mini|Bahnhof Friedberg (Hessen) mini|Bahnhof Prien a Chiemsee mini|Amsterdam Centraal Station mini|Kaiserlicher Wartesaal des Moskauer Bahnhofs in Nischni Nowgorod mini|Königspavillon in Florenz am Bahnhof Firenze Santa Maria Novella (Florenz SMN)
Als Fürstenbahnhof oder – in einem bestehenden Empfangsgebäude – Fürstenzimmer werden gesonderte Empfangsanlagen einer Eisenbahn bezeichnet, die hoch gestellten Persönlichkeiten zum Warten und Aufenthalt sowie zum Empfang und zur Verabschiedung von Gästen dienen. In der Regel handelt es sich dabei um Fürsten, Könige oder Kaiser, einzelne Beispiele beziehen sich aber auch auf nicht-adlige Regenten oder Industrielle.
Erläuterungen In manchen Fällen hat es im gleichen Bahnhof nacheinander verschiedene Fürstenbahnhöfe oder Fürstenzimmer gegeben. Es ist immer die letzte derartige Anlage verzeichnet und – falls Informationen dazu vorliegen – auch Vorgängeranlagen. Die nachfolgenden Listen sind nach Staaten (in ihren heutigen Grenzen) und innerhalb der Staaten alphabetisch geordnet. Als Lemma und zur alphabetischen Einordnung wird jeweils der heute verwendete Bahnhofs- oder Ortsname angegeben. Im deutschsprachigen Raum sind die Namen der Stationen nur dann verlinkt, wenn es zu diesem Bahnhof einen entsprechenden Artikel gibt. Außerhalb des deutschsprachigen Raums sind die Namen der Stationen grundsätzlich verlinkt: gibt es keinen Artikel zu dem betreffenden Bahnhof, dann auf den Ortsnamen.
Europa Deutschland Baden-Württemberg Bahnhof Eigener Bahnhof Eigenes Empfangs-gebäude Anbau In öfftl. EG Anmerkung Baden-Baden Stadt × abgesetzter Baukörper mit Kuppel an Westende des Empfangsgebäudes, erbaut 1895, reiche wandfeste Ausstattung erhalten, Nutzung für Festspielhaus.Peter Findeisen: Baden-Baden, Bahnhof. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg. 17, 1988, S. 61–74. Bad Wildbad × Raum am Südende mit polygonalem Anbau, erbaut 1868, äußerlich erhalten:Klaus Feitenhansl: Der Bahnhof Heilbronn. 2003, S. 190 mit FassadenaufrissStrohmann, S. 100. Bronnbach erbaut 1867 für die Mitglieder der portugiesischen Königsfamilie, Verwandte der ortsansässigen Fürsten von Löwenstein-Wertheim; Gebäude ist erhalten und in Privatbesitz Freiburg Hauptbahnhof 1842/45, zerstört Friedrichshafen Stadt × nicht erhalten Heilbronn Hauptbahnhof × Raum am Westende mit polygonalem Anbau, erbaut 1874, nach Kriegsbeschädigung 1950 abgebrochenKlaus Feitenhansl: Der Bahnhof Heilbronn. 2003, S. 139 mit Foto Karlsruhe Hauptbahnhof × Räume im östlichen Anbau, erbaut 1913, äußerlich erhalten.Otto Linde: Der neue Personenbahnhof in Karlsruhe in Baden. In: Zeitschrift für Bauwesen. 64 (1914), Sp. 239–264; Klaus Lindemann, Barbara Steinhof (Hrsg.): 75 Jahre Hauptbahnhof Karlsruhe (1913–1988). Karlsruhe 1988. Konstanz × heute Backwarenverkauf Stuttgart Hauptbahnhof × Räume im Turm, erbaut 1914–1918, jedoch Innenausbau wegen Revolution nicht fertiggestellt. Nutzung als Wartesaal, heute durch Umbau nicht mehr erkennbarBundesbahndirektion Stuttgart: 65 Jahre Stuttgarter Hauptbahnhof. 1987, S. 34. Zollern bei Bisingen × zu Burg Hohenzollern, erbaut 1874,Hannes Schneider: Die Bahnstation Zollern. In: Hohenlohische Heimat. 1999, S. 24. derzeit Nutzung als Hochloge der Familie Hohenzollern
