rahmenlos|rechts|Wappen der Stadt Neusalza-Spremberg

Folgende Persönlichkeiten stehen in Verbindung zur Stadt Neusalza-Spremberg.

Grund- und Gutsherrschaften des Dorfes Spremberg (seit dem 13. Jahrhundert) und der Stadt Neu-Salza (seit 1670) bis 1945 In Deutschland prägte die Grundherrschaft mit ihrem großen Grundbesitz vom Mittelalter bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts entscheidend die ländliche Rechts-, Wirtschafts- und Sozialordnung. Die Grundherrschaft übte zugleich die Gerichtsherrschaft aus und war zumeist auch der Kirchen- und Schulpatron in den Dörfern. Im Verlauf des 15. Jahrhunderts bildete sich als besondere Wirtschaftsform der Grundherrschaft, zumeist in den ostelbischen Gebieten, die Gutsherrschaft heraus. Die abhängigen Bauern waren härterer Ausbeutung ausgesetzt, sie führte bis zur Leibeigenschaft und Erbuntertänigkeit. In der Jahrhundertelangen Entwicklung des Dorfes Spremberg und der ländlich geprägten Kleinstadt Neu-Salza, die auf dessen Fluren entstand, zeigten sich Grund- und Gutsherrschaft letztlich als identisch. Der Grund- bzw. Gutsherr verkörperte in seinem Besitztum (Gutsbezirk) demzufolge auch in vollem Umfang die politische Obrigkeit. Die Vorrechte bzw. Privilegien der Grund- und Gutsherrschaften wurden durch staatliche Reformen im 19. Jahrhundert – so Beseitigung der Leibeigenschaft in der Oberlausitz per Gesetz 1832 – weitgehend eingedämmt und erfuhren durch die bürgerlich-demokratische Revolution von 1848/49 einen weitgehenden Abschluss. Nach Ende des Ersten Weltkrieges (1914–1918) und der Novemberrevolution in Deutschland 1918, die die monarchistischen Verhältnisse beendete, war die Administration der Grund- und Gutsherrschaften auch in Spremberg und Neu-Salza gegenstandslos geworden.

Grundherrschaften der Dorfgemeinde Spremberg vom 13. Jahrhundert bis zur Gründung der Stadt Neu-Salza (1670) Angegeben sind die Zeit, die Grund-/Gutsherrschaft sowie Erläuterungen.

Hertwicus de Sprewemberch († um 1250): Der wahrscheinliche Lokator bzw. Siedlungsmeister, zugleich erster Grundherr und Dorfoberhaupt des vor 1242 angelegten Waldhufendorfes Spremberg. Bürge des böhmischen Königs Wenzel I. (1230–1253)

Danach ist bis zum Jahre 1392 – eine Zeitspanne von 150 Jahren – kein weiterer Spremberger Grundherr nachweisbar.

