Andreas Prommegger (* 10. November 1980 in Schwarzach im Pongau) ist ein österreichischer Snowboarder.
Werdegang Prommegger begann seine Laufbahn als Skisportler, wechselte aber bereits 1992 die Sportart und trat seitdem als Snowboarder an. Die ersten Wettkämpfe absolvierte er zwei Jahre später. 1995 wurde er in den Salzburger Landeskader aufgenommen und debütierte 1997 – nun als Mitglied des B-Kaders der österreichischen Nationalmannschaft – im Weltcup. Prommeggers bestes Ergebnis in dieser Wettkampfserie blieb lange Zeit ein 19. Rang, den er im November 1997 beim Parallelslalom in Sölden erreichte. Etwas mehr als zwei Jahre später erzielte der Österreicher sein erstes Weltcup-Top-Ten-Resultat, einen achten Platz beim Parallelslalom in Tandadalen. In dieser Zeit zählte der 20-Jährige bereits seit mehreren Jahren zur Juniorenweltspitze: 1998 hatte er eine Medaille bei den Juniorenweltmeisterschaften als Vierter nur knapp verpasst, ein Jahr später gewann er die Silbermedaille im Parallelriesenslalom und 2000 konnte er in dieser Disziplin sowie im Parallelslalom den Juniorenweltmeistertitel erringen.
In den folgenden Saisonen etablierte sich Prommegger auch bei den Erwachsenen in der erweiterten Weltspitze; ihm gelangen mehrere Siege im Europacup und regelmäßige Top-Ten-Platzierungen im Weltcup. Ab 2004 verzichtete er auf weitere Starts im Snowboardcross und konzentrierte sich auf die Paralleldisziplinen, in denen er bis dahin seine größten Erfolge erreicht hatte.
Saison 2005/2006 Seit 2005 qualifizierte sich Prommegger für jedes Großereignis und erzielte dort kontinuierlich Ergebnisse zwischen Platz vier und Rang neun. Nachdem er in der Saison 2005/06 konstant gute Platzierungen erreicht hatte, galt der 25-Jährige auch bei seinen ersten Olympischen Spielen 2006 in Turin als Mitfavorit. Vor dem Start erklärte er, für ihn sei dabei sein bei Olympia „lange nicht alles“, er könne sich noch steigern und mit den Besten mithalten. Außerdem meinte Prommegger, der als „technisch ausgereifter ‚Gefühlsfahrer‘“ eingeschätzt wurde, der Olympiahang in Bardonecchia käme seiner Technik entgegen."Dabei sein ist nicht alles" auf salzburg.com. Erschienen am 2. Februar 2006 in den Salzburger Nachrichten. Abgerufen am 21. Oktober 2010. Schließlich schied er im Achtelfinale aus und belegte den neunten Endrang.
Saison 2007/2008 Nach weiteren zweiten und dritten Plätzen in den Jahren 2006 und 2007 gelang Andreas Prommegger im Januar 2008 im 146. Weltcuprennen der erste Sieg. Im spanischen La Molina gewann er vor seinem Teamkollegen und FreundWeltcupauftag PSL Landgraaf!!! auf andi-prommegger.at. Abgerufen am 21. Oktober 2010. Anton Unterkofler den Parallelriesenslalom, obwohl er sich vor dem Rennen die rechte Schulter ausgekugelt hatte. auf funsporting.de. Abgerufen am 21. Oktober 2010. Ein Jahr darauf triumphierte er in Sudelfeld zum zweiten Mal bei einem Weltcup und wiederholte diesen Erfolg zwölf Monate später beim gleichen Rennen. Da das Rennen in Sudelfeld der letzte Parallelriesenslalom vor den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver war, geriet Prommegger erneut in die Favoritenrolle, die er positiv sah.Tolle Olympia-Generalprobe für Prommegger auf salzburg.orf.at. Abgerufen am 21. Oktober 2010. Nach dem Sieg in der Qualifikation wiederholte sich in Vancouver dennoch das Resultat von Turin: Prommegger schied im Achtelfinale aus und platzierte sich auf Rang neun. Sein Mannschaftskamerad Benjamin Karl, den er noch bei der „Olympiageneralprobe“ geschlagen hatte, gewann im gleichen Rennen die Silbermedaille. Im Gesamtweltcup schnitt er dagegen so gut ab wie noch nie zuvor und erreichte den dritten Rang. Außerdem wurde er Zweiter des Disziplinenweltcups im Parallelriesenslalom. Diese Tendenz setzte Prommegger fort, als er das erste Rennen des Winters 2009/10 für sich entschied und dabei zum ersten Mal im Parallelslalom triumphierte. Im März 2010 wurde er österreichischer Meister im Parallel-Riesenslalom.
