mini|Die 500 C/M wurde von 1970 bis 1994 gebaut und wurde zum Inbegriff der Marke Hasselblad. Hier mit Standardobjektiv Carl Zeiss Planar 2,8/80 mm. mini|Einblick in den Lichtschachtsucher einer älteren Hasselblad 500
Hasselblad ist ein schwedischer Hersteller von Mittelformatkameras mit Sitz in Göteborg, welcher digitale Kameras in den Bildsensorformaten 53,4 mm × 40,0 mm und 43,8 mm × 32,9 mm herstellt. Hasselblad-Kameras für Analogfilm waren neben Rolleiflex bis zum Siegeszug der Digitalfotografie in den 2000er Jahren eine Art de-facto-Standard bei Mittelformatkameras, die wegen der weit höheren Bildauflösung als beim Kleinbildfilm vor allem in den Bereichen Modefotografie, Porträtfotografie, Kunst und Werbung genutzt werden. Im Bereich Digitalfotografie produziert das Unternehmen seit 2005 volldigitale Mittelformatkameras, die Modelle von 2021 bieten bis zu 400 Megapixel Auflösung.Hasselblad Homepage. Abgerufen am 14. Februar 2021. Zudem werden digitale Kamerarückwände zur Montage an analoge Modelle angeboten, die den Analogfilm durch einen Mittelformat-Digitalbildsensor ersetzen.
Viele weltbekannte Fotografen arbeiten oder arbeiteten mit den Kameras des Herstellers, darunter Ansel Adams, Andreas Gursky, Robert Mapplethorpe und Karl Lagerfeld. Die Fotos der US-Astronauten des Apollo-Programms auf dem Mond wurden mit Hasselblad-Kameras gemacht, ebenso wie zahlreiche berühmte Plattencover, etwa Abbey Road von den Beatles.Vlad Savov: This is how the world’s most covetable cameras get made. The Verge, 6. Februar 2018, abgerufen am 14. Februar 2021. Hasselblad hat die Mittelformatfotografie zwar nicht erfunden, wird jedoch aufgrund der hohen Akzeptanz häufig synonym verwendet. Zum großen Ansehen der Hasselblad-Kameras aufgrund ihrer hohen Zuverlässigkeit haben auch insbesondere die leistungsfähigen Objektive von Carl Zeiss beigetragen. Aufgrund des hohen konstruktiven Aufwands bei der Herstellung ist ein Hasselblad-System sehr teuer in der Anschaffung, dafür aber auch vergleichsweise wertbeständig.
Ab den 2000er Jahren wechselte das ehemalige Familienunternehmen mehrfach den Eigentümer. Hasselblad gehört seit 2017 mehrheitlich dem chinesischen Unternehmen Da-Jiang Innovations Science and Technology Co., Ltd (kurz DJI).
Geschichte 1841 gründete Fritz Wiktor Hasselblad das Handelsunternehmen F. W. Hasselblad & Co. in Göteborg (Schweden). Sein Sohn Arvid Viktor Hasselblad interessierte sich für Fotografie und gründete die Fotografie-Sparte des Unternehmens, aus seiner Bekanntschaft mit George Eastman entwickelte sich eine geschäftliche Partnerschaft: 1888 wurde Hasselblad Generalimporteur und -vertreter von Kodak-Produkten in Schweden.
Victor Hasselblad (Urenkel von Fritz Wiktor Hasselblad) gründete dann 1941 die Hasselblad AB mit Sitz in Göteborg, die erstmals Fotoapparate selber entwickelte und herstellte. Die Marke Hasselblad wurde im Laufe der Jahre zum Inbegriff der 6×6-Mittelformatkameras und der entsprechenden Scanner. 2003 erwarb die in Hongkong angesiedelte Unternehmensgruppe Shriro Group das Unternehmen. Ein Jahr später kaufte der neue Inhaber auch den dänischen Scanner- und Digitalrückteilhersteller Imacon. Am 30. Juni 2011 wurde die Hasselblad Group von Ventizz Capital Fund IV, LP – einem Private-Equity-Investor gekauft. Anfang 2017 wurde Hasselblad von dem chinesischen Technologieunternehmen DJI mehrheitlich übernommen.Drohnen- und Kameratechnik: DJI übernimmt Hasselblad. Abgerufen am 8. Januar 2019
Während die klassischen 6×6-Kameras der V-Serie mit Objektiven von Carl Zeiss bestückt werden, wählte man bei der digitalen H-Serie die Kooperation mit dem japanischen Unternehmen Fujifilm. Seit 2022 bietet der Smartphone-Hersteller OnePlus die zweite Generation von Geräten in Kooperation mit Hasselblad an; damit können unter anderem Fotos im 12-Bit-Raw-Format aufgenommen werden.
Kameramodelle mini|links|600px|Überblick über die Modellentwicklung ab 1948
Die erste Hasselblad-Kamera war die Svenska Express. Sie wurde in den Jahren 1893 bis 1913 produziert und von F.W. Hasselblad & Co vertrieben.
