Eilaboun (, ) ist ein von israelischen Arabern bewohnter Lokalverband in Israels Nordbezirk. Die (Stand ) Bewohner sind überwiegend christliche Palästinenser.

Etymologie Eine Theorie besagt, dass der Name Eilabun aus dem Arabischen stammt und für „harten, steinigen Boden“ steht.Palmer, 1881, S. 121 Eine andere Theorie sagt, dass der Name aus dem Hebräischen stammt und von „Ailabu“ stamme, eine mögliche Abwandlung von Ein Levon.

Geschichte Palästinakrieg Einnahme des Dorfes und Massaker Während des Palästinakriegs war die Arabische Befreiungsarmee (ALA) nahe Eilaboun stationiert; in der Operation Chiram näherten sich die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) dem Dorf. Viele Einwohner verbrachten die Nacht vom 29. auf den 30. November in der katholischen und der orthodoxen Kirche des Dorfes. Das 12. Battalion der Golani-Brigade der IDF besetzten Eilaboun am Morgen des 30. Novembers nach einem Gefecht mit der ALA außerhalb des Dorfes, bei dem 6 israelische Soldaten verletzt und mehrere gepanzerte Fahrzeuge zerstört wurden. Innerhalb des Dorfes selber begegnete ihnen kein Widerstand. Viele Einwohner hatten an ihren Häusern weiße Flaggen gehisst. Vier Geistliche begrüßten die israelischen Soldaten und übergaben das Dorf. Die Soldaten versammelten – wie bei der Übernahme arabischer Orte üblich – die Einwohner im Zentrum des Dorfes und trennten die Männer von den Frauen.

Eine Gruppe von 17 jungen Männern wurde zusätzlich von den restlichen Einwohnern separiert; 12 von ihnen wurden anschließend in einem Massaker erschossen. Der Historiker Benny Morris geht davon aus, dass es sich bei dem Massaker um Rache für das vorangegangene Gefecht gegen die ALA und Berichte, laut denen einen Monat zuvor in dem Dorf eine Prozession stattgefunden habe, bei der die Köpfe von zwei vermissten IDF-Soldaten durch die Straßen getragen wurden, handelte.

Vertreibung der Einwohner Im Anschluss an die Einnahme Eilabouns wiesen die israelischen Truppen die Einwohner an, das Dorf zu verlassen und nach Norden in Richtung Maghar zu gehen. Am Abend erreichten die Vertriebenen das Dorf Farradiyya und nächtigten in und nahe der Moschee. Am Morgen des 31. November lösten die Soldaten, die die Vertriebenen begleiteten, 34 junge Männer aus der Gruppe heraus und brachten diese in Kriegsgefangenenlager. Die darauffolgenden Nacht verbrachten die Vertriebenen in dem bereits entvölkerten Dorf Mirun, als israelische Armeelastwagen eintrafen. Im Folgenden transportieren die Israelis die Menschen an die Grenze zum Libanon. Einige Tage später erreichten die Vertriebenen aus Eilaboun das Flüchtlingslager Mieh Mieh bei Sidon im Süden des Libanon. Die Häuser der Vertriebenen in Eilaboun wurden anschließend von IDF-Soldaten und Zivilisten großflächig geplündert.

Rückkehr von Nakba-Vertriebenen Einige Einwohner Eilabouns waren der Vertreibung in den Libanon entkommen, indem sie in nahegelegene Schluchten, Höhlen und Dörfer geflohen waren, und kehrten in den folgenden Tagen und Wochen zurück. Auch die in der Libanon Vertriebenen drängten auf eine Rückkehr. Die Geistlichen des Dorfes wandten sich an lokale und internationale Akteure und bauten so Druck auf Israel auf, die Rückkehr zu ermöglichen. Ab November 1948 kehrten Einwohner Eilabouns unorganisiert schrittweise aus dem Libanon zurück; eine Mehrheit der Dorfbewohner war bis Mai 1949 zurückgekehrt.

Der Umgang mit den Einwohnern Eilabouns beschäftigte die israelische Bürokratie über Monate; insbesondere Polizei-Minister Bechor-Schalom Schitrit setzte sich für ihren Verbleib ein, während sich der örtliche Militärgouverneur dagegen wandte. Schließlich wurde entschieden, dass sie bleiben konnte und die israelische Staatsbürgerschaft erhalten. Einige Dutzend Dorfbewohner konnten im Sommer 1949 als Teil eines Abkommens zwischen Yehushua Palmon, einem Beamten im israelischen Außenministerium, und Erzbischof George Hakim aus dem Libanon zurückkehren. Dokumentation Das Massaker ist Thema des Dokumentarfilms Die Söhne von Eilaboun (englisch: Sons of Eilaboun) des palästinensischen Filmemachers und Künstlers Hisham Zreiq. Söhne und Töchter Hana Sweid (* 1955), Politiker

Weblinks

Informationen über Eilaboun (englisch) Dokumentarfilm zu den Ereignissen (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Galiläa Kategorie:Nakba Kategorie:Gegründet im 19. Jahrhundert Kategorie:Palästinakrieg