Eine Alkoholhalluzinose ist eine Form der Alkoholpsychose und die Folge einer krankhaften Veränderung des Gehirns durch Alkohol. Sie tritt eher selten auf und betrifft überwiegend Männer. Der Betroffene fühlt sich von (halluzinierten) Stimmen beschimpft und malträtiert. Dieses Störungsbild wird im ICD-10 als F10.52 klassifiziert.B. Masood, P. Lepping, D. Romanov, R. Poole: Treatment of Alcohol-Induced Psychotic Disorder (Alcoholic Hallucinosis)-A Systematic Review. In: Alcohol and alcoholism. Band 53, Nummer 3, Mai 2018, S. 259–267, , PMID 29145545 (Review).
Symptome Das Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch akustische Halluzinationen (Beschimpfungen, Bedrohungen) und eine ängstliche, angespannte Grundstimmung mit Fluchttendenz. Bei der Alkoholhalluzinose treten selten optische, weitaus häufiger akustische Sinnestäuschungen auf, die die Symptome einer Schizophrenie annehmen können. Das klassische Alkoholentzugssymptom (Tremor) fehlt. Der Bewusstseinszustand ist bei der Alkoholhalluzinose in der Regel klar und die Betroffenen haben keine Orientierungsstörungen. Wenn im Rahmen der Halluzinose Verfolgungswahrnehmungen überwiegen, wird auch von einer „Alkoholparanoia“ gesprochen.
Therapie Die Therapie ist ein Alkoholentzug unter ärztlicher Aufsicht und eine zusätzliche Entwöhnung und Begleitung (z. B.: psychotherapeutisch, Selbsthilfegruppe). Bei rezidivierendem oder chronischem Verlauf ist die Gabe von Chlordiazepoxid (Benzodiazepin) bzw. generell die Gabe von Neuroleptika (z. B. Haloperidol oder atypische Neuroleptika) vorgesehen.M. Soyka, B. Täschner, N. Clausius: Neuroleptic Treatment of Alcohol Hallucinosis: Case Series. In: Pharmacopsychiatry. 40, 2007, S. 291, .
Einzelnachweise
Kategorie:Psychische Störung