mini|hochkant=1.3|Ortszentrum mit St. Brigida und der alten Schule Oberstadtfeld ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Daun an.

Geographie Oberstadtfeld liegt in der Vulkaneifel, sechs Kilometer südwestlich von Daun an der Bundesstraße 257 im Tal der Kleinen Kyll.

Nachbargemeinden Pützborn Neroth Niederstadtfeld Üdersdorf Wallenborn

Geologie Oberstadtfeld ist bei Geologen wegen der vielfältigen Versteinerungen einer bewegten geologischen Vergangenheit bekannt. Reste ehemaliger Lebewesen, die sich allen Veränderungen zum Trotz in den Gesteinen erhalten haben, erweisen das Gestein als ehemalige Meeresablagerungen aus dem Unterdevon. Sie stammen aus einer Zeit, da vor etwa 400–340 Millionen Jahren die Eifel und mit ihr weite Teile Mitteleuropas ca. 60 Millionen Jahre lang vom Meer bedeckt waren, einem Meer, das in der Fachsprache der Geologen als Devon-Meer bezeichnet wird. Mehrere Lavagruben in der Nähe des Dorfes und ein verlandeter Maarkessel rechts der Straße nach Üdersdorf zeugen von der vulkanischen Tätigkeit vor vielen Jahrtausenden.

Klima Der Jahresniederschlag beträgt 890 mm sie liegen im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Im Dezember fallen 1,6 mal mehr Niederschläge als im April. mini|Klima-Schwankungen

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung von „Stadevelt“ datiert vom 17. Oktober 1016. Nach einer Urkunde von Kaiser Heinrich II. gehört der Ort zum Kollegiatstift Prüm. In einer Teilungsurkunde zwischen dem Grafen von Daun und dem Kloster Himmerod, aus dem Jahre 1241, wird erstmals Ober-Stadevelt genannt. Aus dem Jahre 1392, 1447 und 1460 stammen weitere Urkunden über Pachtverträge mit den Herren der Burg Pyrmont. Um das Jahr 1500 wurde in Oberstadtfeld eine zweischiffige Kirche mit Mittelstütze errichtet. Aus dem Jahre 1503 stammt ein Pachtvertrag mit Pyrmont über die Mühle; noch bis 1780 wurde dort das Pyrmonter Maß verwendet. Eine erste vorliegende Steuerliste von Oberstadtfeld im Amt Manderscheid stammt von 1654. 44 Jahre später, 1698 zählen, wie aus einem Pachtvertrag ersichtlich ist, vier kurfürstliche Höfe zu Oberstadtfeld: Der Achterhof, der Hahnerhof, der Hundswinklerhof und der Heinenhof. Aus dem Jahre 1787 stammt die älteste angegebene Einwohnerzahl Oberstadtfelds, das damals eine Bevölkerung von 251 Personen hatte. 1794 kam die Eifel zu Frankreich ins neue Saar-Departement und ab 1803 zählte Oberstadtfeld zur Pfarrei Niederstadtfeld in dem Bistum Trier, zuvor hatte der Ort zur Großpfarrei Steinborn im Eifeldekanat dem Erzbistum Köln gehört. 1808 wurde die Oberstadtfelder Mühle für 1775 französische Franc an Matthias Irmen versteigert.

1815 wurde die Eifel Preußen zugeschlagen. Die alte Kirche Oberstadtfelds wurde wegen Baufälligkeit zwischen 1837 und 1841 durch ein neues Kirchenschiff ersetzt. Der alte Turm blieb jedoch bestehen. 1840 führte die Einwohnerliste von Oberstadtfeld bereits 356 Einwohner namentlich auf. 1888 wurde das Heiligenhäuschen im Marktal, an der Straße nach Niederstadtfeld, durch Friedrich Hein, als Dank für die gesunde Heimkehr aus dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 erbaut. Große Teile Oberstadtfelds wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zerstört, als 1902 gleich 17 Wohnhäuser nebst Stallungen und Scheunen einem Brand zum Opfer fielen. Kronprinz Wilhelm besuchte nach dem Brand, anlässlich einer Reise durch die Eifel, auch Oberstadtfeld. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Oberstadtfeld 1944 und 45 dreimal bei Fliegerangriffen beschossen, es starben 28 Zivilisten.

Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Oberstadtfeld, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 314 1835 335 1871 378 1905 397 1939 500 1950 479 1961 457 Jahr Einwohner 1970 511 1987 561 1997 596 2005 614 2011 571 2017 551

Politik

Bürgermeister Hubert Molitor wurde 2014 Ortsbürgermeister von Oberstadtfeld. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 79,18 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt. Er wurde im Juni 2024 wiedergewählt.

Moitors langjähriger Vorgänger Arnold Möseler war 2014 nicht erneut angetreten.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Katholische Filialkirche St. Brigida Sauerbrunnen (Drees), ca. 1 km vom Ort entfernt Auf dem nahe gelegenen Berg Nerother Kopf befindet sich die Burgruine Freudenkoppe, mit in der Nähe liegender Mühlsteinhöhle.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Oberstadtfeld

Weblinks

oberstadtfeld.de – offizielle Website.

Einzelnachweise

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