mini|Offizielles Logo Das Race Around Austria (RAA) ist eine seit 2009 durchgeführte jährliche Extremradsportveranstaltung in Österreich. Die rund 2.200 km lange Strecke mit etwa 30.000 Höhenmetern führt über grenznahe Straßen einmal rund um Österreich – innerhalb seiner Grenzen.

Seit jeher wird das Rennen im Uhrzeigersinn gefahren. Seit einigen Jahren wird das Rennen vom gleichnamigen Verein veranstaltet, der in St. Georgen im Attergau sitzt, Start und Ziel befinden sich ebenfalls hier.Tel. Info, Dr. Michael Nußbaumer, Leitung Verein Race Around Austria (vormals: SVU Race Around Austria), St. Georgen im Attergau, 21. Juni 2018. – Grund für die Fahrtrichtung ist – seit 2012 – das geografische Zusammenhalten des im letzten Drittel der Strecke gedehnten Fahrerfelds, auf der Schleife in Tirol und Vorarlberg. Auch die kleine Schleife ganz im Westen wird rechtsherum gefahren.

Seit 2010 ist das Race Around Austria Qualifikationsrennen für das Race Across America. 2018 wurde im Rahmen der Veranstaltung die erste Österreichische Meisterschaft im Ultraradsport ausgetragen. 2025 und 2026 wird das Rennen (2.130 km, 35.000 Hm) auch als Weltmeisterschaft im Ultracycling der World Ultra Cycling Association (WUCA) ausgetragen.

mini|Typisches Bild: Radfahrer gefolgt vom Pace-Car (mit Horn-Lautsprechern) (Christoph Strasser, 2010)

Austragungsmodus Das Rennen wird wie beim Race Across America ähnlich wie bei einem Zeitfahren ausgetragen. Windschattenfahren ist im Allgemeinen verboten, nur bei den Teamwettbewerben innerhalb des eigenen Teams erlaubt. Ziel ist es, die vorgegebene Strecke so schnell wie möglich zurückzulegen. Es gibt keine Etappen, die Zeit läuft nonstop und Pausen gehen zu Lasten der Teilnehmer. Die Solofahrer schlafen pro Tag circa zwei bis sechs Stunden, wobei die erste Nacht meist durchgefahren wird. Die Karenzzeit für die Umrundung beträgt inklusive Pausen sechs Tage, was einem Schnitt von etwa 15 km/h entspricht. Die Solo-Frauen haben knapp einen Tag länger Zeit.

Die Straßen sind für den öffentlichen Verkehr nicht gesperrt und die Straßenverkehrsordnung muss von den Teilnehmern eingehalten werden. Vorgeschrieben ist ein sogenanntes „Pace-Car“, ein größenlimitiertes Automobil, das dem Radfahrer in der Nacht von hinten die Straße ausleuchtet und von dem aus er Betreuung erfährt.

Da die Strecke von Jahr zu Jahr aufgrund von Baustellen leicht variiert, können die Zeiten nur bedingt verglichen werden. Die Siegerzeit bei den Viererteams liegt meist bei gut drei Tagen (72 Stunden), jene bei den Solofahrern bei 100 Stunden.

Geschichte Seine Wurzeln hat das Race Around Austria im Jahr 1988. Damals fuhr der Linzer Radsportler Manfred Guthardt als erster mit Start- und Zielort Bad Leonfelden in neun Tagen rund um Österreich. Er befuhr die circa 2600 Kilometer lange Strecke jedoch wie bei einem Etappenrennen, fuhr bei Tageslicht und schlief in der Nacht und nutzte jede nur mögliche Grenzstraße aus. Schon er fuhr die Route im Uhrzeigersinn.Tel. Info, Dr. Michael Nußbaumer, Leitung Verein Race Around Austria, St. Georgen im Attergau, 21. Juni 2018.

