Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) ist ein Schweizer Medienunternehmen, das 2011 durch die Zusammenlegung von Schweizer Radio DRS und Schweizer Fernsehen entstand. Die neue Unternehmenseinheit (heute Regionaleinheit) der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) wurde damit zum grössten elektronischen Medienhaus der Deutschschweiz. SRF hat drei Hauptstudios: je eines in Basel, in Bern und in Zürich. Es handelt sich um ein Unternehmen in der Trägerschaft eines privaten Vereins mit rechtlicher Sonderstellung, der mit rund 90 Prozent Gebühren-Refinanzierung die Hauptlast des Service public übernimmt, was einem Öffentlich-rechtlichen Programmauftrag entspricht (vgl. SRG, Die Gesellschaft).
Geschichte Das Unternehmen Schweizer Radio und Fernsehen entstand am 1. Januar 2011 durch die Zusammenlegung der ehemals unabhängigen Unternehmen Schweizer Radio DRS (SR DRS)SRF: Die Geschichte des Radios in der Schweiz von 1911–2008 (PDF; 2,2 MB) und Schweizer Fernsehen (SF). Seit dem 16. Dezember 2012 treten die Fernseh- und Radiosender als SRF auf; die Namen SF und SR DRS wurden schrittweise abgeschafft.
Im Februar 2025 teilte das SRF mit, dass wegen Sparmassnahmen die Sommerpausen einzelner Sendungen verlängert und zu nutzungsschwachen Zeiten mehr Wiederholungen ausgestrahlt werden. Einzelne Sendungen, u. a. G&G – Gesichter und Geschichten, wurden gestrichen. Beim Radio sind Sendungen wie Kontext oder das Wissenschaftsmagazin betroffen. Radio SRF 4 News wurden am Vormittag mehr als zwei Stunden Livemoderationen gestrichen. Zudem wurde die Produktion der Swiss Comedy Awards eingestellt. Die Umsetzung dieser Massnahmen erfolgte schrittweise bis Anfang 2026. Am 1. Juli 2025 teilte SRF mit, dass bis Ende 2025 weitere 66 Vollzeitstellen abgebaut werden.
Das Schweizer Fernsehen SRF hatte 2025 einen Marktanteil von 33,4 Prozent, in der Hauptsendezeit zwischen 19 und 22.30 Uhr 42,1 Prozent. Die Hauptausgabe der Tagesschau hatte einen durchschnittlichen Marktanteil von 53 Prozent.
Organisation Der unter dem Projektnamen «Medienkonvergenz SRG.D» durchgeführte Zusammenschluss ist der Deutschschweizer Teil des im März 2009 von der SRG beschlossenen Projekts «Medienkonvergenz und Wirtschaftlichkeit». Mit dem Projekt soll die Zusammenlegung der damaligen Unternehmenseinheiten je Sprachregion sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Radio, Fernsehen und Online umgesetzt werden., SRG SSR idée suisse, 18. März 2008., SRG SSR idée suisse, Medienmitteilung vom 19. März 2010.
Das Unternehmen verfügt insgesamt über sechs Programmabteilungen. Während die vier Abteilungen «Programme», «Kultur», «Sport» und «Unterhaltung» medienübergreifend organisiert sind, wurden im publizistischen Kernbereich für Radio und Fernsehen aus medienpolitischen Überlegungen zwei separate Chefredaktionen geschaffen. Ferner wurde die Produktion der Radio- und Fernsehsendungen sowie die bisher separat geführten IT-Bereiche im Technology and production center switzerland (tpc) konzentriert. Mit dem Kinderprogramm Zambo entstand im Unterhaltungsbereich bereits im August 2010 die erste Konvergenzproduktion.
Als Direktor des neuen Unternehmens wurde der bisherige Chefredaktor von Schweizer Radio DRS (Radiogesellschaft der deutschen und rätoromanischen Schweiz), Rudolf Matter, gewählt., SRG SSR idée suisse, Medienmitteilung vom 21. Juni 2010., SRG SSR idée suisse, Medienmitteilung vom 30. August 2010. Am 5. November 2018 wählte der Verwaltungsrat der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) Nathalie Wappler, damals Programmdirektorin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), zur neuen Direktorin von SRF. Wappler ist nach Ingrid Deltenre, die das Schweizer Fernsehen (SF) von 2004 bis 2009 führte, die zweite Frau an der Spitze des (inzwischen mit dem Radio fusionierten) Schweizer Fernsehens.Nathalie Wappler wird neue SRF-Direktorin. In: SRF News. 5. November 2018. Im März 2019 trat Wappler ihre Stelle an auf der Website von SRG SSR, abgerufen am 25. April 2019., sie blieb bis Ende April 2026 im Amt. Nachfolger per 1. Mai 2026 wurde Roger Elsener.