Bayern Bahnhof Eigener Bahnhof Eigenes Empfangs-gebäude Anbau In öfftl. EG Anmerkung Ansbach Augsburg Hauptbahnhof × 1852/53 nachträglich in den Mittelbau des Empfangsgebäudes eingefügt. Bad Kissingen × erbaut 1874, erhalten, Nutzung als Restaurant.Denis A. Chevalley und Stefan Gerlach Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland. Denkmäler in Bayern. Stadt Bad Kissingen. München 1998, S. 22–24; Gerhard Wulz: Separée für „allerhöchste Herrschaften“. Die Geschichte des Fürstenzimmers im Bahnhof Bad Kissingen. In: Saale-Zeitung. 2002; Gerhard Wulz: Wo die „allerhöchste Herrschaften“ empfangen wurden. In: Frankenland. 55, 2003, S. 454–458. (Internetinformation). Bamberg nicht erhalten Berchtesgaden Hauptbahnhof × „Führerpavillon“ für Adolf Hitler im 1941 fertiggestellten EmpfangsgebäudeAlfred Gottwaldt: Dorpmüllers Reichsbahn. Die Ära des Reichsverkehrsministers Julius Dorpmüller. Freiburg 2009, ISBN 978-3-88255-726-8, S. 121f. Biessenhofen × 1853, auch für Schloss Neuschwanstein.Ralf Romann Rossberg: König Ludwig II. auf Achse. In: Bock u. Gottwaldt, S. 52ff (57). Coburg × 1915/16, erhalten, Friseur, heute Lossaustraße 6a.Peter Morsbach u. a.: Stadt Coburg [Denkmaltopographie] (= Denkmäler in Bayern. IV.48). München 2006, ISBN 3-87490-590-X, S. 214. Rüdenhausen-Feuerbach × Bahnstrecke Kitzingen-Schweinfurt, Bahnhof Rüdenhausen-Feuerbach, 1976 abgerissen, Warteraum für Angehörige des gefürsteten Grafengeschlechts Castell, Parkettboden, gemusterte Tapeten, gesondertes WC.Alexander Graf zu Castell: Feuerbach. In: Jesko Graf zu Dohna (Hrsg.): Kulturpfad. Auf den Spuren der Grafen zu Castell. Münsterschwarzach 2004, S. 87. Hof Hauptbahnhof × 1854, 1880, wandfeste Ausstattung erhalten, Ofen im Königssalon des Verkehrsmuseums Nürnberg, gastronomisch genutzt. Hohenschwangau Kempten Hauptbahnhof 1888, historischer Kopfbahnhof abgerissen München Hauptbahnhof × 1876–1884, 1912, gegenüber von Gleis 1. Nürnberg Hauptbahnhof × 1864 nachträglich im Mittelbau eingerichtet, 1881 in den westlichen Anbau des ersten Nürnberger Staatsbahnhofs verlegt. Ausstattung des Fürstenzimmers im DB Museum Nürnberg erhalten. Peißenberg × 1882, Königssalon im südlichen Anbau des Empfangsgebäudes, später abgebrochen. Possenhofen × Für den Herzog in Bayern., siehe hier Prien a Chiemsee × 1887 von Rimsting nach Prien versetzt.Denkmalliste, Nr. D-1-87-162-120. Regensburg Hauptbahnhof 1864, nach 1891. Rimsting × erbaut 1881 wegen der Baustelle Herrenchiemsee, abgetragen 1887 Starnberg Unterpeißenberg × 1866, Königssalon für Ludwig II., 1881/82 abgebrochen.Münchner Merkur: Erster Halt: Unterpeißenberg auf merkur.de, vom 1. Februar 2016, Autorin: Sabine Vetter, abgerufen am 9. Oktober 2017. Veitshöchheim × erhalten, Gemeindebücherei.Eckart Rüsch: Der Bahnhof Veitshöchheim. Ein Königs- und Ausflugsbahnhof des 19. Jahrhunderts, in: Jahrbuch für Eisenbahngeschichte, Bd. 24 (1992), S. 23–35. Würzburg Hauptbahnhof
