thumb|hochkant=1.24|Die Expositurkirche Heilig Drei Könige mini|hochkant=1.24|Biburg auf den Landtafeln von Philipp Apian 1568 mini|hochkant=1.24|Innenansicht der Filialkirche mini|hochkant=1.24|Schloss Schermau mini|hochkant=1.24|Frauenbiburg von Norden
Frauenbiburg ist ein Gemeindeteil der Kreisstadt Dingolfing im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau. Die frühere Gemeinde Frauenbiburg umfasste einschließlich des Hauptorts Frauenbiburg 27 Gemeindeteile, darunter sechs Dörfer, 12 Weiler und 9 Einöden.
Geografie Frauenbiburg liegt etwa zwei Kilometer südlich von Dingolfing in der Nähe der Staatsstraße 2111.
Die Fläche der ehemaligen Gemeinde betrug 23,0682 km² nach einer Statistik von 1925. Nach der aktuellen Flächenstatistik der Gemarkungen zum Stand 31. Dezember 2009 beträgt die Fläche 22,9025 km², davon entfallen 16,6934 km² auf die Stadt Dingolfing und 6,2091 km² auf die Gemeinde Marklkofen.Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, Daten aus der Flächenerhebung zum 31. Dezember 2009
Das Gebiet der früheren Gemeinde Frauenbiburg hatte 1125 Einwohner zum Stichtag der Volkszählung, dem 25. Mai 1987. Neuere Zahlen sind nicht verfügbar, da die Fortschreibung der Bevölkerung in der amtlichen Statistik nur auf Gemeindeebene erfolgt.
Geschichte In der zweiten um 1180 datierten Traditionsnotiz von Kloster Raitenhaslach wird ein „Ulricus de Biwera“ als Zeuge erwähnt. Möglicherweise ist mit „Biwera“ Frauenbiburg gemeint. Mit Sicherheit auf Frauenbiburg bezieht sich eine Schenkungsurkunde des Jahres 1400 (oder 1406), worin Eglolf der Schermer eine ewige Messe zu „U[nser] L[ieben] Fr[auen] gein Pybürchk“ stiftete. 1486 war der Ortsname „Piburgk“, auf der Landtafel 15 des Philipp Apian von 1568 sowie auf der Kupferstichkopie von Peter Weiner von 1579 erschien „Biburg“, und erst 1657/58 wurde der Ort „Frauenbiburg“ genannt zur Unterscheidung von Binabiburg und Vilsbiburg.
Die Ortschaft Frauenbiburg, die eng mit Schermau verbunden war, zählte im Urkataster von 1812 nur vier Anwesen. Das 1818 in Schermau eingerichtete Patrimonialgericht II. Klasse wurde 1848 aufgelöst. Wohl aus einem vormaligen Schulgebäude wurde das Gemeindehaus der 1818 gebildeten Gemeinde Frauenbiburg umgebaut.
Die Gemeinde Frauenbiburg wurde 1818 im Wesentlichen aus den Gebieten von vier der sechs früheren Obmannschaften des Stadtamtes Dingolfing innerhalb des Landgerichts Dingolfing gebildet, erhielt zunächst den Namen Brunn und wurde 1823 in Frauenbiburg umbenannt: Brunn und Mietzing im Norden, Neuhausen und Straßwimm im Süden (nicht beteiligt waren die weiter südöstlich gelegenen Obmannschaften Englmannsberg und Altersberg). Zur Obmannschaft Brunn gehörten die Ortschaften Asenhof (s. unten), Brunn, Einöd und Oberdingolfing. Zur Obmannschaft Mietzing gehörten die Ortschaften Frauenbiburg, Mietzing, Ober-/Unterbubach und Ober-/Unterholzhausen. Zur Obmannschaft Neuhausen gehörten Achatzstall, Gschaid, Hub, Kay, Neuhausen, Pflanzenöd und Senetsberg, und zur Obmannschaft Straßwimm die Orte Ernsthof, Grietzen, Grub, Heimlichschönau, Straßwimm, Wildenschönau und Klosbach. Allein Klosbach wurde nicht Teil der neuen Gemeinde, sondern kam zu Poxau, das heute zur Gemeinde Marklkofen gehört.Fritz Markmiller: Das Gericht Dingolfing und seine Scharwerksorganisation. Der Storchenturm, 1967, Heft 2, Seiten 1 bis 24, hier Seite 12
Schermau war ab dem 14. Jahrhundert eine Hofmark der namensgebenden Schermer und ab 1486 ein Lehen des Klosters Niederaltaich. Zur Hofmark gehörten noch weitere Ortschaften und Anwesen wie beispielsweise Edt (Oed?).Joseph von Hazzi: Statistische Aufschlüsse über das Herzogthum Baiern, aus ächten Quellen geschöpft. Ein allgemeiner Beitrag Zur Länder- u. Menschenkunde. Vierter Band. Nürnberg 1808, S. 225 Bei der Gemeindebildung 1818 wurde Schermau zunächst eine selbständige Landgemeinde und wurde am 21. November 1827 in die Nachbargemeinde Frauenbiburg eingemeindet.Bernd Stadlbauer: Dingolfing
Die nördlichen Gemeindeteile, nämlich Frauenbiburg, Brunn (mit Ödhäusl), Einöd, Kaltenberg, Mietzing, Oberbubach, Oberdingolfing, Oberholzhausen, Öd, Schermau, Unterbubach, Unterholzhausen und Weinpreß kamen im Zuge der Gebietsreform am 1. Januar 1972 zur Stadt Dingolfing.
