bis zu drei Zugpaare pro Tag zwischen Hamburg und Köln anbot (im Sommer 2015 waren es nur noch bis zu zwei Verbindungen je Tag und Richtung Gültig ab 1. Mai 2016, abgerufen am 30. April 2016.), gab es ab dem 1. Mai 2016 nur noch von Freitag bis Montag Verbindungen. Lediglich am Donnerstag und Samstag fuhren Züge von Frankfurt, in Gegenrichtung verkehrte freitags und am Montag ein Zug zum Main. Zwischen Hamburg und Köln fährt von Donnerstag bis Montag ein HKX-Zugpaar am Tag. Zum 1. September 2016 entfiel die Fahrt am Donnerstag und ab dem 11. Dezember auch am Montag.

Die Reisezeit betrug von Hamburg Hauptbahnhof nach Köln Hauptbahnhof knapp über vier Stunden; von Köln nach Frankfurt Hauptbahnhof waren es etwa zwei Stunden 30 Minuten. Die Gesamtreisezeit zwischen Hamburg-Altona und Frankfurt Hauptbahnhof betrug rund sieben Stunden. Der Fahrplan des HKX war für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h ausgelegt. Da auf Umwege via Bremen oder Dortmund verzichtet wurde und der Zug nur an ausgewählten Stationen hielt, ergab sich zwischen Hamburg und Köln bisweilen ein Zeitgewinn gegenüber den Fernzügen der Deutschen Bahn. Zwischen Köln und Frankfurt war der HKX hingegen deutlich langsamer als ein Intercity-Express gewesen; der ICE benötigt über die Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main lediglich knapp über eine Stunde. Das Logo des HKX wurde mit Einführung der Verlängerung nach Hessen überarbeitet, statt des ausgeschriebenen Namens Hamburg/Köln/Express fand der Werbespruch Zug/und/gut Verwendung.

Während des Sommerfahrplans 2014 gab es auch durchgehende Züge von Westerland auf Sylt. Der HKX fuhr dabei bis Hamburg-Altona als Regionalexpress der Nord-Ostsee-Bahn, deren Wagenmaterial damals ohnehin für viele HKX-Fahrten genutzt wurde.

Tarif (bis 2018) Fahrkarten nach HKX-Tarif Bei Buchung einer HKX-Fahrkarte wird nur eine Wagenklasse angeboten („Basic“), diese kann an Bord des Zuges in ein Erste-Klasse-Ticket („HKX+ Ticket“) hochgestuft werden. auf der Internetseite des HKX

Die HKX-Fahrkarten sind an den gebuchten Zug gebunden und enthalten eine Sitzplatzreservierung. Mehrere Wagen der Zugverbünde sind Fahrgästen mit Reservierung vorbehalten. Snacks und Getränke können bei einem Catering-Abteil im Zug erworben werden. Die Fahrradmitnahme ist bei Vorausbuchung gegen Aufpreis möglich, soweit die Platzverhältnisse dies zulassen.Informationen zur Sitzplatzreservierung in HKX-Zügen, eingebunden in einen Forenbeitrag auf drehscheibe-online.de

HKX-Fahrkarten können über Fahrkartenverkaufsstellen sowie Fahrkartenautomaten vieler Verkehrsunternehmen, in ausgewählten Reisebüros, online über die HKX-Website sowie im Zug erworben werden.

Das Unternehmen kündigte bei Betriebsbeginn an, in den ersten Betriebswochen Kampfpreise von 20, 40 oder 60 Euro auf der Relation Hamburg–Köln anzubieten. Anschließend solle es eine variable, nachfrageorientierte Preisgestaltung geben. Eine HKX-Einzelfahrkarte für die Relation Köln–Hamburg oder umgekehrt kostete bis 30. September 2012 zwischen 20 und 60 Euro. Zum 1. Oktober 2012 wurde der Maximalpreis auf 68 Euro erhöht.Ohne Quelle Der Normalpreis der Deutschen Bahn beträgt hingegen ohne Bahncard-Ermäßigung im Intercity 83 Euro und im Intercity-Express 92 Euro.M. Fasse, D. Fröhlich, C. Schlautmann: Low-Cost-Attacke gegen Bahn. In: Handelsblatt. Nr. 141, 24. Juli 2012, , S. 18 f.

Gültigkeit von Fahrkarten der Deutschen Bahn Zum 1. Februar 2015 änderte HKX sein Tarifkonzept. Seither zählte die Verbindung nicht mehr als Fernverkehr, sondern als eigenwirtschaftlicher Zug des Nahverkehrs. Hierfür wurde zuvor ein Antrag beim Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland gestellt. Dadurch waren die Züge auch mit allen Fahrkarten der Deutschen Bahn benutzbar. Dagegen waren Verbundfahrkarten und solche nach dem Niedersachsentarif sowie dem NRW-Tarif, darunter auch die beiden Ländertickets NRW-Ticket und Niedersachsen-Ticket, nicht gültig.

Sitzplatzreservierungen waren bei Benutzung von Fahrkarten der Deutschen Bahn nicht möglich, allerdings standen in jedem Zug mehrere Wagen für Fahrgäste ohne Reservierung zur Verfügung. Hierbei wird – anders als beim HKX-Haustarif – zwischen Erster und Zweiter Klasse unterschieden. Die Erste Klasse ist unter der Bezeichnung HKX+ gegen einen entfernungsabhängigen Aufpreis in Höhe von 10, 20 oder 30 € auch im Zug erhältlich, ein „Upgrade“ ist jedoch auch hier nicht in Verbindung mit DB-Fahrausweisen (der zweiten Klasse) zulässig.