Das Strand-Tausendgüldenkraut (Centaurium littorale, Syn.: Erythraea littoralis), auch Salz-Tausendguldenkraut genannt, ist eine Art aus der Gattung der Tausendgüldenkräuter (Centaurium) innerhalb der Familie Enziangewächse (Gentianaceae).

Beschreibung Das Strand-Tausendgüldenkraut ist formenreich.

mini|Blüten mit purpurfarbenen Kronblättern mini|Illustration aus Flora Batava, Volume 4

Vegetative Merkmale Das Strand-Tausendgüldenkraut wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 25, selten bis zu 40 Zentimetern. Der Stängel ist kantig, aufrecht und erst im oberen Bereich verzweigt; seltener ist er einfach.

Die Laubblätter sind in einer grundständigen Rosette und kreuzgegenständig am Stängel verteilt angeordnet. Die ganzrandigen, etwas fleischigen Stängelblätter sind schmal, linealisch-länglich bis linealisch und meist dreinervig.

Generative Merkmale Die Hauptblütezeit reicht von Juli bis September. Die Blüten öffnen sich nur bei Sonnenschein. Die Anlage des Blütenstand ist schon in unteren Bereichen gabelig ausgebildet und erscheint dicht büschelig. Die sitzenden Blüten sind dicht zuerst in einem flachen trugdoldigen Blütenstand gleich hoch, später sind sie spirrenartig auseinandergezogen und in verschiedener Höhe angeordnet.

Die zwittrige Blüte ist bei einem Durchmesser von bis zu 12 Millimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch ist beim Aufblühen fast so lang wie die Kronröhre. Die fünf Kronblätter sind 3 bis 7 Millimeter lang. Die rosafarbene Blütenkrone ist stieltellerförmig. Die Blütenkronzipfel sind fast so lang wie die Kronröhre.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40.

Vorkommen Centaurium littorale ist von Nord-, Mittel, Südwest-, Ost- und Südosteuropa verbreitet. Es gibt Fundortangaben für Belarus, Russland, Finnland, Norwegen, Schweden, Dänemark, Lettland, Litauen, Irland, Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, Portugal, Belgien, Luxemburg, die Niederlande, Tschechien, Polen, Ungarn, die Slowakei, Serbien, Albanien, Rumänien, Moldawien und die Ukraine.

Strand-Tausendgüldenkraut kommt zerstreut auf sonnigen, frischen bis wechselfeuchten, häufig kiesig-sandigen sowie kalk- oder salzhaltigen Küsten- und Binnenland-Standorten vor. Es gedeiht auf feuchten, torfigen Wiesen, hier oft auf Ameisenhaufen oder Maulwurfshaufen, in flachen Dünentälern und in ausgetrockneten Gräben. Nennenswerte lokale Häufungen von Centaurium littorale bestehen fast ausschließlich in grasigen Dünenbereichen. Nur dort kann das Strand-Tausendgüldenkraut als weitgehend beständig gelten. An der Küste ist sie eine Charakterart des Centaurio litoralis-Saginetum nodosae aus dem Verband Saginion maritimae. Das Strand-Tausendgüldenkraut ist „streng geschützt“, die Vorkommen sind jedoch unbeständig.

Systematik und Verbreitung Die Erstbeschreibung erfolgte 1805 unter dem Namen (Basionym) Chironia littoralis durch Dawson Turner in The Botanist's guide through England and Wales, Band 2, S. 469. Die Neukombination zu Centaurium littorale wurde 1937 durch John Scott Lennox Gilmour in Bulletin of Miscellaneous Information, Royal Gardens Kew Jahrgang 1937, S. 498 veröffentlicht. Weitere Synonyme für Centaurium littorale sind: Erythraea intermedia , Centaurium intermedium , Centaurium vulgare .

Je nach Autor gibt es etwa zwei Unterarten: Centaurium littorale subsp. compressum (Syn.: Centaurium littorale subsp. uliginosum , Chironia uliginosa , Centaurium uliginosum , Erythraea uliginosa , Centaurium vulgare subsp. uliginosum ): Sie kommt in Süd- und Mitteleuropa und in der Ukraine vor. In Mitteleuropa kommt sie nur an Binnensalzstellen vor. Diese Unterart hat in Mitteleuropa Vorkommen in Berlin-Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, im Burgenland, in Niederösterreich und in Tschechien. Centaurium littorale subsp. littorale (Syn.: Centaurium littorale var. glomeratum , Centaurium glomeratum )

Bilder der Unterart Centaurium littorale subsp. compressum

Einzelnachweise Karol Marhold, 2011+: Gentianaceae: Datenblatt Centaurium littorale In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3, Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 1971–1972. Jens G. Rohwer: Gentianaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7. S. 634.

Weblinks

Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).

Kategorie:Enziangewächse