1272 Spremberg galt als Zinsdorf der Bischöfe von Meißen und bildete eine weit vom Stiftsgebiet abgelegene Enklave des Bistums, stand aber unter der Obergerichtsbarkeit der Markgrafen Johann und Otto von Brandenburg als neue Landesherren der Oberlausitz (1253–1319) 1319 Das Land Budissin und damit auch Spremberg kamen zum Königreich Böhmen zurück, und die Lehensbriefe für die Grundherrschaften, so auch Sprembergs, wurden erneut von den böhmischen Königen ausgestellt. Rivalitätskämpfe zwischen den böhmischen Königen und den Bischöfen von Meißen durchzogen die Zeit vom 13. bis 15. Jahrhundert 1347 Karl IV., König von Böhmen, seit 1355 Kaiser des HRR, durchzog auf seiner Reise zur Erbhuldigung der Lausitzer Stände in Bautzen, der Hauptstadt des böhmischen Nebenlandes Oberlausitz, auch das königlich-böhmische Vasallendorf Spremberg an der oberen Spree, wo ihm die weltliche und geistliche Dorfobrigkeit huldigte 1392 Gebrüder Hans und Heinrich von Raussendorf (Sen.) sowie Bernhard von Döbschütz (Döbschicz): Die Landadligen wurden als böhmische Lehensleute Besitzer des Dorfes Spremberg. König Wenzel IV. Landesherr 1408 – um 1429 Heinrich von Raussendorf Jun.: Als böhmischer Ritter wurde er alleiniger Besitzer von Spremberg. Bestätigung durch König Wenzel IV. als Landesherrn am 30. August 1408 in Zittau 1430 Siegmund von Raussendorf: Er war ebenfalls böhmischer Lehensmann und alleiniger Grundherr von Spremberg sowie Bruder des ersten urkundlich überlieferten Pfarrers von Spremberg Friedrich von Raussendorf. Landesherr: König und Kaiser Sigismund (1410–1437) 1479 bis 1490: Die Oberlausitz, darunter die bischöflich-meißnischen Zinsdörfer Spremberg und Friedersdorf, untersteht der Herrschaft des Ungarnkönigs Matthias I. Corvinus. Ungarische Belehnungen für Spremberger Grundherrschaften sind jedoch nicht nachweisbar. 1488 Da seit diesem Jahr die Bischöfe von Meißen die Lehensbriefe für die Spremberger Grundherren ausstellten und nicht die Könige von Böhmen, muss seinerzeit eine völlig neue politische Situation zugunsten des Bistums Meißen entstanden sein. Spremberg war nämlich aus dem Gebiet der böhmischen Oberlausitz ausgeschieden und staatsrechtlich dem Bistum Meißen angegliedert worden. Die Ursachen lagen sicherlich in den langjährigen militärischen Auseinandersetzungen zwischen den Königen von Ungarn und Böhmen. 1488 Gebrüder Hans und Nickel von Raussendorf: Ihre Belehnung nahm nunmehr der Bischof zu Meißen Johann VI. von Saalhausen am 5. November 1488 in Stolpen vor. Beide Brüder repräsentierten die Grundherrschaft von Spremberg gemeinsam 1495 Seit diesem Jahr waren zwei Rittersitze, Ober- und Nieder-Spremberg, im Dorf vorhanden. Spremberg unterstand wie weitere 68 Dörfer dem bischöflich-meißnischen Amt Stolpen, das wiederum von einem bischöflichen Hauptmann verwaltet wurde 1515 Nickel von Raussendorf und die Söhne des verstorbenen Hans von Raussendorf, Hans, Caspar, Christoph, Georg und Friedrich: Ihre Belehnung mit Spremberg erfolgte durch Bischof Johann VI. am 4. Juni 1515. Zwischen 1528 und 1551 verstarben Hans, Caspar und Georg von Raussendorf, so dass Christoph und Friedrich von Raussendorf alleinige Besitzer des Dorfes Spremberg blieben 1559 Nach der Carlowitzer Fehde gelangten das bischöflich-meißnische Amt Stolpen und damit auch Spremberg zum Kurfürstentum Sachsen, wobei aber Spremberg als „amtssässiges Dorf“ bei der „wendischen Pflege“ dieses Amtes in Kursachsen verblieb. Die Belehnungen der jeweiligen Grundherren erfolgten nun durch die sächsischen Kurfürsten 1560 Christoph und Friedrich von Raussendorf: Ihre Belehnung mit Spremberg nahm Kurfürst August (1553–1586) als neuer Landesherr am 8. Februar 1560 vor. Im gleichen Jahr übergab Christoph von Raussendorf sein Spremberger Gut an seine Söhne Hennigke, Bastian und Hans von Raussendorf. 1560–1563 Hennigke, Bastian und Hans von Raussendorf: Grundherren von Spremberg. Die Adelsfamilie von Raussendorf war in der Zeit von 1392 bis 1563 der alleinige Besitzer des Dorfes Spremberg 1563 Hans von Biela (Byla): Er kaufte das Spremberger Gut von Hennigke v. Raussendorf; der Kauf fand aber keine kurfürstliche Bestätigung. Es entstanden unklare Besitzverhältnisse in Spremberg. Denn seit diesem Zeitpunkt sind urkundlich Mitglieder einer weiteren Adelsfamilie, die von Rodewitz, in Spremberg nachweisbar, so Christoph und Heinrich von Rodewitz 1564 Heinrich von Rodewitz: Nach dem Tode Friedrichs von Raussendorf (1564) erbte sein Sohn Hans v. Raussendorf das väterliche Spremberger Gut, aber auch Heinrich von Rodewitz erhielt einen kurfürstlichen Lehensbrief für „halb Spremberg“ 1586 Peter von Rodewitz: Nach dem Tode Heinrichs v. Rodewitz (1578) trat