Sender Fernsehsender mini|SRF-Fernsehstudio Zürich-Leutschenbach Schweizer Radio und Fernsehen betreibt drei Fernsehsender: Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) Programmname Logo ProgrammtypSRF 1zentriert|90pxHauptsenderSRF zweizentriert|90pxVor allem Sport und UnterhaltungSRF infozentriert|90pxWiederholungskanal, insbesondere für Informationssendungen sowie Ereigniskanal auch für Sport
Radiosender mini|Ehemaliges SRF-Radiostudio Zürich-Brunnenhof Zum Unternehmen gehören sechs Radiosender: Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)ProgrammnameLogoProgrammtypRadio SRF 1zentriert|105pxProgrammschema, das in etwa einem Vollprogramm gleicht, der Fokus liegt auf (regionalen) Nachrichten, Unterhaltung und PopmusikRadio SRF 2 Kulturzentriert|105pxKultur- und Wissenswelle für kultur- und bildungsnahes PublikumRadio SRF 3zentriert|105pxPop, Rock, Sport und Wirtschaft, Fokus auf jüngere ErwachseneRadio SRF 4 Newszentriert|105pxAktuelle Nachrichten alle 30 Minuten, Tageszusammenfassungen, vertiefende Inhalte zum TagesgeschehenRadio SRF Viruszentriert|105pxJugendprogramm mit Pop, Dance, Hip-HopRadio SRF Musikwellezentriert|105pxVolksmusik (vor allem Ländlermusik), Schlager Zusätzlich strahlt SRF über Swiss Satellite Radio die drei Musikspartenprogramme aus, die über DAB+, Satellit, Kabel und Internetradio empfangbar sind. Swiss Satellite Radio (SSatR)ProgrammnameLogoProgrammtypRadio Swiss Popzentriert|55pxPopRadio Swiss Classiczentriert|55pxKlassikRadio Swiss Jazzzentriert|55pxJazz
Regionaljournal Seit 1978Patricia Diermeier Reichardt: 40 Jahre Regi – Erst war die Kakofonie,srgd.ch, 20. Dezember 2018, abgerufen am 6. Februar 2025. werden auf SRF1 täglich mehrere Ausgaben der Regionaljournale ausgestrahlt. Sie berichten über Ereignisse in den Regionen und Kantonen in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport. Es werden folgende Regionaljournals ausgestrahlt: Regionaljournal Zürich und Schaffhausen (Radiostudio Zürich) Regionaljournal Ostschweiz (Regionalstudio St. Gallen) Regionaljournal Zentralschweiz (Regionalstudio Luzern) Regionaljournal Basel (Radiostudio Basel) Regionaljournal Aargau und Solothurn (Regionalstudio Aarau) Regionaljournal Bern, Freiburg und Wallis (Radiostudio Bern) Regionaljournal Graubünden (Regionalstudio Chur) Während der Ausstrahlung der Regionaljournale wurde das UKW-Sendernetz regional gesplittet. Über DAB+ werden alle Regionaljournale parallel in der ganzen Deutschschweiz ausgestrahlt. Es gibt somit ein SRF1 Ostschweiz, SRF1 Zentralschweiz etc.SRF1 Regionaljournale
Kooperationen SRF betreibt mit der ARD, dem ZDF und dem ORF den Fernsehsender 3sat. Im Nachrichten- und Unterhaltungsbereich arbeitet SRF eng mit ARD und ZDF zusammen. SRF liefert auch einzelne Sendungen für das deutsch-französische Kulturprogramm Arte. SRF beteiligt sich an mehreren Eurovisions-Sendungen.
Externe TV-Anbieter SRF bietet auch Sendezeiten für weitere TV-Anbieter in der Schweiz an:SRF – Publizistisches Angebot – Fernsehprogramme, srf.ch, abgerufen am 2. Mai 2017. Radiotelevisiun Svizra Rumantscha sendet wöchentlich eineinhalb Stunden Programme in rätoromanischer Sprache mit Blick auf die rätoromanischen Schweizer vor allem im sprachlich aufgesplitterten Graubünden sowie zum rätoromanischen Publikum in der übrigen Schweiz und im Ausland. PresseTV (PTV) ist eine 1995 gegründete Aktiengesellschaft mit mehreren Sendefenstern beim SRF. Die Programminhalte werden von den schweizerischen Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen Neue Zürcher Zeitung, Basler Zeitung, Ringier Axel Springer sowie von Development Company for Television Program produziert. Das gemeinsam von ERF Medien und Alphavision produzierte Fenster zum Sonntag und ausserdem eine regelmässige Magazin- sowie eine Interview- und Portrait-Sendung.
