Baccharis ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die etwa 430 Arten sind hauptsächlich in der Neuen Welt verbreitet; besonders viele Arten kommen in Südamerika vor und von Mexiko bis Zentralamerika gibt es auch viele Arten. Einige Arten treten auch auf karibischen Inseln und in den USA auf.

Beschreibung mini|Illustration von Baccharis alpina

Vegetative Merkmale Baccharis-Arten wachsen als Sträucher oder ausdauernde krautige Pflanzen. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind einfach.

Generative Merkmale Sämtliche Baccharis-Arten sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). In rispigen Gesamtblütenständen (Synfloreszenzen) stehen die körbchenförmigen Blütenstände zusammen. Die Hüllblätter überdecken sich dachziegelartig und die äußeren sind kleiner als die inneren. Der Korbboden ist oft grubig und es sind keine Spreublätter vorhanden. Die Blütenkörbe enthalten entweder nur weibliche oder nur männliche, meist weiße oder rosafarbene Röhrenblüten (= Scheibenblüten). Zungenblüten sind nicht vorhanden. Die fünflappige Krone ist bei den weiblichen Blüten schlank und bei den männlichen röhrig. Die Staubblätter sind stumpf. Die Verzweigungen der Griffel sind schmal oder pfriemlich, bei den fertilen Blüten glatt und herausragend, bei den sterilen Blüten rudimentär und an der Spitze mit einem ovalen behaarten Anhängsel versehen.

Die mehr oder weniger abgeflachten Achänen sind gerippt und besitzen einen reichlich behaarten Pappus. Bei den sterilen Blüten gibt es nur einen kurzen Pappus.

Ökologie Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, insbesondere Arten von Bienen, Fliegen und Wespen, aber auch Käfern und Tagfaltern.

Trivialnamen In den USA werden einige Baccharis-Arten örtlich broom („Besen“) genannt, was auch die Bezeichnung für den nicht verwandten Besenginster ist. In spanischer Sprache heißen sie romerillo („kleiner Rosmarin“). In den Anden heißen die Baccharis-Arten auf Quechua unter anderem ch'illka (auch chillka oder chilka, daraus lokal spanisch chilca), t'ula (thula) oder tayanka (tayanqa), wobei auch für ein und dieselbe Art mehrere dieser Namen gültig sein können.

Nutzung Auf Grund ihres festen, biegsamen Holzes dienen mehrere Baccharis-Arten als Heckenpflanzen zur Brechung des Windes. Andere Arten sind auf Grund ihres Nektarreichtums für die Bienenzucht bzw. Honigproduktion interessant.

Auf Grund ihrer festen Wurzeln sind Baccharis-Arten für den Erosionsschutz wichtig und werden deshalb in den Anden auch angepflanzt, darunter Baccharis salicifolia (Quechua ch'illka).Jeffery Bentley, Jorge Valencia (2003): Learning about Trees in a Quechua-Speaking Andean Community in Bolivia. S. 69–134. In: Paul Van Mele (ed.) Way Out of the Woods: Learning How to Manage Trees and Forests. Newbury, UK: CPL Press. 143 pp. (PDF; 1,5 MB) Wie schon der englischsprachige Trivialname broom andeutet, werden Baccharis-Arten als Besen verwendet. In manchen indigenen Quechua-Gemeinden der Anden sind sie die einzige zur Besenherstellung verwendete Pflanzenart. Sie haben den Vorteil, dass ihre Blätter auch von der getrockneten Pflanze nicht abfallen, so dass diese Besen gut zum Zusammenkehren gedroschenen Getreides verwendet werden können.

Das Holz wird oft als Brennholz genutzt.

Viele Arten finden auch in der Volksmedizin Verwendung, so etwa die harzreichen Blätter von Baccharis ivaefolia bei Verrenkungen und zur Wundheilung.Systema vegetabilium florae peruvianae et chilensis, anno 1798, auctoribus Hippolyto Ruiz et Josepho Pavon. Tomus primus. P. 200, Molina. P. 207, Molina striata. Aus Ch'illka-Asche wird in den Anden eine Lauge (llipt'a) hergestellt, mit der Koka-Blätter zum Kauen gemischt werden.

Krankheiten 53 Arten von Rostpilzen wurden auf Arten der Gattung Baccharis gefunden, darunter Puccinia baccharidis, Puccinia evadens, Puccinia baccharidis-multiflorae, Puccinia interjecta und Puccinia pistorica. Andere pilzliche Erreger auf Baccharis spec. sind Dothidea puccinioides und Phomopsis spec.