Die südlichen Gemeindeteile, nämlich Achatzstall, Ernsthof, Fellerhof, Grietzen, Grub, Gschaid, Heimlichschönau, Hub, Kay, Neuhausen, Pflanzenöd, Senetsberg, Straßwimm und Wildenschönau wurden in die Gemeinde Marklkofen eingegliedert.
Damit kamen von den damals (Stand Volkszählung 1970) 925 Einwohnern der Gemeinde Frauenbiburg 775 zu Dingolfing und nur 150 Einwohner in sechs Weilern und acht Einöden zu Marklkofen. Auf Wunsch der Bevölkerung wurden die nahe der Gemeindegrenze liegenden Weiler Achatzstall (13 Einwohner) und Neuhausen (18 Einwohner) von Marklkofen am 1. Juli 1979 nach Dingolfing umgegliedert. Dabei vergrößerte sich das Stadtgebiet von 4250 auf 4405 Hektar.Vergleich der „Gemeindedaten“ von 1978 und 1980 Die Umgliederungsfläche betrug somit 155 Hektar. Diese beiden Gemeindeteile sind nicht wie das übrige Stadtgebiet unter der Telefonvorwahl 08731 zu erreichen, sondern unter 08732, wie etwa Frontenhausen und Marklkofen.
Die Gemarkung Frauenbiburg mit der bayerischen Gemarkungsnummer 6152, die in ihrer Ausdehnung mit einer Fläche von 22,9095 km² der früheren Gemeinde entspricht, ist zwischen der Stadt Dingolfing (Gemarkungsteil 0 mit einer Fläche von 16,6934 km²) und der Gemeinde Marklkofen (Gemarkungsteil 1 mit einer Fläche von 6,2091 km²) aufgeteilt.vermessung.bayern.de:
2007 wurde ein Leitbild zur Dorferneuerung Frauenbiburg und Schermau beschlossen. Im Rahmen der Dorferneuerung wurde unter anderem ein zentraler Dorfplatz geschaffen.
Gemeindeteile Gemeinde Nr. Gemeindeteil Typ Bev.1970 Bev.1987 Bev.2010Bevölkerung mit Hauptwohnsitz am 30. Juni 2010 nach dem Melderegister der Stadt DingolfingDingolfing002 Achatzstall 1) Weiler 13 13 13Dingolfing003 Brunn 2) Kirchdorf 78 90 62Dingolfing004 Einöd Einöde 9 9 6Dingolfing005 Frauenbiburg Kirchdorf 165 251 179Dingolfing008 Kaltenberg Weiler 18 19 15Dingolfing009 Mietzing Weiler 31 36 28Dingolfing010 Neuhausen 1) Weiler 18 14 9Dingolfing011 Oberbubach Dorf 75 106 109Dingolfing013 Oberdingolfing Kirchdorf 51 50 57Dingolfing014 Oberholzhausen Weiler 33 32 32Dingolfing015 Oed Dorf 56 82 88Dingolfing016 Schermau Dorf 208 249 436Dingolfing020 Unterbubach Weiler 23 22 22Dingolfing021 Unterholzhausen Weiler 17 14 14Dingolfing022 Weinpreß Einöde→Weiler 11 15 6Marklkofen011 Ernsthof Einöde 5 4Marklkofen013 Fellerhof Einöde 7 8Marklkofen017 Grietzen Weiler 26 31Marklkofen018 Grub Einöde 6 5Marklkofen020 Gschaid Weiler 23 30Marklkofen023 Heimlichschönau Einöde 3 7Marklkofen025 Hub Weiler 14 9Marklkofen027 Kay Weiler 11 5Marklkofen034 Pflanzenöd Einöde 4 6Marklkofen041 Senetsberg Einöde 5 2Marklkofen045 Straßwimm Einöde 5 5Marklkofen050 Wildenschönau Einöde 10 9 Frauenbiburg 3)ehemaligeGemeinde 925 1123+ FarbcodierungFarbe Erläuterung am 1. Januar 1972 in die Stadt Dingolfing eingemeindet am 1. Januar 1972 in die Gemeinde Marklkofen eingemeindet am 1. Juli 1979 von Marklkofen nach Dingolfing umgegliedert heute zur Stadt Dingolfing gehörig heute zur Gemeinde Marklkofen gehörig 1) am 1. Juli 1979 von Marklkofen nach Dingolfing umgegliedert 2) einschließlich Ödhäusl 3) einschließlich Asenhäusl. Das Asenhäusl ist in einem Ortsverzeichnis von 1857 als Einöde der Gemeinde Frauenbiburg nachgewiesen. Nach