Gottfried Stumpf (* 3. Januar 1884 in Bütthard; † 31. Juli 1962) war ein deutscher Reichsgerichtsrat.

Leben Er war der Sohn eines Landgerichtsarztes und Universitätsprofessors. Sein jüngerer Bruder war der spätere Jurist und Staatsminister Paul Stumpf. Er studierte Rechtswissenschaft an der Universität Würzburg. Seit 1902 gehörte er der Burschenschaft Germania Würzburg an.Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934, S. 492. Die 1. juristische Staatsprüfung bestand er 1906 mit der Note „bestanden“ und die 2. 1909 mit der Note „II“. Zugelassen wurde 1910 als Rechtsanwalt am Landgericht Bamberg. Im Ersten Weltkrieg war er Hauptmann der Reserve. Im November wurde er gelöscht um Amtsrichter am Amtsgericht München zu werden. April 1921 wurde Staatsanwalt am Landgericht München II. 1929 ernannte man ihn zum Landgerichtsrat und Amtsrichter am Landgericht München I und am Amtsgericht München. Dezember 1929 war er nur noch am Landgericht. Neujahr 1933 wurde er zum Oberstaatsanwalt in Memmingen befördert.

Zum 1. Mai 1933 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 3.550.088).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/43830066 Zum 1. November 1933 wurde er Mitglied der SA, in der er am 9. November 1934 zum Scharführer und am 30. Januar 1937 zum Oberscharführer befördert wurde. Im März 1935 wechselte er wieder auf die Richterbank als Oberlandesgerichtsrat in München. Im März 1937 wurde er an das Reichsgericht berufen.

Im Juni 1945 ließ er sich nach Bayern beurlauben und entging so der Verhaftung durch den NKWD. Er verfasste später mehrere Formularbücher.Jan Thiessen: „Transfer von GmbH-Recht im 20. Jahrhundert“, in: Vanessa Duss u. a. (Hrsg.): „Rechtstransfer in der Geschichte“, München 2006, S. 479f.

Mitgliedschaften Juli 1934 Mitglied der Gesellschaft für Rassenhygiene Mitglied des Handelsrechtsausschusses der Akademie für Deutsches Recht

Ehrungen 20. April 1938 Silbernes Treuedienst-Ehrenzeichen Kriegsverdienstkreuz II. Klasse mit Schwertern

Werke Formularbuch für Verträge, München u. a. 1950 (mit Herbert Nath, Paul Justin Schilling) Formularbuch für Gerichts-, Verwaltungs- und Steuersachen, München u. a. 1949 (mit Leo Herbst)

Literatur Friedrich Karl Kaul, Geschichte des Reichsgerichts, Band IV (1933-1945), Ost-Berlin 1971, S. 294.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Richter (Reichsgericht) Kategorie:Richter (Oberlandesgericht München) Kategorie:Richter (Landgericht München I) Kategorie:Richter (Amtsgericht München) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:SA-Mitglied Kategorie:Mitglied der Akademie für Deutsches Recht Kategorie:Burschenschafter (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1884 Kategorie:Gestorben 1962 Kategorie:Mann Kategorie:Richter (Amtsgericht)