Saison 2010/2011 mini|Andreas Prommegger in der Qualifikation des Weltcup Parallelslaloms am Jauerling am 13. Januar 2012
Zu Beginn der Saison 2010/11 siegte er in Landgraaf im Parallelslalom. Im weiteren Saisonverlauf erreichte er drei zweite Plätze im Parallel-Riesenslalom. Bei den Snowboard-Weltmeisterschaften 2011 in La Molina belegte er den 20. Platz im Parallel-Riesenslalom und den vierten Rang im Parallelslalom. Zum Saisonende gewann er den Parallel-Riesenslalom in Arosa und erreichte damit den zweiten Platz im Parallelweltcup. In der folgenden Saison kam er bei elf Weltcupteilnahmen, siebenmal aufs Podest. Dabei siegte er im Parallel-Riesenslalom in La Molina und in Stoneham. In Jauerling gewann er den Parallelslalom und erreichte zum Saisonende den ersten Platz im Parallelweltcup. Auch in der folgenden Saison konnte er seine starken Leistungen wiederholen. Er holte vier Weltcupsiege, davon drei im Parallel-Riesenslalom und einen im Parallelslalom, und gewann den Parallel-Riesenslalomweltcup und wie im Vorjahr den Parallelweltcup. Bei den Snowboard-Weltmeisterschaften 2013 in Stoneham errang er den fünften Platz im Parallel-Riesenslalom und den vierten Rang im Parallelslalom.
Saison 2013/2014 In der Saison 2013/14 erreichte er bei sechs Weltcupteilnahmen, dreimal die Top Zehn. Seine beste Platzierung dabei war der zweite Platz im Parallelslalom in Bad Gastein.
Bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi belegte er den 13. Platz im Parallelslalom und den achten Rang im Parallel-Riesenslalom. Die Saison beendete er auf den siebten Platz im Parallelweltcup und den fünften Rang im Parallelslalomweltcup.
In der folgenden Saison nahm er im Weltcup an drei Rennen teil. Dabei war der achte Platz im Parallelslalom in Montafon sein bestes Resultat. Bei den Snowboard-Weltmeisterschaften 2015 am Kreischberg kam er auf den 14. Platz im Parallel-Riesenslalom und den 12. Rang im Parallelslalom.
Saison 2016/2017 Prommegger setzte sich bei der Snowboard-WM 2017 in der Sierra Nevada im Finale gegen seinen Landsmann Benjamin Karl durch und holte sich nach 21 Starts bei Großereignissen erstmals eine Goldmedaille im Parallelslalom.Österreich räumt im Parallelslalom ab (15. März 2017) Einen Tag danach gab es im Parallel-Riesenslalom erneut das Finalduell gegen seinen Zimmerkollegen Benjamin Karl und wiederum ging der Sieg an Prommegger. Der Salzburger ist damit der dritte Doppel-Goldgewinner nach Jasey Jay Anderson (Whistler Mountain, 2005) und Benjamin Karl (La Molina, 2011). Am 18. März reichte ihm beim Parallel-Slalom in Winterberg Rang 13, um zum dritten Mal den Parallel-Disziplinen-Weltcup zu gewinnen.
Beim im Rahmen der Olympischen Winterspiele 2018 ausgetragenen Parallel-Riesenslalom schied der 37-Jährige am 24. Februar in der südkoreanischen Stadt Pyeongchang im Achtelfinale aus und belegte den zwölften Rang.Benjamin Karl: „Wir hätten angreifen sollen“(25. Februar 2018)
Saison 2019/2020 Nach den wegen der COVID-19-Pandemie abgesagten Weltcupbewerbe in Livigno (Italien) und Winterberg (Deutschland) gab es keine Ersatzveranstaltungen, weshalb die Saison vorzeitig zu Ende gegangen ist. In der Saison 2019/20 sicherte sich Prommegger die kleine Kristallkugel in der Disziplin Snowboard-Parallelslalom.Prommegger holt Kristallkugel im Snowboard-Parallelslalom (10. März 2020)
Im März 2021 holte sich der 40-Jährige bei der WM in Slowenien im Parallelslalom hinter Benjamin Karl die Silbermedaille.ÖSV-Boarder räumen Gold und Silber ab (2. März 2021)
Saison 2022/2023 Bei den Snowboard-Weltmeisterschaften 2023 im georgischen Bakuriani holte sich der damals 42-Jährige am 21. Februar den WM-Titel im Parallelslalom und somit sine dritte Goldmedaille.Endlich Gold! Snowboard-Asse beenden ÖSV-Durststrecke (21. Februar 2023) Am Tag danach gewann er gemeinsam mit Sabine Schöffmann beim erstmals ausgetragenen Mixed-Teambewerb die Silbermedaille.Schöffmann und Promegger holen Silber im Mixed-Teambewerb (22. Februar 2023)
Saison 2025/2026 Im Jänner 2026 setzten sich Andreas Prommegger und Sabine Payer im großen Finale gegen Aaron March und Lucia Dalmasso aus Italien durch, gewannen im Weltcup auf der Simonhöhe den Teambewerb im Parallel-RiesentorlaufSimonhöhe: Sieg für Payer/Prommegger (24. Jänner 2026) und der 45-Jährige holte sich damit seinen sechsten Weltcupsieg im Team.