einer historischen Karte zu urteilen befand sich dieser Ortsteil jedoch im Stadtgebiet von Dingolfing zwischen Spiegelbrunn und Waldesruh.Militärisch Topographisches Bureau: Positionsblätter (Urpositionsblätter): Blatt 503 Dingolfing München 1866 Andererseits gehörte vor der Gemeindebildung ein Asenhof zur Obmannschaft Brunn, eine der vier Obmannschaften, aus deren Gebieten und Ortschaften die Gemeinde Frauenbiburg 1818 im Wesentlichen gebildet wurde. Nach der statistischen Übersicht von Joseph von Hazzi über das Herzogthum Baiern von 1808 war dies die Einöde Aesen (1 Gebäude, 1 Herdstelle), von der berichtet wurde: Allda eine vor ältern Zeiten auch och ein Bauernhof, so aber dermal zertrümmert und kein Gebäude mehr vorhanden.Joseph von Hazzi: Statistische Aufschlüsse über das Herzogthum Baiern, aus ächten Quellen geschöpft. Ein allgemeiner Beitrag Zur Länder- u. Menschenkunde. Vierter Band. Nürnberg 1808, S. 224
Bevölkerungsentwicklung Die Bevölkerungsentwicklung der früheren Gemeinde Frauenbiburg ist in der nachstehenden Aufstellung wiedergegeben: 1840185218551861186718711875188018851890189519001905191019191925193319391946195019521961197019872011601623634626704679708746793774794762793836878838796742103398793088792511231222
Baudenkmäler Expositurkirche Hl. Drei König. Die frühgotische Anlage des 14. Jahrhunderts wurde im 15. Jahrhundert umgestaltet und um zwei Seitenschiffe erweitert. Im Kircheninneren befindet sich ein Sternrippengewölbe, im Dachgeschoss sind gotische Wandmalereien um 1430 erhalten, die das Jüngste Gericht darstellen. Der Westturm von 1522 erhielt 1768/69 einen neuen Oberbau. Nach einem Blitzschlag am 14. Juli 1786 wurde der größtenteils ausgebrannte Turm bis 1877 in neugotischem Stil wieder aufgebaut. 1885 wurde die Kirche innen neu ausgestattet. An der Süd- und Westseite der Friedhofsmauer befinden sich eingemauerte Grabmonumente des 19. Jahrhunderts. Schloss Schermau. Das zweigeschossige Gebäude mit Walmdach hat einen rechteckigen Grundriss mit Maßen von 23 mal 16 Metern, sowie vier runden, eingeschossigen Ecktürmchen. Es wurde im 18. Jahrhundert anstelle eines früheren Hofmarkschlosses erstellt. Heute ist das Schloss in Privatbesitz.
Bildung und Erziehung Kath. Kindergarten St. Maria, 1995 eingeweiht
Vereine Bauernverband Frauenbiburg Bergfreunde Frauenbiburg Glöckerlverein Frauenbiburg/Schermau Heimatbühne Frauenbiburg Kirchenchor Frauenbiburg SPD Ortsverein Frauenbiburg FC Bayern-Fanclub Frauenbiburg Freiwillige Feuerwehr Frauenbiburg Katholischer Frauenbund, Frauenbiburg Krieger- und Soldatenkameradschaft Frauenbiburg Landfrauen Frauenbiburg KLJB Frauenbiburg Obst- und Gartenbauverein Frauenbiburg TSV 1860 Fan-Club Frauenbiburg SV Frauenbiburg (Sportplatz im Ortsteil Oberbubach) SSC-Stockschützenclub Frauenbiburg e. V. VdK-Ortsverband Frauenbiburg
Persönlichkeiten Johann Baptist Merz (1871–1950), Bürgermeister und Landtagsabgeordneter (BVP)
Weblinks
Die Kirche Heilig Drei König
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Dingolfing-Landau Kategorie:Geographie (Dingolfing) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Dingolfing-Landau) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)