Wilhelm Köchy (* 12. Dezember 1814 in Braunschweig;Familienbögen Mannheim. † nach 1846) war ein bedeutender deutscher Violinvirtuose.

Herkunft und Jugend Köchy war vermutlich der jüngste Sohn des Professors Johann Carl Theodor Köchy (1767–1843) und dessen Gattin Elisabeth Juliane Henriette Köchy, geb. Müller (1775/76–1836). Sein Vater wirkte in Braunschweig am Collegium Carolinum als Professor der französischen und italienischen Sprache und Literatur.Eintrag von "Johann Carl Theodor Köchy" im Braunschweiger Professorenkatalog, URL: https://profkat.tu-braunschweig.de/resolve/id/cpb_person_00000268 (abgerufen am 07.06.2025) Seine Ausbildung erhielt Köchy in seiner Vaterstadt von dem damals hoch anerkannten Violinisten Carl Müller.Allgemeine Musikalische Zeitung (= AMZ) 41.2 (9. Januar 1839) Sp. 26f.; Gustav Flügel (Autobiographie) Urania 39.10 & 11 (1882) 151. Schon als Knabe von 10 Jahren zeichnete sich „der junge Sohn des Hrn. Professors Köchy“ im Juni 1825 in Braunschweig in einem Violinkonzert „zur allgemeinen Bewunderung“ aus. Allgemeine Musikalische Zeitung (AMZ) 27.25 (6.1825) 431 Beim Tod des Vaters am 18. August 1828 befand sich der „hoffnungsvolle Sohn“ in Braunschweig.Neuer Nekrolog Bd. 6.1 (1828) 652.

Ein Wanderleben Eine Biographie Köchys fehlt in allen einschlägigen Musiklexika, so dass der bewegte Lebensweg Köchys anhand von Einzelquellen nachgezeichnet werden muss.

Allein in den 15 Jahren, in denen sich seine Auftritte in den zeitgenössischen Musikzeitschriften verfolgen lassen, findet sich Köchy nacheinander in Wien (1832),„Ein recht braver junger Violinspieler aus Braunschweig, Wilhelm Köchy, gab am 3. Jänner ein Concert, und spielte ein Concertino von Kalliwoda und Variationen von Mayseder. Sein schöner großartiger Vortrag und sein ganzes Spiel gefiel sehr.“ Dresden (1833),Im Mai 1833 wird die Akademie in Dresden mit einem Quartett von Maurer eröffnet, bei dem der Kammermusiker Köchy die erste Violine spielt. (AMZ 35.23 (5. Juni 1833) Sp. 382.) Hannover (1834–1836),Vom 6.1.1834 bis zum 5.1.1836 ist Köchy (aus Braunschweig) als Orchestermusiker in Hannover angestellt. Sh. Wulf Konold, Klaus-Jürgen Etzold, Niedersächsisches Staatstheater Hannover: Das Niedersächsische Staatsorchester Hannover, 1636 bis 1986 (Hannover, 1986) 181. Mainz, Dresden, Breslau (vor 1838),"Er hat bereits in Hannover, Mainz, Dresden, Breslau pp gewirkt & ist zuletzt hieher verschlagen wo – aber keineswegs an seinem Platze ist" (Franz Fesca am 30.09.1838 aus Magdeburg an Louis Spohr in Kassel) Berlin (nur Konzert, wohl 1838),„Wie wir uns entsinnen gehört zu haben, ist Herr Köchy auch in Berlin gewesen und hat daselbst ein Konzert zu geben beabsichtigt und Anstellung gesucht. Obschon ganz Berlin keinen Violinspieler seines Ranges aufzuweisen hat, so ist ihm doch durch nicht löbliches Entgegenarbeiten (?) Beides misslungen.“ (AMZ 41.2 (9. Januar 1839) Sp. 27.) Magdeburg (1837/38),Etwa von Dez. 1837 bis Nov. 1838 ist Wilhelm Köchy in Magdeburg nachweisbar. Dort gibt der Musikverein 1837 unter Hrn. Ehrlich sein Weihnachtskonzert: „Lag das in unserer Stimmung oder in dem Spieler, wir wissen es nicht: das Publikum brach aber in einen Beifallssturm aus, welcher darauf auch Hrn. Köchy ans Braunschweig zu Theil wurde, der ein Concertino von Kalliwoda für die Violine meisterlich durch Fertigkeit, Reinheit und ausdruckvolles Spiel vortrug.“ (AMZ 40.8 (21. Februar 1838) Sp. 131.) „Hr. Köchy, der alles bezaubert“ spielt im Dezember auch in einem Wohltätigkeitskonzert der Magdeburger Loge (AMZ 40.8 (21. Februar 1838) Sp. 131.). In den Konzerten des Singvereins tritt Köchy u. a. mit den Gebr. Stahlknecht aus Berlin und Schapler als Virtuose auf. (AMZ 40.9 (28. Februar 1838) Sp. 140). „Auch dem ausgezeichneten Violinvirtuosen Köchy haben wir manchen Genuss zu verdanken.“ (AMZ 41.12 (20. März 1839) Sp. 233 über den musikal. Winter 1838/39 in Magdeburg). Im Okt./Nov.1838 spielt Musikdirektor Georg Schmidt aus Halle „mit Hrn. Köchy, einem guten Geiger, die A-Dur-Variazionen von Kalliwoda, welche besonders gefielen, mit vollem Beifalle.“ (AMZ 40.46 (14. November 1838) Sp. 776) (ein Ruf nach Kassel zu Spohr (1838) kommt nicht zu Stande)„Herr Kapellmeister Dr. Spohr beabsichtigte kürzlich noch, Herrn Köchy in seine Nähe zu ziehen, was aber Umstände verhinderten.“ (AMZ 41.2 (9. Januar 1839) Sp. 27), vgl. das Empfehlungsschreiben von Franz Fesca am 30.09.1838 aus Magdeburg an Louis Spohr in Kassel und dessen abschlägige Antwort vom 14.11.1838: "Bey Empfang Ihres geehrten Schreibens hatte ich eben einen Bericht über die Wiederbesetzung einer in unsrer Kapelle erledigten Stelle bey der ersten Violine, zu machen und konnte daher Ihren Empfohlenen sogleich mit auf die Liste der Bewerber setzen. Obgleich ihn ihm aber das vortheilhafteste Zeugniß geben konnte, da mir, außer Ihrer Empfehlung, schon viel Günstiges über seine Leistungen zu Ohren gekommen war, so hat der Prinz-Regent doch nicht auf ihn reflectirt, sondern den Einheimischen unter den Bewerbern gewählt. Die Entscheidung verzögerte sich bis vor ein Paar Tagen; deshalb konnte ich Ihnen nicht früher antworten.