2008 versuchten sich zwei Extremradsportler an der Route Manfred Guthardts. Der Steirer Christoph Strasser startete sein Solo-Projekt im August 2008 in Deutschlandsberg. Der Bad Ischler Gerhard Gulewicz startete im Oktober in Schärding. Christoph Strasser schaffte es damals, Österreich nonstop zu umrunden, Gerhard Gulewicz musste aufgrund von Schneefall vor der Großglockner Hochalpenstraße aufgeben.

Christoph Strasser ist mehrmaliger Rekordhalter auf der Strecke. Von dem World-Tour Straßen-Radprofi Tobias Bayer war 2015 die Race Around Austria Zweierteam Challenge eines seiner ersten Radrennen.Attergauer Radprofi verlängert Vertrag. In: tips.at

Im Jahr 2009 fand dann das erste offizielle Race Around Austria statt, vier Einzelfahrer und drei Teams starteten in Schärding. Seit 2012 wird das Rennen in St. Georgen im Attergau gestartet. Der Austragungstermin variiert um den 15. August. Cheforganisator ist Michael Nußbaumer, er wickelt die Formalitäten mit den Behörden ab, ist Ansprechpartner für die Teams und koordiniert die rund 60 Helfer.

Streckenvarianten 2013 wurde das Race Around Austria um das „Race Around Austria 1500“, 2014 um die „Race Around Austria CHALLENGE“ erweitert: Das 1500er Rennen führt nach dem Großglockner direkt nach Norden, die Strecke ist 1.463 km lang. Die CHALLENGE führt einmal rund um Oberösterreich, die Streckenlänge beträgt 553 bis 560 km mit circa 6.500 Höhenmetern.Challenge – Das Rennen, abgerufen am 15. August 2015

Beide werden parallel zum klassischen Race Around Austria ausgetragen.

Seit der Austragung 2020 wurde das Race Around Austria um die Unsupported Challenge erweitert. Diese verläuft auf der identen Strecke wie die Challenge und wird ohne Betreuerfahrzeug absolviert. Eine zuvor abgegebene Box mit Verpflegung, Kleidung etc. wird bei circa der Hälfte der Strecke in Steyr deponiert. Darüber hinaus stehen den Teilnehmern nur öffentlich zugängliche Geschäfte und Wasserstellen zur Verfügung. Das Hinterlegen weiterer Verpflegung entlang der Strecke ist nicht erlaubt.

Wertungsklassen Extreme Race Around Austria (bis zum Jahr 2012 unter der Bezeichnung Race Around Austria) Solofahrer männlich weiblich Team Race Around Austria Zweierteam Viererteam

Race Around Austria 1500 (ab 2013) 1500 männlich 1500 weiblich

Race Around Austria CHALLENGE (ab 2014) ("keine Lizenznehmer", also weder Profi- noch Amateur-Radrennfahrer) Solo CHALLENGE männlich weiblich Team CHALLENGE Zweierteam Business CHALLENGE Unsupported CHALLENGE männlich weiblich

Rennablauf Die Starts finden gestaffelt nach Klassen an mehreren Tagen statt, um die Zieleinläufe aller Klassen zuschauer- und medienfreundlich innerhalb etwa eines Tages zu komprimieren. Extreme-Damen startet etwa zwölf Stunden vor Extreme-Herren. In dieser Klasse wiederum werden Amateure (mit B-Lizenz) um einige Stunden vor den Profis („A-Fahrer“) gestartet, jeweils im 2- bzw. 1-Minuten-Abstand.

Karenzzeiten sind für mehrere Streckenpunkte und den Zieleinlauf jeweils klassenweise festgelegt. Falls Fahrer eines dieser Zeitlimits überschreiten, müssen sie selbstständig den Wettkampf abbrechen. Die Rennleitung kann auch voraussichtliche Karenzzeitüberschreiter aus dem Rennen nehmen.

Innerhalb der Ortstafeln des Start- und Zielorts wird neutralisiert gefahren, also kein (rollender) Konkurrent überholt. Die Teilnehmer erhalten ein umfangreiches Routebook mit dem Reglement sowie genauen Kartenausschnitten und eine Navigationsleiste jeweils für die gesamte Strecke.