V-Serie Victor Hasselblad entwickelte seit den 1940er-Jahren vor allem Mittelformatkameras mit dem quadratischen 6×6-Format (tatsächlich 56 × 56 mm).
Bei den Kameramodellen der V-Serie werden die 200-/2000-Serie mit eingebautem schnellen Schlitzverschluss und die bekanntere 500-Serie mit Zentralverschluss im Objektiv unterschieden. Die Objektive der 500er-Serie lassen sich auch an der 2000er und der sie ablösenden 200er-Serie verwenden, aber nicht umgekehrt.
Der Name V-Serie wurde erst eingeführt, als man 2002 bei Einführung der H-Serie eine Bezeichnung zur Unterscheidung brauchte. Die V-Serie zeichnet sich durch hohe Kompatibilität über Jahrzehnte, großes System, Verwendung der deutschen Zeiss-Objektive, hohe Wertbeständigkeit und besondere Zuverlässigkeit aus. Das Design der 1950er-Jahre blieb dabei nahezu unverändert und gilt als zeitlos.
Am 29. April 2013 teilte das Unternehmen mit, die Produktion der 503 CW – der letzten V-System-Kamera im Sortiment – eingestellt zu haben und dass damit die über ein halbes Jahrhundert währende Entwicklung der traditionsreichen Kameraserie beendet sei. Als Grund dafür wurde ein erheblicher Rückgang bei der Nachfrage für diese Kamera in den letzten fünf Jahren angegeben. Das Unternehmen wollte sich in Zukunft auf die Weiterentwicklung des modernen H-Systems konzentrieren, aber weiterhin Zubehör für das V-System liefern, solange der Vorrat reicht. Auch der Support für das V-System sollte weiter über die bekannten Kanäle zur Verfügung stehen. Pressemitteilung vom 29. April 2013 (PDF) Im Mai 2023 wurde das H-System wieder eingestellt, wogegen das V-System Stand März 2024 fortgeführt wird, dieses besteht aus der Objektivplatte 907X, von Hasselblad als Kameragehäuse bezeichnet und den Digitalrückwänden CFV II 50C und CFV 100C, diese sind auch mit den analogen Kameras der V-Serie kompatibel, alle drei Komponenten wirken deutlich klassischer als die H-Serie.https://www.hasselblad.com/de-de/v-system/907x-50c/https://www.hasselblad.com/de-de/v-system/907x-cfv-100c/
1600 F und 1000 F mini|Die Hasselblad 1600 F mit aufgeklapptem Lichtschachtsucher
Am 6. Oktober 1948 präsentierte Victor Hasselblad in New York der Weltöffentlichkeit seine erste Kamera für den Privatgebrauch: die Hasselblad 1600 F. Sie war vom Industriedesigner Sixten Sason entworfen worden, der auch für Saab arbeitete. Diese Kamera war für ihre Zeit revolutionär mit ihrem modularen Design, das den Austausch von Objektiven, Suchern und Filmmagazinen erlaubt. Es war weltweit die erste einäugige Spiegelreflexkamera im Mittelformat (6 cm × 6 cm) mit auswechselbarem Objektiv und Magazin.Svensk industridesign, en 1900-talshistoria. ISBN 91-1-970332-5, S. 113. Als Verschluss diente ein Schlitzverschluss aus sehr dünner Stahlfolie mit einer kürzesten Verschlusszeit von 1/1600 s. Besonders die erste Serie der 1600 F war technisch noch nicht ausgereift, so dass im Lauf der Produktion eine Reihe von Detailverbesserungen an der Verschlusskonstruktion vorgenommen wurde. Abgelöst wurde die 1600 F von der 1000 F (1952–1957), die zwar nur noch eine kürzeste Verschlusszeit von 1/1000 s aufwies, dafür aber zuverlässiger und robuster war.
Zu Anfang wurden von Hasselblad die Objektive 2,8/80 mm Ektar und 3,5/135 mm Ektar von Kodak angeboten. Später wechselte man zu Carl Zeiss Oberkochen mit den Objektiven Distagon 5,6/60 mm, Tessar 2,8/80 mm, Sonnar 3,5/135 mm, Sonnar 4,0/250 mm und Sonnar 5,6/250 mm. Außerdem war gegen Ende der Produktion der 1000 F auch ein 5,6/508-mm-Objektiv von Dallmeyer erhältlich, das aber nicht das volle Format ausleuchtete.
500er Das ursprüngliche Design der 1600 F bzw. 1000 F ist auch in den späteren Hasselblad-Kameras der V-Serie erhalten geblieben. Allerdings ging man im Jahr 1957 mit der Einführung der Hasselblad 500 C neue Wege, indem man den Schlitzverschluss durch einen Zentralverschluss, der in jedem Objektiv untergebracht ist, ersetzte. Dieser hat als kürzeste Verschlusszeit nur noch 1/500 s zu bieten, dafür funktioniert die Blitzsynchronisation mit allen Verschlusszeiten.