Berlin Bahnhof Eigener Bahnhof Eigenes Empfangs-gebäude Anbau In öfftl. EG Anmerkung Berlin Anhalter Bahnhof × Räume in der Mitte des westlichen Seitenflügels, erbaut 1876–1880, abgebrochen.Helmut Maier: Berlin Anhalter Bahnhof. Ästhetik und Kommunikation Verlag, 1984, ISBN 3-88245-108-4, S. 193–196. Der Torbogen des Eingangs ist erhalten und im Museum für Verkehr und Technik ausgestellt.Volker Koesling und Florian Schülke: Mensch, Technik! Eine Entdeckungsreise durch die Kulturgeschichte der Technik. Leipzig 2013, ISBN 978-3-7338-0395-7, S. 128ff. Berlin-Charlottenburg nicht erhalten Berlin Frankfurter Chaussee („Krönungsbahnhof“) × Für den von seiner Krönung in Königsberg nach Berlin zurückkehrenden König Wilhelm I. angelegt, um ihm den Einzug in seine Hauptstadt über die heutige Frankfurter Allee zu ermöglichen. Der Bahnhof lag außerhalb der Stadt an der demaligen Frankfurter Chaussee und war mit einem Gleis vom Bahnhof Rummelsburg an die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn angebunden. Er wurde, von Probefahrten abgesehen, lediglich ein einziges Mal am 22. Oktober 1861 benutzt und dann abgebrochen.Bock, S. 11f. Berlin Friedrichstraße nicht erhalten Berlin Görlitzer Bahnhof × 1866–1868, nicht erhalten Berlin Großgörschenstraße („Hofstation“) × 1883, Vorgängerbahnhof des heutigen S-Bahn Bahnhofs Berlin Yorckstraße, ca. 1911 aufgegeben.Bock, S. 14. Berlin Hamburger Bahnhof × nicht erhalten Kaiserpavillon Spandau × 1891–1907 an der Lehrter Bahn, nicht erhaltenBock, S. 33. Berlin-Karlshorst („Rennbahnhof Karlshorst“) × 1893 wegen der in der Nähe befindlichen Pferderennbahn, Empfangspavillon 1927 abgerissen, Bahnhofsgebäude denkmalgeschützt in der Berliner Denkmaldatenbank Berlin Lehrter Bahnhof × 1869–1871, nicht erhalten Berlin-Lichterfelde West × Kaiserzimmer 1917 aufgegebenStrohmann, S. 95, es bleibt unklar ob sich die Angabe auf diesen Bahnhof bezieht. Mussolini-Bahnhof × Projekt eines Bahnhofs für Staatsempfänge im Rahmen der „Welthauptstadt Germania“. Es wurde nie fertiggestellt.Bock, S. 95ff. Berlin Ostbahnhof (alt) × 1867–1882, nicht erhalten, abgelöst durch Berlin Schlesischer Bahnhof. Berlin Ostbahnhof (neu) × 1867–1869, ehemals: Berlin Schlesischer Bahnhof. Die Königszimmer gab es zweifach: sowohl auf der Ankunfts- als auch auf der Abfahrtsseite,Bock, S. 10f. nicht erhalten Berlin Potsdamer Bahnhof × 1838, zusammen mit dem Gegenstück in Potsdam: Älteste Fürstenzimmer in Deutschland.Bock, S. 7. 1872 im neu errichteten Empfangsgebäude und zwar zweifach: sowohl auf der Ankunfts- als auch auf der Abfahrtsseite, nicht erhalten; Berlin Stettiner Bahnhof × 1874–1876. Bahnhof Spandau Kaiserbahnsteig × 1891 an der Havelbrücke der Berlin-Hamburger Bahn in Berlin-Spandau für den Übergang zwischen Schiff und Bahn.Landungsstelle für Kaiserliche Salondampfer bei Spandau. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. 1892, S. 134–135. Online-Version. Abbildungen bei Bock.Bock, S. 33. Bahnhof Berlin-Wannsee Bahnhof Berlin-Westend × Für Kaiser Friedrich III. als Kronprinz und Schloss CharlottenburgPaul Dost: Der rote Teppich. Geschichte der Staatszüge und Salonwagen. Stuttgart 1965, S. 110.
