+Bureau of MeteorologyIntensität tropischer Zyklone Kategorie Wind 10 Min. andauernd Böen Trop. Tief <34 kn <63 km/h — Eins 34–47 kn 63–87 km/h <66 kn <122 km/h Zwei 48–63 kn 88–142 km/h 67–90 kn 122–167 km/h Drei 64–85 kn 143–158 km/h 91–121 kn 167–224 km/h Vier 86–110 kn 159–204 km/h 122–150 kn 205–278 km/h Fünf > 111 kn > 205 km/h > 151 kn > 279 km/h Die Australische Zyklonsaison 2010–2011 begann offiziell am 1. November 2010 und dauerte bis zum 30. April 2011.
Der operative Plan der World Meteorological Organization sieht für die Gewässer auf der Südhalbkugel zusätzlich ein „tropisches Zyklonjahr“ vor. Dieses begann bereits am 1. Juli 2010 und wird am 30. Juni 2011 enden.
Bestandteil der australischen Zyklonsaison sind Stürme, die sich südlich des Äquators zwischen dem 90. und 160. Grad östlicher Länge bilden. Dazu gehören Australien, Papua-Neuguinea, der westliche Teil der Salomonen, Osttimor und die südlichen Bereiche Indonesiens. Tropische Wirbelstürme in diesem Gebiet werden von fünf Tropical Cyclone Warning Centres (TCWCs) überwacht: dem Bureau of Meteorology in Perth, Darwin und Brisbane in Australien; dem TCWC Djakarta in Indonesien und dem TCWC Port Moresby in Papua-Neuguinea.
Das Joint Typhoon Warning Center gibt für diese Region inoffizielle Warnungen aus, die für US-amerikanische Einrichtungen bestimmt sind. Dabei wird die Erweiterung „S“ verwendet, wenn sich der Sturm westlich von 135° östlicher Länge bildet und ein „P“, falls dies östlich dieser Linie geschieht.
Saisonprognosen Bureau of Meteorology Seit der Australischen Zyklonsaison 2009–2010 gibt das National Climate Center (NCC) des Bureaus of Meteorology vor der Zyklonsaison eine Prognose aus, mit der die tropische Wirbelsturmaktivität im gesamten Becken zwischen 90° O und 160° O vorhergesagt wird. Erstmals in dieser Saison sagte das NCC nicht nur die Gesamtzahl der Zyklone in den Gewässern um Australien für das tropische Zyklonjahr von Juli 2010 bis zum Juni 2011 voraus, sondern gliederte die Prognose auch in die Regionen West, Nordwest,Dieses Gebiet wurde vom Bureau of Meteorology als zwischen 105° O und 130° O definiert. Nord und Ost. Für das Zyklonjahr 2010–2011 ging das BoM davon aus, dass aufgrund des La-Niña-Effektes die Zyklonaktivität etwa zwei Wochen früher einsetzen könnte, als üblich ist.
+Vorhersagen der tropischen ZyklonaktivitätWarn-zentrumDatumDurchschnittlicheAktivitätVorhergesagteAktivitätTatsächlicheAktivitätInsgesamtOktober 20101220-220WestOktober 2010711-120NordwestDieses Gebiet wurde vom Bureau of Meteorology als zwischen 105° O und 130° O definiert.Oktober 201067-80NordOktober 2010450OstOktober 201046-70Quelle:Saisonvorschau des BoM für tropische Zyklone.––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––GesamtNovember 201012–15194Westen November 20109–10143Osten November 20105-671Quelle:Saisonvorschau des GCACIC für tropische Zyklone. Für das Zyklonjahr 2010/2011 ging das NCC davon aus, dass es in der australischen Region zur aktivsten Zyklonsaison seit der Zyklonsaison 1983–1984 kommen könnte, mit 20–22 tropischen Zyklonen, die sich in der Region bilden oder in sie hineinwandern, im Vergleich zum Durchschnittswert von zwölf tropischen Zyklonen. Für den Westen des Verantwortungsbereiches des Bureaus of Meteorology sagt das NCC die Bildung von elf bis zwölf tropischen Zyklonen voraus, im Gegensatz zum Durchschnittswert von sieben. Das NCC geht für den Nordwesten davon aus, dass sich sieben bis acht Zyklone bilden oder hindurch ziehen, wobei in diesem Teil des Beckens der Durchschnittswert sechs beträgt. Für die nördliche Region gab das NCC an, dass es mit fünf Zyklonen in diesem Bereich rechne. Das NCC wies jedoch darauf hin, dass die Fertigkeiten der Meteorologen hinsichtlich der Vorhersage in diesem Bereich eher gering seien. Für den östlichen Teil der Gewässer um Australien gab das NCC bekannt, dass es mit sechs bis sieben Zyklonen rechne, wobei in diesem Gebiet der Durchschnittswert vier beträgt.