Verbreitung und Gefährdung Die natürlichen Verbreitungsgebiete der Baccharis-Arten erstrecken sich über weite Teile der Neuen Welt. Einige Arten, insbesondere in den nördlichen Anden, sind durch Zerstörung ihres Lebensraums in ihrem Bestand bedroht.

Andere Arten sind in Europa (Spanien, Frankreich) und Australien Neophyten und breiten sich als invasive Pflanzenarten aus, so beispielsweise Baccharis halimifolia auf Salzböden nahe der Küste von Südwest-Frankreich. Baccharis halimifolia ist in die „Liste der unerwünschten Arten“ für die Europäische Union aufgenommen worden.ec.europa.eu: (englisch)

Systematik Die Gattung Baccharis wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, 1753, S. 668 aufgestellt. Der Gattungsname Baccharis rührt von Bacchus her, dem Gott des Weines, einer mythologischen Figur der griechischen Antike. Die von Hipólito Ruiz López und José Antonio Pavón y Jiménez 1798 beschriebene, als gegenüber Baccharis eigenständig postulierte Gattung Molina ist ein Synonym; die an gleicher Stelle beschriebenen Molina-Arten wurden von Christiaan Hendrik Persoon 1807 zur Gattung Baccharis gestellt. Weitere Synonyme für Baccharis sind: Sergilus , Tursenia , Pingraea , Polypappus , Baccharidastrum , Pseudobaccharis , Psila Phil., Achyrobaccharis , Baccharidiopsis , Neomolina nom. illegit. non . Der Gattungsname Baccharis wurde 1989 durch Frank H. Hellwig mit einer konservierten Typusart Baccharis halimifolia konserviert.

mini|Zweig mit Laubblättern von Baccharis angustifolia mini|Zweige mit Laubblättern von Baccharis anomala mini|Habitus einer blühenden Baccharis articulata mini|Habitus von Baccharis dracunculifolia mini|Gesamtblütenstand mit Blütenkörbchen von Baccharis douglasii mini|Habitus mit Platykladien und Fruchtständen von Baccharis genistelloides mini|Habitus von Baccharis genistifolia mini|Fruchtstände von Baccharis halimifolia mini|Gesamtblütenstand mit Blütenkörbchen von Baccharis inamoena mini|Habitus mit Platykladien von Baccharis jocheniana mini|Habitus von Baccharis juncea mini|Habitus von Baccharis linearis mini|Zweig mit Laubblättern und Blütenkörben von Baccharis rhomboidalis mini|Habitus von Baccharis sagittalis mini|Habitus von Baccharis sarothroides mini|Habitus einer blühenden Baccharis sergiloides mini|Habitus von Baccharis tricuneata mini|Habitus von Baccharis tridentata mini|Habitus mit Platykladien und Blütenkörbchen von Baccharis trimera