YouTube-Kanäle Bei YouTube betreibt SRF ein Multi-Channel-Network mit rund 9'000 Videos auf 18 Kanälen mit den Namen SRF Einstein, Studio 404, Clip und klar, Deville, Late Update, Nr. 47, SRF 3, SRF Archiv, SRF Comedy, SRF Digital, SRF DOK, SRF Kassensturz, SRF Kultur, SRF Musik, SRF Sport, SRF Virus, Tama Gotcha! sowie True Talk, SRG Insider und SRF Forward (Stand Februar 2020).SRF-YouTube-Kanäle, YouTube, Abruf 11. Februar 2020. Der Kanal Clip und klar ist vor allem für Kinder, und die Kanäle Youngbulanz und Studio 404 richten sich vorwiegend an Jugendliche, die Themen reichen von aktuellen Ereignissen über Comedy und Talk bis Sexualität.
Empfang Linearer Empfang Alle Fernseh- und Radiosender sind in fast der gesamten Schweiz über Kabel empfangbar. Über den Satelliten Hotbird werden die Sender europaweit im DVB-S2 Standard mit der Codierung H.265 ausgestrahlt. SRF 1 und SRF zwei senden jedoch verschlüsselt in einer Auflösung von 720p mit 50 Bildern pro Sekunde. Seit 2012 werden alle SRF-Radioprogramme auch über DAB+ ausgestrahlt. Seit Anfang 2025 sind alle SRF-Radioprogramme nur noch via DAB+ und Internet erreichbar.
Streaming Livestream: Alle Fernseh- und Radiosender von SRF sind in der Schweiz auf der SRF-Website als Livestream abrufbar, wobei die Radiosender auch ausserhalb der Schweiz empfangbar sind.PLAY SRF Live, Livestream der TV-Programme SRF 1, SRF zwei und SRF infoRadio hören, Livestream der neun Radiosender von SRF Play SRF: Unter diesem Titel können TV-Sendungen per Streaming abgerufen werden. Der Zugang ist möglich mittels HTTP-Streaming auf der Webseite Play SRF und mit der gleichnamigen kostenlosen Mobile App.Play SRF Radiosendungen stehen als Stream oder Podcast zur Verfügung, teilweise auch als Download,SRF Audio & Podcasts darunter auch Hörspiele und Lesungen.SRF Hörspiel HbbTV: Die HbbTV-Mediathek von SRF trägt auch den Titel Play SRF und bietet seit dem 4. Dezember 2013 viele Sendungen von SRF 1 und SRF 2 in HD-Qualität an.Teletext-Nachfolger kommt am 4. Dezember. In: 20Min online, 20. November 2013, abgerufen am 10. Januar 2022. Play Suisse: Über diese Plattform können Schweizer Filme, Serien und Dokumentarfilme (Produktionen und Koproduktionen von SRF, RTS und RTR) kostenlos abgerufen werden. Es ist dazu eine Registrierung mit einem Schweizer Wohnsitz erforderlich. Zugang zu der Plattform ist möglich von der Schweiz aus und aus dem EU-RaumPlay Suisse neu auch im EU-Raum verfügbar. In: presseportal.ch, 12. Juli 2021 über die gleichnamige WebsiteWebsite Play Suisse und die gleichnamige Mobile App, sowie über blueTV (von Swisscom), Apple TV, Android TV und Chromecast. Play Suisse wurde am 7. November 2020 gestartet.Play Suisse feiert seinen ersten Geburtstag. In: presseportal.ch, 16. November 2021 SRF-Archiv: Grosse Teile der Eigenproduktionen aus dem SRF-Archiv – insbesondere ältere – sind als Stream abrufbar.SRF Archiv IPTV: Die TV-Programme von SRF sind über die gängigen IPTV-Anbieter als Live-Programm und Streaming verfügbar: Yallo TV (vormals Wilmaa), Teleboy, Zattoo, u. a., siehe Internet Protocol Television#IPTV-Anbieter.
Studios mini|hochkant|Stefan Reinhart, Deutschland-Korrespondent Chefredaktion TV für SRF, hier vor dem Landgericht Hannover am Tag des Freispruchs des deutschen Bundespräsidenten a. D. Christian Wulff
SRF verfügt über mehrere Studios.SRG.G: Zweck vor Prunk – ein Blick in die Geschichte der SRG-Studios Die Fernsehproduktionen werden in den Studios Zürich Leutschenbach hergestellt. Diese Studios im Norden der Stadt wurden in den 1970er Jahren errichtet.