mini|Wolframs-Eschenbach von Westen mini|Wolframs-Eschenbach von Südosten mini|Stadtmauer in Wolframs-Eschenbach

Wolframs-Eschenbach () ist eine Stadt im Landkreis Ansbach in Mittelfranken und zählt zur Metropolregion Nürnberg. Am 19. Juli 1917 wurde die Stadt (Ober)-Eschenbach zu Ehren von Wolfram von Eschenbach in Wolframs-Eschenbach umbenannt.

Geografie Geografische Lage Die Stadt liegt unweit des Fränkischen Seenlandes an der Burgenstraße.

Nachbargemeinden

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat 10 Gemeindeteile:

Die Einöde Beierleinsmühle zählt zum Gemeindeteil Wolframs-Eschenbach.

Das Gemeindegebiet ist in den Gemarkungen Biederbach, Reutern, Selgenstadt und Wolframs-Eschenbach aufgeteilt. Die Gemarkung Wolframs-Eschenbach hat eine Fläche von 11,098 km² und ist in 2128 Flurstücke aufgeteilt. In ihr liegt neben dem namensgebenden Hauptort der Gemeindeteil Waizendorf.

Geschichte mini|Wolfram von Eschenbach, Autorbild als Ritter im Codex Manesse Bis zum 19. Jahrhundert Der Ort wurde als „Eschelebach“ im Zeitraum 1057/75 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von dem gleichnamigen Gewässer ab, dessen Bestimmungswort die Esche ist. 1309 ist die Form „Obern-Eschembach“ bezeugt zur Unterscheidung von gleichnamigen, in der Nähe gelegenen Orten (Mitteleschenbach, Untereschenbach).W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 247.

Im 11. Jahrhundert gehörte Eschenbach den Bischöfen von Eichstätt und gegen Ende des 12. Jahrhunderts wurden verschiedene Grafen die Herren von Eschenbach bzw. Obereschenbach.Elfriede Würl: Kosmas und Damian. Ihre Wirkungsgeschichte in Franken. In: Würzburger Fachprosa-Studien. Beiträge zur mittelalterlichen Medizin-, Pharmazie- und Standesgeschichte aus dem Würzburger medizinhistorischen Institut. Königshausen & Neumann, Würzburg 1995 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen, 38), S. 134–155, hier: S. 154. Um 1212/1220 wurde Obereschenbach (seit 1917 Wolframs-Eschenbach) von den Wertheimer Grafen als Geschenk an den Deutschen Orden übergeben. Ab diesem Zeitpunkt spielte der Deutsche Orden eine beträchtliche Rolle in der Geschichte von Eschenbach. Er herrschte über 600 Jahre über die Stadt. Eschenbach lag an einer wichtigen Handelsstraße und wurde nach einiger Zeit zum regionalen Handelsplatz sowie zu einem weltlichen und geistlichen Zentrum. Kaiser Ludwig der Bayer verlieh dem Ort am 18. Dezember 1332 das Stadtrecht.

Laut dem Salbuch der Deutschordenskommende Nürnberg aus dem Jahr 1343 gehörten dem Stadtvogteiamt Eschenbach in Eschenbach 5 Höfe, 1 Lehen, 1 Gütlein, 73 Hofstätten, 2 Häuser, der Bader, 5 Hofraiten, mehr als 66 Morgen Äcker, Wiesen und Gärten.Staatsarchiv Nürnberg, Reichsstadt Nürnberg, Salbuch 134 (= Gerhard Pfeifer (Bearb.): Die ältesten Urbare der Deutschordenskommende Nürnberg, Neustadt/Aisch 1981, S. 55–78). Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 531.

Von 1500 bis 1806 gehörte die Stadt zum Fränkischen Reichskreis, denn die Deutschordensballei Franken wurde in diesen Reichskreis eingegliedert. Obwohl die Aufhebung des Deutschen Ordens durch ein Dekret Napoleons I. erst 1809 erfolgte, hatte Bayern bereits 1806 im Zuge der Aufhebung ritterschaftlicher Güter die Kommende Ellingen mit dem Amt (Wolframs-)Eschenbach eingezogen.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Eschenbach 171 Anwesen. Das Hochgericht sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über die Anwesen übte das Stadtvogteiamt Eschenbach des Deutschen Ordens aus. Außerdem gab es noch herrschaftliche, kommunale und kirchliche Gebäude.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 932. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach. Zu dieser Zeit gab es 160 Häuser.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 84.