Diese Umstellung führte dazu, dass eine neue Objektivserie (C-Serie, später CF-Serie) mit entsprechenden Übertragungselementen im Objektivbajonett aufgelegt werden musste. Daher lassen sich die Objektive nicht zwischen den Kameras 1600 F/1000 F und der 500 C (und allen nachfolgenden Modellen) wechseln. Die Sucher und Magazine blieben (mit wenigen Ausnahmen) aber kompatibel.
Die 500er-Modelle wurden technisch durch die 503er abgelöst, und die 501er sind etwas modifizierte Versionen des mechanischen Klassikers. Parallel dazu wurde mit der 500 EL und ihren Nachfolgerinnen eine Motorkamera angeboten.
mini|Die Hasselblad 500C mini|Hasselblad 500 C mit angesetztem Belichtungsmesser und seltenerem Zeiss Opton S-Planar 1:5.6/120mm
Klassische 500 und 501 Insbesondere das vollmechanische Modell 500 C und die über 20 Jahre lang gebaute Nachfolgerin 500 C/M (1970–1992, mit wechselbarer Mattscheibe, im Set von 1990 bis 1992 auch als 500 Classic bezeichnet) sind ein Inbegriff für die Marke Hasselblad geworden. Alle weiteren Modelle dieser Kamerareihe sind nur geringfügig modifizierte Varianten bzw. behutsame Modernisierungen des Grundkonzeptes.
In chronologischer Reihe wurden folgende Modelle gebaut:
1957–1970: 500 C 1970–1994: 500C/M – die Mattscheibe kann nun vom Benutzer selbst gewechselt werden (einige Modelle hiervon wurden noch mit 500 C beschriftet) 1990–1992: 500 Classic – Version der 500 C/M im Set mit 80er-Normalobjektiv und A12-Magazin 1994–1997: 501 C – nur als Set mit 80er C-Planar erhältlich; schwarzes Gehäuse, Acute-Matte-D-Mattscheibe (helleres Sucherbild) 1997–2005: 501 CM – Gliding Mirror System (größerer Schwingspiegel, somit fortan ohne Vignettierung des Sucherbilds bei Brennweiten größer als 150 mm), als Set oder Gehäuse (hell- oder schwarz-verchromt) erhältlich gewesen
503 mit TTL-Blitzmessung mini|Hasselblad 503 CW mit Zeiss Distagon 3,5/30 und Ixpress V96C
1988 kam mit der 503 CX ein Modell auf den Markt, das auf der 500 C/M beruhte und TTL-Blitzbelichtungsmessung erlaubte. Die Nachfolgerin 503 CW wurde als einziges Modell der V-Serie bis 2013 gebaut. Mit der Einstellung der Produktion dieses Modells beendete das Unternehmen die Entwicklung der V-Serie.
1988–1994: 503 CX 1994–1996: 503 CXi – Winder-Anschluss 1996–2013: 503 CW – zusätzlich zur 503 CXi Gliding Mirror System. Ab 2001 zusätzlich in vier verschiedenen Gehäusefarben (gelb, rot, grün, blau) erhältlich 2006: 503 CWD – Spezielles auf eine 500er-Auflage limitiertes Set zum 100. Geburtstag von Victor Hasselblad. 503 CW mit CFV-Digitalrückteil (16,6 MP, 36,7 mm × 36,7 mm, Crop 1,5, 12 Blendenstufen Dynamikumfang, ISO 50–400), 2,8/80-mm-CFi-Objektiv, silberner Kurbel und Mattscheibe mit eingeätzten Sensorgrenzen.
EL mit Motor mini|Die US-Astronauten, hier Alan Bean (Apollo 12) im November 1969, verwendeten auf den Apollo-Mondmissionen Hasselblad-Kameras mit motorischem Filmtransport. Die Kameras wurden aus Gewichtsgründen nach Herausnehmen der Filme auf dem Mond zurückgelassen. Hasselblad Homepage, abgerufen am 12. Februar 2021
Im Jahr 1964 brachte Hasselblad die motorisierte Hasselblad 500 EL auf den Markt, die bis auf den mit NiCd-Akkus gespeisten motorischen Antrieb in Aussehen und Funktionalität der Hasselblad 500 C ähnelt. Diese Kamera und die direkt abgeleiteten Nachfolger wurden und werden vor allem als unermüdliche Arbeitstiere in Fotostudios eingesetzt. Es war eine 500 EL, die den Menschen auf den Mond begleitete.
Folgende Modelle lösten einander ab: 1964–1970: 500 EL 1970–1984: 500 EL/M – Mattscheibe kann selber gewechselt werden 1984–1988: 500 ELX – TTL-Blitz-System, größerer Spiegel (Gliding Mirror System) 1988–1999: 553 ELX – Mignonzellen anstelle der proprietären Akkus. Neue Beschichtung im Inneren des Gehäuses für weniger Streulicht