City University of Hong Kong Seit der Zyklonsaison 2009–2010 veröffentlicht das Guy Carpenter Asia-Pacific Climate Impact Centre (GCACIC) an der City University of Hong Kong (CityUHK) Saisonprognosen für die kommende Zyklonsaison. Diese Prognose über die Wirbelsturmaktivität wird für die Region als ganzes und für den westlichen Teil des Beckens zwischen 90° O und 135° O getrennt erstellt und im November veröffentlicht.
Stürme Tropischer Zyklon Anggrek
Am 28. Oktober meldeten die TCWCs des Bureaus of Meteorology in Perth und Darwin, dass im Verantwortungsbereich des TCWCs in Djakarta, sich etwa 650 km westlich von Djakarta und etwa 530 km nördlich der Kokosinseln ein westwärts ziehendes tropisches Tief gebildet hat. Das System drehte dann auf eine südöstliche Zugbahn und intensivierte sich während der folgenden Tage kontinuierlich. Früh am 31. Oktober stellte das TCWC Djakarta fest, dass das System die Stärke eines tropischen Zyklons erreicht hat und gab dem Sturm den Namen Anggrek. Anggrek wanderte weiter südwärts und erreichte das Verantwortungsgebiet des TCWCs in Perth. Unterdessen hatte es sich in einen Kategorie-2-Zyklon nach der Skala des Bureau of Meteorology intensiviert. Der Zyklon zog am 2. November östlich an den Kokosinseln vorbei – für die zwischenzeitlich die höchste Warnstufe ausgerufen wurde und wo während der Passage von Anggrek starke Regenfälle und böige Winde verzeichnet wurden – und schwächte sich aufgrund stärker werdender Windscherung wieder ab. Der Zyklon schlug dann eine Kurve nach rechts gegen Südwesten ein und schwächte sich dabei weiter ab. Schließlich driftete das Resttief nach Westen und verlor weiter an Intensität. Am 4. November vermeldete das TCWC in Perth die Abschwächung in ein tropisches Tief und gab die letzte Warnung aus.
Tropischer Zyklon Abele
Am 29. November bildete sich westlich des 90. östlichen Längengrades ein tropisches Tiefdruckgebiet, welches durch das TCWC Perth als tropisches Tief 02U klassifiziert wurde. Das System zog zunächst südwärts und intensivierte sich im südwestlichen Indik zum tropisches Zyklon, schlug dann aber eine südöstliche Zugrichtung ein und gelangte so am 3. Dezember in den Verantwortungsbereich des TCWCs in Perth. Das RSMC La Reunion gab seine letzte Warnung zu Abele aus, als der Zyklon bereits 90° östlicher Länge in südöstlicher Richtung überquert hatte. Entsprechend dieser Warnung hatte Abele die Intensität eines Kategorie-2-Zyklons nach der australischen Skala. Das Bureau of Meteorology übernahm einige Stunden später die Zuständigkeit für Abele und stufte das System zu einem Kategorie-1-Zyklon zurück. Am 4. Dezember drehte der Sturm auf eine südsüdöstliche Zugrichtung und schwächte sich zu einem tropischen Tief ab, so dass das TCWC in Perth die letzte Warnung zu Abele ausgab. Das Resttief des vormaligen Zyklons zog noch zwei Tage lang langsam in südöstlicher Richtung und verlor dabei weiter an Stärke und löste sich am 6. Dezember vollständig auf.
Tropisches Tief 03U
Am 15. Dezember bildete sich vor der Küste von Western Australia, rund 500 km nordwestlich von Exmouth ein Monsuntief, das langsam nach Südosten driftete. Böen und Starkregen erreichte Gebiete weitab vom Zentrum des Tiefs, das die Küstenlinie am 18. Dezember in der Nähe von Coral Bay überquerte. Kurz nach dem Landfall schwenkte das System scharf nach Südwesten und erreichte am 19. Dezember das Wasser des Indischen Ozeanes westlich von Carnarvon. Das System zog dann von der Küste weg und löste sich spät am 20. Dezember rund 500 km westlich von Geraldton auf.