Im Jahre 1806 kam Eschenbach an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Eschenbach gebildet. Die Munizipalgemeinde Eschenbach wurde 1810 gegründetStaatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. und war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt Eschenbach. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Von 1862 bis 1879 gehörte Eschenbach zum Bezirksamt Heilsbronn, ab 1880 zum Bezirksamt Gunzenhausen (1939 in Landkreis Gunzenhausen umbenannt) und zum Rentamt Gunzenhausen (1919 in Finanzamt Gunzenhausen umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Heilsbronn, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Gunzenhausen zuständig. Seit 1972 gehört Wolframs-Eschenbach zum Landkreis Ansbach, ein Jahr später wurde es dem Amtsgericht Ansbach und dem Finanzamt Ansbach zugeordnet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1017. Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 6,490 km².

Seit dem 20. Jahrhundert Am 19. Juli 1917 wurde die Stadt auf Betreiben von Prälat Johann Baptist Kurz (18. Mai 1881–18. Februar 1968)Ehrenbürger Dr. Dr. Johann Baptist Kurz auf den Seiten der Stadt durch ein Dekret von König Ludwig III. von Bayern von (Ober)-Eschenbach zu Ehren von Wolfram von Eschenbach aus dem Geschlecht der Herren von Eschenbach in Wolframs-Eschenbach umbenannt.

Vertriebene aus Schlesien, Böhmen und Mähren zogen ab 1945 nach Wolframs-Eschenbach und ließen den Ort wachsen.

Seit 2007 ist Wolframs-Eschenbach staatlich anerkannter Erholungsort.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Reutern eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam Waizendorf aus der aufgelösten Gemeinde Gerbersdorf dazu. Biederbach und Selgenstadt folgten am 1. Mai 1978.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2024 stieg die Einwohnerzahl der Gemeinde Wolframs-Eschenbach von 2112 auf 3282 Einwohner bzw. um 55,4 %.

Gemeinde Wolframs-Eschenbach Jahr 1979 1987 1991 1995 2002 2005 2007 2008 2010 2012 2013 2014 2015 2016 2020 2024Einwohner 2019 2086 2259 2671 2927 2881 2847 2870 2872 2817 2923 2934 3045 3060 3119 3282Häuser 545 836 843 847 861 908984Quelle <ref name="LStDV"

Ort Wolframs-Eschenbach (= Gemeinde Eschenbach bis zur Gebietsreform) Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2014Einwohner 803 1003 996 972 995 913 922 939 988 1005 953 941 953 940 966 987 1030 1039 980 1519 1514 1489 1520 1531 1640 2592HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und von 1871 bis 2016 als Wohngebäude. 187 197 199 212 209 210 205 239 292 451 Quelle Eschenbach: 996 E., 196 H.; Stollmühle: 7 E., 1 H. Im Historischen Gemeindeverzeichnis 1953: 999 E. Eschenbach: 986 E.; Stollamühle: 9 E. Eschenbach: 913 E.; Stollamühle: 9 E. Eschenbach: 997 E., 211 Wgb.; Stollamühle: 8 E., 1 Wgb. www.wolframs-eschenbach.de Religionen Die katholische Münsterpfarrei Wolframs-Eschenbach gehört zum Dekanat Herrieden innerhalb des Bistums Eichstätt. Derzeitiger Pfarrer ist Thomas Swat.

In der Stadt Wolframs-Eschenbach leben 1786 Katholiken mit Hauptwohnsitz (Stand: 1. Dezember 2010). Zur Pfarrei gehören auch 467 katholische Christen in der Nachbarstadt Merkendorf. Für sie finden monatliche Sonntagsgottesdienste in der dortigen evangelischen Friedhofskapelle St. Johannis statt.

Die Wolframs-Eschenbacher Stadtpfarrkirche (auch Liebfrauenmünster genannt) ist der Himmelfahrt Mariens geweiht. Daneben gibt es im Friedhof die St.-Sebastians-Kirche aus dem frühen 16. Jahrhundert (später im Stil des Rokoko umgestaltet). Im Gemeindeteil Biederbach befindet sich eine Filialkirche mit dem Patronat der Heiligen Familie.