sein Sohn Peter v. Rodewitz das Erbe von „halb Spremberg“ an und erhielt die Bestätigung des neuen Kurfürsten Christian I. (1586–1591). Zugleich belehnte er auch Hans und Hennigke von Raussendorf mit ihrem Spremberger Besitztum neu. Dadurch entstanden zwischen beiden adligen Spremberger Grundherrschaften Besitzstreitigkeiten, die jedoch 1588 vertraglich beendet wurden. Seit diesem Zeitpunkt walteten in Spremberg zwei Grundherrschaften 1592 Abraham, Christoph, Siegmund und Friedrich v. Raussendorf: Nach dem Tode ihres Vaters Hennigke v. Raussendorf erhielten sie von Kurfürst Christian II. (1591–1611) am 12. Dezember 1592 die Belehnung für Spremberg 1596 Esther von Uechtritz: Hans von Raussendorf, der Besitzer Nieder-Sprembergs, verstarb 1596 ohne Nachkommen. Deshalb erhielt seine Gattin Esther das Gut. Sie übergab es jedoch alsbald an ihren Neffen Abraham v. Raussendorf, Hennigkes Sohn, als Ausgedinge („Altenteil“) 1597 Abraham von Raussendorf: Er schien nur kurze Zeit der Besitzer des Rittergutes Nieder-Spremberg gewesen zu sein, da er und seine Tante Esther während dieser Zeit verstarben 1597 Gebrüder Christoph, Hans, Siegismund und Friedrich von Raussendorf: Unter Vormundschaft von Hans v. Biela Senior, Befehlshaber der königlichen Garde zu Prag, Onkel der Gebrüder, wurden sie am 16. August 1597 von Kurfürst Christian II. mit Spremberg belehnt 1599 Alexander von Ragenitz: Der kurfürstliche Oberküchenmeister erwarb Spremberg durch Kauf von Hans von Biela, dem Vormund der Raussendorf-Söhne, der verschuldet war. Alexander v. Ragnitz besaß Spremberg nur wenige Jahre 1605 Peter von Rodewitz und Christoph von Raussendorf: Grundherren und Gutsbesitzer zu Ober- und Nieder -Spremberg 1608 Adam von Rodewitz: Der Sohn des im Weichbild (Gerichtsbezirk) Bautzen ermordeten Peter v. Rodewitz erhielt nun die kurfürstliche Belehnung für Spremberg. Nach einem Vergleich mit denen von Raussendorf gab er das Gut Nieder-Spremberg wieder an Christoph v. Raussendorf zurück und behielt nur das Rittergut Ober-Spremberg 1617 Hans von Raussendorf: Der Sohn Abrahams v. Raussendorf bekam Spremberg nach Antragstellung vom 3. Januar 1617 als Lehen von Kurfürst Johann Georg I. (1611–1656) 1618–1648 Dreißigjähriger Krieg 1619 Anna Magdalena von Gersdorf: Hans von Raussendorf verschrieb seiner Gattin am 29. Januar d. J. „sein halbes Gut Spremberg“, so dass sie bis zum Tode ihres Mannes (1632) Gutsbesitzerin von Nieder-Spremberg wurde 1632 Siegismund von Raussendorf: Da Hans v. Raussendorf 1632 verstarb, erhielt der Sohn das Gut Nieder-Spremberg als kurfürstliches Lehen 1639/40 Jakob Gulisch: Der ehemalige Hauptmann des böhmischen Adligen Wilhelm Graf Kinsky (1574–1634) bekam das Gut Ober-Spremberg nach Verfügung Johann Georgs I. als Pfandbesitz, da Adam v. Rodewitz seine Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllte 1650 Johann Ludwig von Rodewitz: Der Sohn des verstorbenen Adam v. Rodewitz übernahm das verpfändete Ober-Spremberg 1651 Gotthardt von Bündemann: Johann Ludwig v. Rodewitz tauschte mit ihm das Rittergut gegen dessen Lehngut Ebersdorf bei Friedland, heute Tschechien. Das Rittergut Ober-Spremberg brannte jedoch in der folgenden Zeit ab, und der Grundherr verstarb als verarmter böhmischer Exulant 1658 1652 Wolf Ullrich von Raussendorf: Der Schwiegersohn und Neffe des Siegismund von Raussendorf erwarb das Gut Nieder-Spremberg durch Ankauf, auf das er schon seit 1631 lehensberechtigt war 1660 Hans Adolph von Haugwitz: Er wurde durch Kauf am 1. Mai 1660 neuer Besitzer von Nieder-Spremberg, nachdem Wolf Ullrich von Raussendorf mit dem Sohn von Hans v. Raussendorf, Hans Heinrich v. Raussendorf, einen Vergleich erzielte 1666 Siegfried von Metzradt: Der kurfürstlich-sächsische Kammerrat und Hauptmann der Herrschaft Hoyerswerda gelangte durch Ankauf von den Erben des Gotthardt von Bündemann in den Besitz Ober-Sprembergs 1666 Friedrich Adolf von Haugwitz und Hans Adolf von Haugwitz: Nach dem Tode ihres Vaters, des einflussreichen Adligen Hans Adolph v. Haugwitz – Landeshauptmann der Oberlausitz und Administrator der Herrschaft Hoyerswerda – traten sie dessen Erbe Nieder-Spremberg an. Zugleich gelangte Hans Adolf v. Haugwitz in den Besitz von Ober-Spremberg, so dass beide Güter und das Dorf für kurze Zeit in einer Hand verblieben 1668 Christoph Friedrich von Salza († 31. März 1673), als Rat des sächsischen Kurfürsten Johann Georg II. und Landesältester des Görlitzer Kreises kaufte er am 4. Dezember 1668 Hans Adolf von Haugwitz Ober- und Nieder-Spremberg samt Untertanen ab. Auf den Fluren von Nieder-Spremberg gründete der einflussreiche Adlige und kurfürstliche Lehensmann 1670 die Exulantenstadt Neu-Salza.