Brandenburg Bahnhof Eigener Bahnhof Eigenes Empfangs-gebäude Anbau In öfftl. EG Anmerkung Baruth (Mark) Für die Fürsten von Solms-Baruth. Basdorf × Bahnsteig bei Streckenkilometer 1,8 an der eingleisigen Heidekrautbahn in unmittelbarer Nähe der DDR-Politprominenz-Siedlung Wandlitz für Walter Ulbricht errichtet. Kein Empfangsgebäude.Klaus Bossig: DDR-Führung auf Reisen. Schienen-, Straßen-, Luft- und Wasserfahrzeuge für Staatsreisen der DDR-Führung. Freiburg 2010, ISBN 978-3-88255-734-3, S. 165. DrewitzStrohmann, S. 90. Eberswalde Hauptbahnhof × 1900 nach Rominten, Ostpreußen, transloziert. Griebnitzsee ehemals NeubabelsbergStrohmann, S. 96. Großbeeren 1899 aufgegeben Guben Halbe × erbaut um 1865, Architekt August Orth, sogenanntes „Königliches Empfangsgebäude“, äußerlich erhaltenInformation zum Denkmalbestand im Landkreis Dahme-Spreewald, Stand: 7. Januar 2008; Pläne im Internet unter https://architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/ mit Suchwort Orth Halbe Hoppegarten (Mark) wegen der Galopprennbahn Hoppegarten Joachimsthal × erbaut 1896, zu Jagdhaus Hubertusstock, ehemals: Werbellinsee. Heute: Nutzung als „Hörspielbahnhof“.Klaus Bossig: DDR-Führung auf Reisen. Schienen-, Straßen-, Luft- und Wasserfahrzeuge für Staatsreisen der DDR-Führung. Freiburg 2010, ISBN 978-3-88255-734-3, S. 136ff.siehe Internet-Seite des „Hörspielbahnhofs“ Königs Wusterhausen × Bahnhof Potsdam-Babelsberghistorisch: Neuendorf × 1862, Anbindung von Schloss BabelsbergBock, S. 9., vor 1914 abgerissen. Potsdam Hauptbahnhof 1838, zusammen mit dem Gegenstück in Berlin Potsdamer Bahnhof: Älteste Fürstenzimmer in Deutschland.Bock, S. 7. 1848–1850 Potsdam Stadt, nicht erhalten Potsdam Park Sanssouci (Kaiserbahnhof) × 1909, ehemals: Wildpark. Tagungszentrum der Deutschen Bahn AG.Bock, S. 59ff.Barbara Eggers: Der Kaiserbahnhof Wildpark in Potsdam. Potsdam 1999.Inspiration für Führungskräfte auf system-bahn.net, abgerufen am 20. Februar 2022 Potsdam Park Sanssouci (öffentlicher Bahnhof) × 1868/69, „Excellenzenzimmer“, Kassettendecke erhalten, ungenutzt. RathenowBock, S. 19. × 1912, 2006 für die Landesgartenschau renoviert.Bock, S. 22. Schwedt (Oder) × Kaiserpavillon. Storkow (Mark) × 1908 für den Jagdsitz Hubertushöhe. Zehdenick-Neuhof × ehemals Neuhof, für das Jagdgebiet Schorfheide. Um 1900 wurde hier ein „Jagdumkleidehäuschen“ errichtet.Bock, S. 121.
Bremen