Leopold Metzenbauer (* 15. Januar 1910 in Wien; † 10. April 1993 in Klosterneuburg) war ein österreichischer Zeichner, Illustrator, Maler und Filmarchitekt.

Leben und Wirken Leopold 'Leo' Metzenbauer hatte eine praktische Ausbildung in der Ziselierkunst und Metallbildhauerei erhalten. Von 1936 bis 1938 arbeitete er als Textilzeichner, danach als selbständiger Designer im Textilgewerbe. Seit den 30er Jahren schuf Metzenbauer Hunderte von Skizzen (darunter diverse Bleistiftzeichnungen), die später von der Stadt Wien, der Wiener Albertina und dem österreichischen Unterrichtsministerium gekauft und international ausgestellt wurden. Ab 1943 begann er auch medizinisch-anatomische Studien am Institut von Prof. Eduard Pernkopf zu zeichnen.

1949 wurde Leo Metzenbauer als Chefarchitekt zur Wien-Film geholt, schuf aber erst ab 1953 Filmdekorationen. Seine vielseitigsten Bauten entwarf er für Stoffe, in deren Mittelpunkt die klassische Musik stand (Franz Schubert, Bel Ami, Gasparone, Fidelio). Metzenbauer zeichnete aber auch für ausstattungsträchtige Geschichten (Maria Stuart, Don Carlos, Gustav Adolfs Page) verantwortlich.

Nachdem er vom Film kaum mehr Aufträge erhalten hatte, kehrte Metzenbauer zu seinen Wurzeln zurück, ließ sich vom Wiener Institut für Pathologie als medizinischer Zeichner einstellen und arbeitete ab 1965 auch als Zeichner für medizinische Fachbücher (insgesamt elf Stück, darunter hochspezielle Publikationen wie „Vaginale Inkontinenzchirurgie und Deszensuschirurgie“).

Anfang der 70er Jahre kehrte Metzenbauer kurzzeitig zum Kino zurück und entwarf die Dekorationen zu einer Reihe von wenig gehaltvollen Lustspielen und Billigsexstreifen.

1981 wurde der vielseitige Künstler zum Professor ernannt. Mit dieser Ehrung anerkannte die Stadt Wien vor allem seine Arbeit als freischaffender Künstler, die unter anderem ergreifende Zeichnungen von Opfern des Nationalsozialismus umfasst. Diese Arbeiten wurden auch in Ausstellungen (MUSA Wien) präsentiert. Ein überdies von Prof. Metzenbauer gestaltetes Mahnmal für drei im Betrieb von Siemens-Schuckert (in der Leopoldstadt) angestellten Widerstandskämpfern, die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft im Landesgericht Wien enthauptet wurden, verschwand infolge des Abrisses dieser Fabriksanlagen.

Filmografie 1953: Die Regimentstochter 1953: Franz Schubert – Ein Leben in zwei Sätzen 1954: Schicksal am Lenkrad 1954: Bel Ami 1955: Gasparone 1956: Fidelio 1956: Nichts als Ärger mit der Liebe 1956: August der Halbstarke 1957: Familie Schimek 1957: Der Kaiser und das Wäschermädel 1958: Man ist nur zweimal jung 1958: Immer die Radfahrer 1959: Maria Stuart 1959: Und ewig singen die Wälder 1959: Immer die Mädchen 1959: Kein Mann zum Heiraten 1960: Don Carlos 1960: Das Erbe von Björndal 1960: Sooo nicht, meine Herren! 1960: Gustav Adolfs Page 1960: Kauf Dir einen bunten Luftballon 1961: Ruf der Wildgänse 1961: Julia, du bist zauberhaft 1962: Waldrausch 1963: Der letzte Ritt nach Santa Cruz 1964: Unsere tollen Tanten in der Südsee 1964: Heiß weht der Wind 1964: Jetzt dreht die Welt sich nur um dich 1971: Sie liebten sich einen Sommer 1972: Mensch ärgere dich nicht 1972: Hauptsache Ferien 1972: Auch fummeln will gelernt sein 1972: Liebesspiele junger Mädchen 1973: Oktoberfest! Da kann man fest...

Anmerkungen

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 5: L – N. Rudolf Lettinger – Lloyd Nolan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 416 als Leopold Metzenbauer.

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