Schellenberg, bis 1919 Dorf Schellenberg, ist ein Ortsteil der sächsischen Gemeinde Leubsdorf im Landkreis Mittelsachsen.
Geografie mini|Blick von der Augustusburg auf Schellenberg (vorn) und Leubsdorf (hinten) Schellenberg liegt etwa 2 Kilometer ostsüdöstlich von Augustusburg im Erzgebirge.
Nachbarorte von Schellenberg sind Hohenfichte im Nordosten, Leubsdorf im Osten, Marbach im Süden, Augustusburg im Westen sowie Grünberg im Nordwesten.
Geschichte mini|links|Schellenberger Kirche mini|Gemeindeverwaltung Leubsdorf in Schellenberg Die erste urkundliche Erwähnung des Waldhufendorfs stammt aus dem Jahre 1378 mit Aldin Schelnberg bzw. Aldynschelnberg.vgl. Die Bezeichnung kann als Burgenname gedeutet werden oder aber eine Namensübertragung aus dem Altsiedelland sein. Die Kurstadt Bad Pyrmont trug früher ebenfalls die Bezeichnung Schellenberg (= Burg, von der es schallt).
Durch die unmittelbare Nähe zur Burg Schellenberg, wurden die hiesigen Bauern besonders häufig zu Frondiensten wie Jagd und Fischfang herangezogen. Für diesen existierte bei einem Bauern namens Loohs ein Netzschuppen. Der Ort war Amtsdorf des Amtes Augustusburg (vormals Schellenberg). August Schumann schreibt 1814 im Staatslexikon hierzu: „In diesem Dorfe liegt auch der königl. Jagd-Zeug-Schuppen, wo noch im J. 1770 die Wolfszeug- und Hasennetze zur kleinen Jagd, und Bärenfallen, aufbewahrt wurden“.
Die Kirche erhebt sich auf einem steil zur Flöha hin abfallenden Felsen. Den Bau ließ 1777 Johann Christoph Uhlmann aus Börnichen bei Oederan in der Nähe eines mittelalterlichen Vorgängerbaus errichten. Die alte Ortsschule, welche man 1844 mit der Fabrikschule vereinigte, stammt aus dem Jahre 1769. 1844 und 1903 entstanden Schulneubauten.
mini|Baumwollenspinnerei von Trübenbach & Schneider (um 1856) Nach 1945 gründete sich eine LPG, welche sich später der in Marbach anschloss. Die 1838 als Baumwollspinnerei errichtete Fabrik firmierte in DDR-Zeiten als Werk II des „VEB Zwirnerei und Nähfadenfabrik Oederan“. Der „VEB Plasta“ produzierte Leisten, Schläuche und Badematten sowie Ausrüstungsteile für den PKW Trabant.Das mittlere Zschopaugebiet, Band 28, S. 119–120
Zum 1. März 1994 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Hohenfichte, Marbach und Schellenberg der Gemeinde Leubsdorf unter diesem Namen an. In Schellenberg befindet sich die Gemeindeverwaltung der Kommune.
Entwicklung der Einwohnerzahl mini|Sonnenuntergang bei Schellenberg Jahr Einwohnerzahl1551 20 besessene Mann, 9 Gärtner, 12 Inwohner, 18 ¾ Hufen1764 21 besessene Mann, 28 Häusler, 19 Hufen1834 638 Jahr Einwohnerzahl1871 8901890 9351910 11961925 11881939 1153 Jahr Einwohnerzahl1946 12631950 12111964 10811990 7491993 725
Persönlichkeiten Bernhard Förster (1840–1904), Bergbauingenieur und sächsischer Ministerialbeamter
Literatur
Johann Gottlieb Harnisch: Chronik über Schellenberg-Augustusburg. Reutzel, Schellenberg 1860 (Digitalisat).
Weblinks
Porträt Schellenberg
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Mittelsachsen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Mittelsachsen) Kategorie:Gemeindeauflösung 1994 Kategorie:Leubsdorf (Sachsen) Kategorie:Waldhufendorf