Es gibt etwa 354 Baccharis-Arten: Baccharis acaulis : Sie ist in Argentinien, Bolivien, Chile und Peru verbreitet. Baccharis acutata : Sie kommt nur auf Kuba vor. Baccharis alamosana Baccharis alaternoides Baccharis albida Baccharis ×alboffii Baccharis albolanosa Baccharis aliens Baccharis alleluia Baccharis alnifolia Baccharis alpestris Baccharis alpina Baccharis altimontana Baccharis amambayensis Baccharis angusticeps Baccharis angustifolia : Sie gedeiht in Salzmarschen der Küsten, in Hammocks, in Hohlformen von Dünen und an Ufern von Fließgewässern in Höhenlagen von 0 bis 20 Metern in den südöstlichen US-Bundesstaaten Alabama, Florida, Georgia, Louisiana, Mississippi, North und South Carolina und kommt außerdem auf den Bahamas vor. Baccharis angustior Baccharis anomala Baccharis antioquensis Baccharis ×antucensis Baccharis aphylla Baccharis apicifoliosa Baccharis arassatubaensis Baccharis arbutifolia Baccharis ×arcuata Baccharis arenaria Baccharis aretioides Baccharis arizonica Baccharis artemisioides Baccharis articulata Baccharis asperula Baccharis auriculigera Baccharis ×australis Baccharis axillaris Baccharis ayacuchensis Baccharis bairdii Baccharis barragensis Baccharis beckii Baccharis bifrons Baccharis bigelovii : Sie kommt in den US-Bundesstaaten Arizona, New Mexico und Texas sowie in den mexikanischen Bundesstaaten Chihuahua, Durango und Sonora vor. Baccharis bogotensis Baccharis boliviensis Baccharis boyacensis Baccharis brachylaenoides Baccharis brachyphylla : Sie kommt von den US-Bundesstaaten Arizona, New Mexico, Texas, Nevada und Kalifornien bis zu den mexikanischen Bundesstaaten Baja California, Chihuahua und Sonora vor. Baccharis brachystachys Baccharis bracteolata Baccharis brevifolia Baccharis breviseta Baccharis buchtienii Baccharis buddlejoides Baccharis burchellii Baccharis buxifolia Baccharis cabrerae Baccharis caespitosa Baccharis caldasiana Baccharis calvescens Baccharis campos-portoana Baccharis cana Baccharis canescens Baccharis capitalensis Baccharis caprariifolia Baccharis ×caramavidensis Baccharis cataphracta Baccharis chachapoyasensis Baccharis chilcaura Baccharis chilco Baccharis × chillanensis Baccharis ciliata Baccharis cochensis Baccharis cognata Baccharis concava : Sie kommt in Chile vor. Baccharis ×concavoides Baccharis concinna Baccharis conferta Baccharis confertoides Baccharis conyzoides Baccharis cordata Baccharis coridifolia : Sie kommt in Brasilien, Bolivien, Argentinien, Paraguay und Uruguay vor. Baccharis coronata Baccharis corymbosa Baccharis crassicuneata Baccharis crassipappa Baccharis ×crenatolycioides Baccharis cultrata Baccharis cundinamarcensis Baccharis curitybensis Baccharis cutervensis Baccharis cyanosa Baccharis cymosa Baccharis darwinii Baccharis davidsonii Baccharis deblei Baccharis decurrens Baccharis decussata (Syn.: Baccharis moritziana ): Sie kommt in Bolivien, Peru, Venezuela, Ecuador und Kolumbien vor. Baccharis deltoidea Baccharis ×demissa Baccharis densa Baccharis densiflora Baccharis dentata Baccharis dependens Baccharis dichotoma Baccharis dioica : Sie kommt in Florida, auf den karibischen Inseln und in Mexiko vor. Baccharis divaricata Baccharis douglasii : Sie kommt im westlichen Nordamerika von Oregon über Kalifornien bis Baja California vor. Baccharis dracunculifolia : Sie ist von Bolivien, Paraguay, Uruguay bis Brasilien und Argentinien verbreitet. Baccharis dubia Baccharis dunensis Baccharis effusa Baccharis elaeagnoides Baccharis elaeoides Baccharis elliptica Baccharis emarginata Baccharis erectifolia Baccharis erigeroides : Sie kommt in Brasilien vor. Baccharis erioclada Baccharis erosoricola Baccharis espadae Baccharis ×exspectata Baccharis exyngioides Baccharis famatinensis Baccharis flabellata Baccharis flexuosa Baccharis flexuosiramosa Baccharis floribundoides Baccharis fraterna Baccharis ×fraudulenta Baccharis frenguellii Baccharis friburgensis Baccharis frigida Baccharis fusca Baccharis gaudichaudiana Baccharis genistelloides (inkl. Baccharis crispa und Baccharis trimera ): Sie kommt in etwa zwei Unterarten in Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Brasilien, Argentinien und Chile vor. Baccharis genistifolia Baccharis gibertii Baccharis gilliesii Baccharis glabra Baccharis glauca Baccharis glaucescens Baccharis glaziovii Baccharis glomerata Baccharis glomeruliflora : Sie gedeiht in Hammocks, feuchten Wäldern, Kiefernwäldern, Sümpfen, Bodensenken, an Ufern von Fließgewässern und in Hohlformen von Dünen in Höhenlagen von 0 bis 100 Metern in den südöstlichen US-Bundesstaaten Alabama, Florida, Georgia, Mississippi, North und South Carolina. Sie soll auf den Bermudas und den Bahamas und vielleicht auch in Kuba vorkommen. Baccharis glutinosa (Syn.: Baccharis angustifolia non , Baccharis douglasii , Baccharis pingraea ): Sie kommt in Oregon, Kalifornien, Mexiko, Kolumbien, Bolivien, Peru, Brasilien, Argentinien, Chile, Paraguay und Uruguay vor. Baccharis gnaphalioides Baccharis gnidiifolia : Sie kommt in Bolivien, Peru, Ecuador und Chile vor. Baccharis gracilis Baccharis granadina Baccharis grandiflora Baccharis grandimucronata Baccharis grisebachii Baccharis haitiensis