Im September 2026 kündigte er sein Karriereende mit Ende der kommenden Saison, seiner insgesamt 30. im Weltcup, an.
Sportliche Erfolge Olympische Winterspiele 2006 Turin: 9. Platz Parallel-Riesenslalom 2010 Vancouver: 9. Platz Parallel-Riesenslalom 2014 Sotschi: 8. Platz Parallel-Riesenslalom, 13. Platz Parallelslalom 2018 Pyeongchang: 12. Platz Parallel-Riesenslalom 2022 Peking: 6. Platz Parallel-Riesenslalom 2026 Mailand-Cortina: 8. Platz Parallel-Riesenslalom
Weltmeisterschaften Berchtesgaden 1999: 43. Snowboardcross Madonna di Campiglio 2001: 10. Parallel-Riesenslalom, 22. Snowboardcross, 23. Parallelslalom Whistler 2005: 5. Parallel-Riesenslalom, 9. Parallelslalom Arosa 2007: 4. Parallelslalom, 5. Parallel-Riesenslalom Gangwon 2009: 6. Parallel-Riesenslalom, 7. Parallelslalom La Molina 2011: 4. Parallelslalom, 20. Parallel-Riesenslalom Stoneham 2013: 4. Parallelslalom, 5. Parallel-Riesenslalom Kreischberg 2015: 12. Parallelslalom, 14. Parallel-Riesenslalom Sierra Nevada 2017: 1. Parallelslalom, 1. Parallel-Riesenslalom Park City 2019: 6. Parallelslalom, 16. Parallel-Riesenslalom Rogla 2021: 2. Parallelslalom, 16. Parallel-Riesenslalom Bakuriani 2023: 1. Parallelslalom, 2. Parallel-Team, 6. Parallel-Riesenslalom Engadin 2025: 3. Parallel-Team, 4. Parallelslalom, 5. Parallel-Riesenslalom
Weltcup 25 Weltcupsiege (18 × Parallel-Riesenslalom, 7 × Parallelslalom)
Parallel-Riesenslalom Datum Ort Land 19. Januar 2008 La Molina 31. Januar 2009 Sudelfeld 6. Februar 2010 Sudelfeld 27. März 2011 Arosa 22. Februar 2012 Stoneham 10. März 2012 La Molina 21. Dezember 2012 Carezza 14. Februar 2013 Sotschi 16. März 2013 La Molina 27. Februar 2016 Kayseri 12. Februar 2017 Pyeongchang 5. März 2017 Kayseri 20. Jänner 2018 Rogla 17. Februar 2019 Pyeongchang 15. Dezember 2022 Carezza 24. Februar 2024 Krynica 18. Januar 2025 Bansko 2. März 2025 Krynica Parallelslalom Datum Ort Land 10. Oktober 2010 Landgraaf 13. Januar 2012 Jauerling 11. Januar 2013 Bad Gastein 7. Dezember 2019 Bannoye 25. Januar 2020 Piancavallo 12. Dezember 2021 Bannoye 19. März 2022 Berchtesgaden
Weltcupsiege im Team Nr. Datum Ort Disziplin 1. 13. Januar 2021 Parallelslalom Team 2. 11. Jänner 2023 Parallelslalom Team 3. 17. Jänner 2024 Parallelslalom Team 4. 28. Jänner 2024 Parallel-Riesenslalom Team 5. 15. Jänner 2025 Parallelslalom Team 6. 24. Jänner 2026 Parallelslalom Team
Europacup 14 Europacupsiege (9 × Parallel-Riesenslalom, 3 × Parallelslalom, 1 × Snowboardcross, 1 × Riesenslalom)
Parallel-Riesenslalom Datum Ort Land 3. Februar 2003 Berchtesgaden 28. Februar 2003 Radstadt 8. März 2003 Borovets 29. Dezember 2003 Berchtesgaden 11. Dezember 2004 Haus im Ennstal 10. Dezember 2005 Haus im Ennstal 29. Dezember 2005 Bischofswiesen 29. Dezember 2007 Bischofswiesen 9. Dezember 2012 Lachtal
Snowboardcross Datum Ort Land 22. Januar 2000 Kreischberg Parallelslalom Datum Ort Land 18. Februar 2001 Sankt Johann im Pongau 13. Januar 2002 Sankt Johann im Pongau 18. Januar 2004 Sankt Johann im Pongau
Riesenslalom Datum Ort Land 12. Januar 2002 Sankt Johann im Pongau
Weltcup-Gesamtplatzierungen