Die ca. 500 evangelischen Christen in Wolframs-Eschenbach gehören zur evangelischen Pfarrei im drei Kilometer entfernten Merkendorf. Für Gottesdienste in Wolframs-Eschenbach steht ihnen u. a. die katholische Friedhofskirche St. Sebastian zur Verfügung.

In Wolframs-Eschenbach gab es seit 1802 einen jüdischen Gebetssaal, der 1933 aufgegeben wurde. Einige Juden wurden über Erlangen nach Hamburg gebracht und emigrierten 1933/1934 in die USA, einige davon in die Neuengland-Staaten, andere nach Texas und Kalifornien.Geschichte der mittelfränkischen Juden. Band I. Fürth, 2000. Sp. 778.

Die nächsten jüdischen Einrichtungen befinden sich heute in Gunzenhausen, Ansbach und Weißenburg. Dasselbe gilt für muslimische Einrichtungen.

Politik Stadtrat Nach der Kommunalwahl vom 8. März 2026 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen: Christlich-Soziale Union in Bayern/Unabhängige Bürger Wolframs-Eschenbach: 9 Stadträte (±0) Freie Wähler Wolframs-Eschenbach: 7 Stadträte (±0) Gesamt: 16 Sitze

Bürgermeister Michael Dörr (CSU) ist seit 2008 Bürgermeister und wurde am 8. März 2026 wiedergewählt. Sein Vorgänger war Anton Seitz (CSU).

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeinde hat eine grün-weiße Gemeindeflagge.

Städtepartnerschaften Zöblitz im Erzgebirgskreis, Freistaat Sachsen Schlettau im Erzgebirgskreis, Freistaat Sachsen Donzenac im Département Corrèze in Frankreich

Kultur und Sehenswürdigkeiten Museen mini|Museum Wolfram von Eschenbach Museum Wolfram von Eschenbach Das Museum zeigt Gegenstände aus der Stadtgeschichte wie Feuerwehrutensilien, Zunfttruhen und Zinsbücher.

Baudenkmäler

Die mittelalterliche Stadt wird von einer vollständig erhaltenen Befestigungsanlage (Stadtmauer) umgeben mit zwei großen Tortürmen als Zugang zur Stadt. Außerdem gibt es noch den Pulverturm und den Hungerturm an der Südseite ohne Tore. Das Liebfrauenmünster, katholische Pfarrkirche und Grablege Wolframs von Eschenbach wurde zwischen 1220 und 1300 vom Deutschen Orden als Hallenkirche erbaut. Deutschordenschloss Alte Vogtei Altes Rathaus Hohes Haus Pfründehaus Haus Arche Noah Unteres Stadttor Oberes Stadttor St. Sebastian Am Ortsausgang von Wolframs-Eschenbach in der Merkersdorfer Straße und Abzweigung zur Biedersbacher Straße befindet sich die Steinkreuzgruppe in Wolframs-Eschenbach.

Bodendenkmäler

Wolframs-Eschenbach als Filmkulisse 1974 diente Wolframs-Eschenbach als Kulisse für den Kinderfilm-Klassiker Der Räuber Hotzenplotz mit Gert Fröbe, Josef Meinrad, Rainer Basedow und Lina Carstens. Im Abspann des Films nannte Regisseur Gustav Ehmck ausdrücklich auch die Bevölkerung des Ortes als Darsteller, und der Name „Eschenbach“ wird im Film auch erwähnt.

Regelmäßige Veranstaltungen Jährlich die Verleihung des Kulturpreises des Bezirkes Mittelfranken Kirchweih am dritten Sonntag im August Altstadtfest (im Juli, alle zwei Jahre) Sternlesmarkt (im Dezember) Räuber-Hotzenplotz-Fest (am ersten Sonntag im August) Faschingsumzug (Januar/Februar) Seit 2009 findet am ersten Samstag im September auf einer naheliegenden Wiese das Open-Air-Festival Echolot mit elektronischer Musik statt.Homepage des Echolot-Festivals (History) Oldie Town (alle zwei Jahre)

Gastronomie und Unterkünfte Mehrere Gasthäuser in Wolframs-Eschenbach bieten typische fränkische Küche. Es gibt ca. 150 bis 200 Betten in Hotels, Pensionen, Ferienhäusern und bei Privatpersonen.

Verkehr