Am Gascoyne River und dessen Einzugsgebiet fiel zwischen dem 16. und 19. Dezember ausgiebiger Regen, was eine der schlimmsten Überschwemmungen an dem Fluss in der aufgezeichneten Geschichte auslöste. Die tropischen Niederschläge hatten auch auf andere Flussgebiete in der Region, darunter Wooramel River, Murchison River, Lyndon River, Minilya River und Ashburton River. Für den Zeitraum vom 16. bis 20. Dezember meldeten einige Wetterstationen eine Regenmenge von bis zu 300 mm, was der langjährigen durchschnittlichen Jahresniederschlagsmenge in der Region entspricht. Die höchste Niederschlagsmenge innerhalb von 24 Stunden meldete die Station am Carnarvon Airport am 17. Dezember mit 207,8 mm, was die höchste dort innerhalb eines Tages gemessene Niederschlagsmenge seit Beginn der Aufzeichnungen in Carnarvon im Jahr 1883 ist. Der vorherige Rekordwert mit 119,4 mm wurde am 24. März 1923 gemessen.
Den vorläufigen Schätzungen zufolge summierten sich die Sachschäden auf rund 100 Millionen Australische Dollar (etwa 100,4 Millionen US-Dollar), und mindestens 2000 Stück Vieh ertranken durch die Überschwemmung.
Tropisches Tief 04U
Tropischer Zyklon Tasha
Tasha war ein verhältnismäßig schwacher Zyklon, der jedoch große Mengen Niederschläge nach Queensland führte. Am 20. Dezember bildete sich im nördlichen Korallenmeer, südöstlich von Papua-Neuguinea, ein tropisches Tief. Das System zog langsam in einer grob südwestlichen Richtung und gelangte schließlich am 24. Dezember in eine für die Entwicklung eines tropischen Sturmes günstige Umgebung. Innerhalb weniger Stunden gewann das System ausreichend Kraft, um vom TCWC Brisbane als Kategorie-1-Zyklon klassifiziert zu werden. Nur wenige Stunden später gelangte das Zentrum des Zyklons in der Nähe von Gordonvale, zwischen Cairns und Innisfail, über den tropischen Norden des Bundesstaates. Über Land wurde der Zyklon schon bald zu einem tropischen Tief zurückgestuft, bevor er sich am 25. Dezember auflöste.
Auf der Südseite des Wirbelsturmes wurden Niederschlagsmengen verzeichnet, die zwischen 150 und 250 mm lagen. Tasha durchnässte somit das Erdreich und im Zusammenwirken mit länger anhaltenden Monsunregenfällen in den folgenden Tagen, entstanden die stärksten Überschwemmungen seit Jahrzehnten.
Tropisches Tief 06U
Über dem Top End des Northern Territory bildete sich Ende Dezember ein tropisches Tief, das kontinuierlich in westsüdwestlicher Richtung nach Western Australia wanderte. Das TCWC Perth begann am 30. Dezember, als das System über die Region Kimberley hinweggezogen war und nördlich von Broome den Indischen Ozean erreichte. Über dem warmen Wasser des Ozeans intensivierte sich 06U langsam, löste sich jedoch am 4. Januar auf, so dass das TCWC in Perth an dem Tag die letzte Warnung zu dem System veröffentlichte.
Tropisches Tief 07U
Tropisches Tief 08U
Tropischer Zyklon Vince
Am 10. Januar bildete sich etwa 700 km nordnordwestlich von Onslow vor der Küste Western Australias ein tropisches Tief, das zunächst westwärts zog. Es intensivierte sich zwei Tage später in einen Zyklon und änderte am 12. Januar abrupt die Richtung. Während der nächsten Tage zog das System, das vom TCWC in Perth den Namen Vince erhielt, in ostsüdöstlicher Richtung. Die Vorhersagen gingen zunächst davon aus, dass sich Vince zu einem Kategorie-2-Zyklon intensivieren würde, doch am 14. Januar verlor der Zyklon an Organisation un schwächte sich zu einem tropischen Tief ab.
Schwerer Tropischer Zyklon Zelia