Österreichische Meisterschaften im Ultraradsport mini|Österreichisches Meistertrikot Im Jahr 2018 war das Race Around Austria in verschiedenen Wertungsklassen das Rennen um die erstmals ausgetragenen Österreichischen Meisterschaften im Ultraradsport. Vom Österreichischen Radsportverband wurden insgesamt sechs Titel vergeben: Meisterschaft Wertungsklasse Race Around AustriaHerren Solo CHALLENGEDamen Solo CHALLENGEZweierteam Herren Team CHALLENGEZweierteam Damen Team CHALLENGEViererteam Herren Extreme ViererteamViererteam Damen Extreme Viererteam

Gemischte Teams werden dabei jeweils für die Meisterschaft der Herren gewertet. Für die Zukunft ist angedacht, die Austragung der Meisterschaften zwischen verschiedenen 24-Stunden-Rennen zu alternieren.

Siegerlisten – Race Around Austria

Datenformat, Anmerkungen 3:04:05 d = 3 Tage 4 Stunden 5 Minuten ... Zeit zwischen Start und Zielankunft 23:45 h = 23 Stunden 45 Minuten 22,2 km/h = Geschwindigkeitsschnitt = Streckenlänge / Zeit (*) Erstteilnahme (**) Rekordzeit = je Klasse und Jahr kleinere Zeit als zuvor km = Distanz laut Tourbook

Im Jahr 2024 gewann Elena Roch die Frauen-Wertung mit einer um fast zwei Stunden besseren Zeit als der Sieger der Männer; auch die zweitplatzierte Tina Büttner blieb etwa 1,5 Stunden unter der Männer-Bestzeit.Frau fährt Männer-Elite bei Radrennen davon (18. August 2024)

Extreme Einzelbewerb Männer Jahr Erster Platz Zweiter Platz Dritter Platz2026 Lukas Kaufmann 3:09:08 d 26,75 km/h Sebastian Trimborn 3:12:32 d 25,36 km/h Simon Harringer 3:12:57 d 25,23 km/h2025 Rainer Steinberger 3:17:04 d 24,14 km/h Michael Hofer 3:20:47 d 23,18 km/h Marco Rieder 4:10:09 d 20,26 km/h2024 Sebastian Mayr 4:03:58 d 21,58 km/h Marcel Gafner 4:04:27 d 21,37 km/h Stefan Neudeck 4:14:15 d 19,47 km/h 2023 Philipp Kaider 3:17:47 d 24,05 km/h Mario Thallinger 3:20:15 d 23,24 km/h Marcel Gafner 4:09:49 d 20,41 km/h 2022 Sebastian Michetschläger 3:18:00 d 23,98 km/h Philipp Kaider 3:21:32 d 23,11 km/h Dominik Meierhofer 3:22:30 d 22,83 km/h 2021 Rainer Steinberger 3:15:19 d 24,83 km/h Franz Scharler 3:16:54 d 24,39 km/h Reinhard Wohlfahrt * 3:20:27 d 23,45 km/h 2020 Christoph Strasser ** 3:11:26 d 26,1 km/h Robert Müller 3:16:22 d 24,54 km/h Ralph Diseviscourt 3:21:00 d 22,8 km/h2019 Rainer Steinberger 3:21:15 d 23,15 km/h Thomas Mauerhofer 4:01:45 d 22,23 km/h Marcello Luca 4:08:28 d 20,80 km/h2018 Patric Grüner 3:16:24 d 24,65 km/h Markus Hager 3:19:30 d 23,81 km/h Michael Kochendörfer 4:03:24 d 21,86 km/h 2017 Markus Hager 3:20:28 d 23,8 km/h Ralph Diseviscourt 4:05:22 d 21,7 km/h Lukas Kienreich 4:09:18 d 20,9 km/h 2016 Christoph Strasser ** 3:12:41 d 25,4 km/h Patric Grüner 3:19:38 d 23,4 km/h Markus Hager 3:19:50 d 23,4 km/h 2015 Christoph Strasser ** 3:14:44 d 24,7 km/h Patric Grüner 3:21:39 d 22,9 km/h Svata Bozak 4:06:06 d 21,0 km/h 2014 Christoph Strasser ** 3:15:24 d 24,67 km/h Patric Grüner * 4:02:49 d 21,82 km/h Pierre Bischoff 4:07:41 d 20,65 km/h 2013 Joachim Ladler 3:21:06 d 23,16 km/h Severin Zotter 4:02:14 d 21,95 km/h Jacob Zurl * 4:03:20 d 21,71 km/h 2012 Eduard Fuchs 3:23:02 d 22,62 km/h Simon Ruff 4:00:13 d 22,40 km/h Johann Eisenbraun 4:02:03 d 22,03 km/h 2011 Eduard Fuchs 4:04:50 d Gerald Bauer 4:07:02 d David Misch 4:08:05 d 2010 Eduard Fuchs 4:04:36 d David Rihtarič 4:12:01 d Bernhard Steinberger 4:17:55 d 2009 David Rihtarič 5:02:53 d Reinhard Wendler 5:12:41 d Rainer Popp 5:19:35 d Frauen Jahr Erster Platz Zweiter Platz Dritter Platz2025 Elena Roch 3:22:57 d 22,65 km/h Tina Büttner 3:23:45 d 22,45 km/h Christine Waitz 5:06:41 d 16,98 km/h|-2024 Elena Roch 4:02:00 d 21,91 km/h Tina Büttner 4:02:28 d 21,80 km/h Dorina Vaccaroni 5:13:23 d 16,13 km/h 2023 Dorina Vaccaroni 5:03:29 d 17,56 km/h 2022 Justyna Sieber 5:15:26 d 16,02 km/h 2021 Nicole Reist ** 3:20:36 d 23,42 km/h Gerhild Maier 5:15:18 d 16,03 km/h2020 Nicole Reist 4:10:18 d 20,40 km/h2019 Nicole Reist (**) 4:09:00 d 20,69 km/h2018 Anna Bachmann (**) 4:13:31 d 19,84 km/h Isabelle Pulver 4:14:17 d 19,70 km/h2017 Daniela Genovesi 5:04:00 d 2016 Angela Perin 5:06:51 d 2015 Alexandra Meixner 5:17:54 d 15,5 km/h 2014 Isabelle Pulver 5:05:01 d 17,25 km/h 2013 Nicole Reist (geb. Fehr) 5:15:12 d 15,95 km/h 2012 Nicole Fehr 5:20:25 d 15,31 km/h 2011 Trix Zgraggen ** 4:20:15 d 2010 Hanka Ebertová 6:15:53 d 2009

Extreme Teambewerb Zweierteams Jahr Erster Platz Zweiter Platz Dritter Platz2025 sportplusmedizin

Markus Brandl, Lukas Kaufmann

3:00:31 d SteindlzumQuadrat

Stefanie Steindl, Markus Steindl

3:23:08 d2024keine Finisher2023 RC-Bike Next125 Hackl-Lebensräume

Maria Winter, Lukas Erlinger

3:02:44 d InnsHolz

Peter Gruber, Thomas Kern

3:08:20 d Team Peakmedia

Michael Lenz, Daniel Tammegger

3:14:37 d2022 Team PS - Steinbichler Reisen

Alexander Pillinger, Franz Scharler

2:22:57 d2021 tean alpha - tischlerei grömmer

Simon Kislinger, Christoph Mitterbauer

2:16:48 d Team Bikeregion Buckelige Welt

Alfred Schabauer, Manfred Zöger

2:19:37 d Team Arlberg by Radhaus Rankweil

Thomas Kofler, Marco Jordan

3:02:08 d2020 CLR Sauwald Cofain 699 Markus Eichinger, Amadeus Cosimo Lobe

2:23:45 d Team ForchheimMartin Waldenberger, Harry Schweikert 3:05:49 d Tantscher & bald TantscherBianca Bischof, Dominik Tantscher 3:07:27 d2019 Strasser/Kienreich (**)Christoph Strasser, Lukas Kienreich 2:21:38 